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Ausbildung Chemie­la­borant/in

Ausbildung: Stoffe untersuchen, Ergebnisse liefern

Symbolbild: Ausbildung Chemielaborant/in

Woraus besteht ein Stoff eigentlich genau? In der Ausbildung zum/zur Chemie­la­borant/in findest du es heraus. Du planst Versuche, stellst Stoffe her und untersuchst Proben mit modernen Geräten. Du wertest Messdaten aus und dokumen­tierst jeden Schritt. Deine Ergebnisse helfen bei Forschung, Entwicklung und Qualitäts­kon­trolle. Dafür brauchst du Interesse an Chemie, einen analytischen Kopf und eine sehr genaue Arbeitsweise. Hier erfährst du, was du als Chemie­la­borant/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Auf einen Blick

Chemie­la­borant/in auf einen Blick

Dauer3,5 Jahre
Ausbildungdual, Naturwis­sen­schaft
1. Jahr1.147 € bis 1.368 €
Schulabschlusskeine Vorgabe

Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis:

ESA / HauptschuleMSA / RealschuleAbitur / Fachabitur
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Diese Bezeich­nungen gab es früher für den Beruf.

  • 1987 bis 2000Chemielaborant/in Fachrichtung Chemie
  • 1987 bis 2000Chemielaborant/in Fachrichtung Kohle
  • 1987 bis 2000Chemielaborant/in Fachrichtung Metalle
  • 1987 bis 2000Chemielaborant/in Fachrichtung Silikat

In der DDR hieß der Beruf: Laborant/in (Schwer­punkte Eisenme­tallurgie, Nichtei­sen­me­tallurgie), Lebens­mit­tel­che­mie­la­borant/in

Im Alltag sagt man auch: Laborant/in

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wieder­ver­ei­nigung 1990 in den heutigen Ausbil­dungs­berufen auf.

Was macht ein/e Chemie­la­borant/in?

Du planst chemische Versuche und Analysen, führst sie selbst­ständig durch und wertest sie aus. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Versuche planen und durchführen: Du planst Versuchsreihen, baust Apparaturen auf und führst Synthesen, Messungen und Analysen durch.
  • Proben analysieren: Du untersuchst Rohstoffe, Zwischen- und Endprodukte, Umweltproben oder biologische Proben auf Bestandteile, Reinheit und Eigenschaften. Du nutzt Verfahren wie Chromatographie, Spektroskopie und Titration.
  • Auswerten und dokumentieren: Du hältst jeden Schritt und jedes Ergebnis fest. Du wertest Daten aus und schreibst Protokolle und Berichte.
  • Qualität sichern: Du prüfst Produkte in allen Phasen der Herstellung und achtest auf Normen und Standards.
  • Geräte betreuen: Du bedienst Laborgeräte, kalibrierst sie, wartest sie und erledigst kleinere Reparaturen.
  • Sicherheit und Umwelt: Du hältst die Sicherheitsvorschriften ein und entsorgst chemische Abfälle richtig.
  • Verfahren verbessern: Du hilfst, neue Analyseverfahren zu entwickeln und bestehende Prozesse sicherer oder umweltfreundlicher zu machen.
labor-1

Wo arbeitest du als Chemie­la­borant/in?

Du arbeitest in Laboren der chemischen Industrie und der Pharma­in­dustrie. Auch Forschungs­ein­rich­tungen, Univer­sitäten, Umweltämter, die Lebens­mit­tel­in­dustrie und Materi­al­prüf­an­stalten beschäftigen Chemie­la­borant/innen. Dein Arbeitsplatz ist meist sauber. Oft trägst du Schutz­kleidung und arbeitest direkt mit Geräten und Chemikalien.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Chemie­la­borant/in ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Die Ausbildung dauert in der Regel 3,5 Jahre und ist dual. Die Praxis lernst du im Labor, zum Beispiel in einem Chemie­un­ter­nehmen, einem Forschungs­in­stitut oder einem Analyselabor. In der Berufs­schule geht es um organische, anorga­nische, physika­lische und analytische Chemie. Dazu kommen Physik, Mathe, Biologie, Verfah­rens­technik, Qualitäts­ma­nagement, Arbeits­si­cherheit und Umwelt­schutz.

Das lernst du unter anderem:

  • Chemische Grundlagen: Atome, Moleküle, Reaktionen und Stoffeigenschaften.
  • Analytische Chemie: instrumentelle Methoden wie GC, HPLC und Spektroskopie sowie nasschemische Analysen.
  • Labortechnik: Laborgeräte und Apparaturen aufbauen, bedienen und warten.
  • Qualitätsmanagement: DIN-Normen und Laborstandards wie GLP, also Gute Laborpraxis.
  • Physik und Mathe: Berechnungen zu chemischen Prozessen und Messdaten.
  • Biologische Grundlagen: je nach Schwerpunkt zum Beispiel aus Biotechnologie oder Pharmazie.
  • Arbeitssicherheit und Umweltschutz: Umgang mit Gefahrstoffen, Notfallvorsorge, Brandschutz und Entsorgung.
  • IT und Daten: Laborinformationssysteme und Software zur Auswertung.

