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Ausbildung Justizfachangestellte/r
Ausbildung: Ohne dich läuft am Gericht wenig
Willst du wissen, wie der Rechtsstaat von innen funktioniert? Dann könnte die Ausbildung zum/zur Justizfachangestellten gut zu dir passen. Du arbeitest am Gericht oder bei der Staatsanwaltschaft. Du sorgst dafür, dass Akten korrekt geführt werden, Fristen stimmen und Verhandlungen gut vorbereitet sind. Bürger/innen bekommen bei dir Auskunft und Unterstützung. Dafür brauchst du Organisationstalent, Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein. Hier erfährst du, was du als Justizfachangestellte/r machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Auf einen Blick
Justizfachangestellte/r auf einen Blick
Der Beruf im Wandel der Zeit
Wie hieß der Beruf früher?
Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. Bis 1998 hieß er Justizangestellte/r.
- 1957 bis 1998Justizangestellte/
r - seit 1998Justizfachangestellte/
r
Im Alltag sagt man auch: Justizbeschäftigte/r
Berufsnamen seit Gründung der Bundesrepublik 1949.
Was macht ein/e Justizfachangestellte/r?
Du bist Sachbearbeiter/in, Protokollführer/in und Ansprechpartner/in in einer Person. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
Welche Aufgaben hast du im Arbeitsalltag?
- Akten führen: Du legst Akten an, pflegst und verwaltest sie. Immer häufiger sind das digitale Akten.
- Schriftverkehr: Du bearbeitest die Post und schreibst an Beteiligte, Anwält/innen und Behörden. Du beantwortest Anfragen am Telefon und schriftlich.
- Fristen und Termine: Du überwachst Fristen, etwa für Einsprüche und Berufungen. Du koordinierst Termine für Verhandlungen.
- Kosten berechnen: Du berechnest Gerichtskosten und Gebühren, überwachst Zahlungen und zahlst Entschädigungen an Zeug/innen und Sachverständige aus.
- Protokoll führen: Du sitzt in Verhandlungen, protokollierst den Ablauf, nimmst Aussagen auf und hältst Beschlüsse und Urteile fest.
- Bürger/innen betreuen: Du bist die erste Anlaufstelle im Gericht oder bei der Staatsanwaltschaft. Du gibst Auskünfte im Rahmen deiner Befugnisse und nimmst Anträge auf.
- Zwangsvollstreckung: Du bereitest zum Beispiel die Zustellung von Mahnbescheiden oder Pfändungsbeschlüssen vor.
- Daten pflegen: Du hältst Justizdatenbanken aktuell und richtig.
Wo arbeitest du als Justizfachangestellte/r?
Du arbeitest vor allem in Gerichten, also an Amts-, Land- und Oberlandesgerichten. Auch Staatsanwaltschaften und Notariate sind typische Arbeitsorte. Du sorgst im Hintergrund dafür, dass Recht gesprochen werden kann und Verfahren gut ablaufen.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Justizfachangestellten ab?
Wie lange dauert die Ausbildung?
Die Ausbildung ist dual, findet im öffentlichen Dienst statt und dauert in der Regel 3 Jahre. Du lernst am Gericht oder bei der Staatsanwaltschaft direkt im Arbeitsalltag. Die Berufsschule ist oft eine Landesjustizschule. Dort geht es um Rechtskunde, Büroorganisation, Rechnungswesen und Kommunikation.
Was lernst du in Betrieb und Berufsschule?
Das lernst du unter anderem:
- Rechtskunde: Zivilrecht, Strafrecht, Familienrecht, Arbeitsrecht, öffentliches Recht, Gerichtsaufbau und Verfahrensabläufe
- Büroorganisation: Aktenführung, Schriftverkehr, Terminplanung und Bürokommunikation
- Kosten- und Gebührenrecht: Gerichtskosten, Anwaltsgebühren und andere Kosten berechnen
- Zwangsvollstreckung: Grundlagen und die Verwaltungsaufgaben dazu
- IT: Justizsoftware und Datenbanken
- Protokollführung: Verhandlungen protokollieren und Sachverhalte korrekt dokumentieren
- Kommunikation: serviceorientierter Umgang mit Bürger/innen und Verfahrensbeteiligten
- Dienstrecht: Regeln im öffentlichen Dienst
- Datenschutz: sicherer Umgang mit sensiblen Daten
Welche Voraussetzungen brauchst du als Justizfachangestellte/r?
Was solltest du mitbringen?
- in der Regel einen guten Realschulabschluss oder Abitur/Fachabitur
- eine sorgfältige Arbeitsweise
- Verantwortungsbewusstsein und Verschwiegenheit
- gutes Deutsch in Wort und Schrift
- Organisationstalent und Struktur
- Kommunikationsstärke und Freundlichkeit
- Entscheidungsfreude im Rahmen deiner Befugnisse
- gute PC-Kenntnisse und Interesse an Rechtsthemen
Was verdienst du in der Ausbildung?
