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Ausbildung Aufberei­tungs­me­chaniker Fachrichtung Braunkohle

Ausbildung: Große Anlagen, Braunkohle und viel Verant­wortung

Symbolbild: Ausbildung Aufbereitungsmechaniker Fachrichtung Braunkohle

Riesige Förder­bänder, Trockner und Mühlen reizen dich? Dann schau dir die Ausbildung zum/zur Aufberei­tungs­me­chaniker/in in der Fachrichtung Braunkohle an. Du bereitest Braunkohle aus dem Tagebau so auf, dass sie als Brennstoff genutzt werden kann. Du bedienst große Anlagen und prüfst die Qualität. Dafür brauchst du technisches Verständnis, eine sorgfältige Arbeitsweise und Verant­wor­tungs­be­wusstsein. Gut zu wissen: Das Verbrennen von Kohle beschleunigt den Klimawandel. Deshalb setzt Deutschland zunehmend auf nachhaltige Energie. Es ist gut möglich, dass es in diesem Bereich bald kaum noch Arbeit gibt. Berufe mit Zukunft findest du unter Grüne Berufe. Hier erfährst du, was du in diesem Beruf machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Auf einen Blick

Aufberei­tungs­me­chaniker Fachrichtung Braunkohle auf einen Blick

Dauer3 Jahre
Ausbildungdual, Industrie
1. Jahr998 €
Schulabschlusskeine Vorgabe
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. Bis 1992 hieß er Aufbereiter/in im Bergbau.

  1. bis 1992Aufbereiter/in im Bergbau
  2. seit 1992Auf­be­rei­tungs­me­cha­ni­ker/in Braunkohle

In der DDR hieß der Beruf: Fachar­beiter/in für Anlagen und Geräte (Braunkoh­le­bri­ket­tierung), Fachar­beiter/in für Anlagen und Geräte (Gewinnung), Fachar­beiter/in für Anlagen und Geräte (Rohstoff­auf­be­reitung/Halbfa­brikate)

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wieder­ver­ei­nigung 1990 in den heutigen Ausbil­dungs­berufen auf.

Was macht ein/e Aufberei­tungs­me­chaniker/in Braunkohle?

Du bedienst und überwachst große Anlagen und sorgst für die Qualität des Brennstoffs. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Rohbraunkohle annehmen: Die Kohle kommt über große Förderbänder aus dem Tagebau. Du erfasst die Mengen, prüfst erste Merkmale und brichst oder siebst die groben Stücke.
  • Trocknen und Sieben: Braunkohle enthält viel Wasser. Du steuerst Trocknungsanlagen wie Trommel- oder Wirbelschichttrockner. Danach wird die Kohle nach Korngrößen sortiert.
  • Mahlen und Mischen: Für Kraftwerke wird die Kohle in Mühlen zu Kohlenstaub gemahlen. Du sorgst für gleichmäßige Mischungen und damit für gleichbleibende Qualität.
  • Qualität prüfen: Du nimmst Proben und prüfst im Labor Heizwert, Wasser-, Asche- und Schwefelgehalt.
  • Anlagen steuern: Im Leitstand kontrollierst du Temperaturen, Durchsätze und Mahlgrade und reagierst auf Störungen.
  • Warten: Du erkennst Verschleiß früh und reparierst kleinere Schäden an Brechern, Mühlen, Trocknern und Förderbändern.
  • Umwelt und Sicherheit: Du achtest auf Umweltauflagen, etwa bei Staub und Abgasen, und auf die Sicherheit im Umgang mit brennbarem Material.
Kohlebagger

Wo arbeitest du als Aufberei­tungs­me­chaniker/in Braunkohle?

Dein Arbeitsplatz sind große Aufberei­tungs­anlagen. Sie liegen oft direkt an Braunkoh­le­ta­gebauen und Kraftwerken.

Du arbeitest meist im Team und häufig im Schicht­dienst. Die Umgebung kann staubig und laut sein. Darauf solltest du dich einstellen können.

Wie läuft die Ausbildung ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Du lernst in der Berufs­schule, oft im Blockun­terricht, und in einer Braunkoh­le­auf­be­reitung oder einem Kraftwerk mit eigener Aufbereitung.

