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Ausbildung Glasapparatebauer/in
Ausbildung: Glas formen für Labor und Forschung
Wie wird aus einem Glasrohr ein Gerät für die Forschung? Genau das lernst du in der Ausbildung zum/zur Glasapparatebauer/in. Du stellst Glasapparate für Labore, Medizin, chemische Industrie und Forschungseinrichtungen her. Du reparierst sie und passt sie an. So können Wissenschaftler/innen und Ärzt/innen mit genauen und funktionierenden Instrumenten arbeiten. Dafür brauchst du technisches Verständnis, eine ruhige Hand und viel Geduld. Hier erfährst du, was du als Glasapparatebauer/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Auf einen Blick
Glasapparatebauer/in auf einen Blick
Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis:
Der Beruf im Wandel der Zeit
Wie hieß der Beruf früher?
Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. 1983 wurden mehrere Berufe neu geordnet. Aus 3 Berufen wurde einer.
- ab 1949 bis 1983Glasapparatebläser/
in - ab 1949 bis 1983Glasapparatejustierer/
in - ab 1949 bis 1983Glasinstrumentenmacher/
in - seit 1983Glasapparatebauer/
in
In der DDR hieß der Beruf: Glasbläser/in (Schwerpunkte Glasapparatebläser/in, Glasgerätejustierer/in)
Berufsnamen seit Gründung der Bundesrepublik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wiedervereinigung 1990 in den heutigen Ausbildungsberufen auf.
Was macht ein/e Glasapparatebauer/in?
Du arbeitest an speziellen Gasbrennern mit verschiedenen Glasarten und nach technischen Zeichnungen. Du bist Handwerker/in, Techniker/in und Problemlöser/in zugleich. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
Welche Aufgaben hast du im Arbeitsalltag?
- Zeichnungen lesen: Du sprichst mit Ingenieur/innen, Chemiker/innen oder Ärzt/innen und planst anhand von Zeichnungen jeden Arbeitsschritt.
- Glas auswählen und vorbereiten: Du wählst die passende Glasart, zum Beispiel Borosilikatglas für Hitzebeständigkeit oder Quarzglas für UV-Durchlässigkeit. Dann schneidest du Rohre und Stäbe zu.
- Formen an der Flamme: Du erhitzt das Glas, bis es weich ist. Dann bläst, ziehst und biegst du es in Form.
- Glasteile verbinden: Du verschmilzt Rohre, Kugeln, Gefäße, Hähne und Schliffe zu dichten und spannungsfreien Verbindungen. Dabei kontrollierst du die Wärme genau.
- Funktionselemente einbauen: Du setzt Schliffverbindungen, Hähne, Dosiereinrichtungen, Heizdrähte oder Elektroden ein.
- Prüfen: Du testest jeden Apparat auf Dichtigkeit, oft unter Vakuum oder Druck, und prüfst Maße und Winkel.
- Reparieren und Anpassen: Du findest die Ursache eines Defekts, tauschst Teile aus und baust Geräte nach Kundenwunsch um.
- Reinigung und Pflege: Du reinigst die Glasgeräte und pflegst Werkzeuge und Brenner.
- Beratung: Du erklärst Kund/innen, was mit Glas möglich ist.
Wo arbeitest du als Glasapparatebauer/in?
Du arbeitest in spezialisierten Werkstätten für Glasapparatebau, in Forschungsinstituten und Universitäten oder bei Herstellern von Laborgeräten. Auch die chemische und pharmazeutische Industrie beschäftigt Glasapparatebauer/innen. Mit deinen Geräten arbeitet die Wissenschaft.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Glasapparatebauer/in ab?
Wie lange dauert die Ausbildung?
Was lernst du in Betrieb und Berufsschule?
Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3,5 Jahre. Im Betrieb, etwa einem Glasapparatebau, einem Chemie- oder Pharmaunternehmen oder einer Forschungseinrichtung, lernst du an den Brennern. Die Berufsschule findet oft im Blockunterricht an spezialisierten Schulen statt, zum Beispiel in Wertheim. Dort geht es um Glaskunde, Vakuumtechnik, Thermodynamik, Chemie und Physik, technische Mathematik, Apparatebau, Mess- und Prüftechnik und Arbeitssicherheit.
Das lernst du unter anderem:
- Glaskunde: Eigenschaften von Borosilikatglas, Quarzglas und Spezialgläsern.
- Brennertechnik: Du stellst Brenner ein und steuerst die Wärme für verschiedene Arbeiten.
- Glasbearbeitung: Blasen, Ziehen, Biegen, Verschmelzen, Schleifen und Bohren.
- Mathematik und Physik: Du berechnest Volumen, Druck, Temperatur und Maße.
- Vakuum- und Hochdrucktechnik: Du baust und prüfst Apparate für diese Einsätze.
- Messtechnik und Qualitätssicherung: Du prüfst Dichtigkeit, Maße und Funktion.
- Reparatur: Du behebst Glasbruch und passt Apparaturen an.
- Arbeitsplanung: Du liest Zeichnungen, planst Abläufe und erstellst Stücklisten.
- Arbeitssicherheit und Umweltschutz: Du gehst sicher mit Gas, Flammen, Glasbruch und Chemikalien um und recycelst Glas.
Welche Voraussetzungen brauchst du als Glasapparatebauer/in?
