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Ausbildung Seiler/in
Ausbildung: Handwerk, das hält
Dich faszinieren starke Fasern und Flechttechniken? Dann ist die Ausbildung zum/zur Seiler/in vielleicht genau dein Ding. Du stellst Seile, Taue und Netze her, die auch unter extremer Belastung halten müssen. Sie werden in der Schifffahrt, im Bergbau, im Sport und in der Industrie gebraucht. Seiler/in ist ein traditionelles Handwerk. Heute arbeitest du dabei mit modernen Materialien und Maschinen. Du brauchst technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und eine präzise Arbeitsweise. Hier erfährst du, was du als Seiler/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Auf einen Blick
Seiler/in auf einen Blick
Der Beruf im Wandel der Zeit
Wie hieß der Beruf früher?
In der DDR hieß der Beruf: Facharbeiter/in für Textiltechnik (Seiler/in)
Berufsnamen seit Gründung der Bundesrepublik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wiedervereinigung 1990 in den heutigen Ausbildungsberufen auf.
Was macht ein/e Seiler/in?
Du arbeitest mit verschiedenen Materialien und mit Maschinen und fertigst Produkte, auf die man sich verlassen kann. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
Welche Aufgaben hast du im Arbeitsalltag?
- Material auswählen: Du wählst die passenden Fasern aus. Das können Naturfasern wie Hanf, Sisal und Baumwolle sein oder Kunstfasern wie Nylon und Polyester. Dann bereitest du sie für das Flechten oder Schlagen vor.
- Seile und Taue herstellen: Du bedienst und überwachst Seilschlag- und Flechtmaschinen. Sie fertigen aus vielen Garnen und Litzen stabile Seile. Du achtest darauf, dass Festigkeit und Flexibilität stimmen.
- Netze herstellen: Du knotest, flechtest oder schweißt Netze für Fischerei, Sport oder Sicherheit nach vorgegebenen Maßen.
- Konfektionieren: Du schneidest Seile und Netze zu und bringst Endverbindungen wie Spleiße, Kauschen oder Haken an.
- Qualität prüfen: Du prüfst Zugfestigkeit, Haltbarkeit und Fehlerfreiheit der fertigen Produkte.
- Maschinen warten: Du pflegst und hältst Maschinen und Werkzeuge instand.
- Kund/innen beraten: Du erklärst Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten verschiedener Seile und Netze.
Wo arbeitest du als Seiler/in?
Dein Arbeitsplatz ist meist eine spezialisierte Seilerei. Du kannst aber auch in der Industrie oder in Handwerksbetrieben arbeiten. Überall dort sorgst du dafür, dass Seile und Netze halten, was sie versprechen.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Seiler/in ab?
Wie lange dauert die Ausbildung?
Was lernst du in Betrieb und Berufsschule?
Die Ausbildung ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf im Handwerk und dauert in der Regel 3 Jahre. Im Ausbildungsbetrieb lernst du die Praxis, in der Berufsschule die Theorie.
Das lernst du unter anderem:
- Materialkunde: Du lernst Natur- und Kunstfasern, ihre Eigenschaften und Einsatzgebiete kennen.
- Seil- und Netzherstellung: Du lernst traditionelle Schlagverfahren und moderne Flechttechniken und arbeitest mit den passenden Maschinen.
- Knoten und Spleißen: Du beherrschst viele Knoten und Spleiße, die für Funktion und Sicherheit wichtig sind.
- Qualitätssicherung: Du beschäftigst dich mit Prüfverfahren, Materialtests und Normen.
- Maschinenkunde: Du lernst Aufbau, Funktion und Wartung der Seil- und Flechtmaschinen.
- Mathematik und Physik: Du berechnest Festigkeiten, Längen und Maße.
Welche Voraussetzungen brauchst du als Seiler/in?
Was solltest du mitbringen?
- einen Hauptschulabschluss oder mittleren Schulabschluss
- technisches Verständnis und handwerkliches Geschick
- eine sorgfältige und präzise Arbeitsweise
- Geduld und Ausdauer
- gutes räumliches Vorstellungsvermögen
- Interesse an Physik und Mathematik
Was verdienst du in der Ausbildung?
