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Ausbildung Destil­lateur/in

Ausbildung: Aromen einfangen mit Technik und Nase

Symbolbild: Ausbildung Destillateur/in

Hast du eine feine Nase und interes­sierst dich für Chemie? Dann könnte die Ausbildung zum/zur Destil­lateur/in zu dir passen. Du stellst aus Früchten, Getreide und anderen Rohstoffen Spirituosen her. Auch ätherische Öle und Aromen für die Lebens­mit­tel­in­dustrie gehören dazu. Du steuerst Brennblasen und Kolonnen und überwachst jeden Schritt. Dafür brauchst du technisches Verständnis, Sorgfalt und einen guten Geruchs- und Geschmackssinn. Hier erfährst du, was du als Destil­lateur/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Auf einen Blick

Destil­lateur/in auf einen Blick

Dauer3 Jahre
Ausbildungdual, Industrie
1. Jahr740 € bis 1.175 €
Schulabschlusskeine Vorgabe
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

In der DDR hieß der Beruf: Spirituo­sen­fach­ar­beiter/in

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wieder­ver­ei­nigung 1990 in den heutigen Ausbil­dungs­berufen auf.

Was macht ein/e Destil­lateur/in?

Du steuerst und überwachst Destil­la­ti­ons­anlagen und stellst hochwertige flüssige Produkte her. Du bist Techniker/in, Qualitäts­prüfer/in und Sensorik-Expert/in zugleich. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Rohstoffe prüfen: Du nimmst Getreide, Obst, Kräuter oder Melasse an und prüfst die Qualität. Du bereitest sie vor, zum Beispiel durch Zerkleinern, Mischen oder Fermentieren.
  • Gärung überwachen: Viele Destillate brauchen einen Gärprozess. Du achtest auf Temperatur, Hefe und Zuckergehalt.
  • Destillieren: Das ist der Kern deines Handwerks. Du richtest Brennblasen und Kolonnen ein und steuerst den Brennvorgang. Du kontrollierst Temperatur, Druck und Durchfluss, damit nur die gewünschten Stoffe im Destillat landen.
  • Qualität prüfen: Du misst den Alkoholgehalt und prüfst Aroma, Reinheit und Textur mit deinen Sinnen.
  • Lagern und reifen: Viele Destillate reifen in Tanks oder Holzfässern, zum Beispiel Whisky oder Cognac. Du überwachst diesen Prozess.
  • Abfüllen: Du überwachst die Abfüllanlagen und die Etikettierung.
  • Wartung und Hygiene: Du reinigst und wartest Anlagen und Rohrleitungen und hältst strenge Hygieneregeln ein.
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Wo arbeitest du als Destil­lateur/in?

Du arbeitest in Brennereien, Spirituo­sen­fa­briken und Brauereien mit eigener Brennerei. Auch die Lebens­mit­tel­in­dustrie braucht dich, zum Beispiel für Aroma-Extrakte. Dazu kommen Betriebe, die ätherische Öle herstellen. An deinem Arbeitsplatz gibt es viele besondere Gerüche. Du arbeitest meist im Stehen und bist viel in Bewegung.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Destil­lateur/in ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Ausbildung ist ein anerkannter dualer Ausbil­dungsberuf und dauert in der Regel 3 Jahre. Du lernst in einer Kleinbrennerei, einer großen Spirituo­sen­fabrik oder einem Betrieb der Lebens­mittel- und Aromen­in­dustrie. In der Berufs­schule geht es um Gärung, Destil­la­ti­ons­technik, Chemie, Mikrobiologie, Werkstoffkunde, Mess- und Regeltechnik, Sensorik, Hygiene und Qualitäts­ma­nagement.

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Das lernst du unter anderem:

  • Rohstoffkunde: Du kennst Getreide, Obst, Gemüse, Kräuter und Melasse und weißt, wofür sie sich eignen.
  • Gärungslehre: Du wählst Hefen aus und überwachst die alkoholische Gärung.
  • Destillationstechnik: Du lernst Verfahren wie Pot Still und Kolonnenbrennerei und verstehst, wie Stoffe getrennt werden.
  • Chemie und Mikrobiologie: Du verstehst, wie Aromastoffe entstehen.
  • Sensorik: Du beurteilst Destillate nach Geruch und Geschmack und erkennst Fehlaromen.
  • Qualität und Hygiene: Du kennst Lebensmittelrecht und HACCP.
  • Mess- und Regeltechnik: Du bedienst computergesteuerte Anlagen und greifst ein, wenn nötig.
  • Lagerung und Reifung: Du kennst die richtigen Bedingungen für Fass und Tank.
  • Arbeits- und Umweltschutz: Du arbeitest sicher mit Alkohol, Chemikalien und Anlagen.

