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Ausbildung Maßschuh­macher/in

Ausbildung: Handwerk, das jeden Schritt begleitet

Symbolbild: Ausbildung Schuhmacher/in

Willst du etwas herstellen, das Menschen jeden Tag an den Füßen tragen? Dann schau dir die Ausbildung zum/zur Maßschuh­macher/in genauer an. Früher hieß der Beruf Schuhmacher/in. Seit 2018 trägt er den neuen Namen. Du fertigst Schuhe nach Maß, die deinen Kund/innen wie angegossen passen. Du arbeitest Konfek­ti­ons­schuhe fußgerecht um und reparierst Absätze, Sohlen und Nähte. Dabei arbeitest du mit Werkzeugen von Hand und mit Maschinen. Du brauchst Geschick, Sorgfalt und ein gutes Auge für Details. Hier erfährst du, was du als Maßschuh­macher/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Neu seit 2018: Aus dem Schuhmacher wird der Maßschuh­macher. Du wählst eine von zwei Fachrich­tungen: Maßschuhe oder Schaftbau. Neu in der Ausbildung sind unter anderem Modell­ge­staltung, Qualitäts­si­cherung, Nachhal­tigkeit und Kunden­ori­en­tierung.

Auf einen Blick

Maßschuh­macher/in auf einen Blick

Dauer3 Jahre
Ausbildungdual, Mode, Textil & Leder
1. Jahr740 €
Schulabschlusskeine Vorgabe
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. Bis 2018 hieß er Schuhmacher/in.

  1. ab 1949 bis 2018Schuhmacher/in
  2. seit 2018Maß­schuh­ma­cher/in

Im Alltag sagt man auch: Schuster/in

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949.

Was macht ein/e Maßschuh­macher/in?

Dein Alltag verbindet traditio­nelles Handwerk, Materi­alkunde und direkten Kunden­kontakt. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Beraten und Maß nehmen: Du berätst Kund/innen, nimmst Maß an Fuß und Bein und nimmst Trittspuren ab.
  • Leisten zurichten: Du überträgst die Maße auf Leisten und bringst sie in die passende Form und Größe.
  • Modelle entwerfen: Du erstellst Skizzen, Schnittmuster und Schablonen und schneidest die Teile aus dem gewählten Material zu.
  • Maßschuhe fertigen: In der Fachrichtung Maßschuhe steppst du Schäfte mit dem Futter zusammen, ziehst sie über den Leisten, verbindest sie mit dem Boden und bringst Sohlen und Absätze an. Zum Schluss polierst du den Schuh.
  • Schäfte bauen: In der Fachrichtung Schaftbau gestaltest du das Oberteil des Schuhs. Du verzierst es mit Ziernähten, durch Punzieren und Perforieren und bringst Schnallen, Schleifen oder Verschlüsse an.
  • Fußgerecht umarbeiten: Du berücksichtigst Fußfehlbildungen oder unterschiedliche Beinlängen. Konfektionsschuhe passt du an, zum Beispiel mit Fußbettungen oder Weitungen.
  • Reparieren: Du tauschst Absätze und Sohlen, nähst neue Reißverschlüsse ein und besserst Nähte und Futter aus.
herrenschuh

Warum ist der Beruf so wichtig?

Gut passende Schuhe sind die Grundlage für bequemes Gehen. Als Maßschuh­macher/in fertigst du Schuhe, die genau zu einem Fuß passen. Jede Reparatur hält Schuhe länger im Einsatz und spart Ressourcen. Nachhal­tigkeit ist deshalb auch ein Thema in der Ausbildung.

Dein Arbeitsplatz ist meist eine Werkstatt, manchmal auch der Verkaufsraum. Dort nutzt du Handwerkzeuge und Maschinen. Du löst Probleme und sorgst dafür, dass Menschen bequem unterwegs sind.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Maßschuh­macher/in ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Ausbildung ist ein anerkannter dualer Ausbil­dungsberuf im Handwerk und dauert 3 Jahre. Du lernst in einem Betrieb des Schuhma­cher­handwerks und in der Berufs­schule. Die Berufs­schule besuchst du an 1 oder 2 Tagen pro Woche oder im Blockun­terricht. Für viele Bundes­länder gibt es gemeinsame Fachklassen, zum Beispiel in München, Lübeck und Gotha.

Die zwei Fachrich­tungen:

  • Maßschuhe: komplette Maßschuhe vom Leisten bis zum Absatz und das Umarbeiten von Konfektionsschuhen
  • Schaftbau: Schuhschäfte nach Maß aus Obermaterial und Futter, mit Ziernähten, Verschlüssen und Applikationen

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Das lernst du unter anderem:

  • Werkzeuge und Maschinen: einsetzen, bedienen, pflegen und warten
  • Materialkunde: Leder, Klebstoffe und Kunststoffe auswählen, prüfen und zuschneiden
  • Kundenberatung: beraten, Maß nehmen und Trittspuren abnehmen
  • Schnitte: Schnittmuster und Schablonen anfertigen und die Paarigkeit der Teile kontrollieren
  • Techniken: Formen, Schleifen, Buggen, Schärfen, Fräsen und Ausputzen
  • Modellgestaltung: Modelle gestalten und dafür Leistenkopien herstellen
  • Reparatur: Böden und Schäfte reparieren und ändern
  • Fußgerechte Schuhe: Fußfehlbildungen und Beinlängendifferenzen beurteilen und berücksichtigen

In der Berufs­schule kommen Mathematik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde dazu.

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Maßschuh­macher/in?

Was solltest du mitbringen?

  • Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Zuletzt hatte die Hälfte der Azubis Abitur oder Fachabitur.
  • handwerkliches Geschick und eine gute Auge-Hand-Koordination
  • eine sorgfältige Arbeitsweise, etwa beim Übertragen von Fußmaßen
  • Freude am Kontakt mit Kund/innen
  • Interesse an Mathematik, Werken/Technik und Biologie
  • Bereitschaft, auch mal samstags zu arbeiten

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 740 €
2. Ausbildungsjahr 854 €
3. Ausbildungsjahr 977 €

Passt die Ausbildung zum/zur Maßschuh­macher/in zu dir?

Du hast Interesse, bist dir aber noch unsicher? Das spricht für die Ausbildung:

  • Kreativität und Handwerk: Du gestaltest Modelle und fertigst Schuhe oder Schäfte nach Maß.
  • Abwechslung: Du arbeitest mit verschiedenen Materialien und Techniken, in der Werkstatt und mit Kund/innen.
  • Schuhe für dich: Du kannst dir selbst bequeme Schuhe anfertigen.
  • Nachhaltigkeit: Mit jeder Reparatur hältst du Schuhe länger im Einsatz.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Maßschuh­macher/in?

Was du als Maßschuh­macher/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer Schnitt­muster für Taschen zeichnet, Leder mit der Hand vernäht oder alte Schuhe wieder flottmacht, zeigt Werkstätten Geschick und Sorgfalt. Wer dazu im Nebenjob am Samstag hinter der Theke steht oder im Verein Tennis spielt, beweist Freude an Kund/innen und Ausdauer. Wenn dich Schuhe für Menschen mit Fußpro­blemen reizen, schau dir Orthopä­die­schuh­macher/in an. Für Schuhe in der Produktion passt Schuhfertiger/in.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • Schnittmuster für Taschen oder Etuis zeichnest Genauigkeit
  • Leder mit Nadel und Faden vernähst Geschick
  • alte Schuhe putzt, klebst und wieder flottmachst Sorgfalt
  • samstags im Nebenjob Kund/innen bedienst Kundenorientierung
  • Tennis oder Badminton im Verein spielst Ausdauer

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Wo findest du Ausbil­dungs­be­triebe in deiner Nähe?

  • 1 von 2 · Meiste Betriebe im Bereich

    Raumaus­statter/in

    Rund 130 Betriebe bilden diesen Beruf aus. Das sind die meisten im Bereich Mode, Textil & Leder.

  • 2 von 2 · Passt der Beruf?

    Unsicher, ob dieser Beruf zu dir passt?

    Tipp deine Noten und Hobbys ein. Ecki zeigt dir passende Berufe und die Betriebe um die Ecke.

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Mit deiner Ausbildung kannst du in verschiedenen Betrieben arbeiten:

  • in Betrieben des Schuhmacherhandwerks, etwa in Schäftemachereien
  • bei Schuhschnellreparaturdiensten
  • in handwerklichen Lederwerkstätten
  • in Werkstätten von Orthopädie- und Sanitätsfachgeschäften
  • in Schuhmachereien von Theatern
  • in der Schuhindustrie, zum Beispiel bei Maßanfertigungen für Leistungssportler/innen

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Zusatzqualifikation: Schon in der Ausbildung kannst du zum Beispiel Betriebsassistent/in im Handwerk oder Europaassistent/in werden.
  • Anpassungsweiterbildung: Du bleibst auf dem neuesten Stand, von der Lederverarbeitung bis zum Verkaufstraining.
  • Schuhmachermeister/in: Mit der Meisterprüfung kommst du in Führungspositionen.
  • Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Textil- und Bekleidungstechnik studieren.
  • Selbstständigkeit: mit einer eigenen Schuhmacherwerkstatt, einer Schäftemacherei oder einem Schuhfachgeschäft mit Werkstatt

Fazit: Handwerk für jeden Schritt

Als Maßschuh­macher/in verbindest du traditio­nelles Handwerk, präzise Arbeit und Beratung. Du hilfst Menschen, bequem unterwegs zu sein. Früher hieß der Beruf Schuhmacher/in. Die Ausbildung dauert 3 Jahre, ist dual und hat zwei Fachrich­tungen: Maßschuhe und Schaftbau. Danach kannst du Meister/in werden, studieren oder einen eigenen Betrieb gründen.

Lust bekommen? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Mode, Textil und Leder.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Maßschuhmacher/in als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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