Verfahrensmechaniker/in Steine- und Erdenindustrie
Experten für mineralische Baustoffe
Ohne deine Arbeit würde kein Haus und keine Straße stehen. Denn als Verfahrensmechaniker/in in der Steine- und Erdenindustrie wirst du der Profi für die Gewinnung und Verarbeitung mineralischer Rohstoffe, die für den Bau benötigt werden. Du steuerst Produktionsanlagen, die Berge an Sand, Kies, Kalk oder Gestein in hochwertige Baustoffe verwandeln. Dabei arbeitest du mit modernster Computertechnik und immer mit ökologischem Verantwortungsbewusstsein. Es gibt sechs verschiedene Fachrichtungen auf die du dich spezialisieren kannst:
- Asphalttechnik
- Baustoffe
- Gipsplatten oder Faserzement
- Kalksandsteine oder Porenbeton
- Transportbeton
- Vorgefertigte Betonerzeugnisse
Was lernst du in der Steine- und Erdenindustrie?
In der Grundausbildung (bevor du dich spezialisierst) wirst du zum Experten für die automatisierte Aufbereitung von Rohstoffen.
Deine Lerninhalte umfassen:
Prozesssteuerung & Automation: Man bringt dir bei, wie du komplexe, automatisierte Produktionsanlagen vom Leitstand aus bedient, überwacht und auf Abweichungen reagiert, um bestmöglich eingreifen zu können.
Verfahrenstechnik: Du lernst die physikalischen und chemischen Prozesse kennen, die beim Zerkleinern, Trennen, Mischen und thermischen Behandeln (Brennen/Trocknen) von Rohstoffen auftreten.
Wartung & Instandhaltung: Neben der Bedienung der Maschinen lernst du auch, wie man mechanische, pneumatische und hydraulische Komponenten wartet und bei Störungen wieder instand setzt.
Qualitätssicherung & Umwelt: Du entnimmst Proben, lernst diese im Labor zu analysieren und stellst sicher, dass die Produktion entsprechend der Vorgaben und unter Einhaltung strenger Umweltauflagen erfolgt.
Warum solltest du in der Steine- und Erdenindustrie arbeiten?
Technik im Großformat: Du arbeitest nicht an kleinen Bauteilen, sondern in und mit riesigen Anlagen, die Tonnen von Material fördern, verarbeiten und verladen.
Wichtige Arbeit: Du produzierst die Rohstoffe für die gesamte Bau-Infrastruktur. Von Wohnhäusern bis hin zu Brücken und Schienenwegen, ohne deine Arbeit ginge hier gar nichts.
Krisensicherheit: Die Baustoffindustrie ist eines der Rückgrate der Wirtschaft. Qualifizierte Verfahrensmechaniker werden branchenübergreifend gesucht und werden dafür sehr gut bezahlt. Einem Studium im Anschluss steht auch nichts im Wege.
Das ist die Ausbildung in der Steine- und Erdenindustrie
Eine Ausbildung in der Stein- und Erdenindustrie dauert in der Regel 3 Jahre und findet dual im Betrieb und in der Berufsschule statt. Wenn deine Leistungen es zulassen, kannst du auf 2,5 oder sogar 2 Jahre (bei entsprechender Vorbildung) verkürzen.
Das solltest du mitbringen:
- Schulabschluss: Bei den meisten Betrieben kannst du dich mit deinem guten Hauptschulabschluss (ESA) oder dem Realschulabschluss (MSA) bewerben.
- Interessen: Du solltest Interesse an Technik, Physik und Chemie haben und ein mathematisches Verständnis mitbringen. Das brauchst du, um später Mischungsverhältnisse und Materialberechnungen festlegen und durchführen zu können.
- Soft Skills: Du solltest genau arbeiten können. Lapidares Vorgehen kann zu teuren Fehlern führen. Ansonsten solltest du lernfähig sein und gut mit neuen Kollegen umgehen können, da du viel im Team arbeiten wirst.
Der Aufbau der Ausbildung:
In den ersten zwei Jahren lernst du die metalltechnischen Grundlagen und die allgemeine Verfahrenstechnik kennen. Im dritten Jahr erfolgt die Spezialisierung in einer der sechs Fachrichtungen. Durch die Spezialisierung, die dir oft vom Betrieb vorgegeben wird, wirst du zum Experten für ein spezifisches Endprodukt.
Die Fachrichtungen
Asphalttechnik
Hierbei geht es um den modernen Straßenbau und die perfekte Mischung aus Gestein und Bitumen bei hohen Temperaturen, um Asphalt herzustellen. Du steuerst die Mischanlagen und achtest dabei penibel darauf, dass die Rezeptur stimmt. Nur so können die Fahrbahnen später Wetter und Verkehr standhalten. Besonders spannend ist hier der wachsende Bereich des Asphalt-Recyclings, bei dem alte, kaputte Straßen wiederverwertet werden. Später arbeitest du in Asphaltmischwerken für den Verkehrswegebau.
Baustoffe
Der Allrounder. In dieser Fachrichtung stellst du Bindemittel wie Zement, Kalk und Gips oder Trockenmörtel her. Dabei überwachst du gewaltige Drehöfen und Mahlanlagen, in denen die Rohstoffe chemisch und physikalisch veredelt werden. Dein Fachwissen sorgt dafür, dass es ausreichend Basisprodukte für den stabilen Hochbau gibt. Nach der Ausbildung arbeitest du in Zement-, Kalk- oder Mörtelwerken.
