Gleisbauer/in
Präzision und Sicherheit auf den Schienen

Du packst gern an, hast ein ausgeprägtes Gespür für Präzision und bist fasziniert davon, wie du durch deine Arbeit die Grundlage für den sicheren Schienenverkehr schaffst? Wenn du dazu noch wetterfest, teamfähig und ein/e echte/r Spezialist/in für Stahl und Schotter bist, dann könnte der Beruf als Gleisbauer/in genau das Richtige für dich sein! Als dieser Profi bist du der/die Spezialist/in für den Bau, die Instandhaltung und Reparatur von Gleisanlagen für Eisenbahnen, Straßenbahnen oder U-Bahnen. Du sorgst dafür, dass Züge sicher und pünktlich ans Ziel kommen.
Was lernst du als Gleisbauer/in?
Als Gleisbauer/in ist dein Alltag geprägt von körperlicher Arbeit im Freien, dem Umgang mit schweren Maschinen und dem genauen Ausrichten von Schienen. Du bist gleichermaßen Tiefbauer/in, Metallbauer/in, Vermessungstechniker/in und Sicherheitsexperte/in. Deine Tätigkeiten sind vielfältig und erfordern sowohl handwerkliches Können als auch technisches Verständnis und Verantwortungsbewusstsein:
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Unterbau herstellen: Du bereitest den Untergrund für die Gleise vor. Das bedeutet Aushubarbeiten, das Verlegen von Drainageleitungen und das Verdichten des Planums (der ebenen Fläche), auf dem später die Schotterschicht liegt.
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Schotterbett herstellen: Du bringst das Schotterbett ein und verteilst es präzise. Dies ist die Grundlage für die Schwellen und Schienen, die später die Last des Zuges aufnehmen.
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Schwellen verlegen: Du verlegst die Schwellen (querliegende Balken aus Holz oder Beton), die die Schienen auf dem Schotterbett halten. Dies geschieht oft mit speziellen Maschinen oder in Teamarbeit.
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Schienen verlegen und verschweißen: Du legst die schweren Stahlschienen auf die Schwellen und befestigst sie mit speziellen Befestigungsmitteln. Anschließend verschweißt du die Schienenenden miteinander, um einen durchgehenden, fugenlosen Schienenstrang zu erhalten. Das ist eine anspruchsvolle Arbeit, die höchste Präzision erfordert, damit die Züge später ruhig und sicher fahren.
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Weichen und Gleiskreuzungen bauen: Du montierst und justierst Weichen und Gleiskreuzungen. Diese komplexen Konstruktionen ermöglichen es Zügen, von einem Gleis auf ein anderes zu wechseln oder sich zu kreuzen.
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Gleise instand halten und reparieren: Du bist für die regelmäßige Wartung und Reparatur bestehender Gleisanlagen zuständig. Dazu gehört das Auswechseln von verschlissenen Schienen oder Schwellen, das Stopfen des Schotters (Anheben und Ausrichten der Gleise) und die Beseitigung von Unwetterschäden.
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Arbeiten an und unter elektrischen Anlagen: Bei der Arbeit an Oberleitungen oder in U-Bahn-Bereichen musst du besonders auf Sicherheit achten und arbeitest oft unter Spannung oder an Stromschienen.
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Vermessungsarbeiten: Du führst präzise Vermessungsarbeiten durch, um sicherzustellen, dass die Gleise exakt im richtigen Abstand und in der richtigen Höhe liegen.
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Sicherheitsmaßnahmen: Du sorgst für die Absicherung der Baustelle im laufenden Bahnbetrieb und beachtest alle Sicherheitsvorschriften, denn die Arbeit am Gleis ist gefährlich und erfordert höchste Aufmerksamkeit.
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Bedienung von Baumaschinen: Du bedienst spezielle Baumaschinen wie Gleisbaubagger, Schotterplaniermaschinen oder Stopfmaschinen.

Warum solltest du Gleisbauer/in werden?
Dein Arbeitsplatz ist im Freien, entlang von Bahnstrecken, auf Baustellen im Stadtgebiet oder in Industriebetrieben – bei jedem Wetter und oft auch nachts oder am Wochenende, um den Bahnverkehr nicht zu stören. Du bist der/diejenige, der/die die Weichen für die Mobilität von Millionen Menschen stellt.
