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Lacklaborant/in
Ausbildung: Die Chemie hinter Farbe und Glanz
Dich interessiert, wie Farben entstehen und warum Lack eine Oberfläche schützt? Dann ist die Ausbildung zum/zur Lacklaborant/in vielleicht genau dein Ding. Du arbeitest im Labor an Lacken, Farben, Klebstoffen und anderen Beschichtungen. Du entwickelst neue Rezepturen, prüfst Proben und verbesserst bestehende Produkte. So bekommen Autos, Maschinen und viele andere Produkte eine schützende und schöne Oberfläche. Dafür brauchst du Interesse an Naturwissenschaften, Genauigkeit und Kreativität. Hier erfährst du, was du als Lacklaborant/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Was macht ein/e Lacklaborant/in?
Du arbeitest im Labor, machst Experimente und analysierst Stoffe. Dafür brauchst du chemisches Verständnis und Fingerspitzengefühl. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
- Entwickeln: Du mischst Pigmente, Bindemittel, Lösemittel und Additive in genauen Verhältnissen. So erreichst du Farbe, Glanz, Deckkraft, Härte oder Wetterbeständigkeit.
- Prüfen: Du untersuchst Viskosität, Trocknungszeit, Kratzfestigkeit, Farbgenauigkeit oder Korrosionsbeständigkeit. Dafür nutzt du Spektralphotometer, Viskosimeter oder Härtetester.
- Rezepturen verbessern: Du findest heraus, warum ein Lack eine Eigenschaft verfehlt. Dann passt du Mischverhältnisse an oder setzt neue Additive ein.
- Qualitätssicherung: Du kontrollierst Rohstoffe und fertige Lacke, damit sie Standards und Kundenwünsche erfüllen.
- Anwendung testen: Du testest Lacke auf verschiedenen Untergründen und unter verschiedenen Bedingungen.
- Dokumentation: Du hältst Versuchsreihen, Messwerte und Beobachtungen genau fest.
- Sicherheit und Umweltschutz: Du hältst dich an die Laborvorschriften und entsorgst Chemikalien und Abfälle richtig.
Wo arbeitest du als Lacklaborant/in?
Du arbeitest hauptsächlich im Labor. Oft ist das in der Entwicklung oder Qualitätssicherung von Lack-, Farben- und Klebstoffherstellern. Auch die Automobil- und Chemieindustrie braucht Lacklaborant/innen. Du sorgst dafür, dass Farben schön aussehen und gleichzeitig ihren Zweck erfüllen.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Lacklaborant/in ab?
Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3,5 Jahre. Im Betrieb lernst du die Praxis direkt im Labor. In der Berufsschule geht es um Chemie, Physik und Verfahrenstechnik.
Das lernst du unter anderem:
- Chemie: organische und anorganische Chemie, Polymere und die Reaktionen bei der Lackherstellung
- Physik: Viskosität, Dichte, Lichtbrechung und Oberflächenspannung
- Werkstoffkunde: Pigmente, Bindemittel, Füllstoffe und Additive
- Analysetechniken: chemische, physikalische und instrumentelle Methoden zur Lackprüfung
- Verfahrenstechnik: wie Lacke und Beschichtungen hergestellt werden
- Farb- und Glanzmessung: Du bestimmst Farbton und Glanzgrad mit Messgeräten.
- Qualitätsmanagement: Qualitätssicherung in der Lackproduktion
- Arbeitssicherheit und Umweltschutz: Umgang mit Laborchemikalien, Brandschutz und Entsorgung
Was du mitbringen solltest
- einen mittleren Schulabschluss oder Abitur
- Interesse an Chemie, Physik und Mathematik
- eine sorgfältige, genaue und verantwortungsbewusste Arbeitsweise
- analytisches Denken und Spaß am Lösen von Problemen
- Geduld und Konzentration
- gutes Farbsehen und ein Auge für Details
- Teamfähigkeit und Lernbereitschaft
Passt die Ausbildung zu dir?
Du stehst gern im Labor und willst sehen, was deine Arbeit bewirkt? Dann schau dir diese Punkte an:
- Naturwissenschaft zum Anfassen: Du mischst, testest und misst und siehst direkt das Ergebnis.
- Kreativität: Du tüftelst an Rezepturen, bis Farbe, Glanz und Haltbarkeit stimmen.
- Genauigkeit: Kleine Unterschiede in der Rezeptur machen viel aus. Du arbeitest sorgfältig.
- Perspektive: Mit Erfahrung kannst du leitende Aufgaben übernehmen oder dich auf spezielle Lackanwendungen spezialisieren.
Deine Karriere nach der Ausbildung
Die Lack- und Farbenindustrie entwickelt ständig neue Produkte für viele Anwendungen. Dafür braucht sie Fachkräfte, die Entwicklung und Qualität voranbringen. Hier kannst du arbeiten:
- in Unternehmen der Lack- und Farbenindustrie
- bei Herstellern von Klebstoffen und Dichtstoffen
- in der Automobilindustrie in Lackentwicklung und Lackprüfung
- in der chemischen Industrie
- in Forschungsinstituten und Hochschulen
- in Qualitätssicherung und Produktentwicklung
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Staatlich geprüfte/r Techniker/in für Farb- und Lacktechnik: für Forschung und Entwicklung, Produktion oder Qualitätsmanagement
- Industriemeister/in Chemie: für Führungsaufgaben in der chemischen Produktion
- Spezialisierung: etwa auf Anwendungsentwicklung, Analysetechniken wie Chromatographie, Umweltschutz oder Arbeitssicherheit
- Studium: Mit Fachabitur oder nach der Technikerweiterbildung kannst du Chemie, Lacktechnologie, Chemietechnik oder Materialwissenschaften studieren.
Ausbildungsvergütung als Lacklaborant/in
| Jahr | Vergütung |
|---|---|
| 1. Ausbildungsjahr | 755 EUR bis 855 EUR |
| 2. Ausbildungsjahr | 795 EUR bis 945 EUR |
| 3. Ausbildungsjahr | 855 EUR bis 1.025 EUR |
| 4. Ausbildungsjahr | 895 EUR bis 1.095 EUR |
Fazit: Chemie, die man sieht
Als Lacklaborant/in verbindest du Begeisterung für Naturwissenschaften mit genauer Laborarbeit. Du gestaltest und schützt die Oberflächen unserer Welt. Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3,5 Jahre. Danach kannst du dich spezialisieren, Techniker/in werden oder studieren.
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