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Ausbildung Geomatiker/in

Ausbildung: Die Welt in Daten und Karten übersetzen

Symbolbild: Ausbildung Geomatiker/in

Karten, Satelli­ten­bilder und digitale 3D-Modelle faszinieren dich? Dann ist die Ausbildung zum/zur Geomatiker/in vielleicht genau richtig. Du erfasst, verarbeitest, analysierst und präsen­tierst Geodaten. So machst du unsere Welt digital verständlich und nutzbar, etwa für Stadtplanung, Umwelt­schutz, Navigation oder das Katasterwesen. Du arbeitest am Computer und draußen im Gelände. Dafür brauchst du Technik­ver­ständnis, Genauigkeit und Freude an Daten. Hier erfährst du, was du als Geomatiker/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Auf einen Blick

Geomatiker/in auf einen Blick

Dauer3 Jahre
Ausbildungdual, Industrie
1. Jahr857 € bis 1.297 €
Schulabschlusskeine Vorgabe

Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis:

ESA / HauptschuleMSA / RealschuleAbitur / Fachabitur
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. Der Name hat sich mehrmals geändert. Seit 2010 heißt er so wie heute.

  1. bis 1959Land­kar­ten­zeich­ner/in
  2. bis 1959Kar­to­li­tho­graf/in
  3. 1959 bis 2010Kartograf/in
  4. seit 2010Geomatiker/in

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949.

Was macht ein/e Geomatiker/in?

Du wechselst zwischen Computer­arbeit und Messungen im Feld. Du bist Datensammler/in, Analytiker/in und Kartograf/in zugleich. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Daten erfassen: Mit Totalstationen, GPS- und GNSS-Empfängern, Drohnen oder Scannern erfasst du Gelände, Gebäude, Straßen und Gewässer.
  • Daten verarbeiten: Du bereinigst Rohdaten, überführst sie in Geoinformationssysteme und hältst große Datenmengen aktuell.
  • Analysieren: Du erkennst Muster und Zusammenhänge, etwa die beste Route für Rettungsdienste, die Verteilung von Grünflächen oder Folgen des Klimawandels.
  • Karten gestalten: Du erstellst Karten, Pläne und digitale 3D-Modelle, von der interaktiven Webkarte bis zur Katasterkarte.
  • Thematische Karten: Du entwickelst Lärmkarten, Bodennutzungskarten, Wanderkarten oder demografische Karten.
  • Programmieren: Mit Skripten automatisierst du Abläufe und arbeitest mit Datenbanken.
  • Beraten und präsentieren: Du erklärst Architekt/innen, Stadtplaner/innen oder Behörden deine Ergebnisse.
  • Qualität sichern: Du prüfst Genauigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten.
globe

Wo arbeitest du als Geomatiker/in?

Du arbeitest im Büro mit spezieller Software und im Außendienst bei Vermes­sungen. Typische Arbeitgeber sind Vermes­sungsbüros, Behörden, Stadtplanung, Umwelt­schutz, Energie­ver­sorger und die IT-Branche. Du übersetzt die echte Welt in digitale Informa­tionen.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Geomatiker/in ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Dein Betrieb ist meist ein Vermes­sungsbüro, eine Verwaltung wie das Katasteramt oder Stadtpla­nungsamt, ein Ingenieurbüro oder ein IT-Unternehmen für Geoinfor­ma­tionen. Du arbeitest mit GIS-Software und Vermes­sungs­geräten. In der Berufs­schule lernst du Geoinfor­ma­ti­ons­systeme, Kartografie, Fernerkundung, Vermes­sungskunde, Geodaten­modelle, Program­mierung, Datenbanken, Liegen­schaftsrecht und Datenschutz.

Das lernst du unter anderem:

  • Geoinformationssysteme: Geodaten verwalten, analysieren und darstellen
  • Kartografie: Kartengestaltung, Symbolik, Farben und Maßstab
  • Vermessungstechnik: GPS und GNSS, Totalstationen und Nivelliere
  • Fernerkundung: Luft- und Satellitenbilder erfassen und auswerten
  • Datenbanken: Geodatenbanken aufbauen und pflegen
  • Programmieren: Grundlagen in Skriptsprachen wie Python
  • Recht: Vermessungs- und Katasterwesen und Datenschutz
  • Analyse und Modellierung: geografische Fragen mit Daten beantworten
  • Präsentation: Ergebnisse verständlich vermitteln

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Geomatiker/in?

