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Ausbildung Figurenkeramformer/in
Ausbildung: Aus Ton werden Figuren
Kannst du dir vorstellen, aus einem Klumpen Ton eine kleine Figur mit Charakter zu machen? Genau das lernst du in der Ausbildung zum/zur Figurenkeramformer/in. Du stellst Figuren und Objekte aus Ton, Porzellan und Steingut her. Du gießt, modellierst, bemalst und brennst sie. So entstehen Sammlerstücke und Dekorationen. Du brauchst Fingerfertigkeit, Geduld und ein Gespür für Formen. Hier erfährst du, was du als Figurenkeramformer/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Auf einen Blick
Figurenkeramformer/in auf einen Blick
Der Beruf im Wandel der Zeit
Wie hieß der Beruf früher?
In der DDR hieß der Beruf: Porzellangestalter/in (Schwerpunkte Bossierer/in, Former/in, Formgebung)
Berufsnamen seit Gründung der Bundesrepublik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wiedervereinigung 1990 in den heutigen Ausbildungsberufen auf.
Was macht ein/e Figurenkeramformer/in?
Du bist Handwerker/in, Künstler/in und Detailprofi in einer Person. Du arbeitest viel von Hand mit keramischen Massen und speziellen Werkzeugen. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
Welche Aufgaben hast du im Arbeitsalltag?
- Massen vorbereiten: Du knetest, walzt oder mischst Ton, Porzellan- oder Steingutmasse, bis sie gleichmäßig und frei von Luftblasen ist.
- Formen und Modellieren: Das ist das Herzstück deiner Arbeit. Oft gießt du flüssige Masse, den Schlicker, in Gipsformen und entformst die Rohlinge. Manche Figuren modellierst du frei von Hand.
- Rohlinge nacharbeiten: Du entfernst Gussnähte, glättest Oberflächen und setzt feine Details wie Haare oder Kleidung an.
- Bemalen und Glasieren: Mit Unterglasurfarben und Glasuren bringst du feine Muster und Gesichter auf.
- Brennen: Du programmierst die Öfen für den Schrühbrand, der das Material festigt, und den Glasurbrand, der die Glasur schmelzen lässt.
- Qualität prüfen: Nach dem Brand suchst du nach Rissen, Verformungen oder Fehlern in der Glasur und schleifst oder polierst nach.
- Werkzeuge pflegen: Du nutzt und pflegst Modellierhölzer, Spachtel, Messer, Pinsel und Brennöfen.
Wo arbeitest du als Figurenkeramformer/in?
Du arbeitest in Manufakturen für hochwertige Keramik, in Porzellanfabriken, in Kunsthandwerksbetrieben oder in Werkstätten für Restaurierung. Die Umgebung ist kreativ und oft ruhig. Du kannst dich ganz auf deine Figuren konzentrieren.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Figurenkeramformer/in ab?
Wie lange dauert die Ausbildung?
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Im Betrieb, meist einer Porzellan- oder Keramikmanufaktur oder einem Keramikatelier, arbeitest du mit Massen, Formen und Öfen. In der Berufsschule geht es um Materialkunde, Gestaltung, Formtechnik, Brennverfahren, Farb- und Formenlehre, Werkzeugkunde, Qualitätsmanagement und Arbeitssicherheit.
Was lernst du in Betrieb und Berufsschule?
Das lernst du unter anderem:
- Materialkunde: Du kennst Rohstoffe wie Ton, Kaolin, Feldspat und Quarz sowie Glasuren und Farbpigmente.
- Formen und Modellieren: Du formst von Hand, gießt in Gipsformen und setzt Details an.
- Brenntechnik: Du kennst Schrühbrand, Glasurbrand und Dekorbrand und steuerst die Öfen.
- Oberflächengestaltung: Du glasierst, bemalst, engobierst und bringst Dekore an.
- Werkzeuge und Geräte: Du gehst sicher mit allen Werkzeugen der Keramikherstellung um.
- Gestaltungslehre: Du lernst, wie Proportion und Ausdruck eine Figur lebendig machen.
- Qualitätskontrolle: Du erkennst Mängel und sicherst die Qualität.
- Arbeitssicherheit und Umweltschutz: Du gehst sicher mit Chemikalien und Öfen um.
Welche Voraussetzungen brauchst du als Figurenkeramformer/in?
Was solltest du mitbringen?
- einen guten Hauptschulabschluss oder einen mittleren Schulabschluss
- Kreativität und Sinn für Ästhetik
- handwerkliches Geschick und Fingerfertigkeit
- Geduld, Ausdauer und eine genaue Arbeitsweise
- Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein
- räumliches Vorstellungsvermögen
- Interesse an Kunst und Design
- Lust, dir die Hände schmutzig zu machen
Was verdienst du in der Ausbildung?
