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Ausbildung Beamte/r Mittleren Nichttechnischen Dienst im Archivdienst
Ausbildung: Geschichte bewahren für morgen
Alte Dokumente, historische Karten und digitale Daten faszinieren dich? Dann ist die Ausbildung zum/zur Beamten/Beamtin im mittleren nichttechnischen Archivdienst vielleicht genau das Richtige für dich. Du ordnest und bewahrst Unterlagen, die für die Zukunft wichtig sind. Du machst sie für Forschende, Behörden und Bürger/innen zugänglich. Dafür brauchst du eine genaue Arbeitsweise, Interesse an Geschichte und Verantwortungsgefühl für unser Kulturgut. Hier erfährst du, was du im Archivdienst machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Auch bekannt als Archivassistent/in.
Was machst du im Archivdienst?
Du arbeitest mit vielen verschiedenen Informationsträgern, wendest archivfachliche Regeln an und betreust Nutzer/innen. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
- Archivgut bewerten und übernehmen: Du entscheidest, welche Unterlagen aus Behörden, Unternehmen oder von Privatpersonen dauerhaft aufbewahrt werden. Du sichtest Akten, Fotos, Karten, Filme oder digitale Daten und bewertest ihren historischen oder rechtlichen Wert.
- Ordnen und verzeichnen: Du ordnest die Unterlagen nach archivfachlichen Regeln. Du beschreibst ihren Inhalt in Findbüchern, Datenbanken oder digitalen Verzeichnissen. So lässt sich alles wiederfinden.
- Bestände erhalten: Du achtest auf die richtige Lagerung mit passender Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Du reinigst Archivgut und übernimmst kleinere Erhaltungsmaßnahmen. Bei größeren Schäden stimmst du dich mit Restaurator/innen ab.
- Nutzer/innen beraten: Forschende, Bürger/innen und Behörden wenden sich an dich. Du erklärst die Bestände und hilfst bei der Suche.
- Digitalisierung: Du begleitest Digitalisierungsprojekte und kümmerst dich um die Langzeitarchivierung digitaler Daten.
- Öffentlichkeitsarbeit: Du bereitest Archivbestände für Ausstellungen, Publikationen oder Online-Präsentationen auf.
Wo arbeitest du im Archivdienst?
Du arbeitest vor allem in staatlichen Archiven, also in Bundes-, Landes- oder Kommunalarchiven. Auch spezielle Archive von Institutionen oder Forschungseinrichtungen kommen in Frage. Dein Arbeitsplatz ist das Büro, das Magazin und der Lesesaal. Meist arbeitest du im Team.
Wie läuft die Ausbildung im Archivdienst ab?
Die Ausbildung ist dual und findet im Beamtenverhältnis auf Widerruf statt. Sie dauert in der Regel 2 Jahre. Theoretische Abschnitte, oft an einer Archivschule des Bundes oder der Länder, wechseln sich mit Praxisphasen in verschiedenen Bereichen eines Archivs ab.
Das lernst du unter anderem:
- Archivwissenschaft: Geschichte und Theorie des Archivwesens, Bewertung von Archivgut und Erschließung mit Ordnung, Verzeichnung und Indexierung
- Bestandserhaltung: wie du Papier, Fotografien, digitale Medien und andere Informationsträger richtig pflegst
- Historische Hilfswissenschaften: alte Schriften lesen, Aktenkunde und Siegelkunde
- Recht und Verwaltung: Staats- und Verfassungsrecht, Verwaltungsrecht, Beamtenrecht und Archivrecht mit Archiv- und Datenschutzgesetzen
- IT und Digitalisierung: Archivsoftware, Datenbanken und Langzeitarchivierung digitaler Daten
- Benutzungsdienst: Nutzer/innen verständlich beraten und Archivgut präsentieren
- Projektarbeit: Grundlagen, um Archivprojekte zu planen, etwa die Erschließung großer Bestände
Was du mitbringen solltest
- einen mittleren Schulabschluss, Abitur/Fachabitur oder einen Hauptschulabschluss mit passender Berufsausbildung, etwa als Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste oder Verwaltungsfachangestellte/r
- Interesse an Geschichte, Kultur und Dokumenten
- eine sorgfältige und genaue Arbeitsweise
- ein gutes Gedächtnis und analytisches Denken
- Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit
- Kommunikationsfähigkeit und Freude am Service
- Interesse an digitalen Medien und Datenbanken
- einen einwandfreien Leumund und die Bereitschaft zu einer Sicherheitsüberprüfung
- die deutsche Staatsangehörigkeit für den Beamtenstatus
Deine Karriere nach der Ausbildung
Du hast einen stabilen und verantwortungsvollen Beruf. Du trägst dazu bei, dass wichtige Informationen für Forschung, Verwaltung und Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich bleiben. Hier kannst du arbeiten:
- in den Bundesarchiven, zum Beispiel in Koblenz oder Freiburg
- in den Landesarchiven der Bundesländer
- in Kommunalarchiven wie Stadt- oder Kreisarchiven
- in Archiven öffentlicher Körperschaften wie Kirchen oder Universitäten
- in der Aus- und Weiterbildung an Archivschulen
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Spezialisierung: etwa auf digitale Langzeitarchivierung, die Erhaltung von Karten, Fotos oder Filmen, Firmenarchive und Nachlässe oder die Beratung für bestimmte Forschungsthemen
- Gehobener Dienst: Mit einem passenden Studium und/oder einer Laufbahnprüfung steigst du auf und übernimmst Projektleitungen oder Führungsaufgaben.
- Sachgebiets- oder Magazinleiter/in: Du verantwortest einen Bestand oder ein Magazin und leitest ein Team.
- Ausbilder/in: Du gibst dein Wissen an den Nachwuchs weiter.
- Fachliche Weiterbildung: Kurse zu neuer Software, Restaurierungstechniken oder historischen Epochen
Auf einen Blick
Beamte/r Mittleren Nichttechnischen Dienst im Archivdienst auf einen Blick
Quellen: BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit · BA, Anlage Sprachniveaus · abgerufen am 1. Oktober 2026
Passt die Ausbildung zu dir?
Du stöberst gern in alten Dokumenten und arbeitest genau? Dann solltest du dir diesen Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:
- Geschichte erleben: Du erforschst und erhältst historische Dokumente.
- Genauigkeit zählt: Deine Sorgfalt schützt wertvolle Bestände.
- Menschen helfen: Du erklärst Informationen verständlich und unterstützt Forschende bei ihrer Arbeit.
- Kultur bewahren: Du trägst dazu bei, unser kulturelles Erbe zu erhalten.
Anwärterbezüge als Beamte/r Mittleren Nichttechnischen Dienst im Archivdienst
| Ausbildung | Anwärterbezüge pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Dienstherr (Bund oder Land) unterschiedlich. |
| Während der Ausbildung | 1.510 € |
Fazit: Bewahrer/in von Wissen und Geschichte
Im mittleren nichttechnischen Archivdienst sorgst du dafür, dass die Geschichte unseres Landes für kommende Generationen erhalten bleibt. Du verbindest Ordnungssinn, Interesse an Geschichte und den Umgang mit digitalen Daten. Die Ausbildung dauert in der Regel 2 Jahre und findet dual im Beamtenverhältnis auf Widerruf statt.
Neugierig geworden? Informiere dich bei den Bundes-, Landes- oder Kommunalarchiven über die Ausbildung und bewirb dich direkt dort.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Öffentlicher Dienst und Beamte.
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