Was solltest du mitbringen?
- einen guten Hauptschulabschluss oder einen mittleren Schulabschluss
- technisches Verständnis und analytisches Denken
- handwerkliches Geschick und eine sehr ruhige Hand
- gute Feinmotorik und Geduld
- eine sorgfältige und verantwortungsbewusste Arbeitsweise
- gutes Sehvermögen und räumliches Vorstellungsvermögen
- Interesse an Chemie und Physik
- Robustheit gegenüber Hitze und Gasgerüchen
Was verdienst du in der Ausbildung?
Wie viel verdienst du in jedem Ausbildungsjahr?
| Ausbildungsjahr | Vergütung pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich. |
| 1. Ausbildungsjahr | 724 € bis 1.090 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 854 € bis 1.140 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 977 € bis 1.250 € |
Passt die Ausbildung zum/zur Glasapparatebauer/in zu dir?
Du arbeitest gern mit den Händen und magst knifflige Aufgaben? Dann solltest du dir diesen Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:
- Einzigartige Produkte: Du baust Glasapparate, die oft nur einmal existieren.
- Präzision: Mit Sorgfalt und Auge fürs Detail entstehen hochwertige Geräte.
- Teamarbeit: Du arbeitest eng mit Kolleg/innen und Fachleuten aus der Forschung zusammen.
- Nah an der Wissenschaft: Deine Arbeit steckt in Laboren, Kliniken und Forschungsprojekten.
Vom Hobby zum Beruf
Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Glasapparatebauer/in?
Was du als Glasapparatebauer/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer in der Chemie-AG mit Laborglas arbeitet, filigrane Modelle zusammensetzt oder genau wissen will, wie Dinge funktionieren, zeigt Betrieben Technikverständnis und eine ruhige Hand. Wer dazu ein Instrument übt oder Tischtennis im Verein spielt, beweist Konzentration und Ausdauer. Genau das lesen Werkstätten für Laborgeräte gern. Wenn dich freies Formen von Glas reizt, schau dir Glasbläser/in an. Für feine Messgeräte passt Thermometermacher/in.
Aus diesem Berufsprofil abgeleitet
Passt gut, wenn du gern …
- in der Chemie-AG mit Laborglas experimentierst Neugier
- filigrane Modelle aus vielen Teilen baust Feinmotorik
- technische Zeichnungen oder Skizzen anfertigst Räumliches Denken
- Tischtennis oder Badminton im Verein spielst Konzentration
- ein Instrument geduldig übst Ausdauer
Im Kästchen: Das lesen Ausbildungsbetriebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind
Wo findest du Ausbildungsbetriebe in deiner Nähe?
1 von 3 · Wie häufig?
rund 20
Betriebe bilden aus
Platz 260 von 349 Berufen.
2 von 3 · Wo?
- Thüringen8
- Bayern2
- Hessen2
Die meisten Betriebe: Ilm-Kreis, Kreis Herzogtum Lauenburg, Landkreis Saalfeld-Rudolstadt
3 von 3 · Passt der Beruf?
Unsicher, ob dieser Beruf zu dir passt?
Tipp deine Noten und Hobbys ein. Ecki zeigt dir passende Berufe und die Betriebe um die Ecke.
Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?
Glasapparatebau ist ein sehr spezialisiertes Handwerk für Forschung, Wissenschaft und Industrie. Maßgefertigte Glasapparaturen werden zunehmend in Biotechnologie, Medizintechnik und Materialwissenschaften gebraucht. Besonders gefragt bist du bei Einzelanfertigungen, Reparaturen und neuen Apparaten. Hier kannst du arbeiten:
- in Forschungsinstituten und Universitäten, etwa in Chemie, Physik oder Biologie
- bei Herstellern von Labortechnik, medizinischen Geräten oder optischen Instrumenten
- in der chemischen und pharmazeutischen Industrie
- in der Halbleiterindustrie für spezielle Glasbauteile
- in der Entwicklung und Produktion von Spezialgläsern
- als Selbstständige/r mit eigener Werkstatt
Welche Weiterbildungen gibt es?
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Glaser- und Glasapparatebauermeister/in: Du leitest einen Betrieb, bildest aus und kannst dich selbstständig machen.
- Techniker/in: zum Beispiel für Glastechnik, Vakuumtechnik oder physikalische Technik, für Konstruktion, Entwicklung und Qualitätssicherung
- Spezialisierung: auf Glasarten wie Quarzglas, auf Techniken wie Laserschweißen oder auf Bereiche wie Reinraumtechnik
- Ausbilder/in: Du gibst dein Wissen an den Nachwuchs weiter.
- Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Glastechnik, Physikalische Technik, Chemieingenieurwesen oder Werkstoffwissenschaften studieren.
Fazit: Präzisionsarbeit in der Glasverarbeitung
Als Glasapparatebauer/in verbindest du Handwerk, Technik und Genauigkeit. Du baust Geräte, mit denen Wissenschaft und Medizin arbeiten. Die Ausbildung dauert in der Regel 3,5 Jahre und ist dual. Danach kannst du dich spezialisieren, Meister/in oder Techniker/in werden oder studieren.
Neugierig geworden? Finde auf dein-ausbildungsplatz.de einen Ausbildungsbetrieb in deiner Nähe.
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Dieses Berufsprofil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Elterngespräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.
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