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Ausbildung Hörakustiker/in
Ausbildung: Technik, die Menschen wieder hören lässt
Was bedeutet es, plötzlich wieder Vogelstimmen zu hören? Als Hörakustiker/in machst du das für viele Menschen möglich. In der Ausbildung zum/zur Hörakustiker/in lernst du, Hörgeräte individuell anzupassen und Menschen mit Hörminderung zu beraten. Du arbeitest mit moderner Technik, präzisem Handwerk und viel Kontakt zu Menschen. Dafür brauchst du technisches Verständnis, Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen. Du sorgst dafür, dass deine Kund/innen wieder aktiv am Leben teilhaben. Hier erfährst du, was du als Hörakustiker/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Was macht ein/e Hörakustiker/in?
Du bist Handwerker/in, Techniker/in und Berater/in in einer Person. Du arbeitest eng mit Menschen und mit Hightech-Geräten. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
- Beraten: Du sprichst mit Kund/innen über ihre Hörbedürfnisse, ihren Alltag und ihre Erwartungen. Du erklärst die verschiedenen Hörgeräte.
- Hörtests: Mit Ton- und Sprachaudiometrie und weiteren Messungen bestimmst du Art und Ausmaß der Hörminderung.
- Otoplastiken fertigen: Du nimmst Abdrücke vom Ohr und fertigst daraus individuelle Ohrpassstücke oder Gehäuse für Im-Ohr-Hörgeräte. Du schleifst und polierst sie in der Werkstatt.
- Hörgeräte anpassen: Du wählst passende Geräte aus und programmierst sie am Computer auf das persönliche Hörvermögen.
- Feineinstellung: Schritt für Schritt stellst du die Geräte nach und verbesserst das Sprachverstehen in verschiedenen Situationen.
- Reparieren und warten: Du reinigst Hörgeräte, suchst Fehler, tauschst Bauteile und lötest.
- Zubehör und Gehörschutz: Du berätst zu Fernbedienungen und TV-Adaptern und fertigst Gehörschutz, zum Beispiel für Musiker/innen oder Industriearbeiter/innen.
- Qualität sichern: Du prüfst, ob die Geräte optimal funktionieren und deine Kund/innen zufrieden sind.
- Verkauf und Verwaltung: Du verkaufst Hörgeräte und Zubehör, erstellst Kostenvoranschläge und arbeitest mit Krankenkassen zusammen.
Wo arbeitest du als Hörakustiker/in?
Du arbeitest in Hörakustik-Fachgeschäften, die oft eine eigene Werkstatt haben. Dort berätst du, misst und fertigst. Du hilfst Menschen, wieder mitten im Leben zu stehen.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Hörakustiker/in ab?
Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3 Jahre. Im Hörakustik-Fachgeschäft lernst du direkt mit Kund/innen, in der Messkabine und in der Werkstatt. Du arbeitest mit modernen Mess- und Anpassgeräten, feinem Werkzeug und 3D-Druckern. Die Berufsschule findet oft in Blockform statt. Dort geht es um Audiologie, die Anatomie des Ohres, Akustik, Elektrotechnik, Werkstoffkunde, Mess- und Anpassverfahren und Kundenberatung.
