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Ausbildung Glasbläser/in
Ausbildung: Mit Feuer und Atem Glas formen
Willst du eines der ältesten Handwerke der Menschheit lernen? Dann schau dir die Ausbildung zum/zur Glasbläser/in genauer an. Du stellst Glasprodukte her, indem du Glas von Hand bläst und formst. Das reicht vom feinen Laborgefäß bis zum kunstvollen Designobjekt. Du arbeitest mit Hitze, Flammen und deinem eigenen Atem. Dafür brauchst du Geschick, Genauigkeit und körperliche Belastbarkeit. Hier erfährst du, was du als Glasbläser/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Auf einen Blick
Glasbläser/in auf einen Blick
Was macht ein/e Glasbläser/in?
Du arbeitest an heißen Brennern und Öfen und formst glühendes Glas mit Atem und Händen. Du bist Handwerker/in, Techniker/in und Künstler/in zugleich. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
Welche Aufgaben hast du im Arbeitsalltag?
- Glas vorbereiten: Du arbeitest meist mit Glasrohren oder Glasstäben, zum Beispiel aus Borosilikatglas für Laborglas oder Bleikristall für Ziergegenstände. Du schneidest sie auf Länge.
- Erwärmen: Über Gasbrennern oder in kleinen Öfen machst du das Glas weich. Du kontrollierst die Temperatur genau, denn jede Glasart verhält sich anders.
- Freies Blasen: Das ist das Herzstück des Berufs. Mit der Glasmacherpfeife oder am Brenner bläst du Hohlkörper wie Kugeln, Flaschen, Reagenzgläser oder Vasen. Dabei drehst du das Glas, damit Form und Wandstärke stimmen.
- Ziehen und Biegen: Du ziehst feine Kapillaren, Stäbe oder Röhren, etwa für Laborgeräte, Thermometer oder Neonröhren.
- Verbinden: Du schmilzt Glasteile sauber und blasenfrei zusammen.
- Kühlen: Im Kühlofen kühlt das Glas langsam ab. So baut es Spannungen ab und wird bruchfest.
- Veredeln: Du schleifst Kanten, polierst, sandstrahlst, gravierst oder bemalst Glas.
- Qualitätskontrolle: Du prüfst Form, Dichtigkeit, Transparenz und Stabilität, besonders bei Labor- und Medizinglas.
- Wartung: Du pflegst Brenner, Glasmacherpfeifen und Spezialwerkzeuge.
Wo arbeitest du als Glasbläser/in?
Du arbeitest in Glasbläsereien und kleinen Glasmanufakturen. Auch Hersteller von Laborgeräten und Medizintechnik, Betriebe für Lichtwerbung und das Kunsthandwerk brauchen dich. Überall gibst du Glas mit Atem und Geschick seine Form und Funktion.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Glasbläser/in ab?
Wie lange dauert die Ausbildung?
Was lernst du in Betrieb und Berufsschule?
Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3 Jahre. Im Betrieb, etwa einer Glasbläserei, einem Laborgerätebau oder einer Kunstglasmanufaktur, lernst du am Brenner und mit der Glasmacherpfeife. Die Berufsschule findet oft im Blockunterricht an spezialisierten Schulen statt, zum Beispiel in Lauscha oder Zwiesel. Dort geht es um Glaseigenschaften, Brennertechnik, Vakuumtechnik, Materialkunde, Formenbau, Veredelung, Design und Arbeitssicherheit.
Das lernst du unter anderem:
- Glaskunde: Zusammensetzung und Eigenschaften von Weichglas, Hartglas und Spezialgläsern.
- Brennertechnik: Du stellst Brenner ein und steuerst die Wärme.
- Formgebung: Blasen von Mund und mit Maschine, Ziehen, Biegen, Verschmelzen und freies Formen.
- Werkzeugkunde: Pfeifen, Zangen, Scheren und Modellierhölzer richtig einsetzen und pflegen.
- Veredelung: Schleifen, Polieren, Gravieren und Ätzen.
- Messtechnik und Qualitätssicherung: Du prüfst Maße, Dichtigkeit und Fehler, besonders bei technischen Teilen.
- Design: Formgebung und Farbenlehre im Kunsthandwerk.
- Arbeitssicherheit und Umweltschutz: sicherer Umgang mit Gas, Flammen, Glasbruch und Chemikalien.
Welche Voraussetzungen brauchst du als Glasbläser/in?
Was solltest du mitbringen?
