Alle Bereiche
Alle

Ausbildung Glasap­pa­ra­tebauer/in

Ausbildung: Glas formen für Labor und Forschung

Symbolbild: Ausbildung Glasapparatebauer/in

Wie wird aus einem Glasrohr ein Gerät für die Forschung? Genau das lernst du in der Ausbildung zum/zur Glasap­pa­ra­tebauer/in. Du stellst Glasap­parate für Labore, Medizin, chemische Industrie und Forschungs­ein­rich­tungen her. Du reparierst sie und passt sie an. So können Wissen­schaftler/innen und Ärzt/innen mit genauen und funktio­nie­renden Instru­menten arbeiten. Dafür brauchst du technisches Verständnis, eine ruhige Hand und viel Geduld. Hier erfährst du, was du als Glasap­pa­ra­tebauer/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Auf einen Blick

Glasap­pa­ra­tebauer/in auf einen Blick

Dauer3 Jahre
Ausbildungdual, Industrie
1. Jahr724 € bis 1.090 €
Schulabschlusskeine Vorgabe

Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis:

ESA / HauptschuleMSA / RealschuleAbitur / Fachabitur
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. 1983 wurden mehrere Berufe neu geordnet. Aus 3 Berufen wurde einer.

  1. ab 1949 bis 1983Glas­ap­pa­ra­te­blä­ser/in
  2. ab 1949 bis 1983Glas­ap­pa­ra­te­jus­tie­rer/in
  3. ab 1949 bis 1983Glas­in­stru­men­ten­ma­cher/in
  4. seit 1983Glas­ap­pa­ra­te­bauer/in

In der DDR hieß der Beruf: Glasbläser/in (Schwer­punkte Glasap­pa­ra­te­bläser/in, Glasge­rä­te­jus­tierer/in)

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wieder­ver­ei­nigung 1990 in den heutigen Ausbil­dungs­berufen auf.

Was macht ein/e Glasap­pa­ra­tebauer/in?

Du arbeitest an speziellen Gasbrennern mit verschiedenen Glasarten und nach technischen Zeichnungen. Du bist Handwerker/in, Techniker/in und Problemlöser/in zugleich. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Zeichnungen lesen: Du sprichst mit Ingenieur/innen, Chemiker/innen oder Ärzt/innen und planst anhand von Zeichnungen jeden Arbeitsschritt.
  • Glas auswählen und vorbereiten: Du wählst die passende Glasart, zum Beispiel Borosilikatglas für Hitzebeständigkeit oder Quarzglas für UV-Durchlässigkeit. Dann schneidest du Rohre und Stäbe zu.
  • Formen an der Flamme: Du erhitzt das Glas, bis es weich ist. Dann bläst, ziehst und biegst du es in Form.
  • Glasteile verbinden: Du verschmilzt Rohre, Kugeln, Gefäße, Hähne und Schliffe zu dichten und spannungsfreien Verbindungen. Dabei kontrollierst du die Wärme genau.
  • Funktionselemente einbauen: Du setzt Schliffverbindungen, Hähne, Dosiereinrichtungen, Heizdrähte oder Elektroden ein.
  • Prüfen: Du testest jeden Apparat auf Dichtigkeit, oft unter Vakuum oder Druck, und prüfst Maße und Winkel.
  • Reparieren und Anpassen: Du findest die Ursache eines Defekts, tauschst Teile aus und baust Geräte nach Kundenwunsch um.
  • Reinigung und Pflege: Du reinigst die Glasgeräte und pflegst Werkzeuge und Brenner.
  • Beratung: Du erklärst Kund/innen, was mit Glas möglich ist.
glas-3

Wo arbeitest du als Glasap­pa­ra­tebauer/in?

Du arbeitest in spezia­li­sierten Werkstätten für Glasap­pa­ratebau, in Forschungs­in­stituten und Univer­sitäten oder bei Herstellern von Laborgeräten. Auch die chemische und pharma­zeu­tische Industrie beschäftigt Glasap­pa­ra­tebauer/innen. Mit deinen Geräten arbeitet die Wissen­schaft.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Glasap­pa­ra­tebauer/in ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3,5 Jahre. Im Betrieb, etwa einem Glasap­pa­ratebau, einem Chemie- oder Pharma­un­ter­nehmen oder einer Forschungs­ein­richtung, lernst du an den Brennern. Die Berufs­schule findet oft im Blockun­terricht an spezia­li­sierten Schulen statt, zum Beispiel in Wertheim. Dort geht es um Glaskunde, Vakuum­technik, Thermo­dynamik, Chemie und Physik, technische Mathematik, Apparatebau, Mess- und Prüftechnik und Arbeits­si­cherheit.

