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Ausbildung Förderlehrer/in
Ausbildung: Lernwege, die zu jedem Kind passen
Du hast Geduld und ein gutes Gespür dafür, was andere brauchen? Dann könnte die Ausbildung zum/zur Förderlehrer/in zu dir passen. Du begleitest Kinder und Jugendliche, die beim Lernen oder in ihrer Entwicklung besondere Herausforderungen haben. Du findest heraus, wo ihre Stärken liegen und wo es hakt. Dann entwickelst du Lernwege, die genau zu ihnen passen. So kann jedes Kind sein Potenzial entfalten, egal mit welchen Startbedingungen es kommt. Hier erfährst du, was du als Förderlehrer/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Auf einen Blick
Förderlehrer/in auf einen Blick
Was macht ein/e Förderlehrer/in?
Dein Alltag ist geprägt vom engen Kontakt zu Schüler/innen, von vielen pädagogischen Methoden und von der Zusammenarbeit mit Eltern und Kolleg/innen. Du bist Pädagog/in, Diagnostiker/in und Motivator/in zugleich. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
Welche Aufgaben hast du im Arbeitsalltag?
- Förderplanung: Du analysierst Lernschwierigkeiten oder besondere Begabungen und erstellst individuelle Förderpläne.
- Förderunterricht: Du unterrichtest einzelne Schüler/innen oder kleine Gruppen mit speziellen Methoden und Materialien, zum Beispiel in Deutsch, Mathematik oder im sozialen Lernen.
- Beobachtung und Diagnostik: Du verfolgst Lernentwicklung und Verhalten und führst diagnostische Tests durch.
- Beratung: Du sprichst mit Schüler/innen über ihre Fortschritte und berätst Eltern, wie sie ihr Kind zu Hause unterstützen können.
- Teamarbeit: Du stimmst dich mit Klassenlehrer/innen, Psycholog/innen, Therapeut/innen und der Schulleitung ab.
- Materialien anpassen: Du entwickelst vereinfachte Texte, visuelle Hilfen oder spezielle Übungen.
- Dokumentation: Du hältst Fortschritte fest, prüfst die Förderung regelmäßig und passt sie an.
- Konferenzen: Du bringst dein Wissen in Lehrerkonferenzen und Elterngespräche ein.
Wo arbeitest du als Förderlehrer/in?
Dein Arbeitsplatz ist meistens die Schule. Das können Grundschulen, weiterführende Schulen oder Förderschulen sein. Du kannst auch in speziellen Bildungseinrichtungen, in Nachhilfeinstituten oder in der Erwachsenenbildung arbeiten. Überall geht es darum, die Lernfreude und die Fähigkeiten der Lernenden zu stärken.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Förderlehrer/in ab?
Wie lange dauert die Ausbildung?
Der Weg in den Beruf ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt. Er hängt vom Bundesland und von der Schulart ab. Oft ist es eine pädagogische Ausbildung mit Spezialisierung oder eine Weiterbildung für ausgebildete Lehrer/innen. Typische Wege sind:
- Studium der Sonderpädagogik oder Inklusiven Pädagogik: ein Lehramtsstudium mit Schwerpunkt Sonderpädagogik oder ein Master in inklusiver Bildung
- Lehramtsstudium mit Zusatzqualifikation: zum Beispiel für Grundschule oder Sekundarstufe, danach eine Weiterbildung in Förderpädagogik oder Dyskalkulie- und LRS-Therapie
- Staatlich geprüfte/r Förderlehrer/in: in einigen Bundesländern eine eigene Ausbildung an Fachakademien oder vergleichbaren Einrichtungen
Was lernst du in Betrieb und Berufsschule?
Das lernst du unter anderem:
- Pädagogik und Psychologie: kindliche Entwicklung, Lernprozesse, Motivation und Lernschwierigkeiten wie Lese-Rechtschreib-Schwäche, Rechenschwäche oder ADHS
- Didaktik und Methodik: differenzierter Unterricht, Lernstrategien und Förderkonzepte
- Diagnostik: Lernstandsdiagnosen durchführen und Fördergutachten erstellen
- Sonderpädagogische Fachrichtungen: Förderung bei Lernbehinderung, geistiger Behinderung, emotional-sozialen Entwicklungsstörungen oder körperlichen Beeinträchtigungen
- Kommunikation und Beratung: Gespräche mit Schüler/innen, Eltern und Kolleg/innen führen
- Recht, Inklusion und Integration: rechtliche Grundlagen und wie Inklusion im Schulalltag gelingt
Welche Voraussetzungen brauchst du als Förderlehrer/in?
Was solltest du mitbringen?
