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Ausbildung Orthopä­die­technik-Mechaniker/in

Ausbildung: Handwerk für mehr Lebens­qualität

Symbolbild: Ausbildung Orthopädiemechaniker/in und Bandagist/in

Du willst mit deinen Händen Menschen mehr Lebens­qualität geben? Dann schau dir die Ausbildung zum/zur Orthopä­die­technik-Mechaniker/in genauer an. Früher hieß der Beruf Orthopä­die­me­chaniker/in und Bandagist/in. Seit 2013 gilt der neue Name. Du fertigst Prothesen, Orthesen, Bandagen und Reha-Hilfsmittel wie Rollstühle an. Du nimmst Maß, passt die Hilfsmittel an und erklärst deinen Patient/innen, wie sie damit umgehen. Dabei arbeitest du mit Metall, Kunststoff, Holz, Gießharzen und Textilien. Hier erfährst du, was du in diesem Beruf machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Neu seit 2013: Eine neue Ausbil­dungs­ordnung hat den Beruf Orthopä­die­me­chaniker/in und Bandagist/in abgelöst. Die Ausbildung hat jetzt drei Schwer­punkte: Indivi­duelle Orthetik, Indivi­duelle Rehabi­li­ta­ti­ons­technik und Prothetik.

Auf einen Blick

Orthopä­die­technik-Mechaniker/in auf einen Blick

Dauer3 Jahre
Ausbildungdual, Medizin, Gesundheit, Pflege
1. Jahr1.000 €
Schulabschlusskeine Vorgabe
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Ausbildung und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. Der Name hat sich mehrmals geändert. Seit 2013 heißt er so wie heute.

  1. ab 1949 bis 1996Bandagist/in
  2. ab 1949 bis 1996Ortho­pä­die­me­cha­ni­ker/in
  3. seit 2013Ortho­pä­die­tech­nik-Mechaniker/in

Im Alltag sagt man auch: Orthopä­die­techniker/in

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949.

Was macht ein/e Orthopä­die­technik-Mechaniker/in?

Du bist Handwerker/in im Gesund­heitswesen. Du stellst orthopä­die­tech­nische Hilfsmittel her und passt sie an die Bedürfnisse deiner Patient/innen an. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Beurteilen und beraten: Du schaust dir die Beschwerden an und hilfst bei der Wahl des passenden Hilfsmittels.
  • Maß nehmen: Du misst digital und von Hand und erstellst Zeichnungen und Modelle.
  • Anfertigen: Je nach Schwerpunkt fertigst du Prothesen, Orthesen, Bandagen oder Reha-Hilfsmittel wie Rollstühle und Krankenbetten.
  • Material bearbeiten: Du bearbeitest Metall, Kunststoff, Holz, Gießharze und Textilien mit Maschinen und von Hand.
  • Einstellen und einweisen: Zum Schluss stellst du die Hilfsmittel richtig ein und erklärst, wie man sie nutzt.
  • Instand halten: Du wartest und reparierst Prothesen, Orthesen sowie Geh- und Stehhilfen.
orthesen

Warum ist der Beruf so wichtig?

Manche Menschen haben eine Fehlbildung, andere haben nach einer Amputation einen Körperteil verloren oder können ihn nicht mehr so nutzen wie vorher. Das schränkt sie im Alltag stark ein. Mit Prothesen, Orthesen und Reha-Hilfsmitteln gibst du ihnen Bewegungs­freiheit zurück. Sie können wieder selbst­ständiger am Alltag teilnehmen. Zu sehen, wie deine Arbeit wirkt, ist ein schöner Lohn.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Orthopä­die­technik-Mechaniker/in ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Ausbildung dauert 3 Jahre und ist dual. Du lernst in einer Orthopä­die­technik- oder Rehawerkstatt und in der Berufs­schule. Teile der Ausbildung können in überbe­trieb­lichen Ausbil­dungs­stätten stattfinden. Die Berufs­schule ist oft in länder­über­grei­fenden Fachklassen organisiert, zum Beispiel in Heidelberg, Fürstenwalde, Hamburg oder Gotha.

Die drei Schwer­punkte:

  • Prothetik: pneumatische, hydraulische und elektronisch gesteuerte Gelenke einbauen und justieren, Prothesen kosmetisch gestalten
  • Individuelle Orthetik: Korrekturorthesen für den Rumpf herstellen und Orthesen anproben
  • Individuelle Rehabilitationstechnik: Lagerungs- und Bettungshilfen herstellen und Rollstühle konfigurieren

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Das lernst du unter anderem:

  • Material bearbeiten: zum Beispiel durch Umformen oder Spanen
  • Beurteilen: Dysfunktionen des Bewegungsapparates und Krankheitsbilder einschätzen
  • Abformen und modellieren: Deformitäten, Fehlbildungen und Amputationsstümpfe abformen und ein digitales Positivmodell am Computer erstellen
  • Herstellen und montieren: Bandagen, Bruchbänder und Mieder anpassen und herstellen, Prothesen und Orthesen montieren
  • Beraten und einweisen: Patient/innen in den Gebrauch einweisen und Ärzt/innen sowie Pflege- und Therapiefachleute beraten, etwa Physio­the­rapeut/innen
  • Instand halten: Prothesen, Orthesen sowie Geh- und Stehhilfen warten

In der Berufs­schule lernst du zum Beispiel auch, orthopä­dische Fußeinlagen herzustellen und anzupassen. Dazu kommen Deutsch sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Orthopä­die­technik-Mechaniker/in?

Was solltest du mitbringen?

  • Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Zuletzt hatten die meisten Azubis einen mittleren Abschluss oder Abitur.
  • handwerkliches Geschick für Metall, Kunststoff und Holz
  • Sorgfalt beim Messen
  • Beobachtungsgenauigkeit, etwa beim Anpassen von Bandagen und Kompressionsstrümpfen
  • Kundenorientierung und Kommunikationsfähigkeit
  • Interesse an Werken/Technik, Mathematik, Biologie und Physik/Informatik

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 1.000 €
2. Ausbildungsjahr 1.100 €
3. Ausbildungsjahr 1.200 €

Passt die Ausbildung zum/zur Orthopä­die­technik-Mechaniker/in zu dir?

Du willst etwas Sinnvolles schaffen? Dann spricht einiges für diese Ausbildung:

  • Echte Hilfe: Du gibst Menschen mit Einschränkungen mehr Bewegungsfreiheit.
  • Handwerk und Technik: Du arbeitest von Hand und mit digitalen Modellen.
  • Abwechslung: Werkstatt, Verkaufsraum, Krankenhaus und Besuche bei Kund/innen wechseln sich ab.
  • Spezialisiertes Fachgebiet: Mit drei Schwerpunkten findest du deinen Bereich.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Orthopä­die­technik-Mechaniker/in?

Was du als Orthopä­die­technik-Mechaniker/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer im Werkun­terricht mit Holz, Metall und Kunststoff baut oder Fahrräder einstellt, bis alles passt, zeigt Betrieben Geschick und Genauigkeit. Wer dazu beim Inklusi­onssport hilft oder Kinder im Verein mittrainiert, beweist ein Herz für Menschen und gute Kommuni­kation. Wenn dich Schuhe und Einlagen reizen, schau dir Orthopä­die­schuh­macher/in an. Für feine Arbeit an Zahnersatz passt Zahntechniker/in.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • im Werkunterricht mit Holz, Metall und Kunststoff baust Geschick
  • Fahrräder genau einstellst, bis alles passt Genauigkeit
  • beim Inklusionssport oder in der Behindertenhilfe mithilfst Einfühlungsvermögen
  • Kinder im Sportverein mittrainierst Kommunikation
  • dich für Muskeln, Knochen und Bewegung interessierst Neugier

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Wo findest du Ausbil­dungs­be­triebe in deiner Nähe?

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Nach deiner Ausbildung kannst du hier arbeiten:

  • in Orthopädietechnik- und Rehawerkstätten
  • bei Herstellern orthopädietechnischer Hilfsmittel
  • in Sanitätshäusern

Dabei bist du in der Werkstatt, im Verkaufsraum, im Krankenhaus oder direkt bei Kund/innen im Einsatz.

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Zusatzqualifikation: Schon in der Ausbildung kannst du Betriebsassistent/in im Handwerk oder Europaassistent/in werden.
  • Anpassungsweiterbildung: Du bleibst auf dem neuesten Stand, von Orthopädietechnik bis CAD.
  • Orthopädietechnikermeister/in: Mit der Meisterprüfung kommst du in Führungspositionen.
  • Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Orthopädie- und Rehatechnik studieren.
  • Selbstständigkeit: mit einem Betrieb des Orthopädietechniker-Handwerks

Fazit: Mechanik mit Herz und Hand

Als Orthopä­die­technik-Mechaniker/in verbindest du handwerkliche Präzision mit Beratung. Du stellst Prothesen, Orthesen, Bandagen und Reha-Hilfsmittel her, die das Leben von Menschen spürbar leichter machen. Früher hieß der Beruf Orthopä­die­me­chaniker/in und Bandagist/in. Die Ausbildung dauert 3 Jahre, ist dual und hat drei Schwer­punkte.

Willst du Menschen in Bewegung bringen? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Medizin, Gesundheit, Pflege.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Orthopädietechnik-Mechaniker/in als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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