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Ausbildung Flecht­werk­ge­stalter/in

Ausbildung: Altes Handwerk mit Naturma­terial

Symbolbild: Ausbildung Flechtwerkgestalter/in

Kannst du dir vorstellen, aus biegsamen Ruten einen stabilen Korb oder einen Sessel zu flechten? Dann ist die Ausbildung zum/zur Flecht­werk­ge­stalter/in vielleicht genau dein Ding. Du arbeitest mit Weide, Rattan, Peddigrohr und anderen Naturma­te­rialien. Daraus entstehen Körbe, Möbel, Dekoartikel und sogar Kunstobjekte. Du bewahrst ein altes Handwerk und bringst eigene Ideen ein. Du brauchst Geduld, geschickte Hände und Sinn für Formen. Hier erfährst du, was du als Flecht­werk­ge­stalter/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Auf einen Blick

Flecht­werk­ge­stalter/in auf einen Blick

Dauer3 Jahre
Schulabschlusskeine Vorgabe
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. 2006 wurden mehrere Berufe neu geordnet. Aus 2 Berufen wurde einer.

  1. 1985 bis 2006Korbmacher/in Fach­rich­tung Korb­mö­bel­bau
  2. 1985 bis 2006Korbmacher/in Fach­rich­tung Korb­wa­ren­her­stel­lung
  3. seit 2006Flecht­werk­ge­stal­ter/in

Im Alltag sagt man auch: Korbmacher/in, Korbflechter/in

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949.

Was macht ein/e Flecht­werk­ge­stalter/in?

Du bist Handwerker/in, Gestalter/in und Materi­alprofi in einer Person. Du arbeitest mit Naturma­te­rialien und speziellen Werkzeugen. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Material vorbereiten: Du wählst Weidenruten, Peddigrohr, Rattan, Bambus, Binsen, Stroh oder Papierfasern aus. Du wässerst, spleißt oder biegst sie, damit sie geschmeidig werden.
  • Flechten und Knüpfen: Das ist das Herzstück deiner Arbeit. Du baust Grundgerüste, flechtest Böden, Wände und Griffe. Alles entsteht in präziser Handarbeit.
  • Gestalten: Du entwirfst Körbe, Wäschetruhen, Gartenmöbel, Lampen oder Raumteiler. Du spielst mit Mustern, Farben und Formen.
  • Reparieren und Restaurieren: Du ersetzt kaputte Geflechte an alten Möbeln und stabilisierst alte Strukturen.
  • Oberflächen behandeln: Du schleifst, lackierst, ölst oder beizt das fertige Stück.
  • Kund/innen beraten: Du besprichst Wünsche und Gestaltung und kalkulierst Kosten.
  • Werkzeuge pflegen: Du hältst Flechtahle, Zangen, Holzhammer und Scheren in Schuss.
flechtwerk

Wo arbeitest du als Flecht­werk­ge­stalter/in?

Du arbeitest in kleinen Handwerks­be­trieben, Manufakturen, Restau­rie­rungs­werk­stätten oder in der Möbelin­dustrie. Deine Werkstatt ist geprägt von natürlichen Materialien und echtem Handwerk.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Flecht­werk­ge­stalter/in ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Dein Betrieb ist meist eine Flecht­werkstatt, ein Korbma­cher­betrieb oder ein Betrieb der Möbelin­dustrie. In der Berufs­schule geht es um Materi­alkunde, Flecht- und Knüpftechniken, Gestaltung, Produkt­ent­wicklung, Werkzeugkunde, Restau­rierung, Arbeits­planung, Marketing und Betriebs­wirt­schaft.

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Das lernst du unter anderem:

  • Materialkunde: Du kennst Weide, Rattan, Peddigrohr, Binse, Stroh und Bambus und weißt, wie du sie vorbereitest.
  • Flechttechniken: Du flechtest, wickelst, knüpfst und biegst.
  • Gestaltungslehre: Du lernst, wie Form, Farbe, Proportion und Struktur wirken.
  • Werkzeugkunde: Du gehst sicher mit allen Werkzeugen deines Handwerks um.
  • Produktentwicklung: Du entwickelst eigene Entwürfe, zeichnest Skizzen und baust Prototypen.
  • Restaurierung: Du reparierst und erhältst historische Flechtobjekte.
  • Oberflächenbehandlung: Du schützt und veredelst Flechtwerk.
  • Beratung und Verkauf: Du berätst Kund/innen und präsentierst deine Produkte.
  • Betriebswirtschaft: Du bekommst Einblick in Einkauf, Kalkulation und Marketing.
  • Arbeitssicherheit: Du gehst sicher mit Werkzeugen um.

