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Ausbildung Fachkraft Lederherstellung und Gerbereitechnik
Ausbildung: Aus Rohhaut wird Leder
Wie wird aus einer rohen Tierhaut ein edles Leder? Genau das lernst du in der Ausbildung zur Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik. Du bereitest Häute und Felle vor, gerbst sie und veredelst das Leder. Dabei steuerst du chemische Prozesse und bedienst große Maschinen. Dein Leder wird später zu Schuhen, Möbeln oder technischen Artikeln verarbeitet. Dafür brauchst du technisches Verständnis, Sorgfalt und Interesse an Chemie und Biologie. Hier erfährst du, was du als Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Früher hieß dieser Beruf Gerber/in.
Auf einen Blick
Fachkraft Lederherstellung und Gerbereitechnik auf einen Blick
Der Beruf im Wandel der Zeit
Wie hieß der Beruf früher?
Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. Bis 2015 hieß er Gerber/in.
- 1981 bis 2015Gerber/
in - seit 2015Fachkraft Lederherstellung und Gerbereitechnik
In der DDR hieß der Beruf: Facharbeiter/in für Lederherstellung, Katgut- und Saitenfacharbeiter/Katgut- und Saitenfacharbeiter/in
Berufsnamen seit Gründung der Bundesrepublik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wiedervereinigung 1990 in den heutigen Ausbildungsberufen auf.
Was macht eine Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik?
Du bist Maschinenführer/in, Materialprüfer/in und ein Stück weit Chemiker/in. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
Welche Aufgaben hast du im Arbeitsalltag?
- Rohware vorbereiten: Du nimmst rohe Häute und Felle an, prüfst und sortierst sie. Danach weichst du sie ein, entfleischst sie und entfernst im Äscher die Haare.
- Gerben: Du wählst das passende Verfahren, zum Beispiel Chromgerbung oder pflanzliche Gerbung. Du steuerst die chemischen Prozesse in großen Fässern. So wird aus Haut haltbares Leder.
- Veredeln: Du spaltest, falzt, färbst, fettest, trocknest und bügelst das Leder. Mit Oberflächenbehandlungen gibst du ihm Glanz, eine matte Optik oder machst es wasserabweisend.
- Maschinen bedienen: Du arbeitest mit Spalt- und Falzmaschinen, Färbefässern, Trocknern und Bügelpressen. Du stellst sie ein und erledigst einfache Wartungen.
- Qualität prüfen: Du nimmst Proben und prüfst im Labor Dicke, Reißfestigkeit und Farbechtheit.
- Umwelt- und Arbeitsschutz: Du hältst strenge Auflagen beim Umgang mit Prozesswasser und Chemikalien ein und entsorgst Abfälle fachgerecht.
- Rezepturen: In manchen Betrieben hilfst du, Gerb- und Veredelungsrezepturen zu verbessern.
Wo arbeitest du als Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik?
Du arbeitest in Gerbereien und Lederfabriken. Dort bist du in den Nassbereichen mit Gerbfässern und Färberei unterwegs und in den Trockenbereichen mit Veredelung und Endkontrolle.
Du arbeitest oft im Team. In größeren Betrieben gibt es Schichtdienst. Die Arbeit kann geruchsintensiv sein, und du hast mit Chemikalien zu tun.
Wie läuft die Ausbildung ab?
Wie lange dauert die Ausbildung?
Was lernst du in Betrieb und Berufsschule?
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Dein Ausbildungsbetrieb ist eine Gerberei oder Lederfabrik. Dort lernst du an den Anlagen und im Labor. In der Berufsschule geht es um Gerbereichemie, Biologie, Mikrobiologie, Materialkunde, Verfahrenstechnik, Anlagentechnik, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Qualitätssicherung, Umweltschutz und Arbeitssicherheit.
Das lernst du unter anderem:
- Häute- und Fellkunde: Aufbau und Eigenschaften verschiedener Häute und Felle
- Gerbereichemie: Gerbstoffe, Hilfsmittel und ihre Wirkung auf das Leder
- Anlagentechnik: Äscherfässer, Gerbfässer, Trockner und Spaltmaschinen
- Veredelung: Färben, Fetten, Prägen, Schleifen und Lackieren
- Materialprüfung: physikalische und chemische Prüfung von Leder
- Umweltschutz: Wasserreinigung und Entsorgung von Gerbereiabfällen
- Arbeitssicherheit: sicherer Umgang mit Chemikalien und Maschinen
- Prozesskontrolle: Prozessdaten erfassen und Abläufe überwachen
Welche Voraussetzungen brauchst du als Fachkraft Lederherstellung und Gerbereitechnik?
Was solltest du mitbringen?
