Bestattungsfachkraft
Die Begleiter in Zeiten des Abschieds

Suchst du nach einer Tätigkeit, die tiefen menschlichen Respekt erfordert, sensible Begleitung bietet und gleichzeitig organisatorisches Geschick verlangt? Wenn du Empathie mitbringst, diskret und strukturiert arbeitest und ein/e echte/r Trost-Spender/in und würdige/r Abschieds-Gestalter/in bist, dann könnte der Beruf als Bestattungsfachkraft genau deine Berufung sein! Als dieser Profi bist du die unerlässliche Stütze für Hinterbliebene und sorgst für einen würdevollen letzten Weg.
Was machst du mit dieser Ausbildung?
Als Bestattungsfachkraft ist dein Arbeitsalltag geprägt vom direkten Kontakt mit Trauernden, der sorgfältigen Versorgung Verstorbener und der umfassenden Organisation von Bestattungen. Du bist gleichermaßen Berater/in, Organisator/in, Hygieniker/in und Trauerbegleiter/in. Deine Aufgaben sind unglaublich vielseitig und erfordern sowohl psychologisches Feingefühl als auch praktisches Geschick und ein hohes Maß an Diskretion:
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Erste Begleitung und Beratung: Dein Job beginnt oft mit dem Anruf von Hinterbliebenen. Du führst Erstgespräche, hörst aufmerksam zu und berätst umfassend zu Bestattungsarten (Erd-, Feuer-, See-, Baumbestattung etc.), den Ablaufmöglichkeiten und den rechtlichen Rahmenbedingungen. Du bist der erste Ankerpunkt in einer emotional schwierigen Zeit.
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Versorgung und Überführung Verstorbener: Dies ist ein zentraler und sehr sensibler Bereich deiner Tätigkeit. Du überführst den/die Verstorbene/n würdevoll und pietätvoll. Du führst hygienische Versorgungen durch, bettest den/die Verstorbene/n ein und kümmerst dich um die Einkleidung und ästhetische Herrichtung für die Abschiednahme am offenen Sarg, falls dies gewünscht ist.
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Organisation und Planung: Du kümmerst dich um sämtliche Formalitäten. Das umfasst die Abmeldung bei Ämtern, die Beantragung von Sterbeurkunden, die Organisation von Trauerfeiern (Musik, Redner/in, Dekoration) und die Terminabstimmung mit Friedhöfen, Krematorien und Kirchen. Du koordinierst alle Dienstleister und den gesamten Ablauf.
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Gestaltung der Trauerfeier: Du hilfst bei der Auswahl von Sarg oder Urne, der Blumendekoration und der musikalischen Umrahmung. Du bereitest den Abschiedsraum oder die Trauerhalle vor und sorgst dafür, dass alles den Wünschen der Familie entspricht.
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Betreuung während der Trauerfeier: Am Tag des Abschieds bist du vor Ort. Du betreust die Trauergemeinde, leitest durch die Zeremonie und sorgst für einen reibungslosen Ablauf. Du bist die diskrete und aufmerksame Präsenz, die im Hintergrund alles koordiniert.
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Kaufmännische Abwicklung: Du erstellst Kostenvoranschläge, rechnest mit den Hinterbliebenen oder Versicherungen ab und verwaltest die Unterlagen.
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Pietätvolle Kundenbetreuung: Du bist auch nach der Bestattung oft noch Ansprechpartner/in für Fragen oder weitere Unterstützung und gibst Ratschläge zur Trauerbewältigung oder zur Grabpflege.

Was macht diese Ausbildung so abwechslungsreich?
Deinen Arbeitsplatz findest du in Bestattungsinstituten, auf Friedhöfen, in Krematorien oder in den Abschiedsräumen. Du arbeitest oft im Büro, im Bestattungswagen und an den jeweiligen Orten der Trauerfeier und Beisetzung.
Das erwartet dich während dieser Ausbildung:
Die Ausbildung zur/zum Bestattungsfachkraft ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf und dauert in der Regel 3 Jahre. Du lernst im Ausbildungsbetrieb (einem Bestattungsunternehmen) die praktischen Fertigkeiten im direkten Umgang mit Trauernden, der Versorgung Verstorbener und der Organisation. In der Berufsschule (oft im Bundesausbildungszentrum der Bestatter in Münnerstadt) erwirbst du die notwendigen theoretischen Grundlagen in den Bereichen Bestattungsrecht, Psychologie, Ethik, Hygienemaßnahmen, kaufmännische Abläufe, Grab- und Sargkunde, Trauerpsychologie und Kommunikation.
Inhalte deiner Ausbildung sind unter anderem:
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Umfassende Bestattungsrechtskunde: Du erwirbst detailliertes Wissen über alle relevanten Gesetze und Verordnungen rund um Bestattungen, Friedhöfe und Formalitäten.
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Hygienische Versorgung und Thanatopraxie (Grundlagen): Du lernst die professionelle und würdevolle Versorgung, Einkleidung und kosmetische Herrichtung Verstorbener.
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Trauerpsychologie und Kommunikation: Du schulst deine Fähigkeiten in der empathischen Kommunikation mit Trauernden, im Umgang mit verschiedenen Trauerphasen und Kulturen.
