Alle Bereiche
Alle

Ausbildung Justiz­fach­an­ge­stellte/r

Ausbildung: Ohne dich läuft am Gericht wenig

Symbolbild: Ausbildung Justizfachangestellte/r

Willst du wissen, wie der Rechtsstaat von innen funktioniert? Dann könnte die Ausbildung zum/zur Justiz­fach­an­ge­stellten gut zu dir passen. Du arbeitest am Gericht oder bei der Staats­an­walt­schaft. Du sorgst dafür, dass Akten korrekt geführt werden, Fristen stimmen und Verhand­lungen gut vorbereitet sind. Bürger/innen bekommen bei dir Auskunft und Unterstützung. Dafür brauchst du Organi­sa­ti­ons­talent, Sorgfalt und Verant­wor­tungs­be­wusstsein. Hier erfährst du, was du als Justiz­fach­an­ge­stellte/r machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Auf einen Blick

Justiz­fach­an­ge­stellte/r auf einen Blick

Dauer3 Jahre
Ausbildungdual, Kaufmän­nische Berufe
1. Jahr1.297 €
Schulabschlusskeine Vorgabe
Deutsch: empfohlen B2 bis C1. Für kaufmännische und pädagogische Berufe empfiehlt die Bundesagentur für Arbeit B2 bis C1.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. Bis 1998 hieß er Justiz­an­ge­stellte/r.

  1. 1957 bis 1998Jus­ti­z­an­ge­stellte/r
  2. seit 1998Jus­tiz­fach­an­ge­stellte/r

Im Alltag sagt man auch: Justiz­be­schäftigte/r

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949.

Was macht ein/e Justiz­fach­an­ge­stellte/r?

Du bist Sachbe­ar­beiter/in, Protokoll­führer/in und Ansprech­partner/in in einer Person. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Akten führen: Du legst Akten an, pflegst und verwaltest sie. Immer häufiger sind das digitale Akten.
  • Schriftverkehr: Du bearbeitest die Post und schreibst an Beteiligte, Anwält/innen und Behörden. Du beantwortest Anfragen am Telefon und schriftlich.
  • Fristen und Termine: Du überwachst Fristen, etwa für Einsprüche und Berufungen. Du koordinierst Termine für Verhandlungen.
  • Kosten berechnen: Du berechnest Gerichtskosten und Gebühren, überwachst Zahlungen und zahlst Entschädigungen an Zeug/innen und Sachverständige aus.
  • Protokoll führen: Du sitzt in Verhandlungen, protokollierst den Ablauf, nimmst Aussagen auf und hältst Beschlüsse und Urteile fest.
  • Bürger/innen betreuen: Du bist die erste Anlaufstelle im Gericht oder bei der Staatsanwaltschaft. Du gibst Auskünfte im Rahmen deiner Befugnisse und nimmst Anträge auf.
  • Zwangsvollstreckung: Du bereitest zum Beispiel die Zustellung von Mahnbescheiden oder Pfändungsbeschlüssen vor.
  • Daten pflegen: Du hältst Justizdatenbanken aktuell und richtig.
ordner

Wo arbeitest du als Justiz­fach­an­ge­stellte/r?

Du arbeitest vor allem in Gerichten, also an Amts-, Land- und Oberlan­des­ge­richten. Auch Staats­an­walt­schaften und Notariate sind typische Arbeitsorte. Du sorgst im Hintergrund dafür, dass Recht gesprochen werden kann und Verfahren gut ablaufen.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Justiz­fach­an­ge­stellten ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Ausbildung ist dual, findet im öffent­lichen Dienst statt und dauert in der Regel 3 Jahre. Du lernst am Gericht oder bei der Staats­an­walt­schaft direkt im Arbeits­alltag. Die Berufs­schule ist oft eine Landes­jus­tiz­schule. Dort geht es um Rechtskunde, Büroor­ga­ni­sation, Rechnungswesen und Kommuni­kation.