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Flecht­werk­ge­stalter/in?

Was solltest du mitbringen?

  • einen guten Hauptschulabschluss oder einen mittleren Schulabschluss
  • handwerkliches Geschick und Fingerfertigkeit
  • Geduld und Ausdauer
  • Sinn für Ästhetik und Formen
  • Kreativität und räumliches Vorstellungsvermögen
  • eine sorgfältige, genaue Arbeitsweise
  • Freude an natürlichen Materialien
  • körperliche Belastbarkeit für langes Sitzen und bestimmte Haltungen

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Jahr Vergütung
1. Ausbildungsjahr 650 EUR
2. Ausbildungsjahr 765 EUR
3. Ausbildungsjahr 875 EUR

Passt die Ausbildung zum/zur Flecht­werk­ge­stalter/in zu dir?

Du gestaltest gern und hast ein Auge für Details? Dann solltest du dir diesen Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:

  • Handwerk und Gestaltung: Du entwirfst und fertigst Körbe, Möbel, Lampenschirme und Dekoration.
  • Eigene Ideen: Du setzt deine Vorstellungen kreativ um.
  • Sorgfalt zahlt sich aus: Genaues Arbeiten führt zu einem perfekten Ergebnis.
  • Verschiedene Branchen: Möbelindustrie, Innenarchitektur und Kunsthandwerk stehen dir offen.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Flecht­werk­ge­stalter/in?

Was du als Flecht­werk­ge­stalter/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer Freund­schafts­bänder knüpft, Körbe aus Papier­streifen flechtet oder alte Stühle wieder herrichtet, zeigt Betrieben Finger­fer­tigkeit und viel Ausdauer. Wer dazu in der Kunst-AG eigene Ideen umsetzt oder ein Instrument übt, beweist Kreativität und Geduld. Das lesen Werkstätten als gutes Zeichen für ein ruhiges Handwerk. Wenn dich Holz an der Drehbank reizt, schau dir Drechsler/in an. Für Stoffe und Fäden passt Textil­ge­stalter/in Handwerk.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • Freundschaftsbänder oder Makramee knüpfst Fingerfertigkeit
  • aus Papier oder Weide Körbe flechtest Geduld
  • alte Möbel wieder herrichtest Sorgfalt
  • in der Kunst-AG eigene Ideen gestaltest Kreativität
  • ein Instrument lernst und lange dranbleibst Ausdauer

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Flecht­werk­ge­stalter/in ist ein Nischenberuf, der gerade wieder­entdeckt wird. Nachhal­tigkeit und Naturma­te­rialien liegen im Trend. Wenn du kreativ bist und dich spezia­li­sierst, hast du gute Chancen. Hier kannst du arbeiten:

  • in Flechtwerkstätten und Korbmacherbetrieben
  • in Werkstätten für Möbelrestaurierung
  • bei Herstellern von Flechtmöbeln
  • in Geschäften für Kunsthandwerk und Design
  • im Requisitenbau für Theater oder Film
  • in Museen
  • als Selbstständige/r mit Atelier, Onlineshop oder auf Kunsthandwerkermärkten
  • in der Erwachsenenbildung mit Kursen und Workshops

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Flechtwerkgestaltermeister/in: Du führst einen eigenen Betrieb und bildest aus.
  • Gestalter/in im Handwerk: Du entwickelst Produktlinien und arbeitest als Designer/in.
  • Restaurator/in im Handwerk: Du erhältst historische und wertvolle Flechtobjekte.
  • Techniker/in: in Holztechnik oder Möbelbau.
  • Spezialisierung: etwa auf traditionelle Korbmacherei, moderne Flechtmöbel, Lichtobjekte oder Kunstobjekte.
  • Ausbilder/in: Du gibst dein Wissen an den Nachwuchs weiter.
  • Studium: Mit Hochschulzugang kannst du Produktdesign, Möbeldesign oder Restaurierung studieren.

Fazit: Nachhaltig gestalten mit den Händen

Als Flecht­werk­ge­stalter/in verbindest du Handwerk, Kreativität und Geduld. Aus einfachen Naturma­te­rialien schaffst du nachhaltige Gebrauchs­ge­gen­stände und Kunstwerke. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du Meister/in werden, dich spezia­li­sieren oder ein eigenes Atelier eröffnen.

Lust aufs Flechten? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Kunsthandwerk, Schmuck und Instrumente.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Flechtwerkgestalter/in als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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