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Ausbildung Geigenbauer/in

Ausbildung: Holz, Handarbeit und der perfekte Klang

Symbolbild: Ausbildung Geigenbauer/in

Musik bewegt dich und Holz fühlt sich für dich gut an? Dann ist die Ausbildung zum/zur Geigenbauer/in vielleicht genau richtig. Aus edlen Hölzern und präziser Handarbeit entsteht bei dir ein Instrument mit eigenem Klang. Du baust und pflegst Geigen, Bratschen, Celli und Kontrabässe. Musiker/innen spielen später auf Instru­menten, die gut aussehen und klanglich überzeugen. Dafür brauchst du eine ruhige Hand, viel Geduld und ein feines Gehör. Hier erfährst du, was du als Geigenbauer/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Auf einen Blick

Geigenbauer/in auf einen Blick

Dauer3 Jahre
1. Jahr724 € bis 970 €
Schulabschlusskeine Vorgabe
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

In der DDR hieß der Beruf: Streich­in­stru­men­ten­fach­ar­beiter/in

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wieder­ver­ei­nigung 1990 in den heutigen Ausbil­dungs­berufen auf.

Was macht ein/e Geigenbauer/in?

Du arbeitest fein am Holz, mit traditio­nellen Werkzeugen und mit einem Gespür für Klang. Du bist Holzschnitzer/in, Akustiker/in und Restaurator/in zugleich. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Neubau: Du wählst Fichte für die Decke und Ahorn für Boden und Zargen. Mit Hobeln, Messern und Stecheisen formst du Decke, Boden, Zargen, Hals und Schnecke von Hand. Jede Wölbung beeinflusst den Klang.
  • Korpus bauen: Du leimst die Teile zu einem Resonanzkörper zusammen.
  • Innenteile einpassen: Du fertigst Stimmstock und Bassbalken und setzt sie genau ein.
  • Lackieren: Du trägst Lack in mehreren Schichten auf. Er schützt das Instrument und beeinflusst den Klang.
  • Einrichten: Du passt Steg, Saitenhalter, Wirbel und Griffbrett an, ziehst Saiten auf und stellst Klang und Bespielbarkeit ein.
  • Reparieren und restaurieren: Ein großer Teil deiner Arbeit. Du leimst Risse, tauschst Teile und stellst historische Instrumente wieder her.
  • Klang optimieren: Mit feinen Anpassungen an Steg, Stimmstock oder Saiten holst du das Beste heraus.
  • Beraten: Du hilfst Musiker/innen bei der Auswahl, erklärst die Pflege und wartest ihre Instrumente.
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Wo arbeitest du als Geigenbauer/in?

Du arbeitest meist in kleinen, spezia­li­sierten Werkstätten. Oft bist du allein oder in einem kleinen Team. Um dich herum duftet es nach Holz und du hörst den Klang der Instrumente, an denen du arbeitest.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Geigenbauer/in ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3,5 Jahre. Sie gilt als sehr anspruchsvoll. Dein Betrieb ist meist eine Geigen­bau­werkstatt oder ein Instru­men­ten­bau­ge­schäft. Dort lernst du an der Werkbank. Die Berufs­schule findet oft in Blockform an spezia­li­sierten Schulen statt, zum Beispiel in Mittenwald. Dort geht es um Holzkunde, Akustik, den Aufbau der Streich­in­strumente, Formenlehre, Musikge­schichte, Lackkunde, Werkzeugkunde und Betriebs­wirt­schaft.

Das lernst du unter anderem:

  • Holzkunde: Fichte, Ahorn, Ebenholz und Palisander auswählen und bearbeiten
  • Akustik: Klang, Resonanz und wie Bauteile den Klang beeinflussen
  • Aufbau der Instrumente: Proportionen von Geige, Bratsche, Cello und Kontrabass
  • Handwerkliche Techniken: Hobel, Stecheisen, Sägen und Leimzwingen, schnitzen, biegen, leimen und schleifen
  • Lackierung: Lackarten und ihr Auftrag in mehreren Schichten
  • Reparatur und Restaurierung: Schäden erkennen und historische Instrumente fachgerecht restaurieren
  • Musiktheorie: Grundlagen, um den Klang besser zu beurteilen
  • Betriebswirtschaft: Einkauf, Kalkulation und Kundenberatung
  • Arbeitssicherheit: sicherer Umgang mit Werkzeugen und Materialien

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Geigenbauer/in?