Das lernst du unter anderem:
- Audiologie: Aufbau und Funktion des Ohres, Arten von Hörminderung und Hörtests
- Akustik und Hörgerätetechnik: Schall, Mikrofone, Lautsprecher, Verstärker und wie Hörgeräte funktionieren
- Otoplastik: Ohrabdrücke nehmen, ausgießen und Ohrpassstücke fertigen, schleifen, polieren und lackieren
- Anpassung: Hörgeräte mit Computersystemen programmieren und fein einstellen
- Werkstoffkunde: Kunststoffe, Silikone und andere Materialien
- Messtechnik: Messgeräte für Höranalyse und Fehlersuche sicher nutzen
- Kommunikation: einfühlsame Gespräche und Verkauf
- Hygiene und Arbeitssicherheit: Vorschriften in Werkstatt und Kundenkontakt
- Betriebswirtschaft: Kalkulation, Verkauf und Zusammenarbeit mit Krankenkassen
Was du mitbringen solltest
- einen guten Realschulabschluss oder Abitur beziehungsweise Fachabitur
- technisches Verständnis und Interesse an Elektronik und Feinmechanik
- handwerkliches Geschick und eine sehr gute Feinmotorik
- eine sorgfältige, genaue und geduldige Arbeitsweise
- Empathie und Freude am Umgang mit Menschen
- gutes Hör- und Sehvermögen
- Verantwortungsbewusstsein
- ein freundliches und sicheres Auftreten
Deine Karriere nach der Ausbildung
Die Gesellschaft wird älter und die Hörgerätetechnik entwickelt sich weiter. Fachkräfte, die Technik und Einfühlungsvermögen verbinden, sind gefragt. Hier kannst du arbeiten:
- in Hörakustik-Fachgeschäften, inhabergeführt oder bei Filialisten
- bei Hörgeräteherstellern in Produktentwicklung, Support oder Vertrieb
- in HNO-Kliniken und Rehazentren
- in der Forschung und Entwicklung neuer Hörsysteme
- im eigenen Fachgeschäft
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Hörakustikermeister/in: Du leitest ein Fachgeschäft, bildest aus und kannst dich selbstständig machen.
- Pädakustiker/in: Du spezialisierst dich auf die Hörversorgung von Kindern.
- Spezialisierung: zum Beispiel auf Tinnitus, Cochlea-Implantate oder auf Musiker/innen als Zielgruppe
- Ausbilder/in: Du gibst dein Wissen an den Nachwuchs weiter.
- Studium: Mit Hochschulzugang kannst du zum Beispiel Audiologie, Medizintechnik oder Hörakustik studieren, etwa in Lübeck.
Auf einen Blick
Hörakustiker/in auf einen Blick
Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis:
Quellen: BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit · BA, Anlage Sprachniveaus · abgerufen am 1. Oktober 2026
Hörakustiker/in in Zahlen
1 von 3 · Wie häufig?
rund 30
Betriebe bilden aus
Platz 212 von 340 Berufen.
2 von 3 · Wo?
- Bayern9
- Baden-Württemberg3
- Berlin3
Die meisten Betriebe: Landkreis Nürnberger Land, Berlin, Landkreis Rotenburg (Wümme)
3 von 3 · Um die Ecke
Wer bildet bei dir aus?
Daten: dein-ausbildungsplatz.de, Ausschnitt der eingetragenen Ausbildungsbetriebe, Zahlen gerundet. Stand: 5. Oktober 2026.
Passt die Ausbildung zu dir?
Du willst Menschen helfen und magst Technik? Das spricht für die Ausbildung:
- Echte Hilfe: Du verbesserst das Hören und damit die Lebensqualität deiner Kund/innen.
- Präzises Handwerk: Du arbeitest mit feinen Werkzeugen und Maschinen und hast ein Auge für Details.
- Abwechslung: Beraten, Anpassen und Reparieren wechseln sich ab.
- Gute Perspektiven: Du kannst im Fachgeschäft, in Kliniken oder im öffentlichen Dienst arbeiten.
Ausbildungsvergütung als Hörakustiker/in
| Ausbildungsjahr | Vergütung pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich. |
| 1. Ausbildungsjahr | 800 € bis 1.120 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 900 € bis 1.250 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.000 € bis 1.390 € |
Fazit: Für besseres Hören und mehr Lebensqualität
Als Hörakustiker/in verbindest du Handwerk, Technik und Einfühlungsvermögen. Du gibst Menschen ein Stück Lebensqualität zurück. Die Ausbildung dauert 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du Meister/in werden, dich spezialisieren oder ein eigenes Fachgeschäft führen.
Lust bekommen? Finde auf dein-ausbildungsplatz.de einen Ausbildungsbetrieb in deiner Nähe.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Sonstiges Handwerk.
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