Gipsplatten oder Faserzement
Für den modernen Trockenbau braucht es großformatige Platten für Wände, Decken oder Fassaden. Diese stellst du her. In den hochautomatisierten Fertigungsstraßen überwachst du das Beschichten, Schneiden und Trocknen der einzelnen Bauelemente. Dabei kommt es auf die Präzision bei der Oberflächengüte und Materialstärke an, damit die einzelnen Bauelemente lange halten. Du wirst später wahrscheinlich in Werken für die Gipskartonplatten- oder in der Fassadenelementeproduktion eine Stelle haben.
Kalksandsteine oder Porenbeton
Wenn du dich für diese Fachrichtung entscheidest, fertigst du Mauersteine an, die durch Dampfhärtung in sogenannten Autoklaven ihre Festigkeit erhalten. Aus ihnen werden Häuser in allen Formen gebaut. In deiner täglichen Arbeit steuerst du die Steinpressen und überwachst die Druck- und Temperaturkurven während des Härtungsprozesses. Das Ziel sind millimetergenaue Steine mit hervorragenden Dämmeigenschaften, die lange halten. Dein Einsatzort sind Produktionswerke für Mauersteine und Plansteine.
Transportbeton
Wenn du der Logistik-Profi unter den Verfahrensmechaniker/innen werden willst, dann lernst du, wie man den Beton "just in time" anmischt. Du passt die Rezeptur an die individuellen Bedürfnisse der Baustelle an und koordinierst die Beladung der Fahrmischer (Betonlaster). Da Beton ein Material ist, das schnell verarbeitet werden muss, ist diese Fachrichtung etwas für diejenigen, die ein gutes Zeitmanagement haben. Nach der Ausbildung arbeitest du bei Transportbetonwerken mit direktem Baustellenvertrieb.
Vorgefertigte Betonerzeugnisse
In dieser Fachrichtung lernst du, wie man massive Bauteile wie Treppen, Wandelemente oder Brückenpfeiler herstellt und fertig auf die Baustelle ausliefert. Du bereitest die Schalungen vor, in die der Beton gegossen wird, integrierst Stahlbewehrungen für die Stabilität und überwachst den Gießprozess sowie die Verdichtung des Betons. Dein Ziel ist es, dass die Fertigteile vor Ort perfekt zusammenpassen. Wenn du ausgelernt hast, arbeitest du in Betonfertigteilwerken für den Hoch- und Ingenieurbau.
Deine Karriere in der Steine- und Erdenindustrie:
Nach deinem Abschluss stehen dir vielfältige Aufstiegswege offen, gut verdienen solltest du aber eigentlich überall:
- Beschäftigung: Arbeite in einem Betrieb und erhalte deinen Lohn, du kannst dich intern weiterbilden lassen.
- Industriemeister/in: Übernimm die fachliche Leitung einer Produktionsabteilung und bilde irgendwann selbst Lehrlinge aus.
- Staatlich geprüfte/r Techniker/in: Spezialisiere dich in der Fachrichtung Maschinentechnik oder Verfahrenstechnik.
- Spezialisierte Fortbildungen: Werde Experte für Arbeitssicherheit, Umweltschutz oder Qualitätsmanagement.
- Studium: Mit entsprechender Praxiserfahrung oder (Fach-)Abitur kannst du Studiengänge wie Verfahrenstechnik oder Baustoffingenieurwesen anschließen.
Darum solltest du in der Stein- und Erdenindustrie arbeiten:
Wir wollen dir ein paar Gründe nennen, damit es dir leichter fällt dich für eine Ausbildung als Verfahrensmechaniker in der Steine- und Erdenindustrie zu entscheiden:
1. Wenn Bagger, Förderbänder und große Anlagen etwas für dich sind, dann legst du in diesem Berufsfeld jeden Tag deine Hände an die richtig dicken Maschinen.
2. Die Arbeit ist vielseitig und bietet dir jeden Tag abwechslungsreiche und spannende Aufgaben. So kann es sein, dass du den einen Tag mit dem Abbau von Rohstoffen beschäftigt bist und dich am nächsten Tag um die Veredelung und die Herstellung von Baustoffen wie Zement, Kalk und Gips kümmerst.
3. Als Verfahrensmechaniker verdienst du ein gutes Gehalt, allerdings kann es sein, dass du im Schichtdienst arbeitest, was Vor- und Nachteile hat.
Falls dich die Ausbildung interessiert, wollen wir dich auf dein-ausbildungplatz.de hinweisen, wo du easy nen Ausbildungsbetrieb in deiner Nähe finden kannst.
Vergütung: Stein- und Erdenindustrie
| Jahr | Vergütung |
|---|---|
| 1. Ausbildungsjahr | 990 EUR bis 1.120 EUR |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.130 EUR bis 1.325 EUR |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.230 EUR bis 1.530 EUR |
Fazit: Herstellung mineralischer Baustoffe
Alle Fachrichtungen von Verfahrensmechanikern und Verfahrensmechanikerinnen in der Steine- und Erdenindustrie sind unverzichtbare Stellen für die Herstellung von mineralischen Baustoffen, wie Zement oder Gips. Wenn du dich für diesen Weg entscheidest, trägst du mit deiner täglichen Arbeit dazu bei, hochwertige Materialien herzustellen, die in zahlreichen Bauvorhaben zum Einsatz kommen und leistest somit einen enorm wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Infrastruktur.
- Asphalttechnik
- Baustoffe
- Gipsplatten oder Faserzement
- Kalksandstein oder Porenbeton
- Transportbeton
- Betonerzeugnisse
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