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Ausbildung Fachkraft Lederher­stellung und Gerberei­technik

Ausbildung: Aus Rohhaut wird Leder

Symbolbild: Ausbildung Fachkraft Lederherstellung und Gerbereitechnik

Wie wird aus einer rohen Tierhaut ein edles Leder? Genau das lernst du in der Ausbildung zur Fachkraft für Lederher­stellung und Gerberei­technik. Du bereitest Häute und Felle vor, gerbst sie und veredelst das Leder. Dabei steuerst du chemische Prozesse und bedienst große Maschinen. Dein Leder wird später zu Schuhen, Möbeln oder technischen Artikeln verarbeitet. Dafür brauchst du technisches Verständnis, Sorgfalt und Interesse an Chemie und Biologie. Hier erfährst du, was du als Fachkraft für Lederher­stellung und Gerberei­technik machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Früher hieß dieser Beruf Gerber/in.

Auf einen Blick

Fachkraft Lederher­stellung und Gerberei­technik auf einen Blick

Dauer3 Jahre
Ausbildungdual, Industrie
1. Jahr1.030 €
Schulabschlusskeine Vorgabe
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. Bis 2015 hieß er Gerber/in.

  1. 1981 bis 2015Gerber/in
  2. seit 2015Fachkraft Leder­her­stel­lung und Ger­be­rei­tech­nik

In der DDR hieß der Beruf: Fachar­beiter/in für Lederher­stellung, Katgut- und Saiten­fach­ar­beiter/Katgut- und Saiten­fach­ar­beiter/in

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wieder­ver­ei­nigung 1990 in den heutigen Ausbil­dungs­berufen auf.

Was macht eine Fachkraft für Lederher­stellung und Gerberei­technik?

Du bist Maschi­nen­führer/in, Materi­al­prüfer/in und ein Stück weit Chemiker/in. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Rohware vorbereiten: Du nimmst rohe Häute und Felle an, prüfst und sortierst sie. Danach weichst du sie ein, entfleischst sie und entfernst im Äscher die Haare.
  • Gerben: Du wählst das passende Verfahren, zum Beispiel Chromgerbung oder pflanzliche Gerbung. Du steuerst die chemischen Prozesse in großen Fässern. So wird aus Haut haltbares Leder.
  • Veredeln: Du spaltest, falzt, färbst, fettest, trocknest und bügelst das Leder. Mit Oberflächenbehandlungen gibst du ihm Glanz, eine matte Optik oder machst es wasserabweisend.
  • Maschinen bedienen: Du arbeitest mit Spalt- und Falzmaschinen, Färbefässern, Trocknern und Bügelpressen. Du stellst sie ein und erledigst einfache Wartungen.
  • Qualität prüfen: Du nimmst Proben und prüfst im Labor Dicke, Reißfestigkeit und Farbechtheit.
  • Umwelt- und Arbeitsschutz: Du hältst strenge Auflagen beim Umgang mit Prozesswasser und Chemikalien ein und entsorgst Abfälle fachgerecht.
  • Rezepturen: In manchen Betrieben hilfst du, Gerb- und Veredelungsrezepturen zu verbessern.
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Wo arbeitest du als Fachkraft für Lederher­stellung und Gerberei­technik?

Du arbeitest in Gerbereien und Lederfa­briken. Dort bist du in den Nassbe­reichen mit Gerbfässern und Färberei unterwegs und in den Trocken­be­reichen mit Veredelung und Endkon­trolle.

Du arbeitest oft im Team. In größeren Betrieben gibt es Schicht­dienst. Die Arbeit kann geruchs­in­tensiv sein, und du hast mit Chemikalien zu tun.

Wie läuft die Ausbildung ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Dein Ausbil­dungs­betrieb ist eine Gerberei oder Lederfabrik. Dort lernst du an den Anlagen und im Labor. In der Berufs­schule geht es um Gerberei­chemie, Biologie, Mikrobiologie, Materi­alkunde, Verfah­rens­technik, Anlagen­technik, Mess-, Steuer- und Regelungs­technik, Qualitäts­si­cherung, Umwelt­schutz und Arbeits­si­cherheit.

Das lernst du unter anderem:

  • Häute- und Fellkunde: Aufbau und Eigenschaften verschiedener Häute und Felle
  • Gerbereichemie: Gerbstoffe, Hilfsmittel und ihre Wirkung auf das Leder
  • Anlagentechnik: Äscherfässer, Gerbfässer, Trockner und Spaltmaschinen
  • Veredelung: Färben, Fetten, Prägen, Schleifen und Lackieren
  • Materialprüfung: physikalische und chemische Prüfung von Leder
  • Umweltschutz: Wasserreinigung und Entsorgung von Gerbereiabfällen
  • Arbeitssicherheit: sicherer Umgang mit Chemikalien und Maschinen
  • Prozesskontrolle: Prozessdaten erfassen und Abläufe überwachen

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Fachkraft Lederher­stellung und Gerberei­technik?

