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Ausbildung Keramiker/in
Ausbildung: Handwerk mit Ton und Feuer
Aus einem Klumpen Ton wird eine Vase, die Jahrzehnte hält. Reizt dich das? Dann ist die Ausbildung zum/zur Keramiker/in vielleicht genau dein Ding. Du stellst Gebrauchskeramik wie Geschirr her, Baukeramik wie Fliesen oder künstlerische Objekte aus Ton. Deine Stücke sind praktisch und schön zugleich. Dafür brauchst du handwerkliches Geschick, Kreativität, Geduld und ein Gespür für Formen. Hier erfährst du, was du als Keramiker/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Was macht ein/e Keramiker/in?
Du arbeitest mit feuchtem Ton, an der Töpferscheibe und mit hohen Temperaturen im Brennofen. Du bist Handwerker/in, Chemiker/in und Künstler/in in einer Person. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
- Material vorbereiten: Du wählst die passende Tonmasse aus und bereitest sie vor, zum Beispiel durch Kneten oder das Anrühren von Schlicker, also flüssigem Ton.
- Drehen: An der Töpferscheibe ziehst du den Ton zu Tassen, Schalen oder Vasen hoch. Das braucht viel Übung und Gefühl.
- Aufbauen: Du setzt Objekte von Hand aus Tonwülsten, Platten oder Kugeln zusammen, etwa für Skulpturen.
- Gießen: Du gießt Schlicker in Gipsformen. So entstehen oft Serienprodukte.
- Trocknen und Putzen: Du trocknest die Rohlinge langsam, damit keine Risse entstehen, und glättest die Oberfläche.
- Schrühbrand: Du brennst die Rohlinge ein erstes Mal bei etwa 900 bis 1000 °C.
- Glasieren: Du trägst Glasuren durch Tauchen, Spritzen oder Pinseln auf. Beim Brand schmelzen sie zu einer farbigen oder glänzenden Schutzschicht.
- Glattbrand: Im zweiten Brand, oft über 1200 °C, verbindet sich die Glasur mit dem Scherben.
- Dekor: Du bemalst, ritzt oder prägst deine Stücke.
- Qualität und Verkauf: Du prüfst Form, Farbe und Glasur, berätst Kund/innen und verkaufst Keramik.
Wo arbeitest du als Keramiker/in?
Du arbeitest meist in kleineren Keramikwerkstätten, Ateliers oder Töpfereien. Auch das Kunsthandwerk und Betriebe für Bau- oder Sanitärkeramik brauchen Keramiker/innen. Du schaffst aus Erde etwas, das lange hält.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Keramiker/in ab?
Die Ausbildung ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf und dauert in der Regel 3 Jahre. Im Betrieb lernst du direkt an der Töpferscheibe und am Werktisch. In der Berufsschule geht es um Materialkunde, Formgebung, Brenntechnik und Design.
Das lernst du unter anderem:
- Rohstoffkunde: Tone, Kaoline, Feldspäte, Quarze und wie daraus keramische Massen werden
- Formgebung: Drehen, Aufbauen von Hand, Gießen und Arbeiten mit Gipsformen
- Glasur und Dekor: Glasuren entwickeln und auftragen, Engoben, Unterglasur- und Aufglasurmalerei
- Brenntechnik: Brandkurven und Öfen für Strom, Gas und Holz
- Werkzeuge und Maschinen: Töpferscheiben, Öfen, Gießanlagen und Handwerkzeuge sicher nutzen
- Design: Gestaltung, Proportionen und eigene Entwürfe
- Qualitätskontrolle: Maße und Oberflächen prüfen
- Arbeitssicherheit und Umweltschutz: sicherer Umgang mit Rohstoffen und Öfen, Entsorgung von Resten
Was du mitbringen solltest
- einen guten Hauptschulabschluss oder einen mittleren Schulabschluss
- handwerkliches Geschick und Fingerspitzengefühl
- Geduld und Genauigkeit
- Kreativität und Sinn für schöne Formen
- räumliches Vorstellungsvermögen
- eine sorgfältige Arbeitsweise
- körperliche Belastbarkeit für Kneten und Heben
- Interesse an Chemie, Physik, Kunst und Design als Vorteil
Deine Karriere nach der Ausbildung
Viele Menschen suchen individuelle, handgemachte und nachhaltige Produkte. Keramiker/innen, die traditionelle Techniken mit modernem Design verbinden, sind gefragt. Hier kannst du arbeiten:
- in Töpfereien und Keramikwerkstätten
- in Kunsthandwerksbetrieben und Ateliers
- in Keramikmanufakturen, zum Beispiel für Geschirr oder Fliesen
- in der Bau- und Sanitärkeramik
- in der Restaurierung, etwa in Museen
- freiberuflich mit eigenem Laden oder Onlineshop
- in der Produktentwicklung für die Industrie
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Keramikmeister/in: Du übernimmst Führung, bildest Nachwuchs aus und kannst einen eigenen Betrieb gründen.
- Gestalter/in im Handwerk: für mehr künstlerische und gestalterische Möglichkeiten
- Restaurator/in im Keramikerhandwerk: für alte und historische Keramik
- Techniker/in für Keramiktechnik: für Produktion, Qualitätskontrolle oder Entwicklung in der Industrie
- Spezialisierung: zum Beispiel auf Raku, Porzellanmalerei, Geschirr, Gartenkeramik oder künstlerische Keramik
- Betriebswirt/in HWK: für die Führung eines eigenen Unternehmens
- Studium: mit Hochschulzugangsberechtigung zum Beispiel Industriedesign, Produktdesign, Materialwissenschaften oder Kunst auf Lehramt
Auf einen Blick
Keramiker/in auf einen Blick
Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis:
Quellen: BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit · BA, Anlage Sprachniveaus · abgerufen am 1. Oktober 2026
Passt die Ausbildung zu dir?
Du gestaltest gern mit den Händen und hast eigene Ideen? Dann solltest du dir diesen Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:
- Handarbeit: Du formst, glasierst und brennst deine Werke selbst.
- Kreativität: Mit Keramik setzt du deine eigenen Ideen um.
- Präzision: Du brauchst Geschick und ein gutes Auge für Details.
- Echter Einsatz: Der Beruf ist körperlich anstrengend. Dafür hältst du am Ende dein eigenes Werk in der Hand.
Ausbildungsvergütung als Keramiker/in
| Jahr | Vergütung |
|---|---|
| 1. Ausbildungsjahr | 649 EUR |
| 2. Ausbildungsjahr | 770 EUR |
| 3. Ausbildungsjahr | 870 EUR |
Fazit: Handwerkskunst aus Ton und Feuer
Als Keramiker/in verbindest du traditionelles Handwerk mit Kreativität und Geduld. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du Meister/in werden, dich spezialisieren oder eine eigene Werkstatt eröffnen.
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