- Fachabitur oder Abitur für ein Studium, für schulische Ausbildungen einen mittleren Schulabschluss oder Abitur
- Einfühlungsvermögen und Geduld
- Freude am Umgang mit Kindern und Jugendlichen
- Kreativität und Flexibilität
- Kommunikationsstärke und Teamfähigkeit
- eine gute Beobachtungsgabe
- Verantwortungsbewusstsein und Belastbarkeit
Was verdienst du in der Ausbildung?
Gibt es eine Ausbildungsvergütung?
Für den schulischen Teil der Ausbildung gibt es in der Regel keine Ausbildungsvergütung. Je nach Weg kannst du Anwärterbezüge bekommen. Wie hoch sie sind, hängt von deinem Bundesland und deinem Ausbildungsweg ab.
Passt die Ausbildung zum/zur Förderlehrer/in zu dir?
Du willst Kindern helfen, ihre Stärken zu entdecken? Das spricht für den Beruf:
- Sinn: Du hilfst Kindern und Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten oder Beeinträchtigungen, ihre Schwächen zu überwinden.
- Einfühlungsvermögen zählt: Du versetzt dich in deine Schüler/innen hinein und förderst sie individuell.
- Kreativität: Förderunterricht ist abwechslungsreich. Du entwickelst immer wieder neue Methoden und Materialien.
- Viele Schulformen: Du kannst an Grundschulen, in der Sekundarstufe I oder an Förderschulen arbeiten.
- Aufstieg: Später kannst du zum Beispiel Schulleiter/in oder Fachberater/in für Förderpädagogik werden oder dich zum/zur Sprachheilpädagog/in weiterbilden.
Vom Hobby zum Beruf
Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Förderlehrer/in?
Was du als Förderlehrer/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer Nachhilfe gibt, mit jüngeren Geschwistern Hausaufgaben macht oder im Sportverein eine Kindergruppe betreut, zeigt Schulen Geduld und Einfühlungsvermögen. Wer dazu Lernspiele bastelt oder in der Schülervertretung mitarbeitet, beweist Kreativität und Kommunikationsstärke. Genau das lesen Bewerbungsstellen als gutes Zeichen. Wenn dich die Arbeit mit kleineren Kindern reizt, schau dir Erzieher/in an. Wenn du Menschen mit Behinderung begleiten willst, passt Heilerziehungspfleger/in.
Aus diesem Berufsprofil abgeleitet
Passt gut, wenn du gern …
- Nachhilfe gibst und Stoff einfach erklärst Geduld
- jüngeren Geschwistern bei Hausaufgaben hilfst Einfühlungsvermögen
- im Sportverein eine Kindergruppe betreust Verantwortung
- Lernspiele oder Quizze selbst bastelst Kreativität
- in der Schülervertretung mitarbeitest Kommunikation
Im Kästchen: Das lesen Ausbildungsbetriebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind
Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?
Mit dem Ausbau der Inklusion braucht es Fachkräfte, die Kinder und Jugendliche gezielt unterstützen. Hier kannst du arbeiten:
- an staatlichen Regelschulen in der inklusiven Beschulung
- an Förderschulen mit Schwerpunkten wie Lernen, emotionale und soziale Entwicklung oder geistige Entwicklung
- an privaten Schulen und Bildungseinrichtungen
- in Nachhilfeinstituten und Lernzentren
- in Jugendhilfeeinrichtungen und Internaten
- in Therapiezentren als pädagogische Unterstützung
- in der Erwachsenenbildung, etwa in Alphabetisierung und Grundbildung
- als Selbstständige/r, zum Beispiel als Lerntherapeut/in
Welche Weiterbildungen gibt es?
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Master in Sonderpädagogik oder Inklusiver Pädagogik: für Forschung, Lehre oder Leitungsaufgaben
- Spezialisierung: zum Beispiel als LRS- oder Dyskalkulie-Therapeut/in, auf Autismus, ADHS oder Hochbegabung
- Schulentwicklung und Qualitätsmanagement: du gestaltest inklusive Schulen mit
- Schulpsychologie: ein weiterführendes Studium für Diagnostik und Beratung
- Beratungslehrer/in: du berätst in schwierigen schulischen oder persönlichen Situationen
- Ausbilder/in: du gibst dein Wissen an den Nachwuchs weiter
- Promotion: in Erziehungswissenschaften oder Sonderpädagogik
Fazit: Förderung, die ankommt
Als Förderlehrer/in verbindest du Pädagogik, Einfühlungsvermögen und kreative Lösungen. Du begleitest Kinder und Jugendliche auf ihrem Lernweg und hilfst ihnen, ihr Potenzial zu entfalten. Der Weg in den Beruf führt über ein Studium, eine Zusatzqualifikation oder in einigen Bundesländern über eine Fachakademie.
Neugierig geworden? Informiere dich bei Hochschulen, Fachakademien und dem Kultusministerium deines Bundeslandes, welcher Weg für dich passt.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Soziales und Pädagogik.
Dieses Berufsprofil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Elterngespräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.
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