Geigenbauer/in
Handwerkskunst in der Musikwelt

Du liebst Musik, hast ein feines Gespür für Holz und Akustik und bist fasziniert davon, wie aus edlen Hölzern und präziser Handarbeit ein Instrument mit Seele entsteht? Wenn du dazu noch handwerklich geschickt, geduldig und ein/e echte/r Spezialist/in für Streichinstrumente bist, dann könnte der Beruf als Geigenbauer/in genau das Richtige für dich sein! Als dieser Profi bist du der/die unverzichtbare Künstler/in und Handwerker/in hinter dem Klang von Geigen, Bratschen, Celli und Kontrabässen. Du sorgst dafür, dass Musiker/innen ihre Leidenschaft mit Instrumenten zum Ausdruck bringen können, die sowohl optisch begeistern als auch klanglich überzeugen.
Was lernst du als Geigenbauer/in?
Als Geigenbauer/in ist dein Alltag geprägt vom feinen Arbeiten an Holz, der Verwendung traditioneller Werkzeuge und dem Gespür für den perfekten Klang. Du bist gleichermaßen Holzschnitzer/in, Akustiker/in, Restaurator/in und Musiker/in (im Geiste). Deine Tätigkeiten sind vielfältig und erfordern sowohl höchstes handwerkliches Können als auch ein ausgeprägtes künstlerisches Empfinden und detailliertes Wissen:
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Neubau von Instrumenten: Dies ist die Königsdisziplin. Du wählst sorgfältig edle Hölzer wie Fichte für die Decke und Ahorn für Boden und Zargen aus. Mit speziellen Hobeln, Messern und Stecheisen formst du die einzelnen Bauteile (Decke, Boden, Zargen, Hals, Schnecke) in präziser Handarbeit. Jedes Detail, jede Wölbung hat Einfluss auf den späteren Klang.
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Zusammensetzen des Korpus: Du leimst die einzelnen Holzbauteile zu einem Resonanzkörper zusammen. Auch hier ist höchste Präzision gefragt, da jede noch so kleine Ungenauigkeit den Klang beeinträchtigen würde.
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Einpassen der Innenteile: Du fertigst und setzt den Stimmstock und den Bassbalken passgenau in den Korpus ein. Diese unsichtbaren Bauteile sind entscheidend für die Klangübertragung und -qualität.
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Lackierung und Oberflächenbehandlung: Du trägst spezielle Lacke in mehreren Schichten auf, die nicht nur für die Ästhetik sorgen, sondern auch den Klang des Instruments beeinflussen und es vor Umwelteinflüssen schützen.
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Fertigstellung und Einrichtung: Du passt Steg, Saitenhalter, Wirbel und Griffbrett perfekt an. Dann ziehst du die Saiten auf und stimmst das Instrument grob ein. Nun folgt die feinste Einstellung, um den optimalen Klang und die Bespielbarkeit zu erreichen.
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Reparatur und Restaurierung: Ein Großteil deiner Arbeit besteht aus der Reparatur und Restaurierung alter oder beschädigter Instrumente. Das kann das Leimen von Rissen sein, das Austauschen abgenutzter Teile oder die aufwendige Wiederherstellung historischer Instrumente. Dies erfordert nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch historisches Wissen und ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl.
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Klangoptimierung: Du analysierst den Klang von Instrumenten und optimierst sie durch feine Anpassungen an Steg, Stimmstock oder Saiten, um den bestmöglichen Klang für den/die Musiker/in zu erzielen.
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Kundenberatung: Du berätst Musiker/innen bei der Auswahl des passenden Instruments, erklärst die Pflege und wartest ihre Instrumente.

Warum solltest du Geigenbauer/in werden?
Dein Arbeitsplatz ist vorwiegend in kleinen, spezialisierten Werkstätten. Du arbeitest oft allein oder in kleinen Teams, umgeben von Holzduft und dem Klang der Instrumente, an denen du feilst.
