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Ausbildung Edelsteinfasser/in
Ausbildung: Präzision, die funkelt
Hast du eine ruhige Hand und ein Auge für kleinste Details? Dann könnte die Ausbildung zum/zur Edelsteinfasser/in genau richtig für dich sein. Du setzt Edelsteine in Ringe, Ketten, Uhren und andere Schmuckstücke ein. Dabei sorgst du dafür, dass jeder Stein sicher sitzt und schön funkelt. Du arbeitest mit Edelmetallen, mit losen Steinen und mit sehr feinen Werkzeugen. Am Ende hält jemand ein fertiges Schmuckstück in der Hand, das du vollendet hast. Hier erfährst du, was du als Edelsteinfasser/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Auf einen Blick
Edelsteinfasser/in auf einen Blick
Der Beruf im Wandel der Zeit
Wie hieß der Beruf früher?
Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. Bis 1957 hieß er Schmucksteinfasser/in.
- ab 1949 bis 1957Schmucksteinfasser/
in - seit 1957Edelsteinfasser/
in
In der DDR hieß der Beruf: Edelmetallfacharbeiter/in Schmucksteinfasser/in
Berufsnamen seit Gründung der Bundesrepublik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wiedervereinigung 1990 in den heutigen Ausbildungsberufen auf.
Was macht ein/e Edelsteinfasser/in?
Du setzt Edelsteine präzise in Schmuckstücke, Uhren und andere kunstvolle Objekte ein. Dafür brauchst du technisches Verständnis, Fingerfertigkeit und Gefühl für Material und Design. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
Welche Aufgaben hast du im Arbeitsalltag?
- Schmuckstück vorbereiten: Du polierst das Metall, entfernst feine Grate und passt die Fassung an, damit der Stein später gut sitzt.
- Steine auswählen und prüfen: Du wählst den passenden Stein für die Fassung aus. Du prüfst Qualität und Reinheit und achtest auf Schäden, die beim Fassen entstehen könnten.
- Edelsteine fassen: Das ist der Kern deines Handwerks. Mit Stichel, Poliernadel, Feile und Zange bearbeitest du das Metall so, dass der Stein dauerhaft hält. Es gibt verschiedene Fassarten, zum Beispiel Krappen-, Zargen-, Kanal- oder Pavéfassung. Jede verlangt ihre eigene Technik.
- Polieren und Reinigen: Du polierst das Metall rund um den Stein, damit er gut zur Geltung kommt. Danach reinigst du das Schmuckstück sorgfältig.
- Qualität prüfen: Du kontrollierst den Halt des Steins, die Fassung und den Gesamteindruck.
- Reparieren und Umarbeiten: Du setzt lockere oder verlorene Steine neu ein und gibst alten Schmuckstücken ein neues Design.
- Werkzeug pflegen: Du wartest deine Werkzeuge und arbeitest sicher mit Poliergeräten und Mikroskopen.
Wo arbeitest du als Edelsteinfasser/in?
Du arbeitest vor allem in Goldschmiedewerkstätten, in der Schmuckindustrie, bei Juwelieren mit eigener Werkstatt oder in der Uhrenindustrie. Dein Platz ist ein spezieller Arbeitstisch. Oft schaust du durch ein Mikroskop oder eine Lupe. Das verlangt viel Konzentration und eine ruhige Sitzhaltung.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Edelsteinfasser/in ab?
Wie lange dauert die Ausbildung?
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Du lernst im Ausbildungsbetrieb, zum Beispiel bei einem Goldschmied, einem Juwelier oder einem Schmuckhersteller. Dort übst du die Handgriffe direkt am Werktisch. Die Berufsschulen für dieses spezielle Handwerk liegen oft zentral. Das kann Blockunterricht und Reisen bedeuten. In der Schule geht es um Materialkunde, Fasstechniken, Schmuckdesign, Werkzeugkunde, Lichtbrechung, Kunstgeschichte sowie Arbeits- und Umweltschutz.
Was lernst du in Betrieb und Berufsschule?
Das lernst du unter anderem:
- Materialkunde: Du lernst die Eigenschaften von Gold, Silber und Platin und von Edelsteinen wie Diamant, Saphir und Rubin kennen.
- Fasstechniken: Du lernst Krappen-, Zargen-, Kanal-, Pavé-, Spann-, Verschnitt- und Kassettenfassung und was sie von der Metallbearbeitung verlangen.
- Werkzeug- und Maschinenkunde: Du verstehst Aufbau, Funktion und Wartung von Fasswerkzeugen, Sticheln, Poliermaschinen und Mikroskopen.
- Schmuckdesign: Du beschäftigst dich mit Proportionen und der Wirkung von Edelsteinen im fertigen Stück.
- Oberflächenbearbeitung: Du polierst und veredelst Metalle und Steine.
- Qualitätskontrolle: Du beurteilst Fassung, Halt und Gesamtwirkung.
- Reparatur: Du behebst Schäden an Fassungen und setzt Steine neu ein.
- Arbeitssicherheit: Du gehst sicher mit Werkzeugen, Schleifmitteln und chemischen Reinigern um.