Was solltest du mitbringen?

  • einen guten Hauptschulabschluss oder einen mittleren Schulabschluss
  • sehr gutes handwerkliches Geschick und eine ruhige Hand
  • Feinmotorik und Geduld für filigrane Arbeit
  • ein musikalisches Gehör und Interesse am Klang
  • eine sorgfältige, verantwortungsvolle Arbeitsweise
  • ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen
  • Sinn für Ästhetik
  • Lust, komplexe Zusammenhänge zu verstehen

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 724 € bis 970 €
2. Ausbildungsjahr 854 € bis 1.070 €
3. Ausbildungsjahr 1.000 € bis 1.170 €

Passt die Ausbildung zum/zur Geigenbauer/in zu dir?

Du liebst Musik und arbeitest gern mit den Händen? Das spricht für die Ausbildung:

  • Musik mitgestalten: Deine Instrumente klingen später auf Bühnen und in Proberäumen.
  • Echte Handwerkskunst: Geigenbau verlangt Geschick und Präzision.
  • Kreativität: Du entwirfst und baust Instrumente mit eigenem Charakter.
  • Ruhe und Konzentration: Du arbeitest in einer Werkstatt ohne Hektik, Schritt für Schritt.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Geigenbauer/in?

Was du als Geigenbauer/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer Geige, Cello oder Gitarre spielt und dabei auf den Klang achtet, kleine Dinge aus Holz schnitzt oder Saiten selbst wechselt, zeigt Werkstätten ein feines Gehör und eine ruhige Hand. Wer dazu im Orchester oder in einer Band spielt, beweist Ausdauer und Teamgeist. Das lesen Betriebe als idealen Mix für dieses Handwerk. Wenn dich Gitarren und Harfen reizen, schau dir Zupfin­stru­men­ten­macher/in an. Für den Bau von Bögen passt Bogenmacher/in.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • ein Streichinstrument oder Gitarre spielst Gehör
  • kleine Figuren oder Löffel aus Holz schnitzt Geschick
  • Saiten wechselst und dein Instrument pflegst Sorgfalt
  • im Schulorchester oder in einer Band spielst Teamgeist
  • an einem Werkstück lange dranbleibst Geduld

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Wo findest du Ausbil­dungs­be­triebe in deiner Nähe?

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Geigenbau ist ein seltenes, spezia­li­siertes Handwerk, das weltweit geschätzt wird. Profimusiker/innen und Liebhaber/innen legen Wert auf gute Instrumente. Mit Können, Spezia­li­sierung und einem guten Ruf hast du gute Chancen. Hier kannst du arbeiten:

  • in Geigenbauwerkstätten und Ateliers
  • in Musikgeschäften mit eigener Werkstatt
  • in Orchestern und Hochschulen als Instrumentenmeister/in
  • in Museen für Konservierung und Restaurierung
  • als Selbstständige/r mit eigener Werkstatt

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Geigenbauermeister/in: Du leitest einen Betrieb, bildest aus und kannst dich selbstständig machen.
  • Spezialisierung: etwa auf den Neubau bestimmter Instrumente, die Restaurierung historischer Instrumente, den Bogenbau oder die Klangoptimierung
  • Studium: mit Hochschulzugangsberechtigung etwa Musikinstrumentenbau oder Konservierung und Restaurierung von Kulturgütern
  • Ausbilder/in: Du gibst dein Wissen weiter.
  • Akustikforschung: Du erforschst neue Materialien und Bauweisen.

Fazit: Instru­menten eine Stimme geben

Als Geigenbauer/in verbindest du Musik, Handwerk und Präzision. Du schaffst Instrumente mit unverwech­selbarem Klang und bewahrst historische Schätze. Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3,5 Jahre. Danach kannst du Meister/in werden, dich spezia­li­sieren oder studieren.

Klingt nach dir? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Kunsthandwerk, Schmuck und Instrumente.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Geigenbauer/in als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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