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Ausbildung Glasmacher/in

Ausbildung: Aus Sand und Feuer wird Glas

Symbolbild: Ausbildung Glasmacher/in

Wie wird aus Quarzsand, Soda und Kalk ein Trinkglas? Das lernst du in der Ausbildung zum/zur Glasmacher/in. Du stellst Glasprodukte her, mundge­blasen, geformt oder maschinell. Das reicht vom Trinkglas bis zum Kunstwerk. Du arbeitest an heißen Öfen und formst glühendes Glas mit Pfeife, Zangen und Maschinen. Dafür brauchst du Geschick, Genauigkeit und körperliche Belast­barkeit. Hier erfährst du, was du als Glasmacher/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Auf einen Blick

Glasmacher/in auf einen Blick

Dauer3 Jahre
Ausbildungdual, Industrie
1. Jahr1.200 €
Schulabschlusskeine Vorgabe
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. Bis 1985 hieß er Hohl- und Kelchglas­macher/in.

  1. 1968 bis 1985Hohl- und Kelch­glas­ma­cher/in
  2. seit 1985Glasmacher/in

In der DDR hieß der Beruf: Glasbläser/in (Schwerpunkt Maschi­nen­glas­bläser/in), Fachar­beiter/in für Glastechnik, Glasfach­ar­beiter/in (Schwerpunkt manuelle Glasver­ar­beitung)

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wieder­ver­ei­nigung 1990 in den heutigen Ausbil­dungs­berufen auf.

Was macht ein/e Glasmacher/in?

Du arbeitest an heißen Öfen, mit glühendem Glas und formst und bläst es genau. Du bist Handwerker/in, Techniker/in und Künstler/in zugleich. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Glas schmelzen: Du bereitest Quarzsand, Soda und Kalk vor. Im Ofen schmilzt du sie bei bis zu 1.500 Grad Celsius zu einer zähen Glasmasse.
  • Glasmasse entnehmen: Mit der Glasmacherpfeife holst du eine Portion glühendes Glas aus dem Ofen. Diesen Posten brauchst du für jedes Produkt.
  • Blasen und Formen: Du bläst Luft in die Glasmasse und formst Vasen, Flaschen oder Trinkgläser. Du drehst und schwingst das Glas und nutzt oft Formen.
  • Pressen und Ziehen: Du presst Glas in Formen oder ziehst es zu Platten und Stäben.
  • Freihandformen: Im Kunsthandwerk formst du Skulpturen und Einzelstücke frei mit Zangen und Scheren.
  • Kühlen: Im Kühlofen kühlt das Glas langsam ab. So baut es Spannungen ab und bricht nicht.
  • Veredeln: Du schleifst Kanten, polierst, sandstrahlst, gravierst oder bemalst Glas.
  • Qualitätskontrolle: Du prüfst Form, Transparenz und Stabilität.
  • Wartung: Du pflegst Öfen, Pfeifen und Werkzeuge.
glas

Wo arbeitest du als Glasmacher/in?

Du arbeitest in Glashütten, Glasma­nu­fakturen, spezia­li­sierten Glaswerk­stätten oder in der industriellen Glasfer­tigung. Überall gibst du einem besonderen Material seine Form.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Glasmacher/in ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3 Jahre. Im Betrieb, meist einer Glashütte, Glasma­nu­faktur oder Glasfabrik, lernst du am Ofen, mit der Glasma­cher­pfeife und an Maschinen. Die Berufs­schule findet oft im Blockun­terricht an spezia­li­sierten Schulen statt. Dort geht es um Glaszu­sam­men­setzung, Glasschmelze, Ofentechnik, Materi­alkunde, Formenbau, Veredelung, Design und Arbeits­si­cherheit.

Das lernst du unter anderem:

  • Glaskunde: Zusammensetzung von Glas, Glasarten und die Aufgabe der Rohstoffe.
  • Glasschmelze und Ofentechnik: Schmelzprozesse, Temperaturführung und Bedienung der Anlagen.
  • Formgebung: Blasen von Mund und mit Maschine, Pressen, Ziehen und freies Formen.
  • Werkzeuge und Maschinen: traditionelle Glasmacherpfeifen und moderne Produktionsmaschinen.
  • Veredelung: Schleifen, Polieren, Gravieren und Sandstrahlen.
  • Physik und Chemie: Was passiert bei der Herstellung und Bearbeitung von Glas?
  • Design: Formgebung, Farbenlehre und Gestaltung.
  • Qualitätssicherung: Fehler erkennen und Produkte prüfen.
  • Arbeitssicherheit und Umweltschutz: sicherer Umgang mit Hitze und Maschinen und Entsorgung von Glasabfällen.

