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Ausbildung Brunnenbauer/in

Ausbildung: Tief bohren für sauberes Wasser

Symbolbild: Ausbildung Brunnenbauer/in

Was steckt eigentlich unter unseren Füßen? In der Ausbildung zum/zur Brunnenbauer/in findest du es heraus. Du bohrst tief in die Erde und erschließt Wasser. Du baust Brunnen für Trinkwasser und Bewässerung und bohrst für Anlagen, die Erdwärme nutzen. Dabei arbeitest du draußen, im Team und mit großen Maschinen. Du brauchst technisches Verständnis und packst gern mit an. Hier erfährst du, was du als Brunnenbauer/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Hinweis: Der Beruf wird ab August 2026 neu geordnet. Dann lernst du zusätzlich viel über Klimaschutz, Nachhal­tigkeit, Digita­li­sierung und Sanierung im Bestand.

Auf einen Blick

Brunnenbauer/in auf einen Blick

Dauer3 Jahre
Ausbildungdual, Handwerk und Bau
1. Jahr1.122 €
Schulabschlusskeine Vorgabe

Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis:

ESA / HauptschuleMSA / RealschuleAbitur / Fachabitur
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

In der DDR hieß der Beruf: Fachar­beiter/in für geologische Bohrungen, Meliora­ti­ons­techniker/in (Schwerpunkt Bewässerung)

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wieder­ver­ei­nigung 1990 in den heutigen Ausbil­dungs­berufen auf.

Was macht ein/e Brunnenbauer/in?

Deine Arbeit ist körperlich, technisch und findet meist im Freien statt. Du bist Bohrprofi, Rohrlei­tungsbauer/in und Umwelt­schützer/in in einer Person. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Erkunden und planen: Du prüfst den Boden, liest geologische Karten und suchst die beste Stelle für die Bohrung. Du planst Bohrtiefe und Material mit.
  • Baustelle einrichten: Du bringst Bohrgeräte, Rohre und Werkzeug zur Baustelle, baust alles auf und sicherst die Baustelle ab.
  • Bohren: Du bedienst und überwachst große Bohrmaschinen. Du wechselst Bohrkronen und dokumentierst die Erdschichten.
  • Brunnen ausbauen: Du setzt Brunnenrohre ein und baust Filterstrecken und Kiesfüllungen ein. Sie reinigen das Wasser und verbessern den Zufluss.
  • Pumpen einbauen: Du montierst Tauchpumpen und andere Fördersysteme und schließt sie an den Strom an.
  • Warten und sanieren: Du reinigst Filter, prüfst Pumpen und sanierst verschlammte oder undichte Brunnen.
  • Erdwärmebohrungen: Du bohrst auch für Anlagen, die mit Erdwärme heizen und kühlen.
  • Sicherheit und Umweltschutz: Du hältst die Sicherheitsvorschriften ein und schützt das Grundwasser.
wasser

Wo arbeitest du als Brunnenbauer/in?

Du arbeitest fast immer draußen auf Baustellen. Das können Felder, Gärten, Industrie­gelände oder Berghänge sein. Du bist im Team unterwegs, oft bei Wind und Wetter, und körperlich aktiv. Die Baustellen wechseln regelmäßig.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Brunnenbauer/in ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Die Praxis lernst du in einem Brunnen­bau­un­ter­nehmen direkt auf der Baustelle und an den Maschinen. In der Berufs­schule geht es um Geologie, Hydrogeologie, also die Lehre vom Grundwasser, um Bohrtechnik, Pumpen­technik, Rohrlei­tungsbau, Maschi­nenkunde, Vermessung, Arbeits­schutz und Umwelt­schutz.

Das lernst du unter anderem:

  • Geologie und Hydrogeologie: Gesteinsarten, Bodenschichten und wie sich Grundwasser bildet und bewegt.
  • Bohrverfahren: zum Beispiel Spülbohrung, Trockenbohrung und Imlochhammerbohrung sowie Aufbau und Bedienung von Bohranlagen.
  • Rohre und Filter: Rohre verbinden, Filter und Kiesfüllungen einbauen und Bohrlöcher abdichten.
  • Pumpen: Funktion, Einbau, Wartung und Reparatur von Pumpen und Fördersystemen.
  • Messtechnik und Dokumentation: Bohrlöcher vermessen, Boden- und Wasserproben nehmen und Ergebnisse genau festhalten.
  • Maschinen und Geräte: Bohrmaschinen, Kräne, Pumpen und andere Baugeräte bedienen und pflegen.
  • Arbeitssicherheit und Umweltschutz: Baustellen sichern, Grundwasser schützen und Bohrschlamm richtig entsorgen.
  • Rechtliche Grundlagen: Wasserrecht und Vorschriften zur Geothermie.