Was solltest du mitbringen?

  • einen mittleren Schulabschluss, Fachabitur oder Abitur
  • Interesse an Geografie, Technik, Mathematik und Informatik
  • analytisches Denken und Freude am Lösen von Problemen
  • eine sorgfältige, strukturierte Arbeitsweise
  • gute Computerkenntnisse
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • Kommunikationsfähigkeit und Teamgeist
  • Lernbereitschaft, denn die Technik entwickelt sich schnell

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 857 € bis 1.297 €
2. Ausbildungsjahr 1.059 € bis 1.351 €
3. Ausbildungsjahr 1.259 € bis 1.401 €

Passt die Ausbildung zum/zur Geomatiker/in zu dir?

Du magst Mathe, Geometrie und Computer? Das spricht für die Ausbildung:

  • Technik und Daten: Du sammelst, verarbeitest und interpretierst Geodaten.
  • Räumliches Denken: Du stellst dir Zusammenhänge im Raum vor und machst sie sichtbar.
  • Drinnen und draußen: Büro und Außendienst wechseln sich ab.
  • Teamarbeit: Ihr arbeitet eng zusammen und tragt gemeinsam Verantwortung.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Geomatiker/in?

Was du als Geomatiker/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer mit Karten-Apps Wander­routen plant, beim Geocaching Koordinaten knackt oder in Minecraft ganze Städte nachbaut, zeigt Betrieben räumliches Denken und Freude an Daten. Wer dazu in der Informatik-AG programmiert oder beim Orientie­rungslauf startet, beweist Genauigkeit und Ausdauer. Das lesen Vermes­sungsbüros und Behörden als echten Pluspunkt. Wenn dich das Messen draußen reizt, schau dir Vermes­sungs­techniker/in an. Für das Gestalten von Karten passt Assistent/in für Geovisua­li­sierung.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • Wanderrouten mit Karten-Apps planst Räumliches Denken
  • beim Geocaching Koordinaten und Rätsel löst Logisches Denken
  • in Minecraft ganze Orte maßstabsgetreu nachbaust Kreativität
  • in der Informatik-AG kleine Programme schreibst Digitale Fitness
  • beim Orientierungslauf mit Karte startest Ausdauer

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Wo findest du Ausbil­dungs­be­triebe in deiner Nähe?

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Geodaten sind die Basis für viele Anwendungen, von Naviga­ti­ons­systemen über die Landwirt­schaft bis zu Stadtplanung und Katastro­phen­schutz. Fachkräfte, die sie erfassen, analysieren und darstellen, werden gebraucht. Hier kannst du arbeiten:

  • in Kataster- und Vermessungsämtern
  • in Ingenieur-, Planungs- und Architekturbüros
  • bei Energieversorgern und Telekommunikationsunternehmen
  • in der Land- und Forstwirtschaft beim Precision Farming
  • bei Softwareherstellern für Geoinformationssysteme
  • in der Logistik und bei Navigationsdiensten
  • in Umweltämtern und Naturschutzbehörden
  • in Forschungsinstituten und an Hochschulen
  • als Selbstständige/r mit eigenem Vermessungs- oder GIS-Büro

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Techniker/in: in Geoinformatik, Vermessungstechnik oder Kartografie für Konzeption und Entwicklung von GIS
  • Spezialisierung: zum Beispiel Web-Mapping, Fernerkundung, 3D-Visualisierung, Smart City, Geodatenbanken oder Umwelt-GIS
  • Ausbilder/in: Du gibst dein Wissen weiter.
  • Studium: mit Hochschulzugangsberechtigung etwa Geoinformatik, Geodäsie und Geoinformation, Kartografie, Geografie oder Umweltwissenschaften

Fazit: Geodaten nutzbar machen

Als Geomatiker/in verbindest du Neugier auf die Welt mit Technik und analytischem Denken. Du machst komplexe geogra­fische Informa­tionen für viele Bereiche nutzbar. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du Techniker/in werden, dich spezia­li­sieren oder studieren.

Lust auf Daten und Karten? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Industrie.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Geomatiker/in als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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