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Ausbildung Chemikant/in
Ausbildung: Große Anlagen, sichere Prozesse
Große Anlagen, Leitstand und Chemie reizen dich? Dann schau dir die Ausbildung zum/zur Chemikant/in genauer an. Du steuerst Produktionsanlagen, in denen aus Rohstoffen Produkte für den Alltag entstehen. Das reicht von Medikamenten über Kunststoffe bis zu Waschmitteln. Du stellst Temperatur, Druck und Mengen ein, nimmst Proben und behebst Störungen. Dafür brauchst du technisches Verständnis und viel Verantwortungsbewusstsein. Hier erfährst du, was du als Chemikant/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Auf einen Blick
Chemikant/in auf einen Blick
Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis:
Der Beruf im Wandel der Zeit
Wie hieß der Beruf früher?
Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. Bis 1986 hieß er Chemiefacharbeiter/in.
- ab 1949 bis 1986Chemiefacharbeiter/
in - seit 1986Chemikant/
in
In der DDR hieß der Beruf: Facharbeiter/in für Chemische Produktion
Berufsnamen seit Gründung der Bundesrepublik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wiedervereinigung 1990 in den heutigen Ausbildungsberufen auf.
Was macht ein/e Chemikant/in?
Du steuerst, überwachst und wartest chemische Produktionsanlagen. Du bist Techniker/in, Sicherheitsexpert/in und Problemlöser/in in einer Person. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
Welche Aufgaben hast du im Arbeitsalltag?
- Anlagen steuern: Im Kontrollraum oder direkt an der Anlage startest und beendest du Prozesse. Du stellst Temperatur, Druck und Durchflussmengen ein und überwachst sie mit Leitsystemen.
- Rohstoffe zuführen: Du sorgst dafür, dass die richtigen Rohstoffe in der richtigen Menge und Qualität in die Anlage kommen. Du füllst ab, wiegst und führst Chemikalien sicher zu.
- Prozesse überwachen: Du behältst Anzeigen und Messwerte im Blick. Bei Abweichungen greifst du ein und behebst Störungen.
- Qualität prüfen: Du nimmst Proben und machst erste Analysen der Zwischen- und Endprodukte.
- Warten: Du reinigst Rohrleitungen, wechselst Filter und pumpst Chemikalien um. Bei größeren Reparaturen unterstützt du die Fachkräfte.
- Sicherheit und Umwelt: Du hältst alle Sicherheitsvorschriften ein, trägst Schutzkleidung und entsorgst Abfälle richtig.
- Dokumentieren: Du hältst Produktionsschritte, Messwerte, Störungen und Wartungen genau fest.
Wo arbeitest du als Chemikant/in?
Du arbeitest in großen Produktionshallen der chemischen, pharmazeutischen, kunststoffverarbeitenden oder Lebensmittelindustrie. Die Anlagen laufen oft rund um die Uhr. Deshalb arbeitest du meist im Schichtdienst. Du bist viel direkt an Maschinen und Anlagen.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Chemikant/in ab?
Wie lange dauert die Ausbildung?
Was lernst du in Betrieb und Berufsschule?
Die Ausbildung dauert in der Regel 3,5 Jahre und ist dual. Die Praxis lernst du im Industriebetrieb an den Anlagen und im Labor. In der Berufsschule geht es um chemische Prozesse, Verfahrenstechnik, Mess- und Regeltechnik, Umweltschutz, Arbeitssicherheit und Qualitätsmanagement.
Das lernst du unter anderem:
- Chemische Grundlagen: Stoffeigenschaften, Reaktionen, Säuren, Basen und die Namen wichtiger Chemikalien.
- Verfahrenstechnik: Destillation, Filtration, Fermentation und Synthese und die Apparate dafür.
- MSR-Technik: Sensoren, Regler und Prozessleitsysteme bedienen und überwachen.
- Physik und Mathe: Grundlagen für Prozessabläufe, Energiebilanzen und Berechnungen.
- Anlagentechnik: Pumpen, Ventile, Reaktoren, Tanks und Rohrleitungen und ihre Wartung.
- Qualität und Umwelt: Qualitätssicherung, Umweltauflagen und Entsorgung.
- Arbeitssicherheit: Umgang mit Gefahrstoffen, Notfallvorsorge und Brandschutz.
- Dokumentation und IT: Prozesse festhalten und Software zur Anlagensteuerung nutzen.
Welche Voraussetzungen brauchst du als Chemikant/in?
Was solltest du mitbringen?
- guten Hauptschulabschluss oder mittleren Schulabschluss
- Interesse an Chemie, Physik und Technik
- eine sorgfältige und verantwortungsbewusste Arbeitsweise
- analytisches Denken und Spaß am Lösen von Problemen
- Teamfähigkeit
- Bereitschaft zum Schichtdienst
- technisches Verständnis und handwerkliches Geschick
- Belastbarkeit bei Lärm, Gerüchen und körperlicher Arbeit
- keine Allergie gegen Chemikalien oder Staub
Was verdienst du in der Ausbildung?
