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Ausbildung Edelstein­fasser/in

Ausbildung: Präzision, die funkelt

Symbolbild: Ausbildung Edelsteinfasser/in

Hast du eine ruhige Hand und ein Auge für kleinste Details? Dann könnte die Ausbildung zum/zur Edelstein­fasser/in genau richtig für dich sein. Du setzt Edelsteine in Ringe, Ketten, Uhren und andere Schmuck­stücke ein. Dabei sorgst du dafür, dass jeder Stein sicher sitzt und schön funkelt. Du arbeitest mit Edelme­tallen, mit losen Steinen und mit sehr feinen Werkzeugen. Am Ende hält jemand ein fertiges Schmuckstück in der Hand, das du vollendet hast. Hier erfährst du, was du als Edelstein­fasser/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Auf einen Blick

Edelstein­fasser/in auf einen Blick

Dauer3,5 Jahre
1. Jahr1.304 €
Schulabschlusskeine Vorgabe
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. Bis 1957 hieß er Schmuck­stein­fasser/in.

  1. ab 1949 bis 1957Schmuck­stein­fas­ser/in
  2. seit 1957Edel­stein­fas­ser/in

In der DDR hieß der Beruf: Edelme­tall­fach­ar­beiter/in Schmuck­stein­fasser/in

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wieder­ver­ei­nigung 1990 in den heutigen Ausbil­dungs­berufen auf.

Was macht ein/e Edelstein­fasser/in?

Du setzt Edelsteine präzise in Schmuck­stücke, Uhren und andere kunstvolle Objekte ein. Dafür brauchst du technisches Verständnis, Finger­fer­tigkeit und Gefühl für Material und Design. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Schmuckstück vorbereiten: Du polierst das Metall, entfernst feine Grate und passt die Fassung an, damit der Stein später gut sitzt.
  • Steine auswählen und prüfen: Du wählst den passenden Stein für die Fassung aus. Du prüfst Qualität und Reinheit und achtest auf Schäden, die beim Fassen entstehen könnten.
  • Edelsteine fassen: Das ist der Kern deines Handwerks. Mit Stichel, Poliernadel, Feile und Zange bearbeitest du das Metall so, dass der Stein dauerhaft hält. Es gibt verschiedene Fassarten, zum Beispiel Krappen-, Zargen-, Kanal- oder Pavéfassung. Jede verlangt ihre eigene Technik.
  • Polieren und Reinigen: Du polierst das Metall rund um den Stein, damit er gut zur Geltung kommt. Danach reinigst du das Schmuckstück sorgfältig.
  • Qualität prüfen: Du kontrollierst den Halt des Steins, die Fassung und den Gesamteindruck.
  • Reparieren und Umarbeiten: Du setzt lockere oder verlorene Steine neu ein und gibst alten Schmuckstücken ein neues Design.
  • Werkzeug pflegen: Du wartest deine Werkzeuge und arbeitest sicher mit Poliergeräten und Mikroskopen.
diamant-1

Wo arbeitest du als Edelstein­fasser/in?

Du arbeitest vor allem in Goldschmie­de­werk­stätten, in der Schmuck­in­dustrie, bei Juwelieren mit eigener Werkstatt oder in der Uhrenin­dustrie. Dein Platz ist ein spezieller Arbeitstisch. Oft schaust du durch ein Mikroskop oder eine Lupe. Das verlangt viel Konzen­tration und eine ruhige Sitzhaltung.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Edelstein­fasser/in ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Du lernst im Ausbil­dungs­betrieb, zum Beispiel bei einem Goldschmied, einem Juwelier oder einem Schmuck­her­steller. Dort übst du die Handgriffe direkt am Werktisch. Die Berufs­schulen für dieses spezielle Handwerk liegen oft zentral. Das kann Blockun­terricht und Reisen bedeuten. In der Schule geht es um Materi­alkunde, Fasstechniken, Schmuck­design, Werkzeugkunde, Lichtbrechung, Kunstge­schichte sowie Arbeits- und Umwelt­schutz.

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Das lernst du unter anderem:

  • Materialkunde: Du lernst die Eigenschaften von Gold, Silber und Platin und von Edelsteinen wie Diamant, Saphir und Rubin kennen.
  • Fasstechniken: Du lernst Krappen-, Zargen-, Kanal-, Pavé-, Spann-, Verschnitt- und Kassettenfassung und was sie von der Metallbearbeitung verlangen.
  • Werkzeug- und Maschinenkunde: Du verstehst Aufbau, Funktion und Wartung von Fasswerkzeugen, Sticheln, Poliermaschinen und Mikroskopen.
  • Schmuckdesign: Du beschäftigst dich mit Proportionen und der Wirkung von Edelsteinen im fertigen Stück.
  • Oberflächenbearbeitung: Du polierst und veredelst Metalle und Steine.
  • Qualitätskontrolle: Du beurteilst Fassung, Halt und Gesamtwirkung.
  • Reparatur: Du behebst Schäden an Fassungen und setzt Steine neu ein.
  • Arbeitssicherheit: Du gehst sicher mit Werkzeugen, Schleifmitteln und chemischen Reinigern um.

