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Ausbildung Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in
Ausbildung: Menschen zu ihrer Stimme verhelfen
Du hörst sofort, wenn eine Stimme angestrengt klingt? Dann könnte die Ausbildung zum/zur Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in gut zu dir passen. In diesem Beruf hilfst du Menschen, ihre Stimme zu finden, klarer zu sprechen und entspannter zu atmen. Deine Klient/innen sind zum Beispiel Sänger/innen, Lehrkräfte oder Menschen mit Sprechstörungen. Du brauchst ein feines Gehör, viel Einfühlungsvermögen und Interesse an menschlicher Kommunikation. Mit deiner Arbeit stärkst du das Selbstvertrauen anderer und hilfst ihnen, sich besser auszudrücken. Hier erfährst du, was du in diesem Beruf machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Auf einen Blick
Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in auf einen Blick
Was macht ein/e Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in?
Du arbeitest intensiv mit Menschen und setzt therapeutische und pädagogische Methoden ein. Du bist Therapeut/in, Pädagog/in und Berater/in zugleich. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
Welche Aufgaben hast du im Arbeitsalltag?
- Diagnostik: Im ersten Gespräch erfasst du Beschwerden und Ziele. Mit Beobachtungen und Tests analysierst du Atem-, Sprech- und Stimmstörungen.
- Therapie planen: Du erstellst passende Übungspläne. Zum Beispiel Stimmübungen für Sänger/innen, Atemtechniken bei Asthma oder Artikulationsübungen bei Sprechstörungen.
- Übungen anleiten: Du leitest Einzel- und Gruppentherapien. Du übst richtige Atmung, einen besseren Stimmklang und klare Aussprache, etwa bei Heiserkeit, Nuscheln oder Stottern.
- Beraten: Du erklärst, wie Atmung, Stimme und Sprechen zusammenhängen. Du gibst Tipps, wie man die Stimme schont und mit Lampenfieber umgeht.
- Dokumentieren: Du hältst Fortschritte fest, passt Pläne an und tauschst dich mit Ärzt/innen und Logopäd/innen aus.
- Medien nutzen: Aufnahmegeräte, Spiegel und spezielle Software machen Fortschritte sicht- und hörbar.
- Vertrauen schaffen: Du sorgst für eine Atmosphäre, in der sich deine Klient/innen sicher fühlen.
Wo arbeitest du als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in?
Du arbeitest in Praxen für Atem-, Sprech- und Stimmbildung, an Sprachheilschulen und in Kliniken, zum Beispiel in HNO-Abteilungen oder Reha-Zentren. Auch Stimmbildungsinstitute, Theater und Hochschulen sind mögliche Arbeitsorte.
Deine Klient/innen kommen aus gesundheitlichen Gründen, für ihren Beruf oder für ihre persönliche Entwicklung. Oft arbeitest du auch in der Vorbeugung und in Fortbildungen, zum Beispiel für Lehrkräfte oder Callcenter-Mitarbeiter/innen.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in ab?
Wie lange dauert die Ausbildung?
Die Ausbildung ist schulisch und dauert in der Regel 3 Jahre. Sie findet an Fachschulen oder Berufsfachschulen statt. Dazu gehören Theorie, Praxis und Praktika in Kliniken, Praxen oder Bildungseinrichtungen.
Was lernst du in Betrieb und Berufsschule?
Das lernst du unter anderem:
- Anatomie und Physiologie: Lunge, Zwerchfell, Kehlkopf, Stimmbänder, Mund und Rachen und was beim Atmen, Sprechen und Singen passiert
- Phonetik und Artikulation: Lautbildung, Akustik der Sprache und das Erkennen von Sprechfehlern
- Stimmbildung und Stimmtherapie: Stimmtechniken und die Behandlung von Stimmstörungen wie Heiserkeit oder Stimmlippenknötchen
- Atemtherapie: Atemtechniken zur Entspannung und bei Atemwegserkrankungen
- Pädagogik und Didaktik: Inhalte im Einzel- und Gruppenunterricht gut vermitteln
- Psychologie: Kommunikation, Lampenfieber und Redeangst
- Kommunikationsstörungen: Stottern, Poltern, Lispeln und andere Sprechstörungen
- Medizinische Grundlagen: HNO-Erkrankungen und neurologische Störungen
Welche Voraussetzungen brauchst du als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in?
Was solltest du mitbringen?
