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Ausbildung Agrarwirtschaftlich-technische/r Assistent/in
Ausbildung: Laborarbeit für sichere Lebensmittel
Du willst wissen, was in Boden, Pflanzen und Lebensmitteln steckt? Dann ist die Ausbildung zum/zur Agrarwirtschaftlich-technischen Assistent/in vielleicht genau dein Ding. Früher hieß der Beruf Landwirtschaftlich-technische/r Assistent/in, kurz LTA. In Baden-Württemberg, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern trägt der Abschluss diesen Namen bis heute. Du arbeitest vor allem im Labor, aber auch auf dem Versuchsfeld, im Gewächshaus und im Stall. Du unterstützt wissenschaftliche Fachkräfte und untersuchst Proben aus der Landwirtschaft. Dafür brauchst du Interesse an Naturwissenschaften, Sorgfalt und Durchhaltevermögen. Hier erfährst du, was du im Beruf machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Neu seit 2024: Die Rahmenvereinbarung der Kultusministerkonferenz nennt die Ausbildung jetzt Staatlich geprüfte/r agrarwirtschaftlich-technische/r Assistent/in.
Was macht ein/e Agrarwirtschaftlich-technische/r Assistent/in?
Du unterstützt wissenschaftliche Fachkräfte in Bereichen wie Pflanzen- und Tierproduktion, Milch- und Fleischwirtschaft sowie Lebensmittel- und Umweltanalytik. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
- Proben nehmen und aufbereiten: Du nimmst Proben von Boden, Pflanzen, Saatgut oder Lebensmitteln und bereitest sie für die Analyse vor.
- Analysieren: Du bestimmst die Zusammensetzung von Bodenproben, prüfst die Eigenschaften von Saatgut und untersuchst die Inhaltsstoffe von Milch, Fleisch und pflanzlichen Lebensmitteln.
- Laborverfahren anwenden: Du arbeitest mit chemischen, spektroskopischen, chromatografischen, mikrobiologischen und molekularbiologischen Methoden.
- Schädlinge erkennen: Du stellst Schädlingsbefall fest, etwa an Pflanzenwurzeln, und erkennst Schadbilder und Schadorganismen.
- Erbgut untersuchen: Für die Tier- und Pflanzenzucht führst du Erbgutuntersuchungen durch.
- Versuchsanbau begleiten: Du wählst Saatgut aus, säst, pflegst und erntest Versuchspflanzen. Danach beurteilst du sie nach Wuchs, Ertrag, Schädlings- und Klimaresistenz.
- Qualität prüfen: Du untersuchst anhand von Proben, wie sich Haltungsformen und Anbaumethoden auf die Qualität landwirtschaftlicher Produkte auswirken.
- Dokumentieren: Du protokollierst Messergebnisse und Leistungsdaten, wertest sie aus und stellst sie dar.
- Sicher arbeiten: Du hältst dich an Vorschriften zu Arbeitssicherheit, Umwelt- und Tierschutz und entsorgst Arbeitsstoffe richtig.
Wo arbeitest du als Agrarwirtschaftlich-technische/r Assistent/in?
Du arbeitest an Forschungsinstituten, bei Landwirtschaftskammern, Veterinärämtern oder Ämtern für Lebensmittelsicherheit, in der chemischen Industrie, bei Erzeugervereinigungen sowie in Pflanzen- und Saatzuchtbetrieben. Dein Arbeitsplatz ist meist das Labor. Je nach Aufgabe bist du auch im Freien, im Gewächshaus oder im Versuchsstall unterwegs.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Agrarwirtschaftlich-technische/r Assistent/in ab?
Die Ausbildung ist schulisch und dauert 2 Jahre. Du lernst an einer Berufsfachschule oder einem Berufskolleg, im Unterricht und in schuleigenen Labors. Praktika in Betrieben ergänzen den Unterricht, zum Beispiel in Forschungsinstituten, Ämtern, Saatgutfirmen oder Laboren. Am Ende steht eine staatliche Abschlussprüfung.
Die Ