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Wie geht Knigge im Beruf

Der stete Tanz ums Fettnäpfchen

Symbolbild: Wie geht Knigge im Beruf

So benimmt man sich richtig im Beruf

Obwohl sie als veraltet gelten, spielen Knigge-Regeln immer noch eine entscheidende Rolle und können über den Erfolg Ihrer Bewerbung entscheiden. Unange­messenes Benehmen kann Ihre Chancen im Handum­drehen zunich­te­machen. Tischma­nieren, Dresscode und allgemeines Verhalten sind entscheidend: Wir möchten Sie auf das hinweisen, was Sie tun und lassen sollten, um peinliche Situationen im beruflichen Umfeld zu vermeiden.

Gutes Benehmen im Berufsleben kann ausschlag­gebend sein. Korrektes Verhalten und angemessene Umgangs­formen, kombiniert mit einer souveränen Ausstrahlung, sind Zeichen von Profes­sio­nalität. Im Gegensatz dazu können negative Verhal­tens­weisen Ihren Ruf und Ihre Karrie­re­aus­sichten beeinträchtigen. Aus diesem Grund haben wir die wesent­lichen Benimm­regeln für Sie zusammen­gefasst.

Jeder sollte Business-Knigge-Regeln kennen

Im Berufsleben spielen die Knigge-Regeln eine zentrale Rolle, da sie Profes­sio­nalität und Seriosität vermitteln. Bei einem Geschäftsessen sollten Sie auf angemessenes Benehmen achten, wichtige Kunden oder Geschäfts­partner mit Respekt und einer freund­lichen Begrüßung willkommen heißen. Es sind oft die kleinen Aufmerk­sam­keiten und Höflich­keiten, die einen bleibenden Eindruck hinter­lassen und den Unterschied ausmachen können.

Die allgemeinen Verhal­tens­regeln nach Business-Knigge

Die Anwendung der Knigge-Tipps im täglichen Leben kann Ihre Seriosität steigern und dazu beitragen, dass Sie die Regeln des guten Benehmens stets präsent haben und befolgen.

1. Die korrekte Begrüßung

Im Geschäftsleben gibt es eindeutige Regeln für die Begrüßung. Zuerst wird die Person mit dem höchsten Rang im Raum begrüßt, unabhängig vom Geschlecht. Falls Sie den Rang der Anwesenden nicht kennen, ist es akzeptabel, sie in der Reihenfolge ihres Eintreffens zu begrüßen.

2. Wahren Sie eine Distanzzone

Im geschäft­lichen Umfeld ist es ratsam, stets einen angemessenen Abstand zu Gesprächs­partnern zu halten. Zu geringer Abstand kann als unprofes­sionell und aufdringlich wahrge­nommen werden. Viele Menschen empfinden zu viel Nähe zu Unbekannten als unbehaglich. Abgesehen von einem Händedruck zur Begrüßung, sollten weitere Berührungen vermieden werden. Es ist empfeh­lenswert, einen Abstand von mindestens 0,6 bis 1 Meter zu wahren.

3. Bewahren Sie die Contenance

Selbst in hitzigen Momenten ist es ratsam, stets die Beherr­schung zu bewahren. Es kann heraus­fordernd sein, Emotionen im Zaum zu halten, doch lautes Schreien kann weitrei­chende Folgen haben und Ihren Ruf gefährden. Ein derartiger Gefühls­ausbruch signalisiert nicht Stärke, sondern einen Verlust an Kontrolle. Es ist wichtig, höflich zu bleiben, dem Gesprächs­partner zuzuhören und das Gespräch notfalls zu beenden.

4. Vermeiden Sie Bloßstel­lungen

Lob sollte öffentlich ausgesprochen werden, während Kritik im privaten Rahmen geäußert werden sollte. Die Erfahrung lehrt, dass es unangenehm ist, vor anderen zurecht­ge­wiesen zu werden. Ein persön­liches Gespräch bietet die Möglichkeit, Kritik konstruktiv und beratend zu formulieren, wobei allgemeine Aussagen wie „nie“ oder „immer“ vermieden werden sollten.

