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Holzbildhauer/in
Ausbildung: Aus rohem Holz wird Kunst
Siehst du in einem rohen Stück Holz schon die fertige Figur? Dann könnte die Ausbildung zum/zur Holzbildhauer/in genau das Richtige für dich sein. Du gestaltest figürliche und abstrakte Kunstwerke und Gebrauchsgegenstände aus Holz. Du arbeitest mit Schnitzmesser, Beitel und Klüpfel und bringst das Holz in seine schönste Form. Dafür brauchst du künstlerisches Talent, ein Gespür für Formen und Proportionen und viel Geduld. Hier erfährst du, was du als Holzbildhauer/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Was macht ein/e Holzbildhauer/in?
Du arbeitest mit verschiedenen Holzarten, Schnitzwerkzeugen, Hämmern und Schleifmaschinen. Du bist Künstler/in, Handwerker/in und Restaurator/in zugleich. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
- Entwerfen: Du entwickelst Ideen nach Kundenauftrag oder nach eigenen Vorstellungen. Du zeichnest Skizzen und baust Modelle aus Ton, Gips oder Wachs.
- Holz auswählen: Du wählst die passende Holzart, zum Beispiel Linde, Nussbaum, Eiche oder Exotenhölzer. Du achtest auf Maserung, Härte, Farbe und Wuchs und bereitest das Holz vor.
- Schnitzen: Das ist der Kern deiner Arbeit. Mit Beitel, Klüpfel, Stecheisen und Schnitzmesser trägst du Schicht für Schicht Holz ab und arbeitest feinste Details heraus.
- Oberflächen gestalten: Du schleifst sorgfältig und beizt, lasierst, ölst, wachst oder polierst das Holz. Manchmal setzt du Farben oder Vergoldungen ein.
- Montieren: Bei großen Werken setzt du Teile zusammen und bereitest Skulpturen für die Aufstellung drinnen oder draußen vor.
- Restaurieren: Du bringst alte oder beschädigte Skulpturen und Schnitzereien möglichst originalgetreu wieder in Form.
- Beraten und verkaufen: Du berätst bei Auftragsarbeiten, zeigst deine Werke in Ausstellungen und Galerien und kümmerst dich um den Verkauf.
- Werkzeug pflegen: Du schärfst deine Werkzeuge regelmäßig, denn nur scharfes Werkzeug schneidet präzise.
Wo arbeitest du als Holzbildhauer/in?
Du arbeitest vor allem in Ateliers und Werkstätten von Bildhauerbetrieben oder Restaurierungsbetrieben. Auch Theater und Opernhäuser brauchen dich für Kulissen und Requisiten. Du gibst dem Holz eine Form, die lange bleibt.
Dich reizt die Skulpturenkunst, aber lieber mit einem anderen Material? Dann schau dir auch den Beruf Steinmetz/in und Steinbildhauer/in an.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Holzbildhauer/in ab?
Die Ausbildung ist dual. Im Ausbildungsbetrieb, meist einem Bildhauerbetrieb, einer Restaurierungswerkstatt oder einem kunsthandwerklichen Betrieb, lernst du an der Werkbank mit Schnitzwerkzeugen und verschiedenen Hölzern. Die Berufsschule findet oft in Blockform statt. Dort geht es um Holzarten, Kunstgeschichte, Anatomie, Farbenlehre, Werkzeugkunde, Restaurierung, Gestaltung, Betriebswirtschaft und Marketing.