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Kaufmännische Grundlagen: Du machst dich mit der Kostenkalkulation, Angebotserstellung, Rechnungsstellung und Buchführung vertraut.
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Friedhofs- und Krematoriumswesen: Du erhältst Kenntnisse über die verschiedenen Arten von Grabstätten, Abläufe im Krematorium und die spezifischen Gegebenheiten vor Ort.
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Organisation von Feierlichkeiten: Du lernst, wie man Trauerfeiern und Beisetzungen professionell plant, vorbereitet und durchführt.
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Produkte und Dienstleistungen: Du erwirbst Wissen über Särge, Urnen, Bestattungswäsche, Trauerdrucksachen und andere Bestattungsartikel.
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Ethik und Pietät: Ein zentraler Bestandteil ist die Entwicklung eines tiefen Verständnisses für die ethischen Grundlagen des Berufs und den pietätvollen Umgang mit Verstorbenen und Hinterbliebenen.
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Fahrzeug- und Gerätewartung: Du lernst den Umgang und die Pflege des Bestattungswagens und anderer relevanter Arbeitsmittel.
Was du mitbringen solltest:
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Guter Hauptschulabschluss oder mittlerer Schulabschluss
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Ausgeprägte Empathie und Sensibilität
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Hohes Verantwortungsbewusstsein und Diskretion
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Psychische Stabilität und Belastbarkeit
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Organisatorisches Geschick und Struktur
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Gepflegtes Erscheinungsbild und gute Umgangsformen
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Kommunikationsstärke und Teamfähigkeit
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Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten (auch Nacht- und Wochenenddienste).
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Führerschein der Klasse B (oft erforderlich oder sehr vorteilhaft).
Was dich nach der Ausbildung erwartet:
Der Beruf der Bestattungsfachkraft ist ein zutiefst menschlicher und sinnstiftender Beruf, der höchste Sensibilität und Professionalität erfordert. Du begleitest Menschen in einer ihrer schwierigsten Lebensphasen und ermöglichst einen würdevollen Abschied. Die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften in diesem Bereich ist konstant, da der Bedarf an Bestattungsdienstleistungen immer gegeben ist. Deine Jobchancen sind hervorragend, wenn du empathisch, belastbar und organisationsstark bist:
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In Bestattungsinstituten und Bestattungsunternehmen
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Auf Friedhöfen (oft mit angeschlossenen Bestattungsdiensten)
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Bei Krematorien
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In der Verwaltung von Friedhofsämtern
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Als selbstständige/r Bestattungsfachkraft mit eigenem Institut.
Deine Weiterbildungsmöglichkeiten sind vielfältig und eröffnen dir neue Karrierewege:
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Bestattermeister/in: Die klassische Aufstiegsweiterbildung. Sie qualifiziert dich für die Führung eines eigenen Bestattungsinstituts, die Ausbildung von Lehrlingen und für leitende Positionen.
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Thanatopraktiker/in: Eine spezialisierte Weiterbildung, die dich für konservierende und restaurierende Maßnahmen am/an der Verstorbenen qualifiziert, insbesondere für die Abschiednahme am offenen Sarg oder Überführungen ins Ausland.
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Geprüfte/r Bestatter/in: Eine kürzere, aber anerkannte Weiterbildung, die deine Kompetenzen in allen Bereichen des Bestattungswesens vertieft.
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Trauerredner/in oder Trauerbegleiter/in: Wenn du deine kommunikativen und psychologischen Fähigkeiten vertiefen möchtest, um Hinterbliebene noch intensiver zu begleiten.
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Fachwirt/in im Bestattungswesen: Eine kaufmännische Weiterbildung, die dich für Management- und Führungsaufgaben in der Branche qualifiziert.
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Studium (mit entsprechender Hochschulzugangsberechtigung): Studiengänge wie Psychologie, Sozialpädagogik oder Betriebswirtschaftslehre können dir zusätzliche Kompetenzen für spezielle Aufgabenbereiche oder Managementpositionen vermitteln.
Warum wird dir diese Ausbildung gefallen?
Du hast:
- Einfühlungsvermögen: Du bist sensibel und kannst gut mit trauernden Menschen umgehen.
- Organisationstalent: Du behältst den Überblick über viele Details und organisierst Bestattungen präzise.
- Respekt vor kulturellen Unterschieden: Du respektierst die verschiedenen kulturellen und religiösen Traditionen im Zusammenhang mit Bestattungen.
- Dienstleistungsorientierung: Du möchtest anderen Menschen in schwierigen Zeiten dienen und ihnen helfen.
Vergütung: Besattungsfachkraft
Jahr | Vergütung |
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1. Ausbildungsjahr | 649 EUR bis 1.170 EUR |
2. Ausbildungsjahr | 766 EUR bis 1.118 EUR |
3. Ausbildungsjahr | 876 EUR - 1.164 EUR |
Einstiegsgehalt | ~ 2.500 EUR |
Fazit: Begleiter in Zeiten des Abschieds
Wenn du eine Tätigkeit suchst, die deine menschliche Reife mit organisatorischem Geschick und der tiefen Zufriedenheit verbindet, Menschen in schwierigen Zeiten beizustehen und würdige Abschiede zu gestalten, dann bietet dir der Beruf als Bestattungsfachkraft eine spannende und überaus „sinnstiftende“ Zukunft!
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