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Ausbildung Werkstoff­prüfer/in

Ausbildung: Hält das Material, was es verspricht?

Symbolbild: Ausbildung Werkstoffprüfer/in

Du liebst Genauigkeit und übernimmst gern Verant­wortung? Dann ist die Ausbildung zum/zur Werkstoff­prüfer/in vielleicht genau das Richtige für dich. Du prüfst Werkstoffe mit Maschinen, Mikroskopen und Messgeräten auf Qualität und Eignung. Dank deiner Arbeit werden Brücken, Häuser und Maschinen nach den Vorgaben gebaut. Du findest Fehler, bevor sie gefährlich werden. Und wenn doch etwas bricht, suchst du die Ursache. Hier erfährst du, was du als Werkstoff­prüfer/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Auf einen Blick

Werkstoff­prüfer/in auf einen Blick

Dauer3,5 Jahre
Ausbildungdual, Industrie
1. Jahr928 € bis 1.373 €
Schulabschlusskeine Vorgabe
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. 1996 wurden mehrere Berufe neu geordnet. Aus 2 Berufen wurde einer.

  1. ab 1949 bis 1996Werk­stoff­prü­fer/in
  2. ab 1949 bis 1996Uni­ver­sal­här­ter/in
  3. seit 1996Werk­stoff­prü­fer/in

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949.

Was macht ein/e Werkstoff­prüfer/in?

Du prüfst Werkstoffe mit verschiedenen Verfahren auf ihre Tauglichkeit. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Materialtests: Du führst physikalische, chemische und mechanische Tests durch. So findest du zum Beispiel heraus, ob ein Beton für eine Brücke geeignet ist.
  • Auswertung: Du wertest die Ergebnisse nach geltenden Standards aus. Bauherren, Konstrukteur/innen und Architekt/innen erfahren von dir, ob und wie es weitergehen kann.
  • Prüfmittel: Du arbeitest mit Mikroskopen, Zugprüfmaschinen und Röntgengeräten.
  • Dokumentation: Du schreibst genaue Prüfberichte und Protokolle. So ist immer klar, welches Material die Standards erfüllt.
  • Qualitätssicherung: Du hilfst, Produktionsprozesse zu verbessern.
  • Beratung: Du berätst Hersteller und Ingenieur/innen bei der Wahl passender Materialien.
  • Metalltechnik: Mit Metallografie bestimmst du Härte, Sprödigkeit und Verformbarkeit von Metallen.
  • Kunststofftechnik: Du untersuchst Kunststoffe auf ihre Eigenschaften und auf Umweltschutzvorgaben.
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Warum ist der Beruf so wichtig?

Brücken, Kräne und Häuser sollen viele Jahre halten. Erfüllen die Werkstoffe die Anforde­rungen nicht, drohen große Sicher­heits­risiken. Deshalb ist die Werkstoff­prüfung Pflicht. Du sorgst für Sicherheit im Automo­bilbau, in der Luft- und Raumfahrt, im Maschi­nenbau und im Bauwesen. Du stellst fest, welches Material welche Belastung wie lange aushält. Im Schadensfall findest du die Ursache. So hilfst du, Fehler künftig zu vermeiden.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Werkstoff­prüfer/in ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und ist dual. Du lernst im Betrieb und in der Berufs­schule. Dort baust du unter anderem dein Wissen in Chemie aus.

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Das lernst du unter anderem:

  • Werkstoffprüfung: Du prüfst Metalle, Beton und Holz mit Zugversuchen, Druckversuchen und Härteprüfungen. Du bestimmst Festigkeit und Zusammensetzung, wertest aus und schreibst Prüfberichte. Außerdem lernst du, Kund/innen bei der Wahl von Werkstoffen zu beraten.
  • Schadensanalyse: Du untersuchst Schäden an Proben und Bauteilen, bewertest sie und suchst die Ursache. Du erstellst Schadensgutachten und entwickelst Lösungen gegen Folgeschäden.
  • Metallografie: Mit Licht- und Rasterelektronenmikroskopie untersuchst du die Mikrostruktur von Proben. Du lernst, metallografische Schliffe und Gefügeatlanten zu lesen und selbst zu erstellen.
  • Weiteres Wissen: Prüfverfahren und Prüfgeräte, Herstellungsverfahren, Schadensbilder und ihre Ursachen, Wärmebehandlung und die Prüfung von Kunststoffen

Dir gefällt die Prüfarbeit, aber Werkstoffe sind nicht ganz dein Ding? Dann schau dir die Berufe Baustoff­prüfer/in, Stoffprüfer/in für Chemie, Edelme­tall­prüfer/in oder Produkt­prüfer/in für Textil an.

