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Ausbildung Chemikant/in

Ausbildung: Große Anlagen, sichere Prozesse

Symbolbild: Ausbildung Chemikant/in

Große Anlagen, Leitstand und Chemie reizen dich? Dann schau dir die Ausbildung zum/zur Chemikant/in genauer an. Du steuerst Produk­ti­ons­anlagen, in denen aus Rohstoffen Produkte für den Alltag entstehen. Das reicht von Medika­menten über Kunststoffe bis zu Waschmitteln. Du stellst Temperatur, Druck und Mengen ein, nimmst Proben und behebst Störungen. Dafür brauchst du technisches Verständnis und viel Verant­wor­tungs­be­wusstsein. Hier erfährst du, was du als Chemikant/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Auf einen Blick

Chemikant/in auf einen Blick

Dauer3,5 Jahre
Ausbildungdual, Naturwis­sen­schaft
1. Jahr1.147 € bis 1.204 €
Schulabschlusskeine Vorgabe

Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis:

ESA / HauptschuleMSA / RealschuleAbitur / Fachabitur
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. Bis 1986 hieß er Chemie­fach­ar­beiter/in.

  1. ab 1949 bis 1986Che­mi­e­fach­a­r­bei­ter/in
  2. seit 1986Chemikant/in

In der DDR hieß der Beruf: Fachar­beiter/in für Chemische Produktion

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wieder­ver­ei­nigung 1990 in den heutigen Ausbil­dungs­berufen auf.

Was macht ein/e Chemikant/in?

Du steuerst, überwachst und wartest chemische Produk­ti­ons­anlagen. Du bist Techniker/in, Sicher­heits­expert/in und Problemlöser/in in einer Person. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Anlagen steuern: Im Kontrollraum oder direkt an der Anlage startest und beendest du Prozesse. Du stellst Temperatur, Druck und Durchflussmengen ein und überwachst sie mit Leitsystemen.
  • Rohstoffe zuführen: Du sorgst dafür, dass die richtigen Rohstoffe in der richtigen Menge und Qualität in die Anlage kommen. Du füllst ab, wiegst und führst Chemikalien sicher zu.
  • Prozesse überwachen: Du behältst Anzeigen und Messwerte im Blick. Bei Abweichungen greifst du ein und behebst Störungen.
  • Qualität prüfen: Du nimmst Proben und machst erste Analysen der Zwischen- und Endprodukte.
  • Warten: Du reinigst Rohrleitungen, wechselst Filter und pumpst Chemikalien um. Bei größeren Reparaturen unterstützt du die Fachkräfte.
  • Sicherheit und Umwelt: Du hältst alle Sicherheitsvorschriften ein, trägst Schutzkleidung und entsorgst Abfälle richtig.
  • Dokumentieren: Du hältst Produktionsschritte, Messwerte, Störungen und Wartungen genau fest.
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Wo arbeitest du als Chemikant/in?

Du arbeitest in großen Produk­ti­ons­hallen der chemischen, pharma­zeu­tischen, kunststoff­ver­ar­bei­tenden oder Lebens­mit­tel­in­dustrie. Die Anlagen laufen oft rund um die Uhr. Deshalb arbeitest du meist im Schicht­dienst. Du bist viel direkt an Maschinen und Anlagen.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Chemikant/in ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Die Ausbildung dauert in der Regel 3,5 Jahre und ist dual. Die Praxis lernst du im Industrie­betrieb an den Anlagen und im Labor. In der Berufs­schule geht es um chemische Prozesse, Verfah­rens­technik, Mess- und Regeltechnik, Umwelt­schutz, Arbeits­si­cherheit und Qualitäts­ma­nagement.

Das lernst du unter anderem:

  • Chemische Grundlagen: Stoffeigenschaften, Reaktionen, Säuren, Basen und die Namen wichtiger Chemikalien.
  • Verfahrenstechnik: Destillation, Filtration, Fermentation und Synthese und die Apparate dafür.
  • MSR-Technik: Sensoren, Regler und Prozessleitsysteme bedienen und überwachen.
  • Physik und Mathe: Grundlagen für Prozessabläufe, Energiebilanzen und Berechnungen.
  • Anlagentechnik: Pumpen, Ventile, Reaktoren, Tanks und Rohrleitungen und ihre Wartung.
  • Qualität und Umwelt: Qualitätssicherung, Umweltauflagen und Entsorgung.
  • Arbeitssicherheit: Umgang mit Gefahrstoffen, Notfallvorsorge und Brandschutz.
  • Dokumentation und IT: Prozesse festhalten und Software zur Anlagensteuerung nutzen.