5. Beachten Sie die Anrede

In der digitalen Kommuni­kation ist es angemessen, Höflich­keits­formen zu bewahren. Obwohl eine E-Mail in der Regel weniger formell als ein Brief ist, ist es ratsam, sich Zeit für die entspre­chenden Höflich­keiten zu nehmen. Ein vorschneller Verzicht auf Formulie­rungen wie „Sehr geehrte/r“ zugunsten eines allzu beiläufigen „Hallo“ sollte vermieden werden. Auch von Abkürzungen wie „MfG“ ist abzuraten.

6.Beweisen Sie Zuverläs­sigkeit

Verläss­lichkeit ist im beruflichen Kontext von höchster Bedeutung. Ein gegebenes Versprechen sollte mit allen Mitteln eingehalten werden. Personen, die viel versprechen, aber nicht liefern, erhalten selten eine weitere Gelegenheit. Daher ist es entscheidend, Zuverläs­sigkeit kontinu­ierlich zu demons­trieren.

7. Kennen Sie die Tischma­nieren

Es ist generell ratsam, beim Essen nicht zu schmatzen, zu schlürfen oder zu rülpsen, insbesondere im geschäft­lichen Umfeld, wo dies absolut inakzeptabel ist. Beachten Sie auch die Position Ihrer linken Hand: Sie sollte nicht im Schoß oder in der Hosentasche ruhen, sondern neben Ihrem Teller liegen. Wenn Sie nach dem Essen Speisereste zwischen den Zähnen bemerken, vermeiden Sie es, mit den Fingern im Mund zu hantieren. Gehen Sie stattdessen lieber auf die Toilette, um sich dort zu säubern.

8. Halten Sie Termine ein

Pünktlichkeit zählt zu den wesent­lichen Tugenden im Berufsleben. Unpünkt­lichkeit bei Vorstel­lungs­ge­sprächen, Meetings oder anderen Verabre­dungen kann schnell zu Unbeliebtheit führen. Als pünktlich gilt, wer fünf Minuten vor dem verein­barten Termin erscheint, was zudem sicher­stellt, dass man nicht in Eile und abgehetzt ankommt.

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Business-Knigge für Geschäfts­treffen

Verhal­tens­regeln sind auch bei Präsen­ta­tionen und Meetings wichtig. Beachten Sie folgende Punkte:

  • Empfang vorbereiten
    Wenn Kunden Sie besuchen, empfangen Sie diese angemessen. Lassen Sie sie nicht im Eingangsbereich warten, sondern gehen Sie ihnen entgegen. Wenn möglich, führen Sie Ihre Gäste persönlich zum Treffpunkt. Es ist auch höflich, sie zum Abschied zum Ausgang zu begleiten.
  • Visitenkarte würdigen
    Auch wenn der Gebrauch von analogen Visitenkarten abnimmt, nehmen Sie sich die Zeit, diese anzusehen, wenn man Ihnen eine überreicht. Besonders in Asien sind Visitenkarten sehr wichtig und sollten daher aufmerksam betrachtet werden. Gleichzeitig sollten Sie auch Ihre eigene Visitenkarte bereithalten und anbieten.
  • Telefon lautlos stellen
    Ihre volle Aufmerksamkeit sollte während eines Geschäftstreffens den Kunden oder der Präsentation gelten. Ein klingelndes Handy wirkt unprofessionell und desinteressiert. Um Störungen zu vermeiden und nicht in peinliche Situationen zu geraten, stecken Sie Ihr Smartphone weg.
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Die richtige Kleidung

Kleidung ist ein Ausdruck der Persön­lichkeit und Ihr Erschei­nungsbild verrät viel über Sie. Kleidung sollte möglichst immer sauber und intakt sein. Ein passendes Outfit signalisiert Profes­sio­nalität und Interesse an der Angele­genheit. Abhängig von Branche und Unternehmen gibt es unterschiedliche Auffas­sungen von „dem richtigen Outfit“. Während in der Finanz- und Banken­branche ein konser­vativer Stil vorherrscht, sind die Kleidungs­vor­schriften in der Kreativ­branche wesentlich entspannter.