Das lernst du unter anderem:

  • Glaskunde: Eigenschaften von Borosilikatglas, Quarzglas und Spezialgläsern.
  • Brennertechnik: Du stellst Brenner ein und steuerst die Wärme für verschiedene Arbeiten.
  • Glasbearbeitung: Blasen, Ziehen, Biegen, Verschmelzen, Schleifen und Bohren.
  • Mathematik und Physik: Du berechnest Volumen, Druck, Temperatur und Maße.
  • Vakuum- und Hochdrucktechnik: Du baust und prüfst Apparate für diese Einsätze.
  • Messtechnik und Qualitätssicherung: Du prüfst Dichtigkeit, Maße und Funktion.
  • Reparatur: Du behebst Glasbruch und passt Apparaturen an.
  • Arbeitsplanung: Du liest Zeichnungen, planst Abläufe und erstellst Stücklisten.
  • Arbeitssicherheit und Umweltschutz: Du gehst sicher mit Gas, Flammen, Glasbruch und Chemikalien um und recycelst Glas.

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Glasap­pa­ra­tebauer/in?

Was solltest du mitbringen?

  • einen guten Hauptschulabschluss oder einen mittleren Schulabschluss
  • technisches Verständnis und analytisches Denken
  • handwerkliches Geschick und eine sehr ruhige Hand
  • gute Feinmotorik und Geduld
  • eine sorgfältige und verantwortungsbewusste Arbeitsweise
  • gutes Sehvermögen und räumliches Vorstellungsvermögen
  • Interesse an Chemie und Physik
  • Robustheit gegenüber Hitze und Gasgerüchen

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 724 € bis 1.090 €
2. Ausbildungsjahr 854 € bis 1.140 €
3. Ausbildungsjahr 977 € bis 1.250 €

Passt die Ausbildung zum/zur Glasap­pa­ra­tebauer/in zu dir?

Du arbeitest gern mit den Händen und magst knifflige Aufgaben? Dann solltest du dir diesen Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:

  • Einzigartige Produkte: Du baust Glasapparate, die oft nur einmal existieren.
  • Präzision: Mit Sorgfalt und Auge fürs Detail entstehen hochwertige Geräte.
  • Teamarbeit: Du arbeitest eng mit Kolleg/innen und Fachleuten aus der Forschung zusammen.
  • Nah an der Wissenschaft: Deine Arbeit steckt in Laboren, Kliniken und Forschungsprojekten.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Glasap­pa­ra­tebauer/in?

Was du als Glasap­pa­ra­tebauer/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer in der Chemie-AG mit Laborglas arbeitet, filigrane Modelle zusammensetzt oder genau wissen will, wie Dinge funktio­nieren, zeigt Betrieben Technik­ver­ständnis und eine ruhige Hand. Wer dazu ein Instrument übt oder Tischtennis im Verein spielt, beweist Konzen­tration und Ausdauer. Genau das lesen Werkstätten für Laborgeräte gern. Wenn dich freies Formen von Glas reizt, schau dir Glasbläser/in an. Für feine Messgeräte passt Thermo­me­ter­macher/in.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • in der Chemie-AG mit Laborglas experimentierst Neugier
  • filigrane Modelle aus vielen Teilen baust Feinmotorik
  • technische Zeichnungen oder Skizzen anfertigst Räumliches Denken
  • Tischtennis oder Badminton im Verein spielst Konzentration
  • ein Instrument geduldig übst Ausdauer

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Wo findest du Ausbil­dungs­be­triebe in deiner Nähe?

  • 1 von 3 · Wie häufig?

    rund 20

    Betriebe bilden aus

    Platz 260 von 349 Berufen.

  • 2 von 3 · Wo?

    • Thüringen8
    • Bayern2
    • Hessen2
  • 3 von 3 · Passt der Beruf?

    Unsicher, ob dieser Beruf zu dir passt?

    Tipp deine Noten und Hobbys ein. Ecki zeigt dir passende Berufe und die Betriebe um die Ecke.