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Destil­lateur/in?

Was solltest du mitbringen?

  • einen guten Hauptschulabschluss oder einen mittleren Schulabschluss
  • einen guten Geruchs- und Geschmackssinn
  • Interesse an Chemie, Biologie und Technik
  • eine sorgfältige Arbeitsweise
  • Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Lebensmitteln und Alkohol
  • Teamfähigkeit
  • Belastbarkeit bei Wärme, Gerüchen und Arbeit im Stehen
  • keine Alkoholunverträglichkeit oder Allergien gegen Rohstoffe

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 740 € bis 1.175 €
2. Ausbildungsjahr 854 € bis 1.245 €
3. Ausbildungsjahr 977 € bis 1.295 €

Passt die Ausbildung zum/zur Destil­lateur/in zu dir?

Dich interessiert, wie aus Früchten und Getreide Aromen werden? Dann solltest du dir diesen Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:

  • Herstellung: Du erlebst jeden Schritt vom Rohstoff bis zur Flasche.
  • Sensorik: Du erkennst Aromen und feine Unterschiede im Geschmack.
  • Handwerk: Du schätzt Tradition und willst dein Können immer weiter verbessern.
  • Technik: Du arbeitest mit modernen, computergesteuerten Anlagen.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Destil­lateur/in?

Was du als Destil­lateur/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer Kräuter auf dem Balkon zieht, eigene Teemischungen zusammen­stellt oder beim Kochen jedes Gewürz am Duft erkennt, zeigt Betrieben einen feinen Geruchs- und Geschmackssinn. Wer in der Chemie-AG sorgfältig arbeitet und im Verein Volleyball spielt, beweist dazu Genauigkeit und Teamgeist. Wenn dich das Brennen selbst reizt, schau dir Brenner/in an. Für Lebens­mit­tel­pro­duktion allgemein passt Fachkraft Lebens­mit­tel­technik.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • Kräuter im Garten oder auf dem Balkon ziehst Geduld
  • eigene Teemischungen zusammenstellst Geschmackssinn
  • in der Chemie-AG sorgfältig Versuche durchführst Genauigkeit
  • Volleyball im Verein spielst Teamgeist
  • bei Schulfesten am Essensstand mitarbeitest Einsatzbereitschaft

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Wo findest du Ausbil­dungs­be­triebe in deiner Nähe?

  • 1 von 3 · Wie häufig?

    rund 10

    Betriebe bilden aus

    Platz 256 von 340 Berufen.

  • 2 von 3 · Wo?

    • Nordrhein-Westfalen3
    • Baden-Württemberg2
    • Bayern2
  • 3 von 3 · Um die Ecke

    Wer bildet bei dir aus?

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Regionale und hochwertige Spirituosen sind gefragt. Auch die Lebens­mittel- und Kosmetik­in­dustrie braucht Fachleute für Aromen und Essenzen. Dein Beruf verbindet traditio­nelles Handwerk mit moderner Technik. Hier kannst du arbeiten:

  • in Brennereien für Whisky, Gin, Rum, Korn, Obstbrände oder Liköre
  • bei Herstellern von ätherischen Ölen und Aromen
  • in der Lebensmittelindustrie
  • in Brauereien mit eigener Brennerei
  • in Forschung und Entwicklung
  • in der Qualitätssicherung von Getränke- und Lebensmittelunternehmen
  • als Selbstständige/r mit eigener Kleinbrennerei

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Destillateurmeister/in: Du übernimmst die Leitung der Produktion oder einer Brennerei und bildest Azubis aus.
  • Techniker/in Lebensmitteltechnik: Du vertiefst Verfahrenstechnik, Produktentwicklung und Qualitätsmanagement.
  • Spezialisierung: zum Beispiel auf Whisky oder Gin, neue Aromen oder Laboranalyse
  • Ausbilder/in: Du gibst dein Wissen an den Nachwuchs weiter.
  • Betriebswirt/in: für kaufmännische Aufgaben in Produktion und Marketing
  • Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Getränketechnologie, Lebensmitteltechnologie oder Chemie studieren.

Fazit: Meister/in der Aromen

Als Destil­lateur/in verbindest du Gespür für Geschmack und Geruch mit technischem Verständnis. Du machst aus natürlichen Rohstoffen hochwertige Destillate. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du Meister/in werden, dich spezia­li­sieren oder studieren.

Lust auf den Beruf? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Industrie.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Destillateur/in als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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