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Ausbildung Industriekaufmann/frau
Ausbildung: Du hältst die Fäden im Unternehmen zusammen
Willst du wissen, wie ein Unternehmen wirklich funktioniert? Vom Einkauf über die Produktion bis zum Verkauf? Dann könnte die Ausbildung zum/zur Industriekaufmann/-frau gut zu dir passen. Du arbeitest in vielen kaufmännischen Bereichen eines Industriebetriebs. Du vergleichst Angebote, bearbeitest Aufträge, planst Kosten und betreust Kund/innen. Dabei hast du mit vielen Abteilungen zu tun. Du brauchst Interesse an Wirtschaft, ein gutes Zahlengefühl und Freude an Organisation. Hier erfährst du, was du als Industriekaufmann/-frau machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Auf einen Blick
Industriekaufmann/frau auf einen Blick
Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis:
Der Beruf im Wandel der Zeit
Wie hieß der Beruf früher?
In der DDR hieß der Beruf: Wirtschaftskaufmann/frau (Schwerpunkte Industrie, Rechnungsführung/Statistik, Statistik)
Berufsnamen seit Gründung der Bundesrepublik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wiedervereinigung 1990 in den heutigen Ausbildungsberufen auf.
Was macht ein/e Industriekaufmann/-frau?
Du lernst die wirtschaftlichen Abläufe in einem Industrieunternehmen kennen. Du arbeitest mit Zahlen, Daten, Menschen und Systemen. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
Welche Aufgaben hast du im Arbeitsalltag?
- Einkauf: Du holst Angebote ein, vergleichst Preise und bestellst Material oder Dienstleistungen.
- Vertrieb: Du betreust Kund/innen, erstellst Angebote und bearbeitest Aufträge.
- Produktion: Du lernst, wie Produktion geplant, gesteuert und wirtschaftlich begleitet wird.
- Rechnungswesen: Du prüfst Rechnungen, buchst Geschäftsvorgänge und arbeitest mit Kosten und Kennzahlen.
- Personal: Du hilfst bei Bewerbungen, Verträgen, Arbeitszeiten und Schulungen.
- Marketing: Du wirkst bei Verkaufsaktionen, Marktanalysen und Präsentationen mit.
- Logistik: Du behältst Warenströme, Liefertermine und Lager im Blick.
- Projekte: Du planst Aufgaben in betrieblichen Projekten und präsentierst Ergebnisse.
Warum ist der Beruf so wichtig?
Industrieunternehmen stellen Produkte her, die wir im Alltag und im Handel weltweit brauchen. Dazu gehören Maschinen, Fahrzeuge, Lebensmittel, Medikamente, Baustoffe, Elektronik und Verpackungen. Als Industriekaufmann/-frau sorgst du dafür, dass die kaufmännischen Abläufe funktionieren. Du bereitest Entscheidungen gut vor.
Der Beruf passt zu dir, wenn du gern organisierst, sorgfältig arbeitest und wirtschaftliche Zusammenhänge spannend findest. Auch Kommunikation ist wichtig. Du arbeitest eng mit Kolleg/innen, Kund/innen und Lieferant/innen zusammen.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Industriekaufmann/-frau ab?
Wie lange dauert die Ausbildung?
Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3 Jahre. Sie gehört zum Bereich Industrie und Handel. Du lernst im Betrieb und in der Berufsschule. Im Betrieb durchläufst du meist mehrere Abteilungen.
Was lernst du in Betrieb und Berufsschule?
Das lernst du unter anderem:
- Beschaffung und Lagerhaltung
- Leistungserstellung und Produktionsprozesse
- Marketing und Vertrieb
- Auftragsbearbeitung und Kundenservice
- Rechnungswesen, Kostenrechnung und Controlling
- Personalwirtschaft
- Logistik und Lieferketten
- digitale Geschäftsprozesse
- Datenschutz und Informationssicherheit
- Nachhaltigkeit und Umweltschutz
- Projektmanagement und Präsentation
Welche Voraussetzungen brauchst du als Industriekaufmann/-frau?
Was solltest du mitbringen?
- Einen bestimmten Schulabschluss schreibt das Gesetz zwar nicht vor. Viele Betriebe erwarten aber einen mittleren Schulabschluss, Fachabitur oder Abitur.
