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Ausbildung Brenner/in
Ausbildung: Aus Früchten und Getreide werden edle Brände
Wie wird aus Obst oder Getreide ein feiner Brand? Das lernst du in der Ausbildung zum/zur Brenner/in. Du stellst Spirituosen wie Schnaps, Liköre oder Whisky her. Du wählst die Rohstoffe aus, setzt die Maische an und steuerst die Destillation. Danach prüfst du, ob Geruch und Geschmack stimmen. Dafür brauchst du ein feines Gespür für Aromen und eine genaue Arbeitsweise. Technik und Naturwissenschaft spielen dabei eine große Rolle. Hier erfährst du, was du als Brenner/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Auf einen Blick
Brenner/in auf einen Blick
Der Beruf im Wandel der Zeit
Wie hieß der Beruf früher?
Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. Bis 1981 hieß er Destillatbrenner/in.
- 1951 bis 1981Destillatbrenner/
in - seit 1981Brenner/
in
In der DDR hieß der Beruf: Spiritus- und Hefefacharbeiter/in
Im Alltag sagt man auch: Schnapsbrenner/in
Berufsnamen seit Gründung der Bundesrepublik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wiedervereinigung 1990 in den heutigen Ausbildungsberufen auf.
Was macht ein/e Brenner/in?
Du steuerst und überwachst die Destillation und prüfst die Ergebnisse mit Nase und Zunge. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
Welche Aufgaben hast du im Arbeitsalltag?
- Rohstoffe vorbereiten: Du wählst Früchte, Getreide oder andere zuckerhaltige Rohstoffe aus und prüfst ihre Qualität. Du wäschst und zerkleinerst sie und bereitest sie für die Gärung vor.
- Maische ansetzen: Du mischst die Rohstoffe mit Wasser und Hefe. So wird der Zucker zu Alkohol. Du überwachst Temperatur, pH-Wert und Alkoholgehalt.
- Destillieren: Du bedienst die Brennanlage. Die Maische wird erhitzt, und der Alkohol wird durch Verdampfen und Kondensieren vom Wasser getrennt.
- Vor- und Nachlauf abtrennen: Du erkennst, wann der ungenießbare Vorlauf und der minderwertige Nachlauf abgetrennt werden. Nur der Mittellauf wird weiterverarbeitet.
- Verkosten und prüfen: Du riechst und schmeckst die Destillate und misst den Alkoholgehalt.
- Reifung und Lagerung: Viele Spirituosen reifen in Holzfässern. Du überwachst die Reifung und die Lagerbedingungen.
- Abfüllen: Du füllst die fertigen Spirituosen ab, verschließt die Flaschen und überwachst Etikettierung und Verpackung.
- Reinigung und Wartung: Du reinigst und wartest Brennanlagen und Lagertanks regelmäßig.
Wo arbeitest du als Brenner/in?
Du arbeitest vor allem in Brennereien. Auch Wein- und Sektkellereien und Brauereien mit Brennrecht beschäftigen Brenner/innen. Ein weiteres Feld ist die Parfümindustrie, die Alkohole für ihre Produkte braucht. Dein Arbeitsplatz ist die Produktionshalle mit modernen Anlagen und typischen Gerüchen.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Brenner/in ab?
Wie lange dauert die Ausbildung?
Was lernst du in Betrieb und Berufsschule?
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Die Praxis lernst du in Brennereien, Destillerien oder größeren Kellereien direkt an den Anlagen. In der Berufsschule geht es um Rohstoffkunde, Gärung, Destillationstechnik, Chemie, Mikrobiologie, Qualitätsmanagement, Sensorik und Maschinenkunde. Dazu kommen Umweltschutz und gesetzliche Vorschriften.
Das lernst du unter anderem:
- Rohstoffkunde: Obst, Getreide und Kartoffeln richtig für die Alkoholerzeugung vorbereiten.
- Gärung: die Biologie der Hefe und wie du die Gärung steuerst.
- Destillationstechnik: Aufbau und Funktion verschiedener Brennanlagen, zum Beispiel Pot Still und Kolonne.
- Chemie und Analytik: einfache Analysen wie Alkoholgehalt und pH-Wert.
- Sensorik und Qualitätssicherung: Du schulst Geschmack und Geruch und lernst Prüfmethoden.
- Reifung und Lagerung: Reifeprozesse, die Auswahl von Holzfässern und die richtige Lagerung.
- Anlagen: Produktionsanlagen, Pumpen und Messgeräte sicher bedienen und pflegen.
