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Ausbildung Beamte/r Mittleren Nichttechnischen Justizdienst
Ausbildung: Damit Gerichte funktionieren
Du willst wissen, was hinter den Kulissen eines Gerichts passiert? Dann ist die Ausbildung zum/zur Beamten/Beamtin im mittleren nichttechnischen Justizdienst vielleicht genau das Richtige für dich. Du unterstützt Gerichte und Staatsanwaltschaften in der Verwaltung. Du sorgst dafür, dass Verfahren reibungslos ablaufen. Dafür brauchst du einen Blick für Details, Interesse am Recht und Verantwortungsbewusstsein. Hier erfährst du, was du im Justizdienst machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Was machst du im mittleren Justizdienst?
Du arbeitest mit Akten und Verfahren und hast Kontakt mit Bürger/innen, Anwält/innen und Richter/innen. Genauigkeit und Diskretion sind dabei sehr wichtig. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
- Akten und Verfahren: Du legst neue Verfahren an, führst Akten, pflegst Daten in IT-Systemen und überwachst Fristen.
- Gerichtsverhandlungen: Du bereitest Sitzungssäle vor, legst Akten bereit und führst das Protokoll. Du bist Schnittstelle zwischen Richter/innen, Staatsanwält/innen, Angeklagten und Zeug/innen.
- Entscheidungen umsetzen: Du berechnest Gerichtskosten, ordnest Vollstreckungsmaßnahmen an und erstellst Schreiben und Verfügungen.
- Auskunft geben: Du beantwortest Fragen von Bürger/innen, Anwält/innen und Notar/innen zu Verfahren, Fristen und Zuständigkeiten.
- Ladungen: Du lädst Zeug/innen und Angeklagte und organisierst ihre Termine.
- Kasse und Kosten: Du erhebst Gerichtsgebühren und wickelst Zahlungen ab.
Wo arbeitest du im Justizdienst?
Du arbeitest vor allem in den Geschäftsstellen von Amts-, Land- und Oberlandesgerichten. Auch Staatsanwaltschaften und die Justizverwaltung kommen in Frage. Dein Arbeitsplatz ist das Büro. Meist arbeitest du im Team und hast überwiegend geregelte Arbeitszeiten.
Wie läuft die Ausbildung im Justizdienst ab?
Die Ausbildung ist dual und findet im Beamtenverhältnis auf Widerruf statt. Sie dauert je nach Bundesland in der Regel 2,5 bis 3 Jahre. Die Theorie lernst du an Fachhochschulen oder Ausbildungsstätten der Justiz deines Bundeslandes. Die Praxis lernst du in verschiedenen Bereichen eines Gerichts oder einer Staatsanwaltschaft kennen.
Das lernst du unter anderem:
- Recht: die wichtigen Rechtsgebiete an Gerichten, etwa BGB, Strafgesetzbuch, Zivilprozessordnung und Strafprozessordnung
- Verfahrensabläufe: Schritte und Fristen vom Eingang einer Klage bis zum rechtskräftigen Urteil
- Verwaltungs- und Beamtenrecht: Grundlagen staatlichen Handelns und der Justizverwaltung
- Kosten und Vollstreckung: Gerichtskosten berechnen und Grundlagen der Zwangsvollstreckung
- IT: Justizsoftware wie die elektronische Akte und gängige Office-Programme
- Kommunikation: verständlich und professionell mit verschiedenen Menschen sprechen
- Protokollführung: Verhandlungen genau und rechtssicher protokollieren
- Organisation: Akten verwalten, Termine koordinieren und Fristen einhalten
Was du mitbringen solltest
- einen mittleren Schulabschluss, Abitur/Fachabitur oder einen Hauptschulabschluss mit passender Berufsausbildung, etwa als Rechtsanwaltsfachangestellte/r oder Notarfachangestellte/r
- Interesse an rechtlichen Fragen und am deutschen Rechtssystem
- eine sorgfältige und genaue Arbeitsweise
- Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit
- Kommunikationsfähigkeit und Freude am Service
- Diskretion und Integrität
- strukturiertes Denken und Organisationstalent
- einen einwandfreien Leumund und die Bereitschaft zu einer Sicherheitsüberprüfung
- die deutsche Staatsangehörigkeit für den Beamtenstatus
Deine Karriere nach der Ausbildung
Du trägst dazu bei, dass Justizverfahren fair, effizient und transparent ablaufen. Hier kannst du arbeiten:
- an Amts-, Land- und Oberlandesgerichten in ganz Deutschland
- bei Staatsanwaltschaften
- in den Justizverwaltungen der Länder
- in der Verwaltung von Justizvollzugsanstalten
- in der Aus- und Weiterbildung an Justizakademien und Justizschulen
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Spezialisierung: etwa auf Insolvenzrecht, Grundbuchrecht, Familienrecht oder Strafvollstreckung
- Gehobener Dienst: Mit einem passenden Studium und/oder einer Laufbahnprüfung steigst du auf und bearbeitest anspruchsvollere Fälle oder übernimmst Führung.
- Gruppen- oder Geschäftsstellenleiter/in: Du verantwortest eine Geschäftsstelle oder einen Aufgabenbereich.
- Ausbilder/in: Du gibst dein Wissen an künftige Justizbeamte/Justizbeamtinnen weiter.
- Fachliche Weiterbildung: Kurse zu neuen Gesetzen, Verfahren oder Software
Auf einen Blick
Beamte/r Mittleren Nichttechnischen Justizdienst auf einen Blick
Quellen: BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit · BA, Anlage Sprachniveaus · abgerufen am 1. Oktober 2026
Passt die Ausbildung zu dir?
Recht und Gerechtigkeit sind dir wichtig? Dann solltest du dir diesen Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:
- Nah am Recht: Du erlebst Gerichtsverfahren und Rechtspflege aus erster Hand.
- Verantwortung: Du trägst dazu bei, dass Gerichtsentscheidungen umgesetzt werden.
- Kontakt: Du erklärst rechtliche Informationen verständlich und arbeitest mit vielen Beteiligten zusammen.
- Sinnvolle Aufgabe: Du hilfst mit, unseren Rechtsstaat zu sichern.
Anwärterbezüge als Beamte/r Mittleren Nichttechnischen Justizdienst
| Ausbildung | Anwärterbezüge pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Dienstherr (Bund oder Land) unterschiedlich. |
| Während der Ausbildung | 1.469 € bis 1.588 € |
Fazit: Rechtsstaat und Rechtspflege mitgestalten
Im mittleren nichttechnischen Justizdienst verbindest du Gerechtigkeitssinn mit Genauigkeit und Organisation. Deine Arbeit in den Geschäftsstellen hält die Verfahren am Laufen. Die Ausbildung dauert je nach Bundesland in der Regel 2,5 bis 3 Jahre und findet dual im Beamtenverhältnis auf Widerruf statt.
Interesse geweckt? Informiere dich bei der Justiz deines Bundeslandes, etwa beim Oberlandesgericht, über die Ausbildung und bewirb dich dort.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Öffentlicher Dienst und Beamte.
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