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Ausbildung Pflege­fachmann/frau

Ausbildung: Verant­wortung für Menschen

Symbolbild: Ausbildung Pflegefachkraft

Dir liegt das Wohl anderer Menschen am Herzen? Dann schau dir die Ausbildung zum/zur Pflege­fachmann/frau genauer an. Früher hießen die Berufe Gesundheits- und Kranken­pfleger/in, Gesundheits- und Kinder­kran­ken­pfleger/in und Altenpfleger/in. Seit 2020 sind diese drei Ausbil­dungen zu einer gemeinsamen, genera­lis­tischen Pflege­aus­bildung zusammen­gelegt. Du pflegst und betreust Menschen jeden Alters. Du versorgst Wunden, gibst Medikamente nach ärztlicher Anordnung und handelst im Notfall. Du sprichst mit Kolleg/innen, Patient/innen und Angehörigen. Dabei übernimmst du viel Verant­wortung. Hier erfährst du, was du als Pflege­fachmann/frau machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Neu seit 2023: Wer den Abschluss hat, kann statt Pflege­fachmann oder Pflege­fachfrau auch die geschlechts­neutrale Berufs­be­zeichnung Pflege­fach­person beantragen.

Auf einen Blick

Pflege­fachmann/frau auf einen Blick

Dauer3 Jahre
Ausbildungschulisch, Medizin, Gesundheit, Pflege
1. Jahr1.491 €
Schulabschlussi. d. R. MSA
Deutsch: empfohlen B2. In Gesundheitsberufen wird meist ein Nachweis auf Niveau B2 verlangt.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. Der Name hat sich mehrmals geändert. Seit 2020 heißt er so wie heute.

  1. 1957 bis 2004Kran­ken­schwes­ter/Kran­ken­pfle­ger
  2. 2003 bis 2019Gesundheits- und Kran­ken­pfle­ger/in
  3. seit 2020Pfle­ge­fach­mann/frau

Im Alltag sagt man auch: Altenpfleger/in

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949.

Was macht ein/e Pflege­fachmann/frau?

Du pflegst und betreust Menschen aller Alters­stufen in der Kranken­pflege, Kinder­kran­ken­pflege und Altenpflege. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Pflegen: Du unterstützt hilfsbedürftige Menschen bei der Körperpflege, beim Essen und in der Bewegung. Du stärkst ihre Selbstständigkeit.
  • Medizinisch versorgen: In Abstimmung mit den Ärzt/innen versorgst du Wunden, gibst ärztlich verordnete Medikamente oder Injektionen und führst Infusionen und Blutentnahmen durch.
  • Gesundheit überwachen: Du beobachtest den Zustand deiner Patient/innen, assistierst bei Untersuchungen und bereitest sie auf Operationen vor.
  • Pflege planen: Du ermittelst den Pflegebedarf, planst die Pflege, koordinierst sie und dokumentierst alles genau.
  • Beraten: Du berätst Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. In der ambulanten Pflege zeigst du Angehörigen zum Beispiel, wie bestimmte Pflegetechniken funktionieren.
  • Anleiten: Du leitest Pflegehilfskräfte an und wirkst bei der Qualitätssicherung mit.
  • Im Notfall handeln: In Akutsituationen handelst du sicher und leistest Erste Hilfe.
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Warum ist der Beruf so wichtig?

Wir alle wollen in Würde gesund werden und alt werden. Als Pflege­fachmann/frau sorgst du dafür, dass Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, am Alltag teilnehmen können. Du hilfst bei Dingen, die sie selbst gerade nicht schaffen. Du förderst ihre Gesundheit und begleitest sie auch in schweren Lebenslagen und in der letzten Lebensphase. So schenkst du ihnen Lebens­qualität und Würde, im Krankenhaus, im Pflegeheim oder zu Hause.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Pflege­fachmann/frau ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Ausbildung ist bundesweit einheitlich geregelt. Sie dauert in Vollzeit 3 Jahre, in Teilzeit höchstens 5 Jahre. Du lernst an einer Pflege­schule und in der Praxis in Kranken­häusern sowie in stationären und ambulanten Pflege­ein­rich­tungen. Du bekommst eine Ausbil­dungs­ver­gütung, das ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Ausbildung endet mit einer staatlichen Abschluss­prüfung.

Genera­listisch mit Wahlmög­lichkeit: Du lernst die Pflege von Menschen jeden Alters. Ist in deinem Ausbil­dungs­vertrag ein passender Vertie­fungs­einsatz vereinbart, kannst du dich für das letzte Drittel entscheiden: Du machst genera­listisch weiter oder richtest deinen Abschluss auf Gesundheits- und Kinder­kran­ken­pflege oder Altenpflege aus.

