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Ausbildung Agrarwirt­schaftlich-technische/r Assistent/in

Ausbildung: Laborarbeit für sichere Lebens­mittel

Symbolbild: Ausbildung Landwirtschaftlich-technische/r Assistent/in

Du willst wissen, was in Boden, Pflanzen und Lebens­mitteln steckt? Dann ist die Ausbildung zum/zur Agrarwirt­schaftlich-technischen Assistent/in vielleicht genau dein Ding. Früher hieß der Beruf Landwirt­schaftlich-technische/r Assistent/in, kurz LTA. In Baden-Württemberg, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern trägt der Abschluss diesen Namen bis heute. Du arbeitest vor allem im Labor, aber auch auf dem Versuchsfeld, im Gewächshaus und im Stall. Du unterstützt wissen­schaftliche Fachkräfte und untersuchst Proben aus der Landwirt­schaft. Dafür brauchst du Interesse an Naturwis­sen­schaften, Sorgfalt und Durchhal­te­vermögen. Hier erfährst du, was du im Beruf machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Neu seit 2024: Die Rahmen­ver­ein­barung der Kultus­mi­nis­ter­kon­ferenz nennt die Ausbildung jetzt Staatlich geprüfte/r agrarwirt­schaftlich-technische/r Assistent/in.

Auf einen Blick

Agrarwirt­schaftlich-technische/r Assistent/in auf einen Blick

Dauer2 Jahre
Ausbildungschulisch, Landwirt­schaft
1. Jahrkeine Vergütung
Schulabschlussi. d. R. MSA
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. Bis 2024 hieß er Landwirt­schaftlich-technische/r Assistent/in.

  1. 1981 bis 2024Land­wirt­schaft­lich-technische/r Assistent/in
  2. seit 2024Agra­r­wirt­schaft­lich-technische/r Assistent/in

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949.

Was macht ein/e Agrarwirt­schaftlich-technische/r Assistent/in?

Du unterstützt wissen­schaftliche Fachkräfte in Bereichen wie Pflanzen- und Tierpro­duktion, Milch- und Fleisch­wirt­schaft sowie Lebens­mittel- und Umwelt­analytik. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Proben nehmen und aufbereiten: Du nimmst Proben von Boden, Pflanzen, Saatgut oder Lebensmitteln und bereitest sie für die Analyse vor.
  • Analysieren: Du bestimmst die Zusammensetzung von Bodenproben, prüfst die Eigenschaften von Saatgut und untersuchst die Inhaltsstoffe von Milch, Fleisch und pflanzlichen Lebensmitteln.
  • Laborverfahren anwenden: Du arbeitest mit chemischen, spektroskopischen, chromatografischen, mikrobiologischen und molekularbiologischen Methoden.
  • Schädlinge erkennen: Du stellst Schädlingsbefall fest, etwa an Pflanzenwurzeln, und erkennst Schadbilder und Schadorganismen.
  • Erbgut untersuchen: Für die Tier- und Pflanzenzucht führst du Erbgutuntersuchungen durch.
  • Versuchsanbau begleiten: Du wählst Saatgut aus, säst, pflegst und erntest Versuchspflanzen. Danach beurteilst du sie nach Wuchs, Ertrag, Schädlings- und Klimaresistenz.
  • Qualität prüfen: Du untersuchst anhand von Proben, wie sich Haltungsformen und Anbaumethoden auf die Qualität landwirtschaftlicher Produkte auswirken.
  • Dokumentieren: Du protokollierst Messergebnisse und Leistungsdaten, wertest sie aus und stellst sie dar.
  • Sicher arbeiten: Du hältst dich an Vorschriften zu Arbeitssicherheit, Umwelt- und Tierschutz und entsorgst Arbeitsstoffe richtig.
gartenarbeit

Wo arbeitest du als Agrarwirt­schaftlich-technische/r Assistent/in?

