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Ausbildung Gerichtsvollzieher/in
Ausbildung: Recht durchsetzen, mit Fingerspitzengefühl
Recht haben ist gut. Recht bekommen ist besser. Genau dafür sorgst du nach der Ausbildung zum/zur Gerichtsvollzieher/in. Du bist ein unabhängiges Organ der Rechtspflege. Du vollstreckst Urteile und Beschlüsse und sorgst dafür, dass Gläubiger/innen zu ihrem Recht kommen. Dabei triffst du oft Menschen in schwierigen Lagen. Du brauchst Durchsetzungsstärke, Einfühlungsvermögen und ein gutes Rechtsverständnis. Hier erfährst du, was du als Gerichtsvollzieher/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Auf einen Blick
Gerichtsvollzieher/in auf einen Blick
Was macht ein/e Gerichtsvollzieher/in?
Du bist viel im Außendienst, hast Kontakt zu Menschen in schwierigen Situationen und hältst dich genau an gesetzliche Vorgaben. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
Welche Aufgaben hast du im Arbeitsalltag?
- Zustellen: Du übergibst gerichtliche Schriftstücke persönlich und rechtssicher.
- Geldforderungen vollstrecken: Du treibst offene Beträge ein und pfändest bewegliches Vermögen wie Autos oder Wertgegenstände. Dabei prüfst du genau, was pfändbar ist.
- Vermögensauskunft abnehmen: Kann ein/e Schuldner/in nicht zahlen, legt er oder sie vor dir das Vermögen und Einkommen offen.
- Räumungen: Du setzt Räumungsurteile für Wohnungen und Grundstücke um. Das verlangt viel Fingerspitzengefühl.
- Herausgabe von Sachen: Du sorgst dafür, dass bestimmte Gegenstände an Gläubiger/innen herausgegeben werden.
- Sicherheit: Bei Bedarf ziehst du die Polizei hinzu.
- Versteigerungen: Du versteigerst gepfändete Gegenstände öffentlich und zahlst den Erlös an die Gläubiger/innen aus.
- Vermitteln: Du berätst beide Seiten und vermittelst, wenn möglich, Ratenzahlungen.
- Büro führen: Du dokumentierst alle Vorgänge, bearbeitest Schriftverkehr und rechnest Gebühren ab.
Wo arbeitest du als Gerichtsvollzieher/in?
Du bist zum größten Teil im Außendienst unterwegs, bei Schuldner/innen oder Gläubiger/innen zu Hause oder in Geschäftsräumen. Im Büro planst und dokumentierst du deine Fälle. Du sorgst dafür, dass Recht im Alltag ankommt.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Gerichtsvollzieher/in ab?
Wie lange dauert die Ausbildung?
Der Weg führt über zwei Stufen. Zuerst machst du eine Ausbildung im Justizdienst, laut Text als Justizfachwirt/in oder Justizsekretär/in. Sie dauert in der Regel 3 Jahre und findet an einer Justizakademie und an Gerichten statt. Danach bewirbst du dich für die Weiterbildung zum/zur Gerichtsvollzieher/in. Sie dauert in der Regel weitere 1,5 bis 2 Jahre. Du lernst an spezialisierten Akademien und begleitest erfahrene Gerichtsvollzieher/innen in der Praxis.
Was lernst du in Betrieb und Berufsschule?
Das lernst du in der Weiterbildung unter anderem:
- Vollstreckungsrecht: Zwangsvollstreckung nach der Zivilprozessordnung und die Vorschriften für Gerichtsvollzieher/innen
- Vollstreckungspraxis: Sachpfändung, Vermögensauskunft und Räumung rechtssicher durchführen
- Gebührenrecht: Gebühren und Auslagen berechnen und abrechnen
- Konfliktmanagement: Umgang mit schwierigen Personen und Deeskalation
- Büroorganisation: ein Büro eigenverantwortlich führen
- Rechtskunde: etwa Insolvenzrecht, Mietrecht und Familienrecht
- Eigensicherung: Verhalten in kritischen Situationen
- Praxis: Fälle unter Anleitung selbst bearbeiten
Welche Voraussetzungen brauchst du als Gerichtsvollzieher/in?
Was solltest du mitbringen?