  • Casual
    Casual entspricht am ehesten der Freizeitkleidung. Für Ausflüge oder informelle Anlässe ist der Casual-Look passend. Trotz der Bezugnahme auf Freizeitkleidung sind Jogginghosen und ausgeleierte Pullover nicht angebracht. Für Herren empfiehlt sich ein Polohemd mit Jackett und eine gebügelte Baumwollhose oder auch eine hochwertige Jeans mit Hemd. Frauen können ebenso Stoff- und Jeanshosen tragen oder alternativ Röcke mit Blusen kombinieren.
  • Business-Casual
    Business-Casual ist eine elegantere Mischung aus Freizeit- und Geschäftskleidung, geeignet für interne Firmenmeetings. Für Männer sind farbige Oberhemden oder Polohemden mit passender Stoffhose angemessen, das Schuhwerk sollte sich auf Loafer oder Slipper beschränken. Für Frauen umfasst der Business-Casual Look modische Blusen, Pullover, Röcke und Baumwollhosen, ergänzt durch offene Schuhe.
  • Business-Formal
    Auf Führungsebene ist das Tragen von Anzügen oder Kostümen üblich. Männer wählen Zwei- oder Dreiteiler in klassischen Farben wie Schwarz, Anthrazit oder Grau mit dezenten Mustern. Frauen tragen entsprechende Kostüme, wobei auch hier die Farbwahl zurückhaltend ist. Es sollte darauf geachtet werden, dass Röcke knielang sind und zusammen mit Strumpfhosen sowie geschlossenen Schuhen getragen werden.

Das Gespräch à la Business-Knigge

Benimm­regeln sind auch in Gesprächen von Bedeutung. Die wichtigste Regel, die viele schon im Kinder­gar­tenalter lernen, ist, dass man andere nicht unterbricht. Weitere wichtige Aspekte finden Sie hier.

  • Siezen bevorzugen
    Das "Du" wird in der Regel von der ranghöheren Person angeboten. Falls dies nicht erfolgt ist, sollten Sie beim "Sie" bleiben. Bei Firmenfeiern, wo auch Alkohol getrunken wird, kann das "Du" angeboten werden, aber im Büroalltag ist es ratsam, zum "Sie" zurückzukehren.
  • Auf akademische Titel achten
    Wenn Sie mit Doktoren oder Professoren zu tun haben, sollten Sie diese mit ihrem akademischen Titel ansprechen. Falls das Weglassen des Titels angeboten wird, ist es dennoch angemessen, die formelle Anrede beizubehalten.
  • Leistungen würdigen
    Es ist angebracht, Leistungen zu loben, aber bei Komplimenten ist Vorsicht geboten. Vermeiden Sie Komplimente zum Aussehen und konzentrieren Sie sich stattdessen auf Leistungen und Charaktereigenschaften, um Ihr Gegenüber nicht zu objektifizieren.
  • Leichtigkeit bewahren
    Leichter und positiver Smalltalk eignet sich, um Gemeinsamkeiten zu entdecken und Wartezeiten zu überbrücken. Vermeiden Sie es, polarisierende Themen wie Politik oder Religion anzusprechen, um keine unangenehme Stimmung zu erzeugen.
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Business-Knigge für das Geschäftsessen

Wenn der Chef oder die Chefin das Team zum Essen einlädt, ergibt sich oft die Chance, in lockerer Atmosphäre zu plaudern. Doch selbst in diesem scheinbar entspannten Rahmen sollten Sie sich bewusst sein, dass Sie sich weiterhin in einem beruflichen Umfeld befinden. Um Ihr profes­sio­nelles Image zu wahren, ist es ratsam, sich auch hier an die Etikette zu halten. Es empfiehlt sich, bei unverfäng­lichen Themen zu bleiben, auf gutes Benehmen zu achten und eine gewisse formelle Haltung zu bewahren.

FAQs zum guten Benehmen

Ist Knigge noch aktuell?

Knigge mag auf den ersten Blick als überholt erscheinen, doch viele Menschen schätzen nach wie vor gute Manieren. Diese erleichtern das soziale Miteinander und sind bereits von Kindes­beinen an Teil unserer Erziehung, um Ordnung und Respekt im Schulalltag zu gewähr­leisten. Auch im privaten Bereich halten sich die meisten an grundlegende Höflich­keits­regeln, um das Zusammenleben angenehm zu gestalten. Grüßen, nicht ins Wort fallen und Blickkontakt während eines Gesprächs sind Zeichen sozialer Kompetenz und einmal verinnerlicht, erleichtern sie das tägliche Leben erheblich.

