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Ausbildung Gleisbauer/in

Ausbildung: Du legst die Spur für Millionen Menschen

Symbolbild: Ausbildung Gleisbauer/in

Arbeitest du lieber draußen als im Büro? Dann schau dir die Ausbildung zum/zur Gleisbauer/in genauer an. Du baust Gleisanlagen für Eisenbahnen, Straßen­bahnen und U-Bahnen. Du hältst sie instand und reparierst sie. So kommen Züge sicher und pünktlich ans Ziel. Du arbeitest mit Stahl, Schotter und schweren Maschinen, bei jedem Wetter und im Team. Dafür brauchst du Kraft, Genauigkeit und Verant­wor­tungs­be­wusstsein. Hier erfährst du, was du als Gleisbauer/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Hinweis: Zum 01. August 2026 wurde der Beruf neu geordnet. Seitdem lernst du als Gleisbauer/in zusätzlich viel über Klimaschutz, Nachhal­tigkeit, Digita­li­sierung und Sanierung, also das Bauen im Bestand.

Auf einen Blick

Gleisbauer/in auf einen Blick

Dauer3 Jahre
Ausbildungdual, Handwerk und Bau
1. Jahr1.122 €
Schulabschlusskeine Vorgabe

Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis:

ESA / HauptschuleMSA / RealschuleAbitur / Fachabitur
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

In der DDR hieß der Beruf: Gleisbau­fach­ar­beiter/in, Fachar­beiter/in für Eisenbahnbau, Schienen­fahr­zeug­schlosser/in (Schwerpunkt Gleisbau­ma­schinist/in)

Im Alltag sagt man auch: Gleisar­beiter/in

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wieder­ver­ei­nigung 1990 in den heutigen Ausbil­dungs­berufen auf.

Was macht ein/e Gleisbauer/in?

Dein Alltag ist geprägt von körper­licher Arbeit im Freien, schweren Maschinen und dem genauen Ausrichten von Schienen. Du bist Tiefbauer/in, Metallbauer/in, Vermesser/in und Sicher­heitsprofi zugleich. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Unterbau herstellen: Du hebst Erdreich aus, verlegst Drainageleitungen und verdichtest das Planum, also die ebene Fläche unter dem Schotter.
  • Schotterbett einbringen: Du verteilst den Schotter genau. Er trägt später Schwellen, Schienen und Züge.
  • Schwellen verlegen: Du verlegst Schwellen aus Holz oder Beton, oft mit Maschinen und im Team.
  • Schienen verlegen und verschweißen: Du befestigst die Stahlschienen auf den Schwellen und verschweißt die Enden. So entsteht ein durchgehender Strang, auf dem Züge ruhig fahren.
  • Weichen bauen: Du montierst und justierst Weichen und Gleiskreuzungen.
  • Instandhaltung: Du tauschst verschlissene Schienen und Schwellen, stopfst den Schotter, richtest Gleise aus und beseitigst Unwetterschäden.
  • Elektrische Anlagen: An Oberleitungen und Stromschienen, etwa bei der U-Bahn, achtest du besonders auf Sicherheit.
  • Vermessen: Du prüfst, dass die Gleise im richtigen Abstand und in der richtigen Höhe liegen.
  • Sicherheit: Du sicherst die Baustelle im laufenden Bahnbetrieb ab und hältst alle Vorschriften ein.
  • Baumaschinen: Du bedienst Gleisbagger, Schotterplaniermaschinen und Stopfmaschinen.
bahnhof

Wo arbeitest du als Gleisbauer/in?

Du arbeitest im Freien, entlang von Bahnstrecken, auf Baustellen in der Stadt oder auf Industrie­ge­länden. Das geht bei jedem Wetter. Oft arbeitest du nachts oder am Wochenende, damit der Bahnverkehr weiter­laufen kann. Mit deiner Arbeit hältst du die Mobilität von Millionen Menschen am Laufen.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Gleisbauer/in ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3 Jahre. Im Betrieb, meist einem Gleisbau­un­ter­nehmen, einem Tiefbau­un­ter­nehmen oder einem Eisenbahn­konzern, lernst du auf der Baustelle und an den Maschinen. Die Berufs­schule findet oft im Blockun­terricht statt. Dort geht es um Baustoffkunde, Statik, technische Mathematik, Bauzeich­nungen, Gleisgeo­metrie, Arbeits­si­cherheit und Umwelt­schutz.

Das lernst du unter anderem:

  • Gleisbau: Unterbau, Schotterbett, Schwellen, Schienen und Weichen.
  • Baustoffkunde: Stahl, Beton, Schotter und ihre Eigenschaften.
  • Metallbearbeitung: Schweißen, Schleifen und Schneiden von Schienen und Weichenteilen.
  • Vermessung: Arbeiten mit Theodolit und Nivelliergerät.
  • Baumaschinen: Du bedienst Maschinen und Geräte sicher.
  • Instandhaltung: Fehler erkennen und Schäden beheben.
  • Sicherheitstechnik: Vorschriften im Gleisbereich, Gefahrstoffe und Unfallverhütung.
  • Bauzeichnungen: Zeichnungen lesen und einfache Skizzen anfertigen.
  • Umweltschutz: Vorschriften auf der Baustelle.

