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Ausbildung Chemielaborant/in
Ausbildung: Stoffe untersuchen, Ergebnisse liefern
Woraus besteht ein Stoff eigentlich genau? In der Ausbildung zum/zur Chemielaborant/in findest du es heraus. Du planst Versuche, stellst Stoffe her und untersuchst Proben mit modernen Geräten. Du wertest Messdaten aus und dokumentierst jeden Schritt. Deine Ergebnisse helfen bei Forschung, Entwicklung und Qualitätskontrolle. Dafür brauchst du Interesse an Chemie, einen analytischen Kopf und eine sehr genaue Arbeitsweise. Hier erfährst du, was du als Chemielaborant/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Auf einen Blick
Chemielaborant/in auf einen Blick
Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis:
Der Beruf im Wandel der Zeit
Wie hieß der Beruf früher?
Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Diese Bezeichnungen gab es früher für den Beruf.
- 1987 bis 2000Chemielaborant/in Fachrichtung Chemie
- 1987 bis 2000Chemielaborant/in Fachrichtung Kohle
- 1987 bis 2000Chemielaborant/in Fachrichtung Metalle
- 1987 bis 2000Chemielaborant/in Fachrichtung Silikat
In der DDR hieß der Beruf: Laborant/in (Schwerpunkte Eisenmetallurgie, Nichteisenmetallurgie), Lebensmittelchemielaborant/in
Im Alltag sagt man auch: Laborant/in
Berufsnamen seit Gründung der Bundesrepublik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wiedervereinigung 1990 in den heutigen Ausbildungsberufen auf.
Was macht ein/e Chemielaborant/in?
Du planst chemische Versuche und Analysen, führst sie selbstständig durch und wertest sie aus. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
Welche Aufgaben hast du im Arbeitsalltag?
- Versuche planen und durchführen: Du planst Versuchsreihen, baust Apparaturen auf und führst Synthesen, Messungen und Analysen durch.
- Proben analysieren: Du untersuchst Rohstoffe, Zwischen- und Endprodukte, Umweltproben oder biologische Proben auf Bestandteile, Reinheit und Eigenschaften. Du nutzt Verfahren wie Chromatographie, Spektroskopie und Titration.
- Auswerten und dokumentieren: Du hältst jeden Schritt und jedes Ergebnis fest. Du wertest Daten aus und schreibst Protokolle und Berichte.
- Qualität sichern: Du prüfst Produkte in allen Phasen der Herstellung und achtest auf Normen und Standards.
- Geräte betreuen: Du bedienst Laborgeräte, kalibrierst sie, wartest sie und erledigst kleinere Reparaturen.
- Sicherheit und Umwelt: Du hältst die Sicherheitsvorschriften ein und entsorgst chemische Abfälle richtig.
- Verfahren verbessern: Du hilfst, neue Analyseverfahren zu entwickeln und bestehende Prozesse sicherer oder umweltfreundlicher zu machen.
Wo arbeitest du als Chemielaborant/in?
Du arbeitest in Laboren der chemischen Industrie und der Pharmaindustrie. Auch Forschungseinrichtungen, Universitäten, Umweltämter, die Lebensmittelindustrie und Materialprüfanstalten beschäftigen Chemielaborant/innen. Dein Arbeitsplatz ist meist sauber. Oft trägst du Schutzkleidung und arbeitest direkt mit Geräten und Chemikalien.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Chemielaborant/in ab?
Wie lange dauert die Ausbildung?
Was lernst du in Betrieb und Berufsschule?
Die Ausbildung dauert in der Regel 3,5 Jahre und ist dual. Die Praxis lernst du im Labor, zum Beispiel in einem Chemieunternehmen, einem Forschungsinstitut oder einem Analyselabor. In der Berufsschule geht es um organische, anorganische, physikalische und analytische Chemie. Dazu kommen Physik, Mathe, Biologie, Verfahrenstechnik, Qualitätsmanagement, Arbeitssicherheit und Umweltschutz.
Das lernst du unter anderem:
- Chemische Grundlagen: Atome, Moleküle, Reaktionen und Stoffeigenschaften.
- Analytische Chemie: instrumentelle Methoden wie GC, HPLC und Spektroskopie sowie nasschemische Analysen.
- Labortechnik: Laborgeräte und Apparaturen aufbauen, bedienen und warten.
- Qualitätsmanagement: DIN-Normen und Laborstandards wie GLP, also Gute Laborpraxis.
- Physik und Mathe: Berechnungen zu chemischen Prozessen und Messdaten.
- Biologische Grundlagen: je nach Schwerpunkt zum Beispiel aus Biotechnologie oder Pharmazie.
- Arbeitssicherheit und Umweltschutz: Umgang mit Gefahrstoffen, Notfallvorsorge, Brandschutz und Entsorgung.
- IT und Daten: Laborinformationssysteme und Software zur Auswertung.
Welche Voraussetzungen brauchst du als Chemielaborant/in?
Was solltest du mitbringen?
