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Konzern vs. KMU - Wo sollte ich mich ausbilden lassen?

Konzern vs. KMU - Wo sollte ich mich ausbilden lassen?

der erste Schritt auf deinem Karrierepfad
der erste Schritt auf deinem Karrierepfad

Was ist der richtige Ausbil­dungs­ansatz für dich?

Du willst eine Ausbildung machen, fragst dich aber, ob du lieber bei einem großen Konzern oder bei einem kleinen Famili­en­betrieb lernen solltest? Wir wollen dir die Vor- und Nachteile beider Ausbil­dungs­formen vorstellen, damit du für dich selbst entscheiden kannst, welcher Weg der passende ist.

Große Teams vs. Klein und familiär

In Konzernen wird in Abteilungen gedacht. Du bist in dieser Abteilung ein Teil eines Teams und in dieser Gruppe für deine Aufgaben zuständig. Aufgaben außerhalb deiner Zustän­digkeit werden an die Kollegen weiter­gegeben. Es gibt ganz klare Strukturen und Abläufe an die man sich zu halten hat. Das bringt zwar einen gewissen Grad an Effizienz und Ordnung mit sich, aber auch klare Dienstwege, die zeitauf­wändig und Zustän­dig­keits­kon­flikte, die nerven­auf­reiben sein können.

In kleinen Betrieben bist du Teil des gesamten Unternehmens. Du bist für deine Aufgaben zuständig, wirst aber mit Sicherheit auch noch für dieses oder jenes mal zurate gezogen. So kann es sein, dass du eigentlich in der Rechnungs­ab­teilung arbeitest, aber gebeten wirst noch einmal das kleine Firmenfest mitzuplanen und zu gestalten. Flache Hierarchien bringen zwar in gewisser Weise mehr Freiheit, aber führen auch teilweise dazu, dass man Aufgaben erledigt, die eigentlich nicht dem gelernten Berufsbild entsprechen.

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Klarer Plan vs. Indivi­duelle Betreuung

In großen Unternehmen und Konzernen gibt es ganz klare Abläufe und Prozesse an die sich auch schon während der Ausbildung gehalten wird. Schon vor Beginn kannst du wissen, was du in einem Jahr an Inhalten beigebracht bekommen wirst, denn eine eigene Azubi-Abteilung hat deinen Plan genauestens ausgear­beitet. Das bringt Planungs­si­cherheit und Routine, kann sich aber auch starr anfühlen und bietet weniger Freiraum für indivi­duelle Interessen.

In einem kleinen Unternehmen gibt es zwar auch einen Ausbil­dungsplan, allerdings ist dieser meist nicht so steif, wie in einem Konzern. Gerade, wenn es pro Jahr nur ein oder zwei Azubis gibt, sind klipp und klare Ausbil­dungs­abläufe hinderlich. Denn es lohnt sich nicht eigene Ausbilder zu haben, die sich den ganzen Tag nur um einen Azubi kümmern, also orientiert sich die Ausbildung viel eher am Tagesge­schäft. So lernst du aber auch direkt im „Hands-On“ Ansatz.

Viele Abteilungen kennen­lernen vs. Dein Fachgebiet vertiefen

In großen Konzernen wirst du wahrscheinlich mehrere Abteilungen durchlaufen, um einen Eindruck von dem gesamten Konzern zu bekommen. Dabei erhältst du Einblicke in verschiedene Bereiche und kannst überall einmal reinschnuppern. Das ist hilfreich, wenn du erst noch deine Stärken und den für dich passenden Bereich finden willst.

In einer kleinen Firma hast du weniger Möglich­keiten, einfach, weil es oftmals gar nicht so viele Abteilungen gibt. Das bedeutet, dass du mehr Zeit für einzelne Aufgaben verwenden und dir dabei tieferes Wissen aneignen kannst.

Unterschiedliche Karrie­re­chancen

In Konzernen kannst du intern verschiedene Karrie­re­stufen erklimmen, dich weiter­bilden und versetzen lassen. Du kannst dich eventuell auch an andere Standorte versetzen lassen und dort arbeiten oder leitende Aufgaben übernehmen. Generell gibt es klare Strukturen, an die du dich halten musst. Mit einem starken Markennamen haben Personaler weniger Fragen, wenn du dich auf eine andere Stelle bewerben solltest.