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Chemie­la­borant/in?

Was solltest du mitbringen?

  • Abitur, Fachabitur oder einen sehr guten mittleren Schulabschluss
  • Interesse an Naturwissenschaften, vor allem an Chemie
  • analytisches Denken und Spaß am Lösen von Problemen
  • Sorgfalt und Genauigkeit
  • Geduld und Konzentration
  • technisches Verständnis und Geschick bei der Laborarbeit
  • Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit
  • Teamfähigkeit
  • keine Allergie gegen Chemikalien

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 1.147 € bis 1.368 €
2. Ausbildungsjahr 1.222 € bis 1.418 €
3. Ausbildungsjahr 1.277 € bis 1.464 €
4. Ausbildungsjahr 1.329 € bis 1.528 €

Passt die Ausbildung zum/zur Chemie­la­borant/in zu dir?

Chemie war schon in der Schule dein Ding? Dann schau dir diesen Beruf genauer an. Das spricht für dich:

  • Neugier: Du willst verstehen, was in Stoffen steckt.
  • Genauigkeit: Du arbeitest sorgfältig für verlässliche Ergebnisse.
  • Analytisches Denken: Du planst Versuche und löst Probleme Schritt für Schritt.
  • Teamfähigkeit: Du arbeitest gern mit Forscher/innen und Kolleg/innen zusammen.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Chemie­la­borant/in?

Was du als Chemie­la­borant/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer in der Chemie-AG Versuche genau nach Anleitung durchführt, bei Jugend forscht einer eigenen Frage nachgeht oder Messwerte sauber in Tabellen festhält, zeigt Laboren Genauigkeit und Neugier. Schach trainiert dazu analytisches Denken, ein Teamsport zeigt, dass du gut mit anderen zusammen­ar­beitest. Wenn dich Zellen und Mikroor­ga­nismen reizen, schau dir Biologie­la­borant/in an. Für eine schulische Ausbildung im Labor passt Chemisch-technische/r Assistent/in.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • in der Chemie-AG Versuche nach Anleitung machst Sorgfalt
  • bei Jugend forscht eigene Fragen untersuchst Neugier
  • Messwerte in Tabellen festhältst und auswertest Genauigkeit
  • Schach spielst oder Knobelaufgaben löst Logisches Denken
  • Volleyball oder Badminton im Verein spielst Teamgeist

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Wo findest du Ausbil­dungs­be­triebe in deiner Nähe?

  • 1 von 4 · Wie häufig?

    rund 390

    Betriebe bilden aus

    Platz 60 von 340 Berufen.

  • 2 von 4 · Plan B im selben Betrieb

    Fast jeder 2. Betrieb

    bildet auch Industrie­kaufmann/frau aus.

    Jeder 3. bildet auch Industrie­me­chaniker/in aus.

  • 3 von 4 · Wo?

    • Bayern70
    • Nordrhein-Westfalen60
    • Baden-Württemberg50

    Die meisten Betriebe: Berlin, Hamburg, Saalekreis

  • 4 von 4 · Um die Ecke

    Wer bildet bei dir aus?

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Neue Materialien, Medikamente und Techno­logien brauchen Forschung, Entwicklung und Qualitäts­si­cherung. Genau dort bist du gefragt. Hier kannst du arbeiten:

  • in der chemischen und pharmazeutischen Industrie in Forschung und Entwicklung, Qualitätskontrolle oder Produktion
  • in Forschungsinstituten und an Universitäten
  • in der Umweltanalytik
  • in der Lebensmittelanalytik
  • in Materialprüfanstalten und der Werkstoffforschung
  • bei Behörden wie Gesundheitsämtern, Kriminalämtern oder dem Zoll
  • in der Kosmetik- und Biotechnologiebranche

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Techniker/in: in Chemietechnik oder Umweltschutztechnik für leitende Aufgaben im Labor oder in der Produktion
  • Industriemeister/in Chemie: für Führungsaufgaben, etwa als Schichtleiter/in
  • Spezialisierung: zum Beispiel auf biologische Analytik, forensische Chemie, hochreine Stoffe oder neue Synthesewege
  • Laborleiter/in: Du übernimmst Verantwortung für eine Arbeitsgruppe oder ein Labor.
  • Studium: mit Hochschulzugangsberechtigung zum Beispiel Chemie, Biochemie, Pharmazie, Biotechnologie, Verfahrenstechnik oder Umwelttechnik
  • Qualitätsmanager/in: Du baust Qualitätssicherungssysteme auf und überwachst sie.

Fazit: Präzision im Labor

Als Chemie­la­borant/in untersuchst du Stoffe, führst Versuche durch und lieferst verlässliche Ergebnisse für Forschung und Qualitäts­kon­trolle. Die Ausbildung dauert in der Regel 3,5 Jahre und ist dual. Danach kannst du dich als Techniker/in oder Meister/in weiter­bilden, dich spezia­li­sieren oder studieren.

Neugierig auf das Labor? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Naturwis­sen­schaft.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Chemielaborant/in als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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