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Brunnenbauer/in?

Was solltest du mitbringen?

  • guten Hauptschulabschluss oder mittleren Schulabschluss
  • technisches Verständnis und handwerkliches Geschick
  • körperliche Fitness für die Arbeit im Freien
  • Interesse an Naturwissenschaften, besonders an Geologie und Wasser
  • eine sorgfältige und verantwortungsbewusste Arbeitsweise
  • Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit
  • Schwindelfreiheit für die Arbeit an Bohrtürmen
  • Lust, bei jedem Wetter und auf wechselnden Baustellen zu arbeiten

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 1.122 €
2. Ausbildungsjahr 1.351 €
3. Ausbildungsjahr 1.610 €

Passt die Ausbildung zum/zur Brunnenbauer/in zu dir?

Du bist gern draußen und willst mit großen Maschinen arbeiten? Dann schau dir diesen Beruf genauer an. Das spricht für dich:

  • Interesse an Wasser: Dir liegen Wasser und Umweltschutz am Herzen.
  • Technisches Geschick: Maschinen und Geräte reizen dich.
  • Naturverbundenheit: Du arbeitest gern im Freien.
  • Verantwortung: Du sorgst für die sichere Gewinnung von sauberem Wasser.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Brunnenbauer/in?

Was du als Brunnenbauer/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer bei jedem Wetter draußen ist, beim Bachputztag anpackt oder mit dem Technik­bau­kasten Maschinen nachbaut, zeigt Betrieben Robustheit und Technik­in­teresse. Ein Mannschaftssport zeigt dazu, dass du im Team mitziehst, denn auf der Baustelle bist du nie allein. Wenn dich Wasser an Flüssen und Küsten reizt, schau dir Wasserbauer/in an. Für große Bohrma­schinen passt Spezial­tiefbauer/in.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • bei jedem Wetter draußen unterwegs bist Belastbarkeit
  • beim Bachputztag oder Naturschutzprojekt anpackst Engagement
  • mit Technikbaukästen Maschinen nachbaust Technikinteresse
  • Fußball, Rugby oder Hockey im Verein spielst Teamgeist
  • im Garten bei Pumpe und Bewässerung mithilfst Geschick

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Wo findest du Ausbil­dungs­be­triebe in deiner Nähe?

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Als Brunnenbauer/in sorgst du für sauberes Wasser und hilfst bei der Energie­ge­winnung aus Erdwärme. Hier kannst du arbeiten:

  • in Brunnenbauunternehmen und im Spezialtiefbau
  • bei Energieversorgern für Geothermiebohrungen
  • bei Kommunen und Wasserwerken
  • in der Landwirtschaft für Bewässerungsbrunnen
  • bei Umweltämtern zur Überwachung des Grundwassers
  • im Tiefbau
  • als Selbstständige/r mit eigenem Betrieb

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Brunnenbauermeister/in: Du kannst einen eigenen Betrieb führen, Azubis ausbilden und leitende Aufgaben übernehmen.
  • Techniker/in: in Bohrtechnik, Umwelttechnik oder Bautechnik für Planung und Projektmanagement
  • Spezialisierung: zum Beispiel auf Geothermie, Horizontalbohrtechnik, Brunnenregenerierung, Spezialtiefgründung oder Erkundungsbohrungen
  • Bauleiter/in oder Vorarbeiter/in: Mit Erfahrung übernimmst du Verantwortung für Baustellen und Teams.
  • Studium: mit Hochschulzugangsberechtigung zum Beispiel Bauingenieurwesen, Umwelttechnik, Geowissenschaften oder Rohstoffingenieurwesen
  • Fachkraft für Arbeitssicherheit: für den Arbeitsschutz auf Baustellen

Fazit: Wasser aus der Tiefe

Als Brunnenbauer/in bohrst du tief in die Erde und machst Wasser und Erdwärme nutzbar. Du arbeitest draußen, im Team und mit schweren Maschinen. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du Meister/in werden, dich spezia­li­sieren oder studieren.

Lust auf Arbeit mit Tiefgang? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Handwerk und Bau.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Brunnenbauer/in als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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