- eine abgeschlossene Ausbildung im Justizdienst
- Gerechtigkeitssinn und Integrität
- Durchsetzungsvermögen und Konfliktfähigkeit
- Einfühlungsvermögen für Menschen in Notlagen
- eine sorgfältige, präzise Arbeitsweise
- Kommunikations- und Verhandlungsgeschick
- körperliche und seelische Belastbarkeit
- Organisationsgeschick und Eigenverantwortung
- einen Führerschein Klasse B für den Außendienst
Was verdienst du in der Ausbildung?
Wie viel verdienst du in jedem Ausbildungsjahr?
| Ausbildung | Anwärterbezüge pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Dienstherr (Bund oder Land) unterschiedlich. |
| Während der Ausbildung | 1.457 € bis 1.588 € |
Passt die Ausbildung zum/zur Gerichtsvollzieher/in zu dir?
Recht und Gerechtigkeit sind dir wichtig? Das spricht für den Beruf:
- Wichtige Aufgabe: Du setzt Gerichtsentscheidungen um und sicherst den Rechtsfrieden.
- Menschen im Blick: Du gehst einfühlsam mit Menschen in schwierigen Lagen um.
- Verantwortung: Du arbeitest eigenverantwortlich, auch wenn es mal belastend wird.
- Viel unterwegs: Kein Tag gleicht dem anderen.
Vom Hobby zum Beruf
Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Gerichtsvollzieher/in?
Was du als Gerichtsvollzieher/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer als Streitschlichter/in auf dem Schulhof vermittelt, in der Schülervertretung klar Position bezieht oder als Kapitän/in die Mannschaft führt, zeigt Behörden Gerechtigkeitssinn und Durchsetzungsvermögen. Wer dazu im Debattierclub argumentiert oder ehrenamtlich bei der Tafel hilft, beweist Ruhe und Einfühlungsvermögen. Genau das brauchst du später im Außendienst. Wenn dich die Arbeit im Gericht reizt, schau dir Beamte/r im Justizdienst an. Für Sicherheit im Gerichtsgebäude passt Justizwachtmeister/in.
Aus diesem Berufsprofil abgeleitet
Passt gut, wenn du gern …
- als Streitschlichter/in Konflikte auf dem Schulhof löst Konfliktfähigkeit
- in der Schülervertretung klar Position beziehst Durchsetzungsvermögen
- als Kapitän/in deine Mannschaft führst Verantwortung
- im Debattierclub Argumente abwägst Gerechtigkeitssinn
- ehrenamtlich bei der Tafel mithilfst Einfühlungsvermögen
Im Kästchen: Das lesen Ausbildungsbetriebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind
Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?
Solange es Forderungen und rechtliche Konflikte gibt, braucht die Justiz Gerichtsvollzieher/innen. Die Aufgabe ist anspruchsvoll, und die Anforderungen sind hoch. Hier arbeitest du:
- direkt bei der Justiz deines Bundeslandes, als Beamter/Beamtin oder Angestellte/r
- manchmal in Bürogemeinschaften mit anderen Gerichtsvollzieher/innen
Welche Weiterbildungen gibt es?
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Spezialisierung: zum Beispiel auf die Vollstreckung gegen Unternehmen
- Fortbildungen: in Konfliktmanagement und Kommunikation
- Dozent/in: an Justizakademien oder Fortbildungseinrichtungen
- Wechsel in der Justiz: mit weiterer Qualifikation etwa in die Sachbearbeitung bei Gerichten oder Staatsanwaltschaften
- Studium: mit Fachhochschulreife oder Abitur etwa Rechtspflege, Wirtschaftsrecht, Öffentliche Verwaltung oder Jura
Fazit: Recht, das ankommt
Als Gerichtsvollzieher/in verbindest du Durchsetzungsstärke, Rechtswissen und soziale Kompetenz. Du sorgst dafür, dass Recht und Gesetz eingehalten werden. Der Weg führt über eine Ausbildung im Justizdienst und eine anschließende Weiterbildung von 1,5 bis 2 Jahren.
Interesse geweckt? Informiere dich bei der Justiz deines Bundeslandes über die Ausbildung im Justizdienst und bewirb dich dort.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Öffentlicher Dienst und Beamte.
Dieses Berufsprofil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Elterngespräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.
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