- einen sicheren Umgang mit Zahlen
- gutes Deutsch für E-Mails, Angebote und Gespräche
- Englisch für internationale Kontakte
- eine sorgfältige, zuverlässige und organisierte Arbeitsweise
- Interesse an Wirtschaft, Industrie und digitalen Prozessen
Was verdienst du in der Ausbildung?
Wie viel verdienst du in jedem Ausbildungsjahr?
| Ausbildungsjahr | Vergütung pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich. |
| 1. Ausbildungsjahr | 1.243 € bis 1.373 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.298 € bis 1.408 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.379 € bis 1.489 € |
Passt die Ausbildung zum/zur Industriekaufmann/-frau zu dir?
Du magst Zahlen und redest gern mit Menschen? Dann solltest du dir den Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:
- Wirtschaft verstehen: Du setzt Wissen aus Betriebswirtschaft, Rechnungswesen und Marketing direkt ein.
- Zahlen und Kommunikation: Du rechnest, verhandelst und berätst.
- Abwechslung: Du wickelst Aufträge ab, betreust Kund/innen und planst Personal.
- Viele Branchen: Du kannst zum Beispiel in der Automobil-, Metall- oder Elektroindustrie arbeiten.
Vom Hobby zum Beruf
Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Industriekaufmann/frau?
Was du als Industriekaufmann/frau jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer in der Schülerfirma Preise verhandelt, die Vereinskasse führt oder vor der Klasse präsentiert, zeigt Betrieben Zahlengefühl, Organisation und Auftreten. Ein Mannschaftssport zeigt dazu, dass du dich in ein Team einfügst. Wenn dich Handel mit anderen Ländern reizt, schau dir Kaufmann/frau Groß- und Außenhandelsmanagement an. Wenn du Büroabläufe organisieren willst, passt Kaufmann/frau Büromanagement.
Aus diesem Berufsprofil abgeleitet
Passt gut, wenn du gern …
- in der Schülerfirma einkaufst und Preise verhandelst Verhandlungsgeschick
- die Klassen- oder Vereinskasse führst Zahlengefühl
- im Verein Fußball, Handball oder Volleyball spielst Teamgeist
- in der Schülervertretung Ideen durchsetzt Auftreten
- Englisch mit Filmen, Serien oder im Austausch übst Sprachgefühl
Im Kästchen: Das lesen Ausbildungsbetriebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind
Wo findest du Ausbildungsbetriebe in deiner Nähe?
1 von 4 · Wie häufig?
rund 6.300
Betriebe bilden aus
Platz 2 von 340 Berufen.
2 von 4 · Plan B im selben Betrieb
Jeder 4. Betrieb
bildet auch Fachkraft Lagerlogistik aus.
Jeder 4. bildet auch Industriemechaniker/in aus.
3 von 4 · Wo?
- Nordrhein-Westfalen1.500
- Baden-Württemberg1.300
- Bayern1.100
Die meisten Betriebe: Märkischer Kreis, Ortenaukreis, Berlin
4 von 4 · Um die Ecke
Wer bildet bei dir aus?
Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?
Industriekaufleute werden in fast allen Industriebranchen gebraucht. Nach der Ausbildung stehen dir viele kaufmännische Bereiche offen. Hier kannst du arbeiten:
- im Maschinenbau
- bei Fahrzeugherstellern und Zulieferern
- in Chemie- und Pharmaunternehmen
- in der Lebensmittelindustrie
- in der Elektrotechnik
- in der Metall- und Kunststoffindustrie
- bei Energie- und Versorgungsunternehmen
- in größeren Produktions- und Handelsunternehmen
Welche Weiterbildungen gibt es?
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Industriefachwirt/in oder Wirtschaftsfachwirt/in
- Betriebswirt/in
- Fachkaufmann/-frau: für Einkauf, Vertrieb, Personal oder Controlling
- Ausbildereignungsprüfung: wenn du selbst Azubis betreuen willst
- Studium: zum Beispiel Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen oder International Management
Fazit: Ein kaufmännischer Beruf mit vielen Türen
Als Industriekaufmann/-frau lernst du, wie Unternehmen einkaufen, produzieren, verkaufen, abrechnen und planen. Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3 Jahre. Damit hast du eine breite Grundlage für viele kaufmännische Bereiche. Danach kannst du dich zum/zur Fachwirt/in weiterbilden oder studieren.
Bereit für den Einstieg? Finde auf dein-ausbildungsplatz.de einen Ausbildungsbetrieb in deiner Nähe.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Kaufmännische Berufe.
Dieses Berufsprofil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Elterngespräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.
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