Das lernst du unter anderem:
- Holzkunde: Holzarten, Maserung, Trocknung und ihre Eignung für die Bildhauerei
- Werkzeugkunde: Beitel, Stecheisen, Klüpfel und Schnitzmesser richtig nutzen, schärfen und pflegen
- Entwurf und Modellieren: Skizzen und Modelle erstellen und Proportionen beurteilen
- Bildhauerische Techniken: Reliefschnitzen, figürliches Schnitzen, Schleifen und Polieren
- Kunstgeschichte und Stilkunde: die Entwicklung der Bildhauerei und typische Merkmale von Kunststilen
- Restaurierung: Holzskulpturen reinigen, erhalten, reparieren und ergänzen
- Anatomie: Menschen und Tiere in richtigen Proportionen darstellen
- Oberflächengestaltung: Beizen, Lasuren, Öle, Wachse und Farben
- Betriebswirtschaft: Aufträge kalkulieren, Material beschaffen und eigene Werke vermarkten
Was du mitbringen solltest
- einen guten Hauptschulabschluss oder einen mittleren Schulabschluss
- Kreativität und künstlerisches Talent
- handwerkliches Geschick und eine gute Feinmotorik
- räumliches Vorstellungsvermögen
- eine sorgfältige und geduldige Arbeitsweise
- Interesse an Kunst, Geschichte und Materialien
- körperliche Belastbarkeit und Ausdauer
- gutes Sehvermögen und ein sicheres Auge für Farben
Deine Karriere nach der Ausbildung
Holzbildhauer/in ist ein Handwerk mit langer Tradition und künstlerischem Anspruch. Es ist eine Nische. Gefragt ist dein Können vor allem bei Auftragsarbeiten, Restaurierungen, in der Denkmalpflege und bei der Ausstattung von Kirchen. Hier kannst du arbeiten:
- in Holzbildhauerateliers und Werkstätten
- in Restaurierungsbetrieben für Möbel, Kunstobjekte und sakrale Kunst
- in Werkstätten von Theatern, Opern und Museen
- in kunsthandwerklichen Betrieben
- in der Denkmalpflege
- im eigenen Atelier
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Holzbildhauermeister/in: Du leitest einen Betrieb, bildest aus und kannst dich selbstständig machen.
- Gestalter/in im Handwerk: für anspruchsvolle Designaufgaben
- Restaurator/in: Du erhältst und restaurierst Kunst- und Kulturgüter aus Holz.
- Spezialisierung: zum Beispiel auf Gotik oder Barock, auf Tier- oder Krippenfiguren oder auf Kettensägenkunst
- Ausbilder/in: Du gibst dein Wissen an den Nachwuchs weiter.
- Studium: Mit Hochschulzugang kannst du zum Beispiel Bildende Kunst, Kunstgeschichte, Restaurierung, Produktdesign oder Holztechnik studieren.
Du willst mit Holz arbeiten, aber weniger künstlerisch? Dann schau dir die Berufe Schreiner/in oder Holzmechaniker/in an.
Passt die Ausbildung zu dir?
Du hast eine kreative Ader und liebst die Arbeit mit den Händen? Das spricht für die Ausbildung:
- Kreativität: Du erschaffst einzigartige Skulpturen, Reliefs und Kunstwerke.
- Auge fürs Detail: Du arbeitest mit vielen Werkzeugen und Techniken bis ins Kleinste.
- Abwechslung: Du entwirfst, fertigst und restaurierst.
- Viele Wege: Du kannst in Museen, Galerien, Handwerksbetrieben oder in der freien Kunst arbeiten.
Ausbildungsvergütung als Holzbildhauer/in
| Jahr | Vergütung |
|---|---|
| 1. Ausbildungsjahr | 650 EUR |
| 2. Ausbildungsjahr | 765 EUR |
| 3. Ausbildungsjahr | 875 EUR |
Fazit: Holz eine bleibende Form geben
Als Holzbildhauer/in verbindest du künstlerische Leidenschaft mit Handwerk und Geduld. Aus einem Stück Holz schaffst du etwas Einzigartiges. Die Ausbildung ist dual und verbindet Werkstatt und Berufsschule. Danach kannst du Meister/in werden, restaurieren oder ein eigenes Atelier führen.
Lust bekommen? Finde auf dein-ausbildungsplatz.de einen Ausbildungsbetrieb in deiner Nähe.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Kunsthandwerk, Schmuck und Instrumente.
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