Wie viel verdienst du in jedem Ausbildungsjahr?
| Ausbildungsjahr | Vergütung pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich. |
| 1. Ausbildungsjahr | 1.200 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.250 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.350 € |
Passt die Ausbildung zum/zur Figurenkeramformer/in zu dir?
Du gestaltest gern und hast ein gutes Auge für Details? Dann solltest du dir diesen Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:
- Handwerk und Kunst: Du fertigst Figuren, Zier- und Gebrauchsgegenstände und bringst eigene Ideen ein.
- Genauigkeit zählt: Mit Sorgfalt und Konzentration erreichst du ein perfektes Ergebnis.
- Vorstellungskraft: Du hast das fertige Stück schon im Kopf, bevor du anfängst.
- Verschiedene Branchen: Keramikindustrie, Porzellanindustrie und Kunsthandwerk stehen dir offen.
Bewirb dich am besten frühzeitig bei Betrieben in deiner Region.
Vom Hobby zum Beruf
Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Figurenkeramformer/in?
Was du als Figurenkeramformer/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer mit Knete oder Ton Figuren formt, in der Kunst-AG töpfert oder feine Details zeichnet, zeigt Manufakturen Kreativität und Fingerfertigkeit. Wer dazu ein Instrument übt oder im Theater mitspielt, beweist Geduld und Ausdauer. Genau das brauchst du, wenn eine Figur viele Arbeitsschritte hat. Wenn dich Geschirr und Gefäße reizen, schau dir Keramiker/in an. Für feine Malerei auf Porzellan passt Manufakturporzellanmaler/in.
Aus diesem Berufsprofil abgeleitet
Passt gut, wenn du gern …
- mit Ton oder Knete Figuren modellierst Fingerfertigkeit
- in der Kunst-AG töpferst Kreativität
- Gesichter, Tiere oder Figuren detailliert zeichnest Genauigkeit
- ein Instrument lernst und regelmäßig übst Ausdauer
- in der Theatergruppe mitspielst Teamgeist
Im Kästchen: Das lesen Ausbildungsbetriebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind
Wo findest du Ausbildungsbetriebe in deiner Nähe?
1 von 2 · Meiste Betriebe im Bereich
Rund 3.600 Betriebe bilden diesen Beruf aus. Das sind die meisten im Bereich Industrie.
2 von 2 · Passt der Beruf?
Unsicher, ob dieser Beruf zu dir passt?
Tipp deine Noten und Hobbys ein. Ecki zeigt dir passende Berufe und die Betriebe um die Ecke.
Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?
Figurenkeramformer/in ist ein traditionsreiches Handwerk. Handgefertigte Keramik und die Pflege des kulturellen Erbes halten den Beruf lebendig. Wenn du qualitätsbewusst bist und dich spezialisierst, hast du gute Chancen. Hier kannst du arbeiten:
- in Porzellan- und Keramikmanufakturen
- in Kunsthandwerksbetrieben und Ateliers
- in Werkstätten für Restaurierung von Keramik und Porzellan
- in der Sonderfertigung von Sammlerstücken und Designobjekten
- in Museen
- als Selbstständige/r mit eigenem Atelier oder Onlineshop
- in der Erwachsenenbildung mit Kursen und Workshops
Welche Weiterbildungen gibt es?
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Keramikmeister/in: Du führst einen eigenen Betrieb und bildest aus.
- Gestalter/in im Handwerk: Du entwickelst Produktlinien und arbeitest gestalterisch.
- Techniker/in für Keramiktechnik: Du vertiefst Materialwissen, Produktionstechnik und Qualitätsmanagement.
- Restaurator/in im Keramikerhandwerk: Du erhältst historische und wertvolle Stücke.
- Spezialisierung: etwa auf Porzellanmalerei, Gipsformenbau, Sanitärkeramik oder Sonderanfertigungen.
- Ausbilder/in: Du gibst dein Wissen an den Nachwuchs weiter.
- Studium: Mit Hochschulzugang kannst du Produktdesign, Keramikdesign, Bildende Kunst, Restaurierung oder Werkstoffwissenschaften studieren.
Fazit: Kleine Kunstwerke aus Ton
Als Figurenkeramformer/in verbindest du Handwerk, Kreativität und Geduld. Aus einem erdigen Material schaffst du feine, ausdrucksstarke Figuren. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du Meister/in werden, dich spezialisieren oder studieren.
Lust auf Ton? Finde auf dein-ausbildungsplatz.de einen Ausbildungsbetrieb in deiner Nähe.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Industrie.
Dieses Berufsprofil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Elterngespräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.
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