Wie viel verdienst du in jedem Ausbildungsjahr?
| Ausbildungsjahr | Vergütung pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich. |
| 1. Ausbildungsjahr | 1.297 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.351 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.401 € |
Passt die Ausbildung zum/zur Justizfachangestellten zu dir?
Gerechtigkeit ist dir wichtig und du behältst gern den Überblick? Dann solltest du dir den Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:
- Teil des Rechtsstaats: Du arbeitest in der Justiz und hilfst dabei, Recht umzusetzen.
- Ordnung und Genauigkeit: Du hältst Fristen ein und verstehst komplexe Sachverhalte.
- Abwechslung: Du führst Akten, protokollierst Verhandlungen und hast Kontakt mit Bürger/innen.
- Viele Einsatzorte: Du kannst an Gerichten, bei Staatsanwaltschaften oder in der Rechtspflege arbeiten.
Vom Hobby zum Beruf
Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Justizfachangestellte/r?
Was du als Justizfachangestellte/r jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer in der Schülervertretung Protokoll schreibt, bei Jugend debattiert Argumente prüft oder im Verein die Mitgliederliste ordentlich führt, beweist Sorgfalt und Sprachgefühl. Wer dazu jede Woche pünktlich beim Handballtraining steht, zeigt Gerichten die Zuverlässigkeit, auf die es bei Akten und Fristen ankommt. Wenn dich die Arbeit in einer Kanzlei reizt, schau dir Rechtsanwaltsfachangestellte/r an. Für Verträge und Urkunden passt Notarfachangestellte/r.
Aus diesem Berufsprofil abgeleitet
Passt gut, wenn du gern …
- in der Schülervertretung Protokolle schreibst Sorgfalt
- bei Jugend debattiert mitmachst Sprachgefühl
- Nachrichten zu Recht und Politik verfolgst Neugier
- jede Woche beim Handballtraining dabei bist Zuverlässigkeit
- im Verein die Mitgliederliste ordentlich verwaltest Organisation
Im Kästchen: Das lesen Ausbildungsbetriebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind
Wo findest du Ausbildungsbetriebe in deiner Nähe?
1 von 3 · Wie häufig?
2
Betriebe bilden aus
Platz 316 von 340 Berufen.
2 von 3 · Wo?
- Mecklenburg-Vorpommern1
- Nordrhein-Westfalen1
Die meisten Betriebe: Kreis Kleve, Landkreis Rostock
3 von 3 · Um die Ecke
Wer bildet bei dir aus?
Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?
Die Justiz wird digitaler. Deine Aufgaben verändern sich dadurch, und du lernst den Umgang mit digitalen Akten und Abläufen. Hier kannst du arbeiten:
- an Amts-, Land- und Oberlandesgerichten
- bei Staatsanwaltschaften
- an Fachgerichten wie Arbeits-, Verwaltungs- und Sozialgerichten
- an Bundesgerichten, etwa dem Bundesgerichtshof
- in Notariaten mit ähnlichen Aufgaben
Welche Weiterbildungen gibt es?
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Justizfachwirt/in: Nach einigen Jahren Berufserfahrung qualifizierst du dich intern weiter. Du übernimmst komplexere Aufgaben und kannst aufsteigen.
- Rechtspfleger/in: Mit Fachabitur oder Abitur ist ein duales Studium möglich. Dann erledigst du eigenverantwortlich Aufgaben etwa in Grundbuch-, Nachlass- oder Betreuungssachen.
- Spezialisierung: zum Beispiel auf Insolvenz-, Straf- oder Familienrecht oder auf die Kostenfestsetzung
- Ausbilder/in: wenn du dein Wissen weitergeben willst
- Team- oder Sachgebietsleitung: Mit Erfahrung und guten Leistungen übernimmst du Führung.
- Fortbildungen: zu neuen Gesetzen, E-Justice oder Kommunikation
- Studium der Rechtswissenschaften: Mit Abitur kannst du Jura studieren und Richter/in, Staatsanwalt/Staatsanwältin oder Rechtsanwalt/Rechtsanwältin werden.
Fazit: Du hältst die Justiz am Laufen
Als Justizfachangestellte/r verbindest du Organisationstalent, Genauigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Du trägst dazu bei, dass der Rechtsstaat funktioniert. Die Ausbildung ist dual, findet im öffentlichen Dienst statt und dauert in der Regel 3 Jahre. Danach kannst du Justizfachwirt/in werden, ein Studium zum/zur Rechtspfleger/in machen oder Jura studieren.
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