Du arbeitest an Forschungs­in­stituten, bei Landwirt­schafts­kammern, Veteri­när­ämtern oder Ämtern für Lebens­mit­tel­si­cherheit, in der chemischen Industrie, bei Erzeuger­ver­ei­ni­gungen sowie in Pflanzen- und Saatzucht­be­trieben. Dein Arbeitsplatz ist meist das Labor. Je nach Aufgabe bist du auch im Freien, im Gewächshaus oder im Versuchsstall unterwegs.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Agrarwirt­schaftlich-technische/r Assistent/in ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Ausbildung ist schulisch und dauert 2 Jahre. Du lernst an einer Berufs­fach­schule oder einem Berufs­kolleg, im Unterricht und in schuleigenen Labors. Praktika in Betrieben ergänzen den Unterricht, zum Beispiel in Forschungs­in­stituten, Ämtern, Saatgut­firmen oder Laboren. Am Ende steht eine staatliche Abschluss­prüfung.

Die Ausbildung ist landes­rechtlich geregelt in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Nieder­sachsen. Der Abschluss heißt je nach Land unterschiedlich. In Bayern heißt er zum Beispiel Agrartech­nische/r Assistent/in, in Nieder­sachsen Agrarwirt­schaftlich-technische/r Assistent/in.

Mögliche Schwer­punkte und Fachrich­tungen, je nach Bundesland:

  • Agrikulturchemie und Umweltanalytik
  • Biotechnologie
  • Lebensmittel-Pflanze-Umwelt
  • Pflanzenbau bzw. Pflanzenproduktion
  • Pflanzenschutz
  • Tierhaltung

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Das lernst du unter anderem:

  • Arbeitsabläufe planen: Aufgaben in Stall, Feld, Labor und Gewächshaus planen, durchführen und auswerten
  • Probenahme und Analytik: Proben nehmen, aufbereiten und qualitativ und quantitativ analysieren
  • Laborverfahren: spektroskopische, chromatografische und elektrophoretische Verfahren
  • Mikro- und Molekularbiologie: mikrobiologische und molekularbiologische Arbeitstechniken, Präparate herstellen und untersuchen
  • Zucht: biotechnologische und gentechnische Zuchtverfahren, Pflanzen und Tiere bonitieren und auswählen
  • Pflanzen und Tiere: Pflanzenschäden erkennen, Verhalten von Nutztieren beobachten, Maschinen und Geräte handhaben
  • Versuche: Versuche an Nutzpflanzen und Nutztieren planen, auswerten und biometrisch berechnen
  • Dokumentation und IT: Ergebnisse dokumentieren, darstellen und kommunizieren
  • Sicherheit: Arbeitssicherheit, Arbeitshygiene, Umwelt- und Tierschutz

Dazu kommen allgemein­bildende Fächer wie Deutsch und Wirtschafts- und Sozialkunde. Je nach Schule kannst du zusätzlich die Fachhoch­schulreife erwerben.

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Agrarwirt­schaftlich-technische/r Assistent/in?

Was solltest du mitbringen?

  • in der Regel einen mittleren Bildungsabschluss. Je nach Bundesland gibt es weitere Voraussetzungen, etwa ein ärztliches Attest in Bayern und Brandenburg oder einen Vertrag mit einem Praxisbetrieb in Niedersachsen.
  • gute Leistungen in Mathematik, Biologie, Chemie und Physik
  • Sorgfalt, zum Beispiel beim exakten Ansetzen von Nährlösungen
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Beobachtungsgenauigkeit und Aufmerksamkeit
  • Durchhaltevermögen, denn Versuchsreihen dauern oft lange

Was verdienst du in der Ausbildung?

Gibt es eine Ausbil­dungs­ver­gütung?

Die Ausbildung ist schulisch und wird nicht vergütet. An öffent­lichen Schulen ist sie in der Regel kostenfrei. Gegebe­nenfalls fallen Aufnahme- und Prüfungs­ge­bühren an. Private Schulen erheben meist Lehrgangs­ge­bühren.