Gleisbauer/in: Das ist die Ausbildung
Die Ausbildung zum/zur Gleisbauer/in ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf und dauert in der Regel 3 Jahre. Du lernst im Ausbildungsbetrieb, der meist ein spezialisiertes Gleisbauunternehmen, ein Tiefbauunternehmen mit Gleisbauabteilung oder ein großer Eisenbahnkonzern ist, die praktischen Fertigkeiten direkt auf der Baustelle und an den Maschinen. Du machst dich mit dem Umgang von Werkzeugen, der Bearbeitung von Stahl und Beton, Vermessungstechniken und dem Einsatz von Baumaschinen vertraut. In der Berufsschule (oft in Blockform) erwirbst du die notwendigen theoretischen Grundlagen über Baustoffkunde, Statik, technische Mathematik, Bauzeichnungen, Gleisgeometrie, Arbeitssicherheit und Umweltschutz.
Inhalte deiner Ausbildung sind unter anderem:
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Bau von Gleisanlagen: Du erwirbst detailliertes Wissen über den Aufbau von Gleisen, den Unterbau, das Schotterbett, die Verlegung von Schwellen und Schienen sowie den Bau von Weichen.
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Baustoffkunde: Du beschäftigst dich intensiv mit den Eigenschaften von Stahl, Beton, Schotter und anderen Baustoffen, die im Gleisbau verwendet werden.
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Metallbearbeitung: Du machst dich mit Techniken wie Schweißen, Schleifen und Schneiden von Metall vertraut, insbesondere von Schienen und Weichenteilen.
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Vermessungstechnik: Du erhältst Kenntnisse über den Einsatz von Vermessungsgeräten (Theodolit, Nivelliergerät) zur präzisen Ausrichtung von Gleisen.
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Baumaschinenführung: Du lernst, verschiedene Baumaschinen und -geräte sicher zu bedienen, die im Gleisbau zum Einsatz kommen.
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Instandhaltung und Reparatur: Du erwirbst Wissen über die Wartung von Gleisanlagen, die Fehlererkennung und die Behebung von Schäden.
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Sicherheitstechnik: Du erhältst umfassende Kenntnisse über die besonderen Sicherheitsvorschriften beim Arbeiten an und im Gleisbereich, den Umgang mit Gefahrstoffen und die Unfallverhütung.
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Bauzeichnungen lesen und erstellen: Du lernst, technische Zeichnungen zu interpretieren und einfache Skizzen anzufertigen.
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Umweltschutz: Du machst dich mit den Vorschriften zum Umweltschutz auf Baustellen vertraut.
Was du mitbringen solltest:
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Einen Hauptschulabschluss oder einen mittleren Schulabschluss
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Technisches Verständnis und handwerkliches Geschick
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Gutes räumliches Vorstellungsvermögen
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Sorgfältige, präzise und verantwortungsbewusste Arbeitsweise
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Körperliche Fitness und Belastbarkeit (Arbeit im Freien, Heben)
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Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit
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Schwindelfreiheit und Höhentauglichkeit (teilweise bei Brückenarbeiten)
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Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten (Nacht-, Wochenend-, Feiertagsarbeit)
Deine Karriere als Gleisbauer/in
Der Bedarf an qualifizierten Gleisbauer/innen ist in Deutschland sehr hoch und wird in den kommenden Jahren aufgrund der notwendigen Sanierung und des Ausbaus der Bahninfrastruktur weiter steigen. Du bist eine gefragte Fachkraft, die entscheidend zur Mobilität und dem Umweltschutz beiträgt. Deine Jobchancen sind exzellent und vielfältig:
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Bei der Deutschen Bahn AG (DB Netz AG, DB Bahnbau Gruppe)
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Bei privaten Gleisbau- und Tiefbauunternehmen
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Bei Straßenbahn- und U-Bahn-Betrieben
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Bei Industriebetrieben mit eigenen Gleisanlagen
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In Ingenieurbüros für Gleisbau (nach Weiterbildung)
Deine Weiterbildungsmöglichkeiten sind vielfältig und eröffnen dir neue Karrierewege:
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Gleisbauermeister/in: Dies ist die höchste Qualifikation im Gleisbau. Sie qualifiziert dich für die Betriebsleitung, die Ausbildung von Lehrlingen und für die eigenverantwortliche Leitung großer Baustellen.