Was solltest du mitbringen?

  • einen mittleren Schulabschluss oder einen guten Hauptschulabschluss
  • technisches Verständnis und Interesse an Maschinen
  • Interesse an Chemie und Biologie
  • eine sorgfältige Arbeitsweise
  • Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Chemikalien
  • einen guten Geruchssinn
  • körperliche Belastbarkeit, denn es ist oft feucht und warm
  • Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit
  • Lust, komplexe Prozesse zu verstehen

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 1.030 €
2. Ausbildungsjahr 1.130 €
3. Ausbildungsjahr 1.230 €

Passt die Ausbildung als Fachkraft Lederher­stellung und Gerberei­technik zu dir?

Du magst Naturma­te­rialien und Technik? Dann solltest du dir diesen Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:

  • Tradition und Technik: Du verbindest altes Handwerkswissen mit moderner Technik.
  • Abwechslung: Du arbeitest in vielen Schritten der Lederherstellung mit.
  • Spezialisierung: Du kannst dich auf Leder für Mode, Möbel oder technische Anwendungen spezialisieren.
  • Nachhaltigkeit: Du hilfst mit, umweltfreundlichere Verfahren in die Branche zu bringen.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Fachkraft Lederher­stellung und Gerberei­technik?

Was du als Fachkraft Lederher­stellung und Gerberei­technik jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer in der Chemie-AG Farben und Lösungen ansetzt, alte Lederjacken pflegt und auffrischt oder Stoffe mit Pflanzen­farben einfärbt, zeigt Betrieben Interesse an Prozessen und Sorgfalt. Wer im Wasser­ballteam oder beim Rudern trainiert, beweist Teamgeist und Belast­barkeit, auch wenn es feucht und warm wird. Wenn dich das Nähen von Leder reizt, schau dir Fachkraft Lederver­ar­beitung an. Für Sättel und Polster passt Sattler/in.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • in der Chemie-AG Lösungen und Farben ansetzt Neugier
  • Lederschuhe oder Jacken pflegst und auffrischst Sorgfalt
  • Stoffe mit Pflanzenfarben einfärbst Kreativität
  • im Ruder- oder Wasserballverein trainierst Belastbarkeit
  • in der Schülerfirma im Team produzierst Teamgeist

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Wo findest du Ausbil­dungs­be­triebe in deiner Nähe?

  • 1 von 3 · Wie häufig?

    5

    Betriebe bilden aus

    Platz 285 von 340 Berufen.

  • 2 von 3 · Wo?

    • Bayern2
    • Nordrhein-Westfalen2
    • Baden-Württemberg1
  • 3 von 3 · Um die Ecke

    Wer bildet bei dir aus?

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Du lernst einen Spezialberuf. Die Lederpro­duktion in Deutschland ist kleiner als früher. Für Spezialleder und umwelt­freundliche Verfahren werden aber weiter gut ausgebildete Fachkräfte gebraucht. Hier kannst du arbeiten:

  • in Gerbereien und Lederfabriken, etwa für Oberleder, Spaltleder oder Polsterleder
  • bei Herstellern von Chemikalien für die Lederindustrie in Anwendungstechnik oder Labor
  • in Qualitätssicherung und Entwicklung bei großen Lederabnehmern wie der Automobil- oder Möbelindustrie
  • in Forschungsinstituten für Leder
  • im Umweltmanagement der Gerbereibranche

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Industriemeister/in: zum Beispiel Chemie oder Textil und Leder, für leitende Aufgaben in der Produktion
  • Techniker/in: für Chemietechnik oder Textiltechnik mit Schwerpunkt Leder
  • Spezialisierung: zum Beispiel auf umweltfreundliche Gerbung, Spezialleder, Färbetechnik oder Oberflächenveredelung
  • Ausbilder/in: wenn du dein Wissen weitergeben willst
  • Studium: mit Hochschulzugangsberechtigung zum Beispiel Chemieingenieurwesen, Verfahrenstechnik oder Umwelttechnik

Fazit: Ein Naturprodukt mit Know-how veredeln

Als Fachkraft für Lederher­stellung und Gerberei­technik verbindest du Technik, Chemie und Genauigkeit. Du schaffst ein Naturprodukt, das in vielen Bereichen gebraucht wird. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du Meister/in oder Techniker/in werden, dich spezia­li­sieren oder studieren.

Neugierig geworden? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Industrie.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Fachkraft Lederherstellung und Gerbereitechnik als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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