Dazu können Kosten für Lernmittel, Fahrten zur Schule und eine auswärtige Unterbringung kommen. Unter Umständen bekommst du Ausbil­dungs­för­derung nach dem BAföG.

Passt die Ausbildung zum/zur Agrarwirt­schaftlich-technische/r Assistent/in zu dir?

Du verbindest gern Natur und Labor? Dann schau dir diese Punkte an:

  • Naturwissenschaft mit Praxisbezug: Du untersuchst Proben aus Feld, Stall und Gewächshaus.
  • Genauigkeit: Deine Ergebnisse müssen stimmen. Du arbeitest sorgfältig und konzentriert.
  • Ausdauer: Versuchsreihen dauern oft lange. Du bleibst dran.
  • Verantwortung: Du überwachst zum Beispiel die mikrobiologische Qualität von Nahrungs- und Futtermitteln.
  • Perspektive: Du kannst dich weiterbilden, Meister/in werden oder studieren.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Agrarwirt­schaftlich-technische/r Assistent/in?

Was du als Agrarwirt­schaftlich-technische/r Assistent/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer im Schulgarten Pflanzen beobachtet, unter dem Mikroskop Blätter untersucht oder eine Versuchsreihe für Jugend forscht durchzieht, zeigt Betrieben Genauigkeit und einen langen Atem. Wer in der Naturschutz­jugend Insekten zählt oder im Fußballteam mitläuft, beweist Engagement und Teamgeist. Wenn dich Pflanzen­züchtung reizt, schau dir Pflanzen­tech­nologe/in an. Für Milch und Lebens­mittel im Labor passt Milchwirt­schaftliche/r Laborant/in.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • im Schulgarten Pflanzen anbaust und beobachtest Beobachtungsgabe
  • unter dem Mikroskop Blätter und Samen untersuchst Genauigkeit
  • eine Versuchsreihe für Jugend forscht durchziehst Durchhaltevermögen
  • in der Naturschutzjugend Insekten zählst Engagement
  • im Fußballteam für die anderen mitläufst Teamgeist

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Wo findest du Ausbil­dungs­be­triebe in deiner Nähe?

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Landwirt­schaft, Forschung und Lebens­mit­tel­si­cherheit brauchen genaue Analysen. Genau hier setzt du an. Hier kannst du arbeiten:

  • an Forschungsinstituten
  • bei Landwirtschaftskammern
  • bei Veterinärämtern und Ämtern für Lebensmittelsicherheit
  • in der chemischen Industrie
  • bei Erzeugervereinigungen
  • in Pflanzen- und Saatzuchtbetrieben

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Anpassungsweiterbildung: Du hältst dein Wissen aktuell, mit Themen von Landwirtschaft bis naturwissenschaftliches Labor.
  • Pflanzentechnologiemeister/in: Mit dieser Aufstiegsweiterbildung kommst du beruflich voran und kannst Führungsaufgaben übernehmen.
  • Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du studieren, zum Beispiel Agrarbiologie. Die Fachhochschulreife kannst du je nach Schule schon während der Ausbildung erwerben.

Fazit: Wissen­schaft für Feld und Teller

Als Agrarwirt­schaftlich-technische/r Assistent/in verbindest du naturwis­sen­schaftliche Neugier mit praktischer Arbeit in Labor, Feld und Gewächshaus. Du trägst Verant­wortung für Qualität und Sicherheit in der Landwirt­schaft. Früher hieß der Beruf Landwirt­schaftlich-technische/r Assistent/in. Die Ausbildung ist schulisch und dauert 2 Jahre. Danach kannst du dich weiter­bilden, Pflanzen­tech­no­lo­gie­meister/in werden oder studieren.

Neugierig geworden? Informiere dich bei Berufs­fach­schulen und Berufs­kollegs in deiner Region über die Ausbildung zum/zur Agrarwirt­schaftlich-technischen Assistent/in und die Bewerbung.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Landwirt­schaft.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Agrarwirtschaftlich-technische/r Assistent/in als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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