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Ausbildung Geomatiker/in
Ausbildung: Die Welt in Daten und Karten übersetzen
Karten, Satellitenbilder und digitale 3D-Modelle faszinieren dich? Dann ist die Ausbildung zum/zur Geomatiker/in vielleicht genau richtig. Du erfasst, verarbeitest, analysierst und präsentierst Geodaten. So machst du unsere Welt digital verständlich und nutzbar, etwa für Stadtplanung, Umweltschutz, Navigation oder das Katasterwesen. Du arbeitest am Computer und draußen im Gelände. Dafür brauchst du Technikverständnis, Genauigkeit und Freude an Daten. Hier erfährst du, was du als Geomatiker/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Auf einen Blick
Geomatiker/in auf einen Blick
Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis:
Der Beruf im Wandel der Zeit
Wie hieß der Beruf früher?
Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. Der Name hat sich mehrmals geändert. Seit 2010 heißt er so wie heute.
- bis 1959Landkartenzeichner/
in - bis 1959Kartolithograf/
in - 1959 bis 2010Kartograf/
in - seit 2010Geomatiker/
in
Berufsnamen seit Gründung der Bundesrepublik 1949.
Was macht ein/e Geomatiker/in?
Du wechselst zwischen Computerarbeit und Messungen im Feld. Du bist Datensammler/in, Analytiker/in und Kartograf/in zugleich. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
Welche Aufgaben hast du im Arbeitsalltag?
- Daten erfassen: Mit Totalstationen, GPS- und GNSS-Empfängern, Drohnen oder Scannern erfasst du Gelände, Gebäude, Straßen und Gewässer.
- Daten verarbeiten: Du bereinigst Rohdaten, überführst sie in Geoinformationssysteme und hältst große Datenmengen aktuell.
- Analysieren: Du erkennst Muster und Zusammenhänge, etwa die beste Route für Rettungsdienste, die Verteilung von Grünflächen oder Folgen des Klimawandels.
- Karten gestalten: Du erstellst Karten, Pläne und digitale 3D-Modelle, von der interaktiven Webkarte bis zur Katasterkarte.
- Thematische Karten: Du entwickelst Lärmkarten, Bodennutzungskarten, Wanderkarten oder demografische Karten.
- Programmieren: Mit Skripten automatisierst du Abläufe und arbeitest mit Datenbanken.
- Beraten und präsentieren: Du erklärst Architekt/innen, Stadtplaner/innen oder Behörden deine Ergebnisse.
- Qualität sichern: Du prüfst Genauigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Daten.
Wo arbeitest du als Geomatiker/in?
Du arbeitest im Büro mit spezieller Software und im Außendienst bei Vermessungen. Typische Arbeitgeber sind Vermessungsbüros, Behörden, Stadtplanung, Umweltschutz, Energieversorger und die IT-Branche. Du übersetzt die echte Welt in digitale Informationen.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Geomatiker/in ab?
Wie lange dauert die Ausbildung?
Was lernst du in Betrieb und Berufsschule?
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Dein Betrieb ist meist ein Vermessungsbüro, eine Verwaltung wie das Katasteramt oder Stadtplanungsamt, ein Ingenieurbüro oder ein IT-Unternehmen für Geoinformationen. Du arbeitest mit GIS-Software und Vermessungsgeräten. In der Berufsschule lernst du Geoinformationssysteme, Kartografie, Fernerkundung, Vermessungskunde, Geodatenmodelle, Programmierung, Datenbanken, Liegenschaftsrecht und Datenschutz.
Das lernst du unter anderem:
- Geoinformationssysteme: Geodaten verwalten, analysieren und darstellen
- Kartografie: Kartengestaltung, Symbolik, Farben und Maßstab
- Vermessungstechnik: GPS und GNSS, Totalstationen und Nivelliere
- Fernerkundung: Luft- und Satellitenbilder erfassen und auswerten
- Datenbanken: Geodatenbanken aufbauen und pflegen
- Programmieren: Grundlagen in Skriptsprachen wie Python
- Recht: Vermessungs- und Katasterwesen und Datenschutz
- Analyse und Modellierung: geografische Fragen mit Daten beantworten
- Präsentation: Ergebnisse verständlich vermitteln
Welche Voraussetzungen brauchst du als Geomatiker/in?
Was solltest du mitbringen?
- einen mittleren Schulabschluss, Fachabitur oder Abitur
- Interesse an Geografie, Technik, Mathematik und Informatik
- analytisches Denken und Freude am Lösen von Problemen
- eine sorgfältige, strukturierte Arbeitsweise
- gute Computerkenntnisse
- räumliches Vorstellungsvermögen
- Kommunikationsfähigkeit und Teamgeist
- Lernbereitschaft, denn die Technik entwickelt sich schnell
Was verdienst du in der Ausbildung?
Wie viel verdienst du in jedem Ausbildungsjahr?
| Ausbildungsjahr | Vergütung pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich. |
| 1. Ausbildungsjahr | 857 € bis 1.297 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.059 € bis 1.351 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.259 € bis 1.401 € |
Passt die Ausbildung zum/zur Geomatiker/in zu dir?
Du magst Mathe, Geometrie und Computer? Das spricht für die Ausbildung:
- Technik und Daten: Du sammelst, verarbeitest und interpretierst Geodaten.
- Räumliches Denken: Du stellst dir Zusammenhänge im Raum vor und machst sie sichtbar.
- Drinnen und draußen: Büro und Außendienst wechseln sich ab.
- Teamarbeit: Ihr arbeitet eng zusammen und tragt gemeinsam Verantwortung.
Vom Hobby zum Beruf
Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Geomatiker/in?
Was du als Geomatiker/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer mit Karten-Apps Wanderrouten plant, beim Geocaching Koordinaten knackt oder in Minecraft ganze Städte nachbaut, zeigt Betrieben räumliches Denken und Freude an Daten. Wer dazu in der Informatik-AG programmiert oder beim Orientierungslauf startet, beweist Genauigkeit und Ausdauer. Das lesen Vermessungsbüros und Behörden als echten Pluspunkt. Wenn dich das Messen draußen reizt, schau dir Vermessungstechniker/in an. Für das Gestalten von Karten passt Assistent/in für Geovisualisierung.
Aus diesem Berufsprofil abgeleitet
Passt gut, wenn du gern …
- Wanderrouten mit Karten-Apps planst Räumliches Denken
- beim Geocaching Koordinaten und Rätsel löst Logisches Denken
- in Minecraft ganze Orte maßstabsgetreu nachbaust Kreativität
- in der Informatik-AG kleine Programme schreibst Digitale Fitness
- beim Orientierungslauf mit Karte startest Ausdauer
Im Kästchen: Das lesen Ausbildungsbetriebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind
Wo findest du Ausbildungsbetriebe in deiner Nähe?
1 von 4 · Wie häufig?
rund 80
Betriebe bilden aus
Platz 139 von 340 Berufen.
2 von 4 · Plan B im selben Betrieb
Jeder 2. Betrieb
bildet auch Fachinformatiker/in aus.
Jeder 3. bildet auch Vermessungstechniker/in aus.
3 von 4 · Wo?
- Nordrhein-Westfalen30
- Bayern10
- Baden-Württemberg10
Die meisten Betriebe: Essen, Halle (Saale), Landkreis Leer
4 von 4 · Um die Ecke
Wer bildet bei dir aus?
Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?
Geodaten sind die Basis für viele Anwendungen, von Navigationssystemen über die Landwirtschaft bis zu Stadtplanung und Katastrophenschutz. Fachkräfte, die sie erfassen, analysieren und darstellen, werden gebraucht. Hier kannst du arbeiten:
- in Kataster- und Vermessungsämtern
- in Ingenieur-, Planungs- und Architekturbüros
- bei Energieversorgern und Telekommunikationsunternehmen
- in der Land- und Forstwirtschaft beim Precision Farming
- bei Softwareherstellern für Geoinformationssysteme
- in der Logistik und bei Navigationsdiensten
- in Umweltämtern und Naturschutzbehörden
- in Forschungsinstituten und an Hochschulen
- als Selbstständige/r mit eigenem Vermessungs- oder GIS-Büro
Welche Weiterbildungen gibt es?
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Techniker/in: in Geoinformatik, Vermessungstechnik oder Kartografie für Konzeption und Entwicklung von GIS
- Spezialisierung: zum Beispiel Web-Mapping, Fernerkundung, 3D-Visualisierung, Smart City, Geodatenbanken oder Umwelt-GIS
- Ausbilder/in: Du gibst dein Wissen weiter.
- Studium: mit Hochschulzugangsberechtigung etwa Geoinformatik, Geodäsie und Geoinformation, Kartografie, Geografie oder Umweltwissenschaften
Fazit: Geodaten nutzbar machen
Als Geomatiker/in verbindest du Neugier auf die Welt mit Technik und analytischem Denken. Du machst komplexe geografische Informationen für viele Bereiche nutzbar. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du Techniker/in werden, dich spezialisieren oder studieren.
Lust auf Daten und Karten? Finde auf dein-ausbildungsplatz.de einen Ausbildungsbetrieb in deiner Nähe.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Industrie.
Dieses Berufsprofil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Elterngespräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.
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