Wie viel verdienst du in jedem Ausbildungsjahr?
| Jahr | Vergütung |
|---|---|
| 1. Ausbildungsjahr | 605 EUR |
| 2. Ausbildungsjahr | 655 EUR |
| 3. Ausbildungsjahr | 705 EUR |
Passt die Ausbildung zum/zur Seiler/in zu dir?
Du arbeitest gern mit den Händen und hast ein gutes technisches Verständnis? Das spricht für die Ausbildung:
- Handwerk und Technik: Du verarbeitest Fasern, Drähte und Metalle zu Seilen, Netzen und anderen textilen Produkten.
- Abwechslung: Du lernst Produktion, Konfektionierung und Reparatur kennen und meisterst immer neue Aufgaben.
- Tradition: Seilerei ist ein traditionsreiches Handwerk. Gerade im Segelsport und auf Yachten sind handgemachte Seile sehr geschätzt.
Vom Hobby zum Beruf
Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Seiler/in?
Was du als Seiler/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer bei den Pfadfinder/innen Knoten lernt, Freundschaftsbänder flechtet oder in der Kletterhalle Seile prüft, zeigt Betrieben Geschick und Geduld. Wer dazu im Volleyballverein spielt oder im Repair-Café mithilft, beweist Teamgeist und Technikverständnis. Wenn dich Segel für Boote reizen, schau dir Segelmacher/in an. Für Körbe und Möbel aus Weide passt Flechtwerkgestalter/in.
Aus diesem Berufsprofil abgeleitet
Passt gut, wenn du gern …
- bei den Pfadfinder/innen Knoten lernst Geschick
- Freundschaftsbänder oder Makramee flechtest Geduld
- in der Kletterhalle Seile und Knoten prüfst Sorgfalt
- im Repair-Café Dinge wieder ganz machst Technikverständnis
- Volleyball oder Beachvolleyball im Verein spielst Teamgeist
Im Kästchen: Das lesen Ausbildungsbetriebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind
Wo findest du Ausbildungsbetriebe in deiner Nähe?
1 von 3 · Wie häufig?
7
Betriebe bilden aus
Platz 277 von 340 Berufen.
2 von 3 · Wo?
- Bayern2
- Niedersachsen2
- Baden-Württemberg1
Die meisten Betriebe: Landkreis Hof, Landkreis Uelzen, Landkreis Osnabrück
3 von 3 · Passt der Beruf?
Unsicher, ob dieser Beruf zu dir passt?
Tipp deine Noten und Hobbys ein. Ecki zeigt dir passende Berufe und die Betriebe um die Ecke.
Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?
Dein Wissen über Seile und Fasern wird in vielen Nischenbranchen gebraucht. Hier kannst du arbeiten:
- in Seilereien und Tauwerkfabriken
- im Schiffbau und in der Schiffsausrüstung
- in der Sportartikelindustrie, zum Beispiel bei Kletterseilen oder im Segelsport
- in der Veranstaltungstechnik, etwa beim Rigging und in der Bühnentechnik
- bei Herstellern von Persönlicher Schutzausrüstung, zum Beispiel Auffanggurten
- in der Restaurierung und im Museumsbereich
Welche Weiterbildungen gibt es?
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Meister/in: Als Seilermeister/in übernimmst du Führungsaufgaben, bildest aus und kannst einen eigenen Betrieb gründen.
- Techniker/in: Als staatlich geprüfte/r Techniker/in der Fachrichtung Textiltechnik qualifizierst du dich für Produktion, Entwicklung oder Qualitätsmanagement.
- Restaurator/in: Du spezialisierst dich auf historische Seile und Netze.
- Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Textil- und Bekleidungstechnik oder Materialwissenschaften studieren.
Fazit: Seile, auf die man sich verlassen kann
Als Seiler/in lernst du ein traditionsreiches Handwerk, das heute modern und in vielen Bereichen gefragt ist. Du stellst Seile, Taue und Netze her, die sicher halten müssen. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du Meister/in werden, dich spezialisieren oder studieren.
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