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Das lernst du unter anderem:

  • Verfahrenstechnik: Brechen, Sieben, Trocknen, Mahlen und Mischen
  • Maschinen und Anlagen: Bandanlagen, Brecher, Mühlen, Trockner und Siebanlagen
  • Brennstoffkunde: Kohlenstoff, Wasser, Asche und Schwefel in der Braunkohle
  • Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik: Leitsysteme und Sensoren
  • Laborarbeit: Proben nehmen und Analysen wie die Heizwertbestimmung durchführen
  • Thermische Prozesse: wie Trocknung funktioniert und was sie bewirkt
  • Umweltschutz und Rekultivierung: Staub, Abwasser und die Rückgewinnung von Tagebauflächen
  • Arbeitssicherheit: sicheres Arbeiten an Maschinen und mit brennbaren Stoffen

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Aufberei­tungs­me­chaniker/in Braunkohle?

Was solltest du mitbringen?

  • einen guten ESA/Hauptschulabschluss oder MSA/Realschulabschluss
  • technisches Verständnis und handwerkliches Geschick
  • Interesse an Physik und Maschinen
  • Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit im industriellen Umfeld
  • Teamfähigkeit

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 998 €
2. Ausbildungsjahr 1.070 €
3. Ausbildungsjahr 1.144 €

Passt die Ausbildung als Aufberei­tungs­me­chaniker/in Braunkohle zu dir?

Du interes­sierst dich für Energie und große Technik? Dann solltest du dir diesen Beruf genauer anschauen. Das spricht dafür:

  • Energie und Rohstoffe: Du erlebst Energieerzeugung und Rohstoffverarbeitung aus nächster Nähe.
  • Technik: Du bedienst und wartest große Anlagen und Maschinen.
  • Verantwortung: Du sorgst für reibungslose Abläufe und gute Qualität.
  • Übertragbares Wissen: Was du lernst, kannst du auch in anderen Branchen einsetzen.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Aufberei­tungs­me­chaniker/in Braunkohle?

Was du als Aufberei­tungs­me­chaniker/in Braunkohle jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer mit Technik­bau­kästen Förder­bänder nachbaut, sich für Kraftwerke und Energie interessiert oder im Physik­un­terricht gern misst, zeigt Betrieben Technik­ver­ständnis und Neugier. Ein Nebenjob mit festen Zeiten und ein Platz im Handballteam beweisen dazu Zuverläs­sigkeit und Teamgeist. Wenn dich der Tagebau selbst reizt, schau dir Bergbau­tech­nologe/in an. Wenn du mehr über Strom und Energie lernen willst, passt Technische/r Assistent/in für Energie­technik.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • mit Technikbaukästen Förderbänder und Maschinen nachbaust Technikverständnis
  • dir Dokus über Kraftwerke und Energie anschaust Neugier
  • im Physikunterricht gern Werte misst und vergleichst Genauigkeit
  • einen Nebenjob mit festen Zeiten hast Zuverlässigkeit
  • im Handballverein mit deinem Team trainierst Teamgeist

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Dein Wissen in Verfah­rens­technik, Anlagen­be­dienung und großen Materi­al­strömen lässt sich auf andere Industrie­zweige übertragen. Das ist wichtig, denn der Energie­sektor ist im Wandel. Hier kannst du arbeiten:

  • in Braunkohletagebauen und ihren Aufbereitungsanlagen
  • in Braunkohlekraftwerken mit eigener Aufbereitung
  • bei Herstellern von Aufbereitungsmaschinen im Service
  • in der Zement-, Baustoff- oder Recyclingindustrie, wo ähnliche Verfahren zum Einsatz kommen
  • in Forschung und Entwicklung zu neuen Rohstoff- und Energietechnologien

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Spezialisierung: Prozessautomatisierung, Qualitätsmanagement oder Energieeffizienz
  • Industriemeister/in: Leitung in der Produktion, Schichtführung und Ausbildung
  • Techniker/in: zum Beispiel Verfahrenstechnik oder Kraftwerkstechnik
  • Studium: mit Fachabitur, Abitur oder Meistertitel zum Beispiel Energie- und Verfahrenstechnik, Maschinenbau oder Umwelttechnik
  • Leitstand oder Labor: Du steuerst Produktionslinien oder spezialisierst dich auf Analysen.

Fazit: Große Technik mit ungewisser Zukunft

Als Aufberei­tungs­me­chaniker/in in der Fachrichtung Braunkohle steuerst du große Anlagen und bereitest Kohle zu Brennstoff auf. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Weil Deutschland zunehmend auf nachhaltige Energie setzt, solltest du dir gut überlegen, ob diese Fachrichtung für dich passt. Dein technisches Wissen kannst du auch in anderen Industrie­zweigen nutzen.

Neugierig geworden? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Industrie.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Aufbereitungsmechaniker Fachrichtung Braunkohle als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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