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Ausbildung Industrie­kaufmann/frau

Ausbildung: Du hältst die Fäden im Unternehmen zusammen

Symbolbild: Ausbildung Industriekaufmann/frau

Willst du wissen, wie ein Unternehmen wirklich funktioniert? Vom Einkauf über die Produktion bis zum Verkauf? Dann könnte die Ausbildung zum/zur Industrie­kaufmann/-frau gut zu dir passen. Du arbeitest in vielen kaufmän­nischen Bereichen eines Industrie­be­triebs. Du vergleichst Angebote, bearbeitest Aufträge, planst Kosten und betreust Kund/innen. Dabei hast du mit vielen Abteilungen zu tun. Du brauchst Interesse an Wirtschaft, ein gutes Zahlen­gefühl und Freude an Organi­sation. Hier erfährst du, was du als Industrie­kaufmann/-frau machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Auf einen Blick

Industrie­kaufmann/frau auf einen Blick

Dauer3 Jahre
Ausbildungdual, Kaufmän­nische Berufe
1. Jahr1.243 € bis 1.373 €
Schulabschlusskeine Vorgabe

Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis:

ESA / HauptschuleMSA / RealschuleAbitur / Fachabitur
Deutsch: empfohlen B2 bis C1. Für kaufmännische und pädagogische Berufe empfiehlt die Bundesagentur für Arbeit B2 bis C1.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

In der DDR hieß der Beruf: Wirtschafts­kaufmann/frau (Schwer­punkte Industrie, Rechnungs­führung/Statistik, Statistik)

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wieder­ver­ei­nigung 1990 in den heutigen Ausbil­dungs­berufen auf.

Was macht ein/e Industrie­kaufmann/-frau?

Du lernst die wirtschaft­lichen Abläufe in einem Industrie­un­ter­nehmen kennen. Du arbeitest mit Zahlen, Daten, Menschen und Systemen. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Einkauf: Du holst Angebote ein, vergleichst Preise und bestellst Material oder Dienstleistungen.
  • Vertrieb: Du betreust Kund/innen, erstellst Angebote und bearbeitest Aufträge.
  • Produktion: Du lernst, wie Produktion geplant, gesteuert und wirtschaftlich begleitet wird.
  • Rechnungswesen: Du prüfst Rechnungen, buchst Geschäftsvorgänge und arbeitest mit Kosten und Kennzahlen.
  • Personal: Du hilfst bei Bewerbungen, Verträgen, Arbeitszeiten und Schulungen.
  • Marketing: Du wirkst bei Verkaufsaktionen, Marktanalysen und Präsentationen mit.
  • Logistik: Du behältst Warenströme, Liefertermine und Lager im Blick.
  • Projekte: Du planst Aufgaben in betrieblichen Projekten und präsentierst Ergebnisse.
ordner

Warum ist der Beruf so wichtig?

Industrie­un­ter­nehmen stellen Produkte her, die wir im Alltag und im Handel weltweit brauchen. Dazu gehören Maschinen, Fahrzeuge, Lebens­mittel, Medikamente, Baustoffe, Elektronik und Verpackungen. Als Industrie­kaufmann/-frau sorgst du dafür, dass die kaufmän­nischen Abläufe funktio­nieren. Du bereitest Entschei­dungen gut vor.

Der Beruf passt zu dir, wenn du gern organi­sierst, sorgfältig arbeitest und wirtschaftliche Zusammenhänge spannend findest. Auch Kommuni­kation ist wichtig. Du arbeitest eng mit Kolleg/innen, Kund/innen und Lieferant/innen zusammen.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Industrie­kaufmann/-frau ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3 Jahre. Sie gehört zum Bereich Industrie und Handel. Du lernst im Betrieb und in der Berufs­schule. Im Betrieb durchläufst du meist mehrere Abteilungen.

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Das lernst du unter anderem:

  • Beschaffung und Lagerhaltung
  • Leistungserstellung und Produktionsprozesse
  • Marketing und Vertrieb
  • Auftragsbearbeitung und Kundenservice
  • Rechnungswesen, Kostenrechnung und Controlling
  • Personalwirtschaft
  • Logistik und Lieferketten
  • digitale Geschäftsprozesse
  • Datenschutz und Informationssicherheit
  • Nachhaltigkeit und Umweltschutz
  • Projektmanagement und Präsentation

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Industrie­kaufmann/-frau?

Was solltest du mitbringen?

  • Einen bestimmten Schulabschluss schreibt das Gesetz zwar nicht vor. Viele Betriebe erwarten aber einen mittleren Schulabschluss, Fachabitur oder Abitur.
  • einen sicheren Umgang mit Zahlen
  • gutes Deutsch für E-Mails, Angebote und Gespräche
  • Englisch für internationale Kontakte
  • eine sorgfältige, zuverlässige und organisierte Arbeitsweise
  • Interesse an Wirtschaft, Industrie und digitalen Prozessen

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 1.243 € bis 1.373 €
2. Ausbildungsjahr 1.298 € bis 1.408 €
3. Ausbildungsjahr 1.379 € bis 1.489 €

Passt die Ausbildung zum/zur Industrie­kaufmann/-frau zu dir?

Du magst Zahlen und redest gern mit Menschen? Dann solltest du dir den Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:

  • Wirtschaft verstehen: Du setzt Wissen aus Betriebswirtschaft, Rechnungswesen und Marketing direkt ein.
  • Zahlen und Kommunikation: Du rechnest, verhandelst und berätst.
  • Abwechslung: Du wickelst Aufträge ab, betreust Kund/innen und planst Personal.
  • Viele Branchen: Du kannst zum Beispiel in der Automobil-, Metall- oder Elektroindustrie arbeiten.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Industrie­kaufmann/frau?

Was du als Industrie­kaufmann/frau jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer in der Schülerfirma Preise verhandelt, die Vereinskasse führt oder vor der Klasse präsentiert, zeigt Betrieben Zahlen­gefühl, Organi­sation und Auftreten. Ein Mannschaftssport zeigt dazu, dass du dich in ein Team einfügst. Wenn dich Handel mit anderen Ländern reizt, schau dir Kaufmann/frau Groß- und Außenhan­dels­ma­nagement an. Wenn du Büroabläufe organi­sieren willst, passt Kaufmann/frau Büroma­nagement.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • in der Schülerfirma einkaufst und Preise verhandelst Verhandlungsgeschick
  • die Klassen- oder Vereinskasse führst Zahlengefühl
  • im Verein Fußball, Handball oder Volleyball spielst Teamgeist
  • in der Schülervertretung Ideen durchsetzt Auftreten
  • Englisch mit Filmen, Serien oder im Austausch übst Sprachgefühl

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Wo findest du Ausbil­dungs­be­triebe in deiner Nähe?

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Industrie­kaufleute werden in fast allen Industrie­branchen gebraucht. Nach der Ausbildung stehen dir viele kaufmän­nische Bereiche offen. Hier kannst du arbeiten:

  • im Maschinenbau
  • bei Fahrzeugherstellern und Zulieferern
  • in Chemie- und Pharmaunternehmen
  • in der Lebensmittelindustrie
  • in der Elektrotechnik
  • in der Metall- und Kunststoffindustrie
  • bei Energie- und Versorgungsunternehmen
  • in größeren Produktions- und Handelsunternehmen

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Industriefachwirt/in oder Wirtschaftsfachwirt/in
  • Betriebswirt/in
  • Fachkaufmann/-frau: für Einkauf, Vertrieb, Personal oder Controlling
  • Ausbildereignungsprüfung: wenn du selbst Azubis betreuen willst
  • Studium: zum Beispiel Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen oder International Management

Fazit: Ein kaufmän­nischer Beruf mit vielen Türen

Als Industrie­kaufmann/-frau lernst du, wie Unternehmen einkaufen, produzieren, verkaufen, abrechnen und planen. Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3 Jahre. Damit hast du eine breite Grundlage für viele kaufmän­nische Bereiche. Danach kannst du dich zum/zur Fachwirt/in weiter­bilden oder studieren.

Bereit für den Einstieg? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Kaufmän­nische Berufe.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Industriekaufmann/frau als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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