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Werkstoff­prüfer/in?

Was solltest du mitbringen?

  • Interesse an Materialkunde, Chemie und Technik
  • Spaß an genauem Arbeiten
  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein
  • logisches Denken
  • Teamfähigkeit

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 928 € bis 1.373 €
2. Ausbildungsjahr 978 € bis 1.408 €
3. Ausbildungsjahr 1.044 € bis 1.489 €
4. Ausbildungsjahr 1.115 € bis 1.563 €

Passt die Ausbildung zum/zur Werkstoff­prüfer/in zu dir?

Du willst genau wissen, woraus die Dinge bestehen? Das spricht für die Ausbildung:

  • Materialkunde: Du untersuchst Werkstoffe und prüfst, ob sie die Anforderungen erfüllen.
  • Abwechslung: Du lernst zerstörende und zerstörungsfreie Prüfverfahren kennen und arbeitest mit vielen Werkstoffen.
  • Verantwortung: Du sorgst für die Qualität von Produkten und damit für Sicherheit.
  • Viele Branchen: Deine Kenntnisse sind in vielen Industriezweigen gefragt.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Werkstoff­prüfer/in?

Was du als Werkstoff­prüfer/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer aus Spaghetti eine Brücke baut und testet, wie viel sie trägt, am Mikroskop genau hinschaut oder Versuchs­pro­tokolle sauber schreibt, zeigt Betrieben logisches Denken und Sorgfalt. Wer bei Jugend forscht mitmacht oder im Schach­verein spielt, beweist dazu Ausdauer beim Tüfteln. Wenn dich Beton und Asphalt reizen, schau dir Baustoff­prüfer/in an. Für Metalle unter dem Mikroskop passt Technische/r Assistent/in Metall­o­grafie.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • aus Spaghetti oder Papier Brücken baust und testest Neugier
  • herausfinden willst, warum etwas kaputtgegangen ist Logisches Denken
  • Versuchsprotokolle sauber und vollständig schreibst Sorgfalt
  • bei Jugend forscht oder in der Physik-AG mitmachst Engagement
  • im Schachverein Partien analysierst Konzentration

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Wo findest du Ausbil­dungs­be­triebe in deiner Nähe?

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Qualität von Werkstoffen ist in vielen Branchen wichtig. Hier kannst du arbeiten:

  • bei Metallproduzenten
  • in Betonwerken
  • in Chemieunternehmen
  • in Prüflaboren und spezialisierten Prüfbetrieben
  • in der Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrt, der Bauindustrie und der Medizintechnik

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Techniker/in: Du gehst noch einmal zur Schule und übernimmst danach anspruchsvollere Aufgaben.
  • Meister/in: Du übernimmst Führung und Verantwortung.
  • Spezialisierung: zum Beispiel auf Umweltschutzbestimmungen

Fazit: Qualität, auf die man sich verlassen kann

Als Werkstoff­prüfer/in sorgst du dafür, dass Materialien und Produkte die Qualitäts­standards erfüllen. Dein Wissen macht Produkte in vielen Branchen sicher und zuverlässig. Du arbeitest genau, kennst komplexe Prüfver­fahren und kannst die Ergebnisse deuten. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und ist dual.

Bereit für den Härtetest? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Industrie.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Mögliche Fachrichtungen für diesen Beruf:

Ala Werkstoff­prüfer kannst du dich in verschiedenen Fachrich­tungen spezia­li­sieren und somit nicht nur dein Gehalt erhöhen, sondern auch deinen Beruf zukunfts­si­cherer machen:

  • Kunststofftechnik
  • Metalltechnik
  • Systemtechnik
  • Wärmebehandlungstechnik
Vorschau: Berufsprofil Werkstoffprüfer/in als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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