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Ausbildung Destillateur/in
Ausbildung: Aromen einfangen mit Technik und Nase
Hast du eine feine Nase und interessierst dich für Chemie? Dann könnte die Ausbildung zum/zur Destillateur/in zu dir passen. Du stellst aus Früchten, Getreide und anderen Rohstoffen Spirituosen her. Auch ätherische Öle und Aromen für die Lebensmittelindustrie gehören dazu. Du steuerst Brennblasen und Kolonnen und überwachst jeden Schritt. Dafür brauchst du technisches Verständnis, Sorgfalt und einen guten Geruchs- und Geschmackssinn. Hier erfährst du, was du als Destillateur/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Auf einen Blick
Destillateur/in auf einen Blick
Der Beruf im Wandel der Zeit
Wie hieß der Beruf früher?
In der DDR hieß der Beruf: Spirituosenfacharbeiter/in
Berufsnamen seit Gründung der Bundesrepublik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wiedervereinigung 1990 in den heutigen Ausbildungsberufen auf.
Was macht ein/e Destillateur/in?
Du steuerst und überwachst Destillationsanlagen und stellst hochwertige flüssige Produkte her. Du bist Techniker/in, Qualitätsprüfer/in und Sensorik-Expert/in zugleich. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
Welche Aufgaben hast du im Arbeitsalltag?
- Rohstoffe prüfen: Du nimmst Getreide, Obst, Kräuter oder Melasse an und prüfst die Qualität. Du bereitest sie vor, zum Beispiel durch Zerkleinern, Mischen oder Fermentieren.
- Gärung überwachen: Viele Destillate brauchen einen Gärprozess. Du achtest auf Temperatur, Hefe und Zuckergehalt.
- Destillieren: Das ist der Kern deines Handwerks. Du richtest Brennblasen und Kolonnen ein und steuerst den Brennvorgang. Du kontrollierst Temperatur, Druck und Durchfluss, damit nur die gewünschten Stoffe im Destillat landen.
- Qualität prüfen: Du misst den Alkoholgehalt und prüfst Aroma, Reinheit und Textur mit deinen Sinnen.
- Lagern und reifen: Viele Destillate reifen in Tanks oder Holzfässern, zum Beispiel Whisky oder Cognac. Du überwachst diesen Prozess.
- Abfüllen: Du überwachst die Abfüllanlagen und die Etikettierung.
- Wartung und Hygiene: Du reinigst und wartest Anlagen und Rohrleitungen und hältst strenge Hygieneregeln ein.
Wo arbeitest du als Destillateur/in?
Du arbeitest in Brennereien, Spirituosenfabriken und Brauereien mit eigener Brennerei. Auch die Lebensmittelindustrie braucht dich, zum Beispiel für Aroma-Extrakte. Dazu kommen Betriebe, die ätherische Öle herstellen. An deinem Arbeitsplatz gibt es viele besondere Gerüche. Du arbeitest meist im Stehen und bist viel in Bewegung.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Destillateur/in ab?
Wie lange dauert die Ausbildung?
Die Ausbildung ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf und dauert in der Regel 3 Jahre. Du lernst in einer Kleinbrennerei, einer großen Spirituosenfabrik oder einem Betrieb der Lebensmittel- und Aromenindustrie. In der Berufsschule geht es um Gärung, Destillationstechnik, Chemie, Mikrobiologie, Werkstoffkunde, Mess- und Regeltechnik, Sensorik, Hygiene und Qualitätsmanagement.
Was lernst du in Betrieb und Berufsschule?
Das lernst du unter anderem:
- Rohstoffkunde: Du kennst Getreide, Obst, Gemüse, Kräuter und Melasse und weißt, wofür sie sich eignen.
- Gärungslehre: Du wählst Hefen aus und überwachst die alkoholische Gärung.
- Destillationstechnik: Du lernst Verfahren wie Pot Still und Kolonnenbrennerei und verstehst, wie Stoffe getrennt werden.
- Chemie und Mikrobiologie: Du verstehst, wie Aromastoffe entstehen.
- Sensorik: Du beurteilst Destillate nach Geruch und Geschmack und erkennst Fehlaromen.
- Qualität und Hygiene: Du kennst Lebensmittelrecht und HACCP.
- Mess- und Regeltechnik: Du bedienst computergesteuerte Anlagen und greifst ein, wenn nötig.
- Lagerung und Reifung: Du kennst die richtigen Bedingungen für Fass und Tank.
- Arbeits- und Umweltschutz: Du arbeitest sicher mit Alkohol, Chemikalien und Anlagen.
Welche Voraussetzungen brauchst du als Destillateur/in?
Was solltest du mitbringen?