Geigenbauer/in: Das ist die Ausbildung
Die Ausbildung zum/zur Geigenbauer/in ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf, dauert in der Regel 3,5 Jahre und zählt zu den anspruchsvollsten Handwerksberufen. Du lernst im Ausbildungsbetrieb, der meist eine Geigenbauwerkstatt oder ein Instrumentenbaugeschäft ist, die praktischen Fertigkeiten direkt an der Werkbank. Du machst dich mit den verschiedenen Hölzern, traditionellen Werkzeugen und den komplexen Schritten des Instrumentenbaus vertraut. In der Berufsschule (oft in Blockform an spezialisierten Schulen, z.B. in Mittenwald) erwirbst du die notwendigen theoretischen Grundlagen über Holzkunde, Akustik, Anatomie der Streichinstrumente, Formenlehre, Musikgeschichte, Lackkunde, Werkzeugkunde und Betriebswirtschaft.
Inhalte deiner Ausbildung sind unter anderem:
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Holzkunde: Du erwirbst detailliertes Wissen über die Eigenschaften, Bearbeitung und Auswahl verschiedener Hölzer für den Instrumentenbau (z.B. Fichte, Ahorn, Ebenholz, Palisander).
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Akustik: Du beschäftigst dich intensiv mit den physikalischen Grundlagen des Klangs, der Resonanz und wie verschiedene Bauteile den Klang eines Instruments beeinflussen.
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Anatomie der Streichinstrumente: Du lernst den Aufbau, die Funktionen und die Proportionen von Geigen, Bratschen, Celli und Kontrabässen genau kennen.
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Handwerkliche Techniken: Du machst dich mit traditionellen und modernen Werkzeugen (Hobel, Stecheisen, Sägen, Leimzwingen) und Bearbeitungstechniken (Schnitzen, Biegen, Leimen, Schleifen) vertraut.
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Lackierung und Oberflächenbehandlung: Du erhältst Kenntnisse über verschiedene Lackarten, ihre Zusammensetzung und das Auftragen in mehreren Schichten.
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Reparatur- und Restaurierungstechniken: Du lernst, Schäden an Instrumenten zu erkennen, zu beheben und historische Instrumente fachgerecht zu restaurieren.
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Notenkunde und Musiktheorie (Grundlagen): Du bekommst Einblicke in die musikalischen Grundlagen, um den Klang von Instrumenten besser beurteilen zu können.
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Betriebswirtschaftliche Grundlagen: Du erwirbst Wissen über Materialeinkauf, Kostenkalkulation und Kundenberatung.
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Arbeitssicherheit: Du bekommst umfassende Kenntnisse über den sicheren Umgang mit Werkzeugen und Materialien.
Was du mitbringen solltest:
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Einen guten Hauptschulabschluss oder einen mittleren Schulabschluss
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Sehr hohes handwerkliches Geschick und eine außergewöhnlich ruhige Hand
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Feinmotorik und Geduld für filigrane Arbeiten
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Ausgeprägtes musikalisches Gehör und Interesse am Klang
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Sorgfältige, präzise und verantwortungsbewusste Arbeitsweise
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Gutes räumliches Vorstellungsvermögen
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Künstlerisches Empfinden und Sinn für Ästhetik
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Lernbereitschaft für komplexe Zusammenhänge
Eure Karriere als Geigenbauer/in
Der Beruf des Geigenbauers/der Geigenbauerin ist ein seltenes und hochspezialisiertes Handwerk, das weltweit geschätzt wird. Die Nachfrage nach handgefertigten, hochwertigen Streichinstrumenten und qualifizierten Restaurator/innen ist stabil, da sowohl Profimusiker/innen als auch Liebhaber/innen Wert auf exzellente Instrumente legen. Deine Jobchancen sind gut, wenn du dein Handwerk meisterhaft beherrschst, dich spezialisierst und einen guten Ruf aufbaust:
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In Geigenbauwerkstätten und Ateliers
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In Musikgeschäften mit angeschlossener Werkstatt
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In Orchestern und Hochschulen (als Instrumentenmeister/in)
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In Museen (für Konservierung und Restaurierung)
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Als Selbstständige/r mit einer eigenen Geigenbauwerkstatt.