In kleineren Unternehmen ist dies meist nicht möglich. Es gibt nur eine Handvoll von Positionen, die du erreichen kannst und es können sich wahrscheinlich auch nicht alle Gesellen im Betrieb zum Meister ausbilden lassen. Dafür gibt es generell andere Strukturen und die Chance eigenständig mehr Verant­wortung zu übernehmen. Du hast auch einen direkteren Draht zu deinen Vorgesetzten und kannst deine Anliegen schneller vortragen. Daher gehst du bei Gehalts­ver­hand­lungen auch anders vor als in Konzernen. Kleine Unternehmen im Lebenslauf zu haben, hilft dir wahrscheinlich weniger weiter als große Markennamen.

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Verschiedene Gehälter und Benefits

Große Konzerne haben in der Regel größere Projekte am Wickel, von denen auch mehr Geld für die Arbeit­nehmer abfällt. Zudem gibt es auch oftmals Goodies, wie Bonis, Gewinn­be­tei­li­gungen, Sozial­leis­tungen, Kantinen, Jobräder oder ähnliches. Auch schon während deiner Ausbildung wirst du wahrscheinlich mehr Geld verdienen.

In kleinen Unternehmen bekommst du kein schlechtes Gehalt, aber nicht so viel, wie bei einem Konzern. Vielleicht gibt es auch Sozial­leis­tungen, aber nicht so viele, wie bei großen Unternehmen. Dafür hast du andere Vorzüge, wie beispielsweise ein familiäreres Arbeits­umfeld. Wenn es dir nur um das Geld geht, solltest du in einem Konzern lernen und arbeiten. Aber Geld ist definitiv nicht alles.

Deine Noten können entscheidend sein

Konzerne sind bekannt und haben in der Regel eine Vielzahl an Bewerbungen. Sie haben also eine Auswahl und können sich die besten Bewerber aussuchen. Wenn du gute Noten hast und vielleicht auch sonst noch dein Engagement beweisen kannst, hast du gute Chancen. Andernfalls haben wahrscheinlich andere den Vorrang.

Wenn deine schulischen Leistungen nicht überragend sind, hast du bei kleineren Unternehmen eine bessere Chance genommen zu werden als bei Konzernen. Das liegt daran, dass die Menge an Bewerbungen wesentlich geringer ist und die Unternehmen selbst also auch keine große Auswahl haben. Viel wichtiger ist aber, dass du dich viel leichter persönlich vorstellen kannst. So kannst du auch zeigen, warum du trotz schlechter Noten für die Ausbildung geeignet bist. Das ist in Konzernen schwieriger, da aufgrund vieler Bewerbungen oftmals nur objektive Kriterien, wie die Schulnoten in Betracht gezogen werden können.

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Konzerne = Mehr Sicherheit (?)

Kleine Unternehmen können eher in eine wirtschaftliche Schieflage geraten, während große Unternehmen immer stabil sind und Sicherheit bieten. So dachte man zumindest lange Zeit. Doch gerade zeigt die Zeit, dass auch Konzerne, wie der Autozu­lieferer Bosch (Autoin­dustrie in der Krise: Das ist die Lage von Azubis in BW - SWR Aktuell) aufgrund der Auftragslage Stellen abbaut und Azubis bangen müssen. Derzeit kann niemand genau sagen, wie es um die Wirtschaft in ein paar Jahren bestellt sein wird. Daher solltest du dir diesen Punkt wahrscheinlich nicht allzu doll zu Herzen nehmen und dich für das Unternehmen entscheiden, dass dir persönlich mehr zusagt.

Fazit:

Inhaltlich ist weder die eine noch die andere Ausbildung per se besser oder schlechter. Es hängt immer vom jeweiligen Unternehmen, den Ausbildern und dir als Azubis selbst ab, was am Ende draus wird. Es gibt jedoch durchaus Unterschiede, die du dir anschauen solltest, da sie einen Unterschied für dich und deinen beruflichen Werdegang bedeuten können. Wenn es dir um das Geld geht, dann musst du zu einer großen Firma gehen. Allerdings sind hier die Ansprüche an dich, deine Noten und deine Arbeits­leistung ggf. höher. Entscheide dich für das Unternehmen, das dir persönlich mehr zusagt. Wo siehst du dich mehr, was sind für dich absolute K.O.-Kriterien? Und was glaubst du, wird dir mehr Spaß machen? Danach solltest du entscheiden.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Veröffentlicht: 20.06.2025

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