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Edelstein­fasser/in?

Was solltest du mitbringen?

  • Mittlerer Schulabschluss oder Abitur/Fachabitur
  • ein gutes Auge für Details und Sinn für Ästhetik
  • Präzision, Geduld und Konzentration
  • sehr gute Feinmotorik und eine ruhige Hand
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit
  • Interesse an Schmuck, Edelsteinen und Handwerk
  • ein gutes Farbsehen, damit du Steinfarben und Metalltöne richtig beurteilst

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 1.304 €
2. Ausbildungsjahr 1.378 €
3. Ausbildungsjahr 1.489 €
4. Ausbildungsjahr 1.563 €

Passt die Ausbildung zum/zur Edelstein­fasser/in zu dir?

Du magst Edelsteine, arbeitest gern mit den Händen und hast ein Auge für Schönes? Dann lohnt sich ein genauer Blick auf diesen Beruf. Das spricht für die Ausbildung:

  • Kreative Arbeit: Du gibst jedem Stein den passenden Rahmen.
  • Bleibende Ergebnisse: Deine Arbeit ist für die Ewigkeit gemacht.
  • Traditionsreiches Handwerk: Du lernst ein seltenes Können mit langer Tradition.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Edelstein­fasser/in?

Was du als Edelstein­fasser/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer winzige Perlen auffädelt, mit der Lupe Steine und Mineralien betrachtet oder Miniaturen mit ruhiger Hand bemalt, zeigt Werkstätten Präzision und ein Auge für Details. Wer ein Instrument spielt oder beim Bogenschießen im Verein trainiert, beweist dazu Konzen­tration, und die brauchst du am Mikroskop jeden Tag. Wenn dich das ganze Schmuckstück reizt, schau dir Gold- und Silber­schmied/in an. Für das Schleifen der Steine passt Edelstein­schleifer/in.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • winzige Perlen zu Schmuck auffädelst Fingerspitzengefühl
  • Steine und Mineralien mit der Lupe betrachtest Genauigkeit
  • Miniaturfiguren mit ruhiger Hand bemalst Geduld
  • Querflöte, Klarinette oder Klavier spielst Konzentration
  • beim Bogenschießen im Verein trainierst Ruhe

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Wo findest du Ausbil­dungs­be­triebe in deiner Nähe?

  • 1 von 3 · Wie häufig?

    3

    Betriebe bilden aus

    Platz 299 von 340 Berufen.

  • 2 von 3 · Wo?

    • Baden-Württemberg2
    • Rheinland-Pfalz1

    Die meisten Betriebe: Pforzheim, Landkreis Birkenfeld

  • 3 von 3 · Um die Ecke

    Wer bildet bei dir aus?

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Edelstein­fasser/in ist ein Nischenberuf mit hohem handwerk­lichem Anspruch. In Deutschland hat die Schmuck­her­stellung eine lange Tradition. Wenn du präzise arbeitest und dich weiter­ent­wi­ckelst, hast du gute Chancen. Hier kannst du arbeiten:

  • in Goldschmiedewerkstätten und Juwelierateliers
  • in der Schmuckindustrie, bei Serien und Einzelstücken
  • bei Herstellern von Luxusuhren
  • in der Restaurierung von historischem Schmuck
  • im Reparatur- und Servicebereich für Schmuck
  • als selbstständige/r Edelsteinfasser/in

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Goldschmiedemeister/in: Du kannst dich selbstständig machen, ausbilden und einen Betrieb führen.
  • Weitere Ausbildung: zum Beispiel als Edelsteinschleifer/in oder Edelsteingraveur/in, wenn du die ganze Edelsteinbearbeitung beherrschen willst
  • Gestalter/in im Handwerk: für mehr Kreativität und Design
  • Spezialisierung: zum Beispiel als Diamantfasser/in, auf Mikropavé oder auf bestimmte Metalle
  • Ausbilder/in: Du gibst dein Können an den Nachwuchs weiter.
  • Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du Schmuckdesign, Produktdesign oder Kunsthandwerk studieren.
  • Eigene Fasswerkstatt: nach einigen Jahren Berufserfahrung und eventuell einer Meisterprüfung

Fazit: Der perfekte Rahmen für jeden Stein

Als Edelstein­fasser/in verbindest du Präzision, Handwerk und Sinn für Ästhetik. Du sorgst dafür, dass Edelsteine sicher sitzen und schön funkeln. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du Meister/in werden, dich spezia­li­sieren oder eine eigene Werkstatt eröffnen.

Neugierig geworden? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Kunsthandwerk, Schmuck und Instrumente.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Edelsteinfasser/in als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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