- Abitur, Fachabitur oder einen sehr guten mittleren Schulabschluss
- Interesse an Naturwissenschaften, vor allem an Chemie
- analytisches Denken und Spaß am Lösen von Problemen
- Sorgfalt und Genauigkeit
- Geduld und Konzentration
- technisches Verständnis und Geschick bei der Laborarbeit
- Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit
- Teamfähigkeit
- keine Allergie gegen Chemikalien
Was verdienst du in der Ausbildung?
Wie viel verdienst du in jedem Ausbildungsjahr?
| Ausbildungsjahr | Vergütung pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich. |
| 1. Ausbildungsjahr | 1.147 € bis 1.368 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.222 € bis 1.418 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.277 € bis 1.464 € |
| 4. Ausbildungsjahr | 1.329 € bis 1.528 € |
Passt die Ausbildung zum/zur Chemielaborant/in zu dir?
Chemie war schon in der Schule dein Ding? Dann schau dir diesen Beruf genauer an. Das spricht für dich:
- Neugier: Du willst verstehen, was in Stoffen steckt.
- Genauigkeit: Du arbeitest sorgfältig für verlässliche Ergebnisse.
- Analytisches Denken: Du planst Versuche und löst Probleme Schritt für Schritt.
- Teamfähigkeit: Du arbeitest gern mit Forscher/innen und Kolleg/innen zusammen.
Vom Hobby zum Beruf
Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Chemielaborant/in?
Was du als Chemielaborant/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer in der Chemie-AG Versuche genau nach Anleitung durchführt, bei Jugend forscht einer eigenen Frage nachgeht oder Messwerte sauber in Tabellen festhält, zeigt Laboren Genauigkeit und Neugier. Schach trainiert dazu analytisches Denken, ein Teamsport zeigt, dass du gut mit anderen zusammenarbeitest. Wenn dich Zellen und Mikroorganismen reizen, schau dir Biologielaborant/in an. Für eine schulische Ausbildung im Labor passt Chemisch-technische/r Assistent/in.
Aus diesem Berufsprofil abgeleitet
Passt gut, wenn du gern …
- in der Chemie-AG Versuche nach Anleitung machst Sorgfalt
- bei Jugend forscht eigene Fragen untersuchst Neugier
- Messwerte in Tabellen festhältst und auswertest Genauigkeit
- Schach spielst oder Knobelaufgaben löst Logisches Denken
- Volleyball oder Badminton im Verein spielst Teamgeist
Im Kästchen: Das lesen Ausbildungsbetriebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind
Wo findest du Ausbildungsbetriebe in deiner Nähe?
1 von 4 · Wie häufig?
rund 390
Betriebe bilden aus
Platz 60 von 340 Berufen.
2 von 4 · Plan B im selben Betrieb
Fast jeder 2. Betrieb
bildet auch Industriekaufmann/frau aus.
Jeder 3. bildet auch Industriemechaniker/in aus.
3 von 4 · Wo?
- Bayern70
- Nordrhein-Westfalen60
- Baden-Württemberg50
Die meisten Betriebe: Berlin, Hamburg, Saalekreis
4 von 4 · Um die Ecke
Wer bildet bei dir aus?
Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?
Neue Materialien, Medikamente und Technologien brauchen Forschung, Entwicklung und Qualitätssicherung. Genau dort bist du gefragt. Hier kannst du arbeiten:
- in der chemischen und pharmazeutischen Industrie in Forschung und Entwicklung, Qualitätskontrolle oder Produktion
- in Forschungsinstituten und an Universitäten
- in der Umweltanalytik
- in der Lebensmittelanalytik
- in Materialprüfanstalten und der Werkstoffforschung
- bei Behörden wie Gesundheitsämtern, Kriminalämtern oder dem Zoll
- in der Kosmetik- und Biotechnologiebranche
Welche Weiterbildungen gibt es?
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Techniker/in: in Chemietechnik oder Umweltschutztechnik für leitende Aufgaben im Labor oder in der Produktion
- Industriemeister/in Chemie: für Führungsaufgaben, etwa als Schichtleiter/in
- Spezialisierung: zum Beispiel auf biologische Analytik, forensische Chemie, hochreine Stoffe oder neue Synthesewege
- Laborleiter/in: Du übernimmst Verantwortung für eine Arbeitsgruppe oder ein Labor.
- Studium: mit Hochschulzugangsberechtigung zum Beispiel Chemie, Biochemie, Pharmazie, Biotechnologie, Verfahrenstechnik oder Umwelttechnik
- Qualitätsmanager/in: Du baust Qualitätssicherungssysteme auf und überwachst sie.
Fazit: Präzision im Labor
Als Chemielaborant/in untersuchst du Stoffe, führst Versuche durch und lieferst verlässliche Ergebnisse für Forschung und Qualitätskontrolle. Die Ausbildung dauert in der Regel 3,5 Jahre und ist dual. Danach kannst du dich als Techniker/in oder Meister/in weiterbilden, dich spezialisieren oder studieren.
Neugierig auf das Labor? Finde auf dein-ausbildungsplatz.de einen Ausbildungsbetrieb in deiner Nähe.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Naturwissenschaft.
Dieses Berufsprofil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Elterngespräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.
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