- einen guten MSA/Realschulabschluss, Fachabitur oder Abitur
- ein sehr gutes Gehör und Sprachgefühl
- Empathie und Freude am Umgang mit Menschen
- Geduld, Ausdauer und Kommunikationsstärke
- Interesse an Musik, Gesang oder Sprechkunst
- Verantwortungsbewusstsein und Diskretion
- eine stabile eigene Stimme und Präsenz
Was verdienst du in der Ausbildung?
Gibt es eine Ausbildungsvergütung?
Die Ausbildung ist schulisch. Derzeit gibt es dafür keine Vergütung.
Passt die Ausbildung zum/zur Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in zu dir?
Du hörst genau hin und arbeitest gern mit Menschen? Dann solltest du dir diese Ausbildung genauer anschauen. Das spricht dafür:
- Sinnvolle Arbeit: Du hilfst Menschen, sich besser auszudrücken und mehr Lebensqualität zu gewinnen.
- Therapie und Pädagogik: Du verbindest Behandlung, Beratung und Unterricht.
- Vielfalt: Du arbeitest mit Sänger/innen, Lehrkräften, Kindern und Erwachsenen.
- Viele Wege: Praxis, Klinik, Schule, Theater oder Selbstständigkeit stehen dir offen.
Vom Hobby zum Beruf
Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in?
Was du als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer im Chor singt, in der Theater-AG an der Aussprache feilt oder beim Vorlesewettbewerb mitmacht, zeigt Schulen ein gutes Gehör und Gefühl für Sprache. Wer dazu jüngeren Kindern geduldig etwas beibringt, beweist Einfühlungsvermögen, und genau das brauchst du in Therapie und Unterricht. Wenn dich Sprachtherapie im medizinischen Bereich reizt, schau dir Logopäde/in an. Wenn Musik für dich an erster Stelle steht, passt Musiklehrer/in.
Aus diesem Berufsprofil abgeleitet
Passt gut, wenn du gern …
- im Chor oder in einer Band singst Gehör
- in der Theater-AG an deiner Aussprache feilst Sprachgefühl
- beim Vorlesewettbewerb vor Publikum liest Auftreten
- jüngeren Kindern im Verein etwas beibringst Geduld
- deinen Freund/innen zuhörst, wenn es ihnen schlecht geht Einfühlungsvermögen
Im Kästchen: Das lesen Ausbildungsbetriebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind
Wo findest du Ausbildungsbetriebe in deiner Nähe?
1 von 2 · Meiste Betriebe im Bereich
Rund 220 Betriebe bilden diesen Beruf aus. Das sind die meisten im Bereich Soziales & Pädagogik.
2 von 2 · Passt der Beruf?
Unsicher, ob dieser Beruf zu dir passt?
Tipp deine Noten und Hobbys ein. Ecki zeigt dir passende Berufe und die Betriebe um die Ecke.
Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?
Menschen, die Atmung, Stimme und Sprechen verbessern wollen, gibt es in vielen Bereichen. Hier findest du deinen Platz:
- in Praxen für Atem-, Sprech- und Stimmbildung
- in Kliniken und Reha-Zentren
- an Sprachheilschulen und sonderpädagogischen Förderzentren
- an Musikhochschulen, Schauspielschulen und Theatern
- in der Erwachsenenbildung, etwa an Volkshochschulen oder in Rhetorikschulungen
- als selbstständige/r Trainer/in oder Therapeut/in
Welche Weiterbildungen gibt es?
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Spezialisierung: zum Beispiel Atemtherapie bei Asthma oder COPD, Stottern bei Kindern oder Sprecherziehung für Berufssprecher/innen
- Fortbildungen: spezielle Methoden der Stimmarbeit und Stimmtherapie
- Leitung: eine Abteilung leiten oder eine eigene Praxis führen
- Dozent/in: an Fachschulen oder Hochschulen unterrichten
- Studium: mit Fachabitur oder Abitur zum Beispiel Sprechwissenschaft, Linguistik, Musikpädagogik, Psychologie oder Logopädie
Fazit: Stimme, Atem und Sprache stärken
Als Atem-, Sprech- und Stimmlehrer/in verbindest du Freude an Kommunikation mit therapeutischer Arbeit. Du hilfst Menschen, besser zu atmen, klarer zu sprechen und sich sicherer auszudrücken. Die Ausbildung ist schulisch und dauert in der Regel 3 Jahre. Danach arbeitest du in Praxen, Kliniken, Schulen oder selbstständig.
Neugierig geworden? Informiere dich bei Fachschulen und Berufsfachschulen in deiner Region über Plätze und Aufnahmebedingungen.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Soziales und Pädagogik.
Dieses Berufsprofil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Elterngespräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.
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