- einen guten Hauptschulabschluss oder einen mittleren Schulabschluss
- einen guten Geruchs- und Geschmackssinn
- Interesse an Chemie, Biologie und Technik
- eine sorgfältige Arbeitsweise
- Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Lebensmitteln und Alkohol
- Teamfähigkeit
- Belastbarkeit bei Wärme, Gerüchen und Arbeit im Stehen
- keine Alkoholunverträglichkeit oder Allergien gegen Rohstoffe
Was verdienst du in der Ausbildung?
Wie viel verdienst du in jedem Ausbildungsjahr?
| Ausbildungsjahr | Vergütung pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich. |
| 1. Ausbildungsjahr | 740 € bis 1.175 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 854 € bis 1.245 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 977 € bis 1.295 € |
Passt die Ausbildung zum/zur Destillateur/in zu dir?
Dich interessiert, wie aus Früchten und Getreide Aromen werden? Dann solltest du dir diesen Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:
- Herstellung: Du erlebst jeden Schritt vom Rohstoff bis zur Flasche.
- Sensorik: Du erkennst Aromen und feine Unterschiede im Geschmack.
- Handwerk: Du schätzt Tradition und willst dein Können immer weiter verbessern.
- Technik: Du arbeitest mit modernen, computergesteuerten Anlagen.
Vom Hobby zum Beruf
Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Destillateur/in?
Was du als Destillateur/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer Kräuter auf dem Balkon zieht, eigene Teemischungen zusammenstellt oder beim Kochen jedes Gewürz am Duft erkennt, zeigt Betrieben einen feinen Geruchs- und Geschmackssinn. Wer in der Chemie-AG sorgfältig arbeitet und im Verein Volleyball spielt, beweist dazu Genauigkeit und Teamgeist. Wenn dich das Brennen selbst reizt, schau dir Brenner/in an. Für Lebensmittelproduktion allgemein passt Fachkraft Lebensmitteltechnik.
Aus diesem Berufsprofil abgeleitet
Passt gut, wenn du gern …
- Kräuter im Garten oder auf dem Balkon ziehst Geduld
- eigene Teemischungen zusammenstellst Geschmackssinn
- in der Chemie-AG sorgfältig Versuche durchführst Genauigkeit
- Volleyball im Verein spielst Teamgeist
- bei Schulfesten am Essensstand mitarbeitest Einsatzbereitschaft
Im Kästchen: Das lesen Ausbildungsbetriebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind
Wo findest du Ausbildungsbetriebe in deiner Nähe?
1 von 3 · Wie häufig?
rund 10
Betriebe bilden aus
Platz 256 von 340 Berufen.
2 von 3 · Wo?
- Nordrhein-Westfalen3
- Baden-Württemberg2
- Bayern2
Die meisten Betriebe: Kreis Minden-Lübbecke, Hamburg, Landkreis Northeim
3 von 3 · Um die Ecke
Wer bildet bei dir aus?
Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?
Regionale und hochwertige Spirituosen sind gefragt. Auch die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie braucht Fachleute für Aromen und Essenzen. Dein Beruf verbindet traditionelles Handwerk mit moderner Technik. Hier kannst du arbeiten:
- in Brennereien für Whisky, Gin, Rum, Korn, Obstbrände oder Liköre
- bei Herstellern von ätherischen Ölen und Aromen
- in der Lebensmittelindustrie
- in Brauereien mit eigener Brennerei
- in Forschung und Entwicklung
- in der Qualitätssicherung von Getränke- und Lebensmittelunternehmen
- als Selbstständige/r mit eigener Kleinbrennerei
Welche Weiterbildungen gibt es?
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Destillateurmeister/in: Du übernimmst die Leitung der Produktion oder einer Brennerei und bildest Azubis aus.
- Techniker/in Lebensmitteltechnik: Du vertiefst Verfahrenstechnik, Produktentwicklung und Qualitätsmanagement.
- Spezialisierung: zum Beispiel auf Whisky oder Gin, neue Aromen oder Laboranalyse
- Ausbilder/in: Du gibst dein Wissen an den Nachwuchs weiter.
- Betriebswirt/in: für kaufmännische Aufgaben in Produktion und Marketing
- Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Getränketechnologie, Lebensmitteltechnologie oder Chemie studieren.
Fazit: Meister/in der Aromen
Als Destillateur/in verbindest du Gespür für Geschmack und Geruch mit technischem Verständnis. Du machst aus natürlichen Rohstoffen hochwertige Destillate. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du Meister/in werden, dich spezialisieren oder studieren.
Lust auf den Beruf? Finde auf dein-ausbildungsplatz.de einen Ausbildungsbetrieb in deiner Nähe.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Industrie.
Dieses Berufsprofil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Elterngespräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.
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