- Vorschriften: Herstellung, Besteuerung und Kennzeichnung von Spirituosen.
Welche Voraussetzungen brauchst du als Brenner/in?
Was solltest du mitbringen?
- guten Hauptschulabschluss oder mittleren Schulabschluss
- technisches Verständnis und handwerkliches Geschick
- einen guten Geschmacks- und Geruchssinn
- Interesse an Chemie und Biologie
- eine sorgfältige und saubere Arbeitsweise
- Verantwortungsbewusstsein
- Lust, körperlich anzupacken
- keine Allergie gegen Rohstoffe, Hefe oder Alkoholdämpfe
- Teamfähigkeit
Was verdienst du in der Ausbildung?
Wie viel verdienst du in jedem Ausbildungsjahr?
| Ausbildungsjahr | Vergütung pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich. |
| 1. Ausbildungsjahr | 724 € bis 1.175 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 854 € bis 1.245 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 977 € bis 1.295 € |
Passt die Ausbildung zum/zur Brenner/in zu dir?
Aromen faszinieren dich und du arbeitest gern genau? Dann schau dir diesen Beruf genauer an. Das spricht für dich:
- Interesse an Spirituosen: Du willst verstehen, wie Brände und Liköre entstehen.
- Kreativität: Du hast Lust, neue Geschmacksrichtungen zu entwickeln.
- Geschick: Du arbeitest gern mit den Händen und achtest auf Details.
- Verantwortung: Du sorgst für Qualität und Sicherheit deiner Produkte.
Vom Hobby zum Beruf
Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Brenner/in?
Was du als Brenner/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer im Herbst bei der Obsternte hilft, aus Äpfeln Saft presst oder Marmelade nach eigenem Rezept kocht, zeigt Betrieben Gespür für Früchte und Aromen. Wer dazu in der Chemie-AG sauber protokolliert und im Verein Tischtennis spielt, beweist Genauigkeit und Konzentration. Wenn dich das Verfeinern von Spirituosen reizt, schau dir Destillateur/in an. Für Arbeit im Weinberg passt Winzer/in.
Aus diesem Berufsprofil abgeleitet
Passt gut, wenn du gern …
- im Herbst bei der Obsternte mithilfst Einsatzbereitschaft
- Marmelade oder Saft nach eigenem Rezept machst Kreativität
- in der Chemie-AG Versuche sauber protokollierst Genauigkeit
- Tischtennis oder Badminton im Verein spielst Konzentration
- in der Jugendfeuerwehr Verantwortung übernimmst Verantwortung
Im Kästchen: Das lesen Ausbildungsbetriebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind
Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?
Das Brennen verbindet Tradition und moderne Technik. Mit deinem Wissen über Rohstoffe, Gärung und Destillation kannst du hier arbeiten:
- in Brennereien für Obstbrände, Getreidespirituosen und Liköre
- in Whisky- und Gindestillerien
- in Wein- und Sektkellereien für Brände und Trester
- in der Lebensmittelindustrie bei der Herstellung von Aromen oder technischen Alkoholen
- in Forschung und Entwicklung der Lebensmitteltechnologie
- als Selbstständige/r mit eigener Manufaktur
Welche Weiterbildungen gibt es?
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Brennmeister/in: Du leitest einen Betrieb, entwickelst neue Produkte und bildest Azubis aus.
- Techniker/in: in Lebensmitteltechnik oder Biotechnik für Produktion, Prozessoptimierung und Qualitätsmanagement
- Spezialisierung: zum Beispiel auf Whisky, Gin, Obstbrände, Liköre oder Spezialitäten
- Betriebswirt/in: für kaufmännische Aufgaben und Management
- Studium: mit Hochschulzugangsberechtigung zum Beispiel Brauerei- und Getränketechnologie, Lebensmitteltechnologie, Oenologie oder Verfahrenstechnik
- Leitung: Mit Erfahrung führst du die Produktion oder die Qualitätskontrolle.
Fazit: Handwerk für feine Aromen
Als Brenner/in stellst du aus Früchten und Getreide hochwertige Spirituosen her. Du verbindest Handwerk, Technik und ein feines Gespür für Geschmack. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du Meister/in werden, dich spezialisieren oder studieren.
Lust auf diesen Beruf? Finde auf dein-ausbildungsplatz.de einen Ausbildungsbetrieb in deiner Nähe.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Landwirtschaft.
Dieses Berufsprofil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Elterngespräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.
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