- einen mittleren Schulabschluss oder einen guten Hauptschulabschluss
- technisches Verständnis und Interesse an Maschinen
- Interesse an Chemie und Biologie
- eine sorgfältige Arbeitsweise
- Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Chemikalien
- einen guten Geruchssinn
- körperliche Belastbarkeit, denn es ist oft feucht und warm
- Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit
- Lust, komplexe Prozesse zu verstehen
Was verdienst du in der Ausbildung?
Wie viel verdienst du in jedem Ausbildungsjahr?
| Ausbildungsjahr | Vergütung pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich. |
| 1. Ausbildungsjahr | 1.030 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.130 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.230 € |
Passt die Ausbildung als Fachkraft Lederherstellung und Gerbereitechnik zu dir?
Du magst Naturmaterialien und Technik? Dann solltest du dir diesen Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:
- Tradition und Technik: Du verbindest altes Handwerkswissen mit moderner Technik.
- Abwechslung: Du arbeitest in vielen Schritten der Lederherstellung mit.
- Spezialisierung: Du kannst dich auf Leder für Mode, Möbel oder technische Anwendungen spezialisieren.
- Nachhaltigkeit: Du hilfst mit, umweltfreundlichere Verfahren in die Branche zu bringen.
Vom Hobby zum Beruf
Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Fachkraft Lederherstellung und Gerbereitechnik?
Was du als Fachkraft Lederherstellung und Gerbereitechnik jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer in der Chemie-AG Farben und Lösungen ansetzt, alte Lederjacken pflegt und auffrischt oder Stoffe mit Pflanzenfarben einfärbt, zeigt Betrieben Interesse an Prozessen und Sorgfalt. Wer im Wasserballteam oder beim Rudern trainiert, beweist Teamgeist und Belastbarkeit, auch wenn es feucht und warm wird. Wenn dich das Nähen von Leder reizt, schau dir Fachkraft Lederverarbeitung an. Für Sättel und Polster passt Sattler/in.
Aus diesem Berufsprofil abgeleitet
Passt gut, wenn du gern …
- in der Chemie-AG Lösungen und Farben ansetzt Neugier
- Lederschuhe oder Jacken pflegst und auffrischst Sorgfalt
- Stoffe mit Pflanzenfarben einfärbst Kreativität
- im Ruder- oder Wasserballverein trainierst Belastbarkeit
- in der Schülerfirma im Team produzierst Teamgeist
Im Kästchen: Das lesen Ausbildungsbetriebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind
Wo findest du Ausbildungsbetriebe in deiner Nähe?
1 von 3 · Wie häufig?
5
Betriebe bilden aus
Platz 285 von 340 Berufen.
2 von 3 · Wo?
- Bayern2
- Nordrhein-Westfalen2
- Baden-Württemberg1
Die meisten Betriebe: Landkreis Holzminden, Leverkusen, Kreis Heinsberg
3 von 3 · Um die Ecke
Wer bildet bei dir aus?
Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?
Du lernst einen Spezialberuf. Die Lederproduktion in Deutschland ist kleiner als früher. Für Spezialleder und umweltfreundliche Verfahren werden aber weiter gut ausgebildete Fachkräfte gebraucht. Hier kannst du arbeiten:
- in Gerbereien und Lederfabriken, etwa für Oberleder, Spaltleder oder Polsterleder
- bei Herstellern von Chemikalien für die Lederindustrie in Anwendungstechnik oder Labor
- in Qualitätssicherung und Entwicklung bei großen Lederabnehmern wie der Automobil- oder Möbelindustrie
- in Forschungsinstituten für Leder
- im Umweltmanagement der Gerbereibranche
Welche Weiterbildungen gibt es?
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Industriemeister/in: zum Beispiel Chemie oder Textil und Leder, für leitende Aufgaben in der Produktion
- Techniker/in: für Chemietechnik oder Textiltechnik mit Schwerpunkt Leder
- Spezialisierung: zum Beispiel auf umweltfreundliche Gerbung, Spezialleder, Färbetechnik oder Oberflächenveredelung
- Ausbilder/in: wenn du dein Wissen weitergeben willst
- Studium: mit Hochschulzugangsberechtigung zum Beispiel Chemieingenieurwesen, Verfahrenstechnik oder Umwelttechnik
Fazit: Ein Naturprodukt mit Know-how veredeln
Als Fachkraft für Lederherstellung und Gerbereitechnik verbindest du Technik, Chemie und Genauigkeit. Du schaffst ein Naturprodukt, das in vielen Bereichen gebraucht wird. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du Meister/in oder Techniker/in werden, dich spezialisieren oder studieren.
Neugierig geworden? Finde auf dein-ausbildungsplatz.de einen Ausbildungsbetrieb in deiner Nähe.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Industrie.
Dieses Berufsprofil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Elterngespräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.
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