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Gleisbauer/in?

Was solltest du mitbringen?

  • einen Hauptschulabschluss oder einen mittleren Schulabschluss
  • technisches Verständnis und handwerkliches Geschick
  • gutes räumliches Vorstellungsvermögen
  • eine sorgfältige und verantwortungsbewusste Arbeitsweise
  • körperliche Fitness für Arbeit im Freien und schweres Heben
  • Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit
  • Schwindelfreiheit, etwa bei Arbeiten auf Brücken
  • Bereitschaft zu Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 1.122 €
2. Ausbildungsjahr 1.351 €
3. Ausbildungsjahr 1.610 €

Passt die Ausbildung zum/zur Gleisbauer/in zu dir?

Du bist gern draußen und packst mit an? Dann solltest du dir diesen Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:

  • Arbeit im Freien: Du verlegst Schienen und Weichen, baust Bahnübergänge und sorgst für ein sicheres Schienennetz.
  • Moderne Maschinen: Du arbeitest mit großen Spezialmaschinen und Werkzeugen.
  • Starkes Team: Ihr arbeitet eng zusammen und verlasst euch aufeinander.
  • Wichtige Infrastruktur: Durch deine Arbeit kommen Menschen und Güter sicher ans Ziel.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Gleisbauer/in?

Was du als Gleisbauer/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer Modell­ei­sen­bahnen aufbaut, beim Wegebau im Schreber­garten Steine schleppt oder bei jedem Wetter draußen trainiert, zeigt Betrieben Technik­in­teresse und Robustheit. Wer dazu beim THW oder in der Jugend­feu­erwehr mitmacht, beweist Sicher­heits­be­wusstsein und Zuverläs­sigkeit, auch nachts und am Wochenende. Das zählt an der Strecke. Wenn dich Straßen und Wege reizen, schau dir Straßenbauer/in an. Wenn du Züge lieber fahren willst, passt Eisenbahner/in im Betriebs­dienst.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • Modelleisenbahnen mit Gleisen und Weichen aufbaust Technikinteresse
  • im Garten beim Wege- oder Beetbau anpackst Belastbarkeit
  • draußen bei jedem Wetter Sport machst Ausdauer
  • beim THW oder in der Jugendfeuerwehr mitmachst Sicherheitsbewusstsein
  • Fußball oder Hockey im Verein spielst Teamgeist

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Wo findest du Ausbil­dungs­be­triebe in deiner Nähe?

  • 1 von 4 · Wie häufig?

    rund 70

    Betriebe bilden aus

    Platz 151 von 340 Berufen.

  • 2 von 4 · Plan B im selben Betrieb

    Fast jeder 3. Betrieb

    bildet auch Baugerä­te­führer/in aus.

    Jeder 4. bildet auch Straßenbauer/in aus.

  • 3 von 4 · Wo?

    • Nordrhein-Westfalen20
    • Sachsen10
    • Baden-Württemberg6

    Die meisten Betriebe: Berlin, Kreis Wesel, Dresden

  • 4 von 4 · Um die Ecke

    Wer bildet bei dir aus?

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Die Bahnin­fra­struktur in Deutschland muss saniert und ausgebaut werden. Deshalb werden Gleisbauer/innen gebraucht. Du trägst zu Mobilität und Umwelt­schutz bei. Hier kannst du arbeiten:

  • bei der Deutschen Bahn und ihren Bautöchtern
  • bei privaten Gleisbau- und Tiefbauunternehmen
  • bei Straßenbahn- und U-Bahn-Betrieben
  • bei Industriebetrieben mit eigenen Gleisanlagen
  • nach einer Weiterbildung in Ingenieurbüros für Gleisbau

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Gleisbauermeister/in: Du leitest große Baustellen und bildest Nachwuchs aus.
  • Techniker/in für Bautechnik: mit Schwerpunkt Tiefbau oder Gleisbau, für Planung, Statik und Bauleitung
  • Vorarbeiter/in oder Polier/in: Mit Erfahrung führst du Teams oder Baustellenabschnitte.
  • Schienenschweißer/in: eine spezielle Zertifizierung für das präzise Schweißen von Schienen
  • Spezialisierung: auf Gleisstopfen, Weichenmontage oder Schienenschweißen oder auf U-Bahn-Bau und Hochgeschwindigkeitsstrecken
  • Ausbilder/in: Du gibst dein Wissen an den Nachwuchs weiter.
  • Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Bauingenieurwesen mit Schwerpunkt Verkehrswegebau oder Bauwirtschaftsingenieurwesen studieren.

Fazit: Präzision für reibungslose Mobilität

Als Gleisbauer/in verbindest du Anpacken, Technik und Genauigkeit. Du baust und erhältst die Strecken für einen der wichtigsten Verkehrs­träger. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du Vorarbeiter/in, Meister/in oder Techniker/in werden oder studieren.

Bock auf Baustelle? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Handwerk und Bau.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Gleisbauer/in als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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