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Techniker/in für Bautechnik (Schwerpunkt Tiefbau/Gleisbau): Eine Weiterbildung an einer Fachschule, die deine Kenntnisse in Bauplanung, Statik und Bauleitung vertieft und dich für anspruchsvolle technische Aufgaben qualifiziert.
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Vorarbeiter/in/Polier/in: Mit entsprechender Erfahrung kannst du die Führung kleinerer Teams oder ganzer Baustellenabschnitte übernehmen.
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Spezialisierung: Du kannst dich auf bestimmte Techniken (z.B. maschinelles Gleisstopfen, Weichenmontage, Schienenschweißen) oder auf bestimmte Bereiche (z.B. U-Bahn-Bau, Hochgeschwindigkeitsstrecken) spezialisieren.
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Qualifizierte/r Schienenschweißer/in: Eine spezielle Zertifizierung, die dich für das hochpräzise Schweißen von Schienen qualifiziert und sehr gefragt ist.
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Ausbilder/in: Wenn du dein Wissen und deine Erfahrung gerne an den Nachwuchs weitergeben möchtest, kannst du dich zum/zur Ausbilder/in qualifizieren.
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Studium: Mit der Hochschulzugangsberechtigung (z.B. mit Fachabitur, Meistertitel oder Techniker) kannst du Studiengänge wie Bauingenieurwesen (Schwerpunkt Verkehrswegebau/Eisenbahnbau) oder Bauwirtschaftsingenieurwesen in Betracht ziehen. Dies ermöglicht dir den Zugang zu Positionen in der Bauleitung, Planung, Forschung oder im höheren Management.
Darum solltest du Gleisbauer/in werden:
Hier sind vier Gründe, warum du eine Ausbildung zum/zur Gleisbauer/in machen solltest:
- Du bist handwerklich geschickt und hast Spaß an der Arbeit im Freien. Als Gleisbauer/in bist du dafür verantwortlich, Schienen und Weichen zu verlegen, Bahnübergänge zu bauen und die Sicherheit des Schienennetzes zu gewährleisten. Du arbeitest dabei mit modernsten Maschinen und Werkzeugen und hast die Möglichkeit, deine handwerklichen Fähigkeiten einzubringen.
- Du bist teamfähig und hast ein gutes Verantwortungsbewusstsein. Gleisbauer/innen arbeiten oft in Teams und müssen sich auf die Arbeit anderer verlassen können. Du solltest daher teamfähig sein und ein gutes Verantwortungsbewusstsein haben.
- Du hast gute Zukunftsaussichten. Der Beruf des/der Gleisbauer/in ist gefragt und bietet gute Verdienstmöglichkeiten.
- Du arbeitest an einem wichtigen Bauwerk. Das Schienennetz ist eine wichtige Infrastruktur für unser Land. Als Gleisbauer/in kannst du dazu beitragen, dass Menschen und Güter sicher und zuverlässig an ihr Ziel kommen.
Wenn du diese Voraussetzungen erfüllst, solltest du dir eine Ausbildung zum/zur Gleisbauer/in näher anschauen. Es ist ein abwechslungsreicher und anspruchsvoller Beruf mit guten Zukunftsaussichten.
Vergütung: Gleisbauer/in
Jahr | Vergütung |
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1. Ausbildungsjahr | 880 EUR bis 940 EUR |
2. Ausbildungsjahr | 1.100 EUR bis 1.235 EUR |
3. Ausbildungsjahr | 1.300 EUR bis 1.495 |
Fazit: Präzision für eine reibungslose Mobilität
Wenn du eine Tätigkeit suchst, die deine Lust am Anpacken mit technischem Verständnis, Präzision und der Faszination verbindet, die Infrastruktur für einen der wichtigsten Verkehrsträger zu schaffen und zu erhalten, dann bietet dir der Beruf als Gleisbauer/in eine spannende und überaus "tragfähige" Zukunft!
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