Wie viel verdienst du in jedem Ausbildungsjahr?
| Ausbildungsjahr | Vergütung pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich. |
| 1. Ausbildungsjahr | 1.147 € bis 1.204 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.222 € bis 1.315 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.277 € bis 1.389 € |
| 4. Ausbildungsjahr | 1.329 € bis 1.486 € |
Passt die Ausbildung zum/zur Chemikant/in zu dir?
Du willst wissen, wie Produkte im großen Maßstab entstehen? Dann schau dir diesen Beruf genauer an. Das spricht für dich:
- Interesse an Chemie: Du willst verstehen, wie aus Rohstoffen Produkte werden.
- Technisches Geschick: Du arbeitest gern mit großen Anlagen.
- Verantwortung: Sicherheit und Qualität sind dir wichtig.
- Teamgeist: Du arbeitest gern im Schichtteam zusammen.
Vom Hobby zum Beruf
Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Chemikant/in?
Was du als Chemikant/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer mit Elektronikbaukästen Sensoren testet, in der Chemie-AG Versuche begleitet oder beim Aquarium die Wasserwerte im Blick behält, zeigt Betrieben Technikverständnis und Verantwortung. Wer am Wochenende früh zum Zeitungsaustragen aufsteht oder im Verein Handball spielt, beweist Belastbarkeit und Teamgeist, beides zählt im Schichtdienst. Wenn dich Medikamente reizen, schau dir Pharmakant/in an. Für einen kürzeren Einstieg passt Produktionsfachkraft Chemie.
Aus diesem Berufsprofil abgeleitet
Passt gut, wenn du gern …
- mit Elektronikbaukästen Schaltungen und Sensoren testest Technikverständnis
- in der Chemie-AG Versuche begleitest Neugier
- beim Aquarium die Wasserwerte regelmäßig kontrollierst Verantwortung
- früh morgens Zeitungen oder Prospekte austrägst Belastbarkeit
- im Verein Handball oder Wasserball spielst Teamgeist
Im Kästchen: Das lesen Ausbildungsbetriebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind
Wo findest du Ausbildungsbetriebe in deiner Nähe?
1 von 4 · Wie häufig?
rund 280
Betriebe bilden aus
Platz 76 von 340 Berufen.
2 von 4 · Plan B im selben Betrieb
Jeder 3. Betrieb
bildet auch Chemielaborant/in aus.
Jeder 3. bildet auch Industriekaufmann/frau aus.
3 von 4 · Wo?
- Nordrhein-Westfalen60
- Bayern50
- Baden-Württemberg40
Die meisten Betriebe: Landkreis Anhalt-Bitterfeld, Saalekreis, Landkreis Augsburg
4 von 4 · Passt der Beruf?
Unsicher, ob dieser Beruf zu dir passt?
Tipp deine Noten und Hobbys ein. Ecki zeigt dir passende Berufe und die Betriebe um die Ecke.
Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?
Die chemische Industrie stellt Produkte für fast alle Lebensbereiche her. Die Automatisierung nimmt zu. Menschen, die Anlagen verstehen und Störungen beheben, bleiben trotzdem wichtig. Hier kannst du arbeiten:
- in der chemischen Industrie bei Grund- und Spezialchemikalien
- in der pharmazeutischen Industrie bei Wirkstoffen und Medikamenten
- in der Kunststoff- und Kautschukindustrie
- in der Nahrungsmittelindustrie, etwa bei Zusatzstoffen
- in der Energiebranche bei der Aufbereitung von Brennstoffen
- in Umweltbetrieben wie Kläranlagen oder der Abfallverwertung
- in Forschung und Entwicklung an Pilotanlagen
Welche Weiterbildungen gibt es?
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Industriemeister/in Chemie: für Führungsaufgaben in der Produktion, etwa als Schichtleiter/in
- Techniker/in: in Chemietechnik oder Verfahrenstechnik für Prozessentwicklung, Anlagentechnik und Qualitätsmanagement
- Umwelttechniker/in: für umweltrelevante Prozesse und Abfallaufbereitung
- Laborant/in: wenn dich Analyse und Forschung im Labor mehr reizen
- Spezialisierung: zum Beispiel auf Automatisierung, Energieeffizienz, Biotechnologie oder Gefahrstoffe
- Studium: mit Hochschulzugangsberechtigung zum Beispiel Verfahrenstechnik, Chemieingenieurwesen, Chemie oder Umwelttechnik
Fazit: Chemie im großen Maßstab
Als Chemikant/in steuerst du die Anlagen, in denen viele Produkte unseres Alltags entstehen. Du verbindest Technik, Chemie und Verantwortung. Die Ausbildung dauert in der Regel 3,5 Jahre und ist dual. Danach kannst du Meister/in oder Techniker/in werden, dich spezialisieren oder studieren.
Lust auf die Anlage? Finde auf dein-ausbildungsplatz.de einen Ausbildungsbetrieb in deiner Nähe.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Naturwissenschaft.
Dieses Berufsprofil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Elterngespräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.
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