- einen guten Hauptschulabschluss oder einen mittleren Schulabschluss
- sehr gutes handwerkliches Geschick und eine ruhige Hand
- gute Feinmotorik und Geduld
- eine sorgfältige und genaue Arbeitsweise
- gutes Sehvermögen und räumliches Vorstellungsvermögen
- technisches Verständnis und Interesse an Naturwissenschaften
- körperliche Belastbarkeit und Robustheit gegenüber Hitze und Gasgerüchen
- Teamfähigkeit und Konzentration
Was verdienst du in der Ausbildung?
Wie viel verdienst du in jedem Ausbildungsjahr?
| Ausbildungsjahr | Vergütung pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich. |
| 1. Ausbildungsjahr | 724 € bis 1.090 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 854 € bis 1.140 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 977 € bis 1.250 € |
Passt die Ausbildung zum/zur Glasbläser/in zu dir?
Du willst mit deinen Händen etwas Besonderes schaffen? Dann solltest du dir diesen Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:
- Kreativität: Aus einem glühenden Glasrohr formst du einzigartige Objekte.
- Präzision: Mit Sorgfalt und Blick fürs Detail entstehen hochwertige Glaswaren.
- Teamarbeit: Ihr arbeitet eng zusammen und verlasst euch aufeinander.
- Tradition trifft Technik: Du arbeitest für Kunsthandwerk, Labor und Medizin.
Vom Hobby zum Beruf
Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Glasbläser/in?
Was du als Glasbläser/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer Perlen fädelt, Kerzen zieht oder auf dem Mittelaltermarkt den Glasbläser/innen fasziniert zuschaut, zeigt Betrieben Fingerspitzengefühl und echtes Interesse am Material. Wer dazu in der Physik-AG experimentiert oder im Verein Volleyball spielt, beweist Neugier und Teamgeist. Das lesen Glasbläsereien als guten Start. Wenn dich Weihnachtsschmuck reizt, schau dir Glasbläser/in Christbaumschmuck an. Für Glasgeräte im Labor passt Glasapparatebauer/in.
Aus diesem Berufsprofil abgeleitet
Passt gut, wenn du gern …
- Schmuck aus Glasperlen fädelst Feinmotorik
- Kerzen ziehst oder gießt Geduld
- Handwerker/innen auf Märkten genau zuschaust Neugier
- in der Physik-AG Versuche machst Technikverständnis
- Volleyball oder Handball im Verein spielst Teamgeist
Im Kästchen: Das lesen Ausbildungsbetriebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind
Wo findest du Ausbildungsbetriebe in deiner Nähe?
1 von 3 · Wie häufig?
1
Betrieb bildet aus
Platz 326 von 340 Berufen.
2 von 3 · Wo?
- Baden-Württemberg1
Die meisten Betriebe: Ortenaukreis
3 von 3 · Um die Ecke
Wer bildet bei dir aus?
Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?
Glasblasen ist ein Handwerk mit langer Tradition. Gebraucht wird es auch in modernen Bereichen wie Medizintechnik und Sensorik. Laborgeräte, Kunstobjekte und individuelle Glaslösungen werden laufend nachgefragt. Mit Einsatz und Lust auf Weiterentwicklung hast du gute Chancen. Hier kannst du arbeiten:
- in Glasbläsereien und Glasmanufakturen
- bei Herstellern von Laborglas, Messgeräten oder Medizintechnik
- in der Beleuchtungsindustrie, zum Beispiel für Neonröhren
- in Forschungsinstituten und Universitäten für Spezialapparaturen
- in der Restaurierung historischer Glasobjekte
- als Selbstständige/r mit eigener Glaswerkstatt
Welche Weiterbildungen gibt es?
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Glasbläsermeister/in: Du leitest einen Betrieb, bildest aus und kannst dich selbstständig machen.
- Techniker/in: zum Beispiel für Glastechnik oder Vakuumtechnik, für Leitungsaufgaben in der Glasindustrie
- Spezialisierung: auf Quarzglas oder optische Gläser, auf Lampenbläserei oder Vakuumapparatebau oder auf Medizinglas und Glaskunst
- Ausbilder/in: Du gibst dein Wissen an den Nachwuchs weiter.
- Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Glasdesign, Produktdesign, Werkstoffwissenschaften oder Glastechnik studieren.
Fazit: Die Kunst des Glasblasens
Als Glasbläser/in verbindest du Handwerk, Technik und körperlichen Einsatz. Du gibst Glas immer wieder neue Formen und Funktionen. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du dich spezialisieren, Meister/in oder Techniker/in werden oder studieren.
Feuer gefangen? Finde auf dein-ausbildungsplatz.de einen Ausbildungsbetrieb in deiner Nähe.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Kunsthandwerk, Schmuck und Instrumente.
Dieses Berufsprofil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Elterngespräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.
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