Was sind die wichtigsten Höflich­keits­regeln?

Die wichtigsten Höflich­keits­regeln variieren je nach Situation, aber es gibt allgemein­gültige, die immer Bestand haben:

  • Beim Betreten eines Raumes ist es geboten, die Anwesenden angemessen zu grüßen.
  • „Bitte“, „Danke“ und „Entschuldigung“ sind unverzichtbare Elemente einer höflichen Unterhaltung.
  • Pünktlichkeit wird in allen Lebenslagen geschätzt.
  • Unterbrechen Sie andere nicht mitten im Satz.
  • Gähnen Sie diskret, da offenes Gähnen oft als unhöflich wahrgenommen wird.
  • Seit der Corona-Pandemie ist es ratsam, beim Niesen oder Husten die Armbeuge statt der Hand zu verwenden.
  • Vermeiden Sie laute Körpergeräusche oder unangemessene Aktivitäten wie das Bohren in der Nase.
  • Zeigen Sie Respekt gegenüber anderen, indem Sie nicht drängeln, Türen aufhalten oder Ihren Sitzplatz anbieten. Fragen Sie jedoch stets nach Zustimmung, bevor Sie Hilfe anbieten.
  • Bewahren Sie eine angemessene Distanz zu Ihrem Gegenüber, insbesondere wenn Sie die Person nicht gut kennen.

Was versteht man unter Netiquette?

Unter Netiquette versteht man die Etikette des Internets, ein Begriff, der sich aus "Net" für Internet und "Etiquette" zusammensetzt. Es geht um einen respekt­vollen Umgang im digitalen Raum.

Im Internet, wie im realen Leben, ist es geboten, andere respektvoll zu behandeln. Beleidi­gungen, das Verbreiten von Unwahr­heiten oder Spamming sollten unterlassen werden. Das ungefragte Veröffent­lichen von Bildern anderer, das Schreiben in Großbuch­staben und das Herbei­führen peinlicher Situationen für andere sind zu vermeiden.

Was hatte Knigge eigentlich im Sinn?

Adolph Freiherr von Knigge, der vor über 200 Jahren lebte, hatte mit seinen Regeln das Ziel, den Umgang mit dem Adel zu erleichtern. Sein Buch „Über den Umgang mit Menschen“ enthält jedoch nicht alles, was heute unter 'Knigge' verstanden wird. Knigge wollte die einfachen Bürger aufklären, in einer Zeit, als der Adel in Deutschland noch prägender war. Nicht jedem war klar, wie man sich gegenüber Adeligen verhalten sollte. Knigges Ratgeber sollte die Kommuni­kation zwischen Bürgern und Adel verbessern. Dabei betonte er die Wichtigkeit der Integrität seiner Leser, die ihre Herkunft und ihren Stand nicht vergessen und sich nicht vom Adel unterdrücken lassen sollten. Je besser man eine Situation einschätzen kann, desto geringer ist das Risiko, einen Fauxpas zu begehen.

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Gutes Benehmen und viel Erfolg

Wir hoffen, dass dieser Artikel Ihnen etwas dabei geholfen hat, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie man sich in gehobenen Geschäfts­kreisen bewegt. Dadurch sollten Sie in der Lage sein, jede geschäftliche Situation mit Souveränität zu bewältigen.

Fazit: Gute Manieren öffnen Türen

Business-Knigge zählt im Berufsleben weiterhin. Gutes Benehmen wirkt profes­sionell und kann Ihre Karriere fördern. Begrüßen Sie zuerst die ranghöchste Person. Halten Sie angemessenen Abstand. Seien Sie fünf Minuten vor dem Termin da. Kritik gehört ins persönliche Gespräch, Lob darf öffentlich sein. Bleiben Sie beim „Sie“, bis die ranghöhere Person das „Du“ anbietet. Kleiden Sie sich passend zur Branche. Dann sitzt jeder Auftritt.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Veröffentlicht: 09.02.2024

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