Deine Weiterbildungsmöglichkeiten sind vielfältig und eröffnen dir neue Karrierewege:
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Geigenbauermeister/in: Dies ist die höchste Qualifikation im Handwerk. Sie qualifiziert dich für die Betriebsleitung, die Ausbildung von Lehrlingen und für die Eröffnung eines eigenen Betriebs. Zudem vertieft sie deine Kenntnisse in Akustik, Betriebswirtschaft und Kunstgeschichte des Instrumentenbaus.
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Spezialisierung: Du kannst dich auf den Neubau bestimmter Instrumente (z.B. nur Celli), auf die Restaurierung historischer Instrumente, auf die Herstellung von Bögen (Bogenbau) oder auf die Klangoptimierung spezialisieren.
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Studium (z.B. Musikinstrumentenbau, Konservierung/Restaurierung): Mit der Hochschulzugangsberechtigung (z.B. mit Fachabitur oder Meistertitel) kannst du Studiengänge im Bereich Musikinstrumentenbau an speziellen Hochschulen oder Konservierung und Restaurierung von Kulturgütern in Betracht ziehen. Dies ermöglicht dir den Zugang zu akademischen Positionen in der Forschung, Lehre oder in Museen.
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Ausbilder/in: Wenn du dein Wissen und deine Erfahrung gerne an den Nachwuchs weitergeben möchtest, kannst du dich zum/zur Ausbilder/in qualifizieren.
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Klangentwicklung und Akustikforschung: Du kannst dich auf die wissenschaftliche Seite des Klangs spezialisieren und in der Forschung tätig werden, um neue Materialien oder Bauweisen zu erforschen.
Darum solltest du Geigenbauer/in werden:
Hier sind vier Gründe, warum du eine Ausbildung zum/zur Geigenbauer/in machen solltest:
- Du hast eine Leidenschaft für Musik und Kunst. Als Geigenbauer/in bist du dafür verantwortlich, hochwertige Musikinstrumente zu bauen. Du kannst damit einen wichtigen Beitrag zur Musikwelt leisten.
- Du hast handwerkliches Geschick und ein gutes Auge für Details. Geigenbau ist eine anspruchsvolle Handwerkskunst, die viel Geschick und Präzision erfordert. Du solltest daher handwerklich geschickt sein und ein gutes Auge für Details haben.
- Du bist kreativ und hast ein gutes Vorstellungsvermögen. Als Geigenbauer/in bist du dafür verantwortlich, Musikinstrumente zu entwerfen und zu bauen. Du solltest daher kreativ sein und ein gutes Vorstellungsvermögen haben.
- Du hast gute Zukunftsaussichten. Der Beruf des/der Geigenbauer/in ist gefragt und bietet gute Verdienstmöglichkeiten.
Wenn du diese Voraussetzungen erfüllst, solltest du dir eine Ausbildung zum/zur Geigenbauer/in näher anschauen. Es ist ein abwechslungsreicher und anspruchsvoller Beruf mit guten Zukunftsaussichten.
Vergütung: Geigenbauer/in
Jahr | Vergütung |
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1. Ausbildungsjahr | 640 EUR |
2. Ausbildungsjahr | 740 EUR |
3. Ausbildungsjahr | 870 EUR |
Fazit: Handwerkskunst in der Musikwelt
Wenn du eine Tätigkeit suchst, die deine Leidenschaft für Musik mit höchstem handwerklichen Können, Präzision und der Faszination verbindet, die Seele eines Instruments zu erschaffen und ihm einen unverwechselbaren Klang zu verleihen, dann bietet dir der Beruf als Geigenbauer/in eine spannende und überaus "klingende" Zukunft!
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