Welche Voraussetzungen brauchst du als Edelsteinfasser/in?
Was solltest du mitbringen?
- Mittlerer Schulabschluss oder Abitur/Fachabitur
- ein gutes Auge für Details und Sinn für Ästhetik
- Präzision, Geduld und Konzentration
- sehr gute Feinmotorik und eine ruhige Hand
- räumliches Vorstellungsvermögen
- Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit
- Interesse an Schmuck, Edelsteinen und Handwerk
- ein gutes Farbsehen, damit du Steinfarben und Metalltöne richtig beurteilst
Was verdienst du in der Ausbildung?
Wie viel verdienst du in jedem Ausbildungsjahr?
| Ausbildungsjahr | Vergütung pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich. |
| 1. Ausbildungsjahr | 1.304 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.378 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.489 € |
| 4. Ausbildungsjahr | 1.563 € |
Passt die Ausbildung zum/zur Edelsteinfasser/in zu dir?
Du magst Edelsteine, arbeitest gern mit den Händen und hast ein Auge für Schönes? Dann lohnt sich ein genauer Blick auf diesen Beruf. Das spricht für die Ausbildung:
- Kreative Arbeit: Du gibst jedem Stein den passenden Rahmen.
- Bleibende Ergebnisse: Deine Arbeit ist für die Ewigkeit gemacht.
- Traditionsreiches Handwerk: Du lernst ein seltenes Können mit langer Tradition.
Vom Hobby zum Beruf
Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Edelsteinfasser/in?
Was du als Edelsteinfasser/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer winzige Perlen auffädelt, mit der Lupe Steine und Mineralien betrachtet oder Miniaturen mit ruhiger Hand bemalt, zeigt Werkstätten Präzision und ein Auge für Details. Wer ein Instrument spielt oder beim Bogenschießen im Verein trainiert, beweist dazu Konzentration, und die brauchst du am Mikroskop jeden Tag. Wenn dich das ganze Schmuckstück reizt, schau dir Gold- und Silberschmied/in an. Für das Schleifen der Steine passt Edelsteinschleifer/in.
Aus diesem Berufsprofil abgeleitet
Passt gut, wenn du gern …
- winzige Perlen zu Schmuck auffädelst Fingerspitzengefühl
- Steine und Mineralien mit der Lupe betrachtest Genauigkeit
- Miniaturfiguren mit ruhiger Hand bemalst Geduld
- Querflöte, Klarinette oder Klavier spielst Konzentration
- beim Bogenschießen im Verein trainierst Ruhe
Im Kästchen: Das lesen Ausbildungsbetriebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind
Wo findest du Ausbildungsbetriebe in deiner Nähe?
1 von 3 · Wie häufig?
3
Betriebe bilden aus
Platz 299 von 340 Berufen.
2 von 3 · Wo?
- Baden-Württemberg2
- Rheinland-Pfalz1
Die meisten Betriebe: Pforzheim, Landkreis Birkenfeld
3 von 3 · Um die Ecke
Wer bildet bei dir aus?
Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?
Edelsteinfasser/in ist ein Nischenberuf mit hohem handwerklichem Anspruch. In Deutschland hat die Schmuckherstellung eine lange Tradition. Wenn du präzise arbeitest und dich weiterentwickelst, hast du gute Chancen. Hier kannst du arbeiten:
- in Goldschmiedewerkstätten und Juwelierateliers
- in der Schmuckindustrie, bei Serien und Einzelstücken
- bei Herstellern von Luxusuhren
- in der Restaurierung von historischem Schmuck
- im Reparatur- und Servicebereich für Schmuck
- als selbstständige/r Edelsteinfasser/in
Welche Weiterbildungen gibt es?
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Goldschmiedemeister/in: Du kannst dich selbstständig machen, ausbilden und einen Betrieb führen.
- Weitere Ausbildung: zum Beispiel als Edelsteinschleifer/in oder Edelsteingraveur/in, wenn du die ganze Edelsteinbearbeitung beherrschen willst
- Gestalter/in im Handwerk: für mehr Kreativität und Design
- Spezialisierung: zum Beispiel als Diamantfasser/in, auf Mikropavé oder auf bestimmte Metalle
- Ausbilder/in: Du gibst dein Können an den Nachwuchs weiter.
- Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du Schmuckdesign, Produktdesign oder Kunsthandwerk studieren.
- Eigene Fasswerkstatt: nach einigen Jahren Berufserfahrung und eventuell einer Meisterprüfung
Fazit: Der perfekte Rahmen für jeden Stein
Als Edelsteinfasser/in verbindest du Präzision, Handwerk und Sinn für Ästhetik. Du sorgst dafür, dass Edelsteine sicher sitzen und schön funkeln. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du Meister/in werden, dich spezialisieren oder eine eigene Werkstatt eröffnen.
Neugierig geworden? Finde auf dein-ausbildungsplatz.de einen Ausbildungsbetrieb in deiner Nähe.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Kunsthandwerk, Schmuck und Instrumente.
Dieses Berufsprofil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Elterngespräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.
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