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Glasmacher/in?

Was solltest du mitbringen?

  • einen guten Hauptschulabschluss oder einen mittleren Schulabschluss
  • technisches Verständnis und handwerkliches Geschick
  • gutes räumliches Vorstellungsvermögen
  • eine sorgfältige und geduldige Arbeitsweise
  • körperliche Belastbarkeit für Hitze und schwere Werkzeuge
  • Kreativität und Sinn für Ästhetik
  • Teamfähigkeit und Konzentration
  • Robustheit gegenüber Hitze

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 1.200 €
2. Ausbildungsjahr 1.230 €
3. Ausbildungsjahr 1.370 €

Passt die Ausbildung zum/zur Glasmacher/in zu dir?

Glas fasziniert dich und du packst gern an? Dann solltest du dir diesen Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:

  • Kreativität: Du stellst Glas in vielen Formen und Farben her, als Kunstwerk oder Gebrauchsgegenstand.
  • Präzision: Mit Sorgfalt und Blick fürs Detail entstehen hochwertige Produkte.
  • Starkes Team: Ihr arbeitet eng zusammen und verlasst euch aufeinander.
  • Tradition: Glasherstellung hat in Deutschland eine lange Tradition. Du wirst Teil davon.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Glasmacher/in?

Was du als Glasmacher/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer im Workshop Glasperlen formt, mit Ton töpfert oder Vasen und Gläser genau anschaut, zeigt Betrieben Kreativität und Formgefühl. Wer dazu Sport treibt, bei dem man ins Schwitzen kommt, oder in der Jugend­feu­erwehr mitmacht, beweist Belast­barkeit und Teamgeist. Das lesen Glashütten als gute Grundlage für Arbeit nah am heißen Ofen. Wenn dich Glas an der Flamme reizt, schau dir Glasbläser/in an. Für Glas in großen Anlagen passt Verfah­rens­me­chaniker/in Glastechnik.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • in einem Workshop Glasperlen oder Glas gestaltest Neugier
  • mit Ton Gefäße und Vasen töpferst Kreativität
  • Formen und Design von Dingen genau beobachtest Formgefühl
  • im Verein Boxen, Rudern oder Handball trainierst Belastbarkeit
  • in der Jugendfeuerwehr mit anpackst Teamgeist

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Wo findest du Ausbil­dungs­be­triebe in deiner Nähe?

  • 1 von 3 · Wie häufig?

    3

    Betriebe bilden aus

    Platz 316 von 344 Berufen.

  • 2 von 3 · Wo?

    • Baden-Württemberg1
    • Bayern1
    • Nordrhein-Westfalen1
  • 3 von 3 · Passt der Beruf?

    Unsicher, ob dieser Beruf zu dir passt?

    Tipp deine Noten und Hobbys ein. Ecki zeigt dir passende Berufe und die Betriebe um die Ecke.

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Glasmacher/in ist ein Handwerk mit langer Tradition, das sich durch moderne Technik weiter­ent­wickelt. Glas wird für Alltags­ge­gen­stände, Architektur und Kunst gebraucht. Gefragt bist du besonders bei Einzel­an­fer­ti­gungen, speziellen Glasarten und anspruchs­vollen Fertigungen. Hier kannst du arbeiten:

  • in Glashütten und Glasmanufakturen
  • in der Glasindustrie, zum Beispiel für Flachglas oder Behälterglas
  • in Werkstätten für Kunstglas und Glasdesign
  • in der Restaurierung von Glasobjekten, etwa in Museen
  • als Selbstständige/r mit eigener Glaswerkstatt

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Glasmachermeister/in: Du leitest einen Betrieb, bildest aus und kannst dich selbstständig machen.
  • Techniker/in: zum Beispiel für Glastechnik oder Werkstofftechnik, für Leitungsaufgaben in der Glasindustrie
  • Spezialisierung: auf Bleikristall oder Borosilikatglas, auf freies Glasblasen oder Lampenbläserei oder auf optisches Glas und Laborglas
  • Ausbilder/in: Du gibst dein Wissen an den Nachwuchs weiter.
  • Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Glasdesign, Produktdesign, Werkstoffwissenschaften oder Glastechnik studieren.

Fazit: Handwerkskunst mit Glas

Als Glasmacher/in verbindest du Handwerk, Technik und körper­lichen Einsatz. Du gibst Glas immer wieder neue Formen und Funktionen. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du dich spezia­li­sieren, Meister/in oder Techniker/in werden oder studieren.

Bereit für die Glashütte? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Industrie.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Glasmacher/in als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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