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Glasap­pa­ratebau ist ein sehr spezia­li­siertes Handwerk für Forschung, Wissen­schaft und Industrie. Maßgefertigte Glasap­pa­raturen werden zunehmend in Biotech­nologie, Medizin­technik und Materi­al­wis­sen­schaften gebraucht. Besonders gefragt bist du bei Einzel­an­fer­ti­gungen, Reparaturen und neuen Apparaten. Hier kannst du arbeiten:

  • in Forschungsinstituten und Universitäten, etwa in Chemie, Physik oder Biologie
  • bei Herstellern von Labortechnik, medizinischen Geräten oder optischen Instrumenten
  • in der chemischen und pharmazeutischen Industrie
  • in der Halbleiterindustrie für spezielle Glasbauteile
  • in der Entwicklung und Produktion von Spezialgläsern
  • als Selbstständige/r mit eigener Werkstatt

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Glaser- und Glasapparatebauermeister/in: Du leitest einen Betrieb, bildest aus und kannst dich selbstständig machen.
  • Techniker/in: zum Beispiel für Glastechnik, Vakuumtechnik oder physikalische Technik, für Konstruktion, Entwicklung und Qualitätssicherung
  • Spezialisierung: auf Glasarten wie Quarzglas, auf Techniken wie Laserschweißen oder auf Bereiche wie Reinraumtechnik
  • Ausbilder/in: Du gibst dein Wissen an den Nachwuchs weiter.
  • Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Glastechnik, Physikalische Technik, Chemieingenieurwesen oder Werkstoffwissenschaften studieren.

Fazit: Präzisi­ons­arbeit in der Glasver­ar­beitung

Als Glasap­pa­ra­tebauer/in verbindest du Handwerk, Technik und Genauigkeit. Du baust Geräte, mit denen Wissen­schaft und Medizin arbeiten. Die Ausbildung dauert in der Regel 3,5 Jahre und ist dual. Danach kannst du dich spezia­li­sieren, Meister/in oder Techniker/in werden oder studieren.

Neugierig geworden? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Industrie.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Glasapparatebauer/in als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

PDF herunterladen

Worauf hast du noch Lust?

Stöbere weiter in Berufen und Tipps. Oder lass den Würfel entscheiden.

Copyright 2026. Alle Rechte vorbehalten.
Einstellungen gespeichert
Datenschutzeinstellungen

Notwendige Speicher nutzen wir, damit die Website funktioniert. Statistik (Google Analytics und Brevo über den Google Tag Manager) und externe Medien laden wir nur, wenn Sie zustimmen. Ihre Auswahl können Sie jederzeit über das Cookie-Symbol ändern. Mehr dazu in der Datenschutz­er­klärung.

Domainname: karrieremag.de
Ablauf: 30 Tage
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Speichert die Privacy Level Einstellungen aus dem Cookie Consent Tool "Privacy Manager".
Domainname: karrieremag.de
Ablauf: 30 Tage
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Speichert die Speicherdauer der Privacy Level Einstellungen aus dem Cookie Consent Tool "Privacy Manager".
Domainname: karrieremag.de
Ablauf: 30 Tage
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Speichert, dass das Popup (Inhaltselement - Popup) durch einen Klick des Benutzers geschlossen wurde.
Domainname: karrieremag.de
Ablauf: 30 Tage
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Speichert, dass der Scrollscript für die Onepage Navigation gestartet wurde.
Domainname: karrieremag.de
Ablauf: 30 Tage
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Speichert die Offset-Position für die Onepage Navigation.
Domainname: karrieremag.de
Ablauf: 30 Tage
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Speichert, dass die aktuelle Seite eine "Onepage" Seite ist.
Domainname: karrieremag.de
Ablauf: 30 Tage
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Speichert die gewählte Listen/Grid Ansicht in der CustomCatalog List.
Domainname: karrieremag.de
Ablauf: 30 Tage
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Speichert den gewählten Filter des Portfoliofilters.
Domainname: karrieremag.de
Ablauf: 30 Tage
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Speichert den Zustand der Hinweisleiste "Outdated Browser".
Domainname: karrieremag.de
Ablauf: Bis der Browser-Tab geschlossen wird
Speicherort: Sessionstorage
Beschreibung: Ecki merkt sich den aktuellen Stand (Eingaben und Ergebnis, nie das Zeugnisfoto), damit nach dem Neuladen nichts verloren geht.
Domainname: karrieremag.de
Ablauf: Bis Sie es löschen
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Nur nach Tippen auf „Merken“: die Ergebniskarten von Ecki ohne Noten, Fehltage und Hobbys.
Domainname: karrieremag.de
Ablauf: 2 Jahre
Speicherort: Cookie
Beschreibung: Nur nach Zustimmung zu „Statistik“: Google Analytics, unterscheidet Besucher für die Besuchsstatistik.
Domainname: karrieremag.de
Ablauf: 2 Jahre
Speicherort: Cookie
Beschreibung: Nur nach Zustimmung zu „Statistik“: Google Analytics, speichert den Sitzungsstatus.
Domainname: karrieremag.de
Ablauf: 6 Monate
Speicherort: Cookie
Beschreibung: Nur nach Zustimmung zu „Statistik“: Brevo, ordnet Besuche der Website der Marketing-Automation zu.
You are using an outdated browser. The website may not be displayed correctly. Close