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Ausbildung Landwirt/in
Ausbildung: Draußen arbeiten, Menschen ernähren
Du bist gern draußen und willst etwas schaffen, das alle brauchen? Dann ist die Ausbildung zum/zur Landwirt/in vielleicht genau dein Ding. Du baust Pflanzen an, hältst Tiere und bedienst moderne Maschinen. Ob Ackerbau, Viehzucht oder Spezialkulturen: Du sorgst dafür, dass wertvolle Lebensmittel entstehen. Gleichzeitig bist du Unternehmer/in und planst deinen Betrieb. Dafür brauchst du Liebe zur Natur, technisches Interesse und die Bereitschaft, bei Wind und Wetter anzupacken. Hier erfährst du, was du als Landwirt/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Auf einen Blick
Landwirt/in auf einen Blick
Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis:
Der Beruf im Wandel der Zeit
Wie hieß der Beruf früher?
In der DDR hieß der Beruf: Facharbeiter/in für Acker- und Pflanzenbau, Facharbeiter/in für Pflanzenproduktion, Facharbeiter/in für Tierproduktion (Rinderproduktion)
Im Alltag sagt man auch: Bauer/Bäuerin
Berufsnamen seit Gründung der Bundesrepublik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wiedervereinigung 1990 in den heutigen Ausbildungsberufen auf.
Was macht ein/e Landwirt/in?
Dein Alltag ist sehr vielfältig und hängt stark von der Jahreszeit ab. Du bist Planer/in, Mechaniker/in, Tierpfleger/in und Betriebswirt/in in einer Person. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
Welche Aufgaben hast du im Arbeitsalltag?
- Ackerbau: Du bereitest Böden vor, säst Getreide, Mais oder Raps, düngst, pflegst und erntest. Du achtest auf Fruchtfolge, gesunde Böden und Umweltschutz.
- Tierhaltung: Du fütterst und pflegst Rinder, Schweine oder Geflügel und achtest auf ihre Gesundheit und eine artgerechte Haltung. In der Milchviehhaltung melkst du auch.
- Maschinen: Du bedienst und wartest Traktor, Mähdrescher, Melkroboter und viele andere Geräte.
- Betriebsführung: Du kaufst Saatgut und Futter ein, vermarktest deine Produkte, führst Buch und planst Investitionen.
- Qualität: Du achtest auf die Qualität von Getreide, Milch oder Fleisch und hältst Hygienevorschriften ein.
- Pflanzenschutz und Tiergesundheit: Du erkennst Krankheiten und Schädlinge und handelst, oft zusammen mit Tierärzt/innen oder Pflanzenschutzberater/innen.
- Umweltschutz: Du achtest auf Bodenerhaltung und Artenvielfalt.
- Weitere Standbeine: Viele Betriebe setzen zusätzlich auf Direktvermarktung, Ferien auf dem Bauernhof, Biogas oder Landschaftspflege.
Wo arbeitest du als Landwirt/in?
Dein Arbeitsplatz ist der ganze Hof. Du bist im Stall, in der Scheune, auf dem Feld und im Wald unterwegs. Mit deiner Arbeit schaffst du die Grundlage für unsere Ernährung.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Landwirt/in ab?
Wie lange dauert die Ausbildung?
Was lernst du in Betrieb und Berufsschule?
Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3 Jahre. Im Betrieb lernst du die Praxis direkt auf dem Hof. In der Berufsschule geht es um Pflanzenbau, Tierhaltung, Technik und Betriebswirtschaft.
Das lernst du unter anderem:
- Pflanzenbau: Anbaukulturen, Bodenchemie, Düngung, Pflanzenschutz und Erntetechnik
- Tierhaltung: Zucht, Fütterung, Vorbeugung gegen Krankheiten und artgerechte Haltung
- Landtechnik: Aufbau, Funktion, Bedienung und Wartung von Maschinen und Geräten
- Betriebswirtschaft: Buchführung, Kostenrechnung, Agrarmarkt und Betriebsplanung
- Umwelt- und Naturschutz: nachhaltiger Anbau, Boden- und Gewässerschutz und Artenvielfalt
- Recht: Agrarrecht, Tierschutz und wichtige Verordnungen
- Arbeitssicherheit: sicherer Umgang mit Maschinen und Chemikalien
Welche Voraussetzungen brauchst du als Landwirt/in?
Was solltest du mitbringen?
- einen Hauptschulabschluss oder mittleren Schulabschluss
- Freude an der Arbeit im Freien und mit Tieren
- körperliche Fitness und Belastbarkeit
- technisches Verständnis und handwerkliches Geschick
- Verantwortungsbewusstsein und Eigeninitiative
- unternehmerisches Denken
- Bereitschaft, zu allen Jahreszeiten und am Wochenende zu arbeiten
- Teamfähigkeit und Flexibilität
Was verdienst du in der Ausbildung?
Wie viel verdienst du in jedem Ausbildungsjahr?
| Ausbildungsjahr | Vergütung pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich. |
| 1. Ausbildungsjahr | 724 € bis 930 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 854 € bis 1.033 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 977 € bis 1.136 € |
Passt die Ausbildung zum/zur Landwirt/in zu dir?
Ein Bürojob ist nichts für dich? Dann schau dir diese Punkte an:
- Natur: Du arbeitest mit Pflanzen und Tieren und bist viel an der frischen Luft.
- Geschick: Du arbeitest genau und packst mit an, ob im Stall oder an der Maschine.
- Teamarbeit: Du arbeitest oft mit anderen Landwirt/innen, Tierpfleger/innen und Maschinenführer/innen zusammen.
- Belastbarkeit: Die Arbeit ist körperlich und verlangt Flexibilität, etwa in der Erntezeit.
Vom Hobby zum Beruf
Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Landwirt/in?
Was du als Landwirt/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer im Reitstall ausmistet, im Garten Gemüse zieht oder in den Ferien bei der Ernte hilft, zeigt Höfen Ausdauer und echte Freude an der Arbeit draußen. Wer bei der Landjugend ein Fest auf die Beine stellt, beweist Eigeninitiative, und genau die braucht ein eigener Betrieb. Wenn dich vor allem Tiere reizen, schau dir Tierwirt/in an. Für Technik und Einsätze auf dem Feld passt Fachkraft Agrarservice.
Aus diesem Berufsprofil abgeleitet
Passt gut, wenn du gern …
- im Reitstall ausmistest und Tiere versorgst Verantwortung
- im Garten Gemüse ziehst und erntest Geduld
- in den Ferien bei der Ernte hilfst Ausdauer
- bei der Landjugend ein Fest mitorganisierst Eigeninitiative
- am Fahrrad oder Mofa selbst schraubst Technikverständnis
Im Kästchen: Das lesen Ausbildungsbetriebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind
Wo findest du Ausbildungsbetriebe in deiner Nähe?
1 von 4 · Wie häufig?
rund 200
Betriebe bilden aus
Platz 92 von 340 Berufen.
2 von 4 · Plan B im selben Betrieb
Jeder 2. Betrieb
bildet auch Tierwirt/in aus.
Fast jeder 5. bildet auch Land- und Baumaschinenmechatroniker/in aus.
3 von 4 · Wo?
- Sachsen50
- Thüringen50
- Brandenburg30
Die meisten Betriebe: Landkreis Mittelsachsen, Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Saale-Orla-Kreis
4 von 4 · Um die Ecke
Wer bildet bei dir aus?
Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?
Die Landwirtschaft verändert sich. Klimawandel, Digitalisierung und neue Wünsche der Verbraucher/innen bringen neue Aufgaben. Gut ausgebildete Landwirt/innen sichern unsere Lebensmittel und pflegen die Kulturlandschaft. Hier kannst du arbeiten:
- in landwirtschaftlichen Betrieben für Ackerbau, Viehzucht, Gemüsebau oder Obstbau
- in landwirtschaftlichen Genossenschaften
- bei Agrardienstleistern
- in Forschungs- und Lehreinrichtungen der Agrarwirtschaft
- im Agrarhandel und in der Vermarktung
- als selbstständige/r Landwirt/in mit eigenem Hof
Welche Weiterbildungen gibt es?
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Landwirtschaftsmeister/in: Du übernimmst Führungsaufgaben, bildest aus und schaffst eine wichtige Grundlage, um einen Hof zu übernehmen oder zu gründen.
- Staatlich geprüfte/r Wirtschafter/in oder Agrarbetriebswirt/in: Du vertiefst dein betriebswirtschaftliches Wissen für größere Betriebe.
- Agrartechniker/in: Du lernst mehr über moderne Landmaschinen und ihren Einsatz.
- Spezialisierung: etwa auf Ökolandbau, Spezialkulturen, Direktvermarktung oder Biogas
- Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du Agrarwissenschaften, Landwirtschaft, Ökotrophologie oder Umweltwissenschaften studieren.
Fazit: Verantwortung für Natur und Ernährung
Als Landwirt/in verbindest du deine Nähe zur Natur mit Unternehmergeist. Du trägst Verantwortung für unsere Ernährung und gestaltest die Zukunft der Landwirtschaft mit. Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3 Jahre. Danach kannst du Meister/in werden, dich spezialisieren oder einen eigenen Hof führen.
Bereit für den Hof? Finde auf dein-ausbildungsplatz.de einen Ausbildungsbetrieb in deiner Nähe.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Landwirtschaft.
Dieses Berufsprofil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Elterngespräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.
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