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Chemikant/in?

Was solltest du mitbringen?

  • guten Hauptschulabschluss oder mittleren Schulabschluss
  • Interesse an Chemie, Physik und Technik
  • eine sorgfältige und verantwortungsbewusste Arbeitsweise
  • analytisches Denken und Spaß am Lösen von Problemen
  • Teamfähigkeit
  • Bereitschaft zum Schichtdienst
  • technisches Verständnis und handwerkliches Geschick
  • Belastbarkeit bei Lärm, Gerüchen und körperlicher Arbeit
  • keine Allergie gegen Chemikalien oder Staub

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 1.147 € bis 1.204 €
2. Ausbildungsjahr 1.222 € bis 1.315 €
3. Ausbildungsjahr 1.277 € bis 1.389 €
4. Ausbildungsjahr 1.329 € bis 1.486 €

Passt die Ausbildung zum/zur Chemikant/in zu dir?

Du willst wissen, wie Produkte im großen Maßstab entstehen? Dann schau dir diesen Beruf genauer an. Das spricht für dich:

  • Interesse an Chemie: Du willst verstehen, wie aus Rohstoffen Produkte werden.
  • Technisches Geschick: Du arbeitest gern mit großen Anlagen.
  • Verantwortung: Sicherheit und Qualität sind dir wichtig.
  • Teamgeist: Du arbeitest gern im Schichtteam zusammen.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Chemikant/in?

Was du als Chemikant/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer mit Elektronik­bau­kästen Sensoren testet, in der Chemie-AG Versuche begleitet oder beim Aquarium die Wasserwerte im Blick behält, zeigt Betrieben Technik­ver­ständnis und Verant­wortung. Wer am Wochenende früh zum Zeitungs­aus­tragen aufsteht oder im Verein Handball spielt, beweist Belast­barkeit und Teamgeist, beides zählt im Schicht­dienst. Wenn dich Medikamente reizen, schau dir Pharmakant/in an. Für einen kürzeren Einstieg passt Produk­ti­ons­fachkraft Chemie.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • mit Elektronikbaukästen Schaltungen und Sensoren testest Technikverständnis
  • in der Chemie-AG Versuche begleitest Neugier
  • beim Aquarium die Wasserwerte regelmäßig kontrollierst Verantwortung
  • früh morgens Zeitungen oder Prospekte austrägst Belastbarkeit
  • im Verein Handball oder Wasserball spielst Teamgeist

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Wo findest du Ausbil­dungs­be­triebe in deiner Nähe?

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Die chemische Industrie stellt Produkte für fast alle Lebens­be­reiche her. Die Automa­ti­sierung nimmt zu. Menschen, die Anlagen verstehen und Störungen beheben, bleiben trotzdem wichtig. Hier kannst du arbeiten:

  • in der chemischen Industrie bei Grund- und Spezialchemikalien
  • in der pharmazeutischen Industrie bei Wirkstoffen und Medikamenten
  • in der Kunststoff- und Kautschukindustrie
  • in der Nahrungsmittelindustrie, etwa bei Zusatzstoffen
  • in der Energiebranche bei der Aufbereitung von Brennstoffen
  • in Umweltbetrieben wie Kläranlagen oder der Abfallverwertung
  • in Forschung und Entwicklung an Pilotanlagen

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Industriemeister/in Chemie: für Führungsaufgaben in der Produktion, etwa als Schichtleiter/in
  • Techniker/in: in Chemietechnik oder Verfahrenstechnik für Prozessentwicklung, Anlagentechnik und Qualitätsmanagement
  • Umwelttechniker/in: für umweltrelevante Prozesse und Abfallaufbereitung
  • Laborant/in: wenn dich Analyse und Forschung im Labor mehr reizen
  • Spezialisierung: zum Beispiel auf Automatisierung, Energieeffizienz, Biotechnologie oder Gefahrstoffe
  • Studium: mit Hochschulzugangsberechtigung zum Beispiel Verfahrenstechnik, Chemieingenieurwesen, Chemie oder Umwelttechnik

Fazit: Chemie im großen Maßstab

Als Chemikant/in steuerst du die Anlagen, in denen viele Produkte unseres Alltags entstehen. Du verbindest Technik, Chemie und Verant­wortung. Die Ausbildung dauert in der Regel 3,5 Jahre und ist dual. Danach kannst du Meister/in oder Techniker/in werden, dich spezia­li­sieren oder studieren.

Lust auf die Anlage? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Naturwis­sen­schaft.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Chemikant/in als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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