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Das lernst du unter anderem:

  • Rechtskunde: Zivilrecht, Strafrecht, Familienrecht, Arbeitsrecht, öffentliches Recht, Gerichtsaufbau und Verfahrensabläufe
  • Büroorganisation: Aktenführung, Schriftverkehr, Terminplanung und Bürokommunikation
  • Kosten- und Gebührenrecht: Gerichtskosten, Anwaltsgebühren und andere Kosten berechnen
  • Zwangsvollstreckung: Grundlagen und die Verwaltungsaufgaben dazu
  • IT: Justizsoftware und Datenbanken
  • Protokollführung: Verhandlungen protokollieren und Sachverhalte korrekt dokumentieren
  • Kommunikation: serviceorientierter Umgang mit Bürger/innen und Verfahrensbeteiligten
  • Dienstrecht: Regeln im öffentlichen Dienst
  • Datenschutz: sicherer Umgang mit sensiblen Daten

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Justiz­fach­an­ge­stellte/r?

Was solltest du mitbringen?

  • in der Regel einen guten Realschulabschluss oder Abitur/Fachabitur
  • eine sorgfältige Arbeitsweise
  • Verantwortungsbewusstsein und Verschwiegenheit
  • gutes Deutsch in Wort und Schrift
  • Organisationstalent und Struktur
  • Kommunikationsstärke und Freundlichkeit
  • Entscheidungsfreude im Rahmen deiner Befugnisse
  • gute PC-Kenntnisse und Interesse an Rechtsthemen

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 1.297 €
2. Ausbildungsjahr 1.351 €
3. Ausbildungsjahr 1.401 €

Passt die Ausbildung zum/zur Justiz­fach­an­ge­stellten zu dir?

Gerech­tigkeit ist dir wichtig und du behältst gern den Überblick? Dann solltest du dir den Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:

  • Teil des Rechtsstaats: Du arbeitest in der Justiz und hilfst dabei, Recht umzusetzen.
  • Ordnung und Genauigkeit: Du hältst Fristen ein und verstehst komplexe Sachverhalte.
  • Abwechslung: Du führst Akten, protokollierst Verhandlungen und hast Kontakt mit Bürger/innen.
  • Viele Einsatzorte: Du kannst an Gerichten, bei Staatsanwaltschaften oder in der Rechtspflege arbeiten.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Justiz­fach­an­ge­stellte/r?

Was du als Justiz­fach­an­ge­stellte/r jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer in der Schüler­ver­tretung Protokoll schreibt, bei Jugend debattiert Argumente prüft oder im Verein die Mitglie­derliste ordentlich führt, beweist Sorgfalt und Sprach­gefühl. Wer dazu jede Woche pünktlich beim Handball­training steht, zeigt Gerichten die Zuverläs­sigkeit, auf die es bei Akten und Fristen ankommt. Wenn dich die Arbeit in einer Kanzlei reizt, schau dir Rechts­an­walts­fach­an­ge­stellte/r an. Für Verträge und Urkunden passt Notarfach­an­ge­stellte/r.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • in der Schülervertretung Protokolle schreibst Sorgfalt
  • bei Jugend debattiert mitmachst Sprachgefühl
  • Nachrichten zu Recht und Politik verfolgst Neugier
  • jede Woche beim Handballtraining dabei bist Zuverlässigkeit
  • im Verein die Mitgliederliste ordentlich verwaltest Organisation

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Wo findest du Ausbil­dungs­be­triebe in deiner Nähe?

  • 1 von 3 · Wie häufig?

    2

    Betriebe bilden aus

    Platz 316 von 340 Berufen.

  • 2 von 3 · Wo?

    • Mecklenburg-Vorpommern1
    • Nordrhein-Westfalen1

    Die meisten Betriebe: Kreis Kleve, Landkreis Rostock

  • 3 von 3 · Um die Ecke

    Wer bildet bei dir aus?

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Die Justiz wird digitaler. Deine Aufgaben verändern sich dadurch, und du lernst den Umgang mit digitalen Akten und Abläufen. Hier kannst du arbeiten:

  • an Amts-, Land- und Oberlandesgerichten
  • bei Staatsanwaltschaften
  • an Fachgerichten wie Arbeits-, Verwaltungs- und Sozialgerichten
  • an Bundesgerichten, etwa dem Bundesgerichtshof
  • in Notariaten mit ähnlichen Aufgaben

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Justizfachwirt/in: Nach einigen Jahren Berufserfahrung qualifizierst du dich intern weiter. Du übernimmst komplexere Aufgaben und kannst aufsteigen.
  • Rechtspfleger/in: Mit Fachabitur oder Abitur ist ein duales Studium möglich. Dann erledigst du eigenverantwortlich Aufgaben etwa in Grundbuch-, Nachlass- oder Betreuungssachen.
  • Spezialisierung: zum Beispiel auf Insolvenz-, Straf- oder Familienrecht oder auf die Kostenfestsetzung
  • Ausbilder/in: wenn du dein Wissen weitergeben willst
  • Team- oder Sachgebietsleitung: Mit Erfahrung und guten Leistungen übernimmst du Führung.
  • Fortbildungen: zu neuen Gesetzen, E-Justice oder Kommunikation
  • Studium der Rechtswissenschaften: Mit Abitur kannst du Jura studieren und Richter/in, Staatsanwalt/Staatsanwältin oder Rechtsanwalt/Rechtsanwältin werden.

Fazit: Du hältst die Justiz am Laufen

Als Justiz­fach­an­ge­stellte/r verbindest du Organi­sa­ti­ons­talent, Genauigkeit und Verant­wor­tungs­be­wusstsein. Du trägst dazu bei, dass der Rechtsstaat funktioniert. Die Ausbildung ist dual, findet im öffent­lichen Dienst statt und dauert in der Regel 3 Jahre. Danach kannst du Justiz­fachwirt/in werden, ein Studium zum/zur Rechts­pfleger/in machen oder Jura studieren.

Das klingt nach dir? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Kaufmän­nische Berufe.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Justizfachangestellte/r als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

PDF herunterladen

Worauf hast du noch Lust?

Stöbere weiter in Berufen und Tipps. Oder lass den Würfel entscheiden.

Copyright 2026. Alle Rechte vorbehalten.
Einstellungen gespeichert
Datenschutzeinstellungen

Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einver­standen. Detail­lierte Informa­tionen über den Einsatz von Cookies auf dieser Webseite erhalten Sie in der Datenschutz­er­klärung.

Domainname: karrieremag.de
Ablauf: 30 Tage
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Speichert die Privacy Level Einstellungen aus dem Cookie Consent Tool "Privacy Manager".
Domainname: karrieremag.de
Ablauf: 30 Tage
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Speichert die Speicherdauer der Privacy Level Einstellungen aus dem Cookie Consent Tool "Privacy Manager".
Domainname: karrieremag.de
Ablauf: 30 Tage
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Speichert, dass das Popup (Inhaltselement - Popup) durch einen Klick des Benutzers geschlossen wurde.
Domainname: karrieremag.de
Ablauf: 30 Tage
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Speichert, dass der Scrollscript für die Onepage Navigation gestartet wurde.
Domainname: karrieremag.de
Ablauf: 30 Tage
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Speichert die Offset-Position für die Onepage Navigation.
Domainname: karrieremag.de
Ablauf: 30 Tage
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Speichert, dass die aktuelle Seite eine "Onepage" Seite ist.
Domainname: karrieremag.de
Ablauf: 30 Tage
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Speichert die gewählte Listen/Grid Ansicht in der CustomCatalog List.
Domainname: karrieremag.de
Ablauf: 30 Tage
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Speichert den gewählten Filter des Portfoliofilters.
Domainname: karrieremag.de
Ablauf: 30 Tage
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Speichert den Zustand der Hinweisleiste "Outdated Browser".
You are using an outdated browser. The website may not be displayed correctly. Close