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Das lernst du unter anderem:

  • Pflege im Alltag: Du unterstützt Menschen in der Bewegung und Selbstversorgung und wendest verschiedene Pflegetechniken an.
  • Pflegeprozess gestalten: Du organisierst, gestaltest und steuerst Pflegeprozesse und Pflegediagnostik.
  • Medizinische Pflege: Du unterstützt Menschen bei der Heilung und versorgst zum Beispiel chronische Wunden.
  • Kommunikation: Du sprichst passend zur Person und zur Situation mit den Menschen, die du pflegst, und beziehst ihr Umfeld ein.
  • Gesundheit fördern: Du lernst, wie du Gesundheit förderst und Krankheiten vorbeugst.
  • Begleiten: Du begleitest Menschen in kritischen Lebenssituationen und in der letzten Lebensphase.
  • Qualität und Recht: Du wirkst bei der Qualitätssicherung mit und kennst die rechtlichen Regeln in der Pflege.

In der Praxis arbeitest du im Schicht­dienst mit, also auch früh, spät, nachts und am Wochenende.

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Pflege­fachmann/frau?

Was solltest du mitbringen?

  • in der Regel einen mittleren Bildungsabschluss. Mit Hauptschulabschluss geht es, wenn du zusätzlich eine abgeschlossene Berufsausbildung hast, zum Beispiel in der Kranken- oder Altenpflegehilfe.
  • ein ärztliches Attest über deine gesundheitliche Eignung und einen Nachweis über den Masernschutz
  • Einfühlungsvermögen und Kontaktfähigkeit
  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein
  • psychische Stabilität, auch im Kontakt mit schwer kranken oder sterbenden Menschen
  • Verschwiegenheit im Umgang mit Patientendaten

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 1.491 €
2. Ausbildungsjahr 1.552 €
3. Ausbildungsjahr 1.653 €

Passt die Ausbildung zum/zur Pflege­fachmann/frau zu dir?

Du willst Menschen helfen und scheust keine Heraus­for­derung? Dann spricht einiges für diese Ausbildung:

  • Echte Hilfe: Du hilfst Menschen, die sich gerade selbst kaum helfen können. So können sie in Würde leben.
  • Jeden Tag anders: Deine Patient/innen haben unterschiedliche Bedürfnisse. Manche Situationen verlangen dir viel ab. Dafür siehst du immer, was deine Arbeit bewirkt.
  • Alle Altersgruppen: Du lernst die Pflege von Kindern, Erwachsenen und alten Menschen. Das gibt dir viele Möglichkeiten bei der Wahl deines Arbeitsplatzes.
  • Beitrag für die Gesellschaft: Du stärkst die Gesundheit und Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Pflege­fachmann/frau?

Was du als Pflege­fachmann/frau jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer sich um die Großeltern kümmert, im Schulsa­ni­täts­dienst hilft oder eine Kinder­gruppe betreut, zeigt Kliniken und Pflege­diensten genau das, was zählt: Herz, Verant­wortung und starke Nerven. Ein Mannschaftssport zeigt dazu, dass du im Team mitziehst. Wenn dich Einsätze im Rettungswagen reizen, schau dir Notfall­sa­nitäter/in an. Wenn du Menschen mit Behinderung begleiten willst, passt Heiler­zie­hungs­pfleger/in.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • deinen Großeltern im Alltag hilfst Einfühlungsvermögen
  • im Schulsanitätsdienst Erste Hilfe leistest Ruhe im Notfall
  • im Seniorenheim oder in der Gemeinde ehrenamtlich hilfst Soziales Engagement
  • Volleyball, Fußball oder Handball im Team spielst Teamgeist
  • eine Kinder- oder Jugendgruppe betreust Verantwortung

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Wo findest du Ausbil­dungs­be­triebe in deiner Nähe?

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Du hast eine große Auswahl an Arbeit­gebern. Hier kannst du arbeiten:

  • in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen
  • in Alten- und Pflegeheimen und Wohngruppen
  • bei ambulanten Pflegediensten
  • in Einrichtungen der Kurzzeitpflege
  • in Hospizen
  • in Wohnheimen für Menschen mit Behinderungen und in psychiatrischen Einrichtungen

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Anpassungsweiterbildung: Du hältst dein Wissen aktuell, zum Beispiel in Krankenpflege oder Hygiene im Gesundheitsbereich.
  • Aufstiegsweiterbildung: Du bildest dich weiter, etwa zum/zur Fachkrankenpfleger/in für klinische Geriatrie, und übernimmst Führungsaufgaben.
  • Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du studieren, zum Beispiel Medizinische Assistenz.
  • Selbstständigkeit: Du gründest einen eigenen ambulanten Pflege- und Sozialdienst.

Fazit: Pflege mit Herz und Verstand

Als Pflege­fachmann/frau bist du ein wichtiger Teil des Gesund­heitsteams. Du pflegst Menschen jeden Alters, versorgst sie medizinisch und planst ihre Pflege. Der Beruf verlangt psychische Stabilität, viel Einfüh­lungs­vermögen und Sorgfalt. Früher gab es dafür getrennte Ausbil­dungen in der Kranken-, Kinder­kranken- und Altenpflege. Seit 2020 ist das eine gemeinsame Ausbildung. Sie dauert in Vollzeit 3 Jahre und verbindet Pflege­schule und Praxis in Krankenhaus oder Pflege­ein­richtung.

Bereit, Verant­wortung zu übernehmen? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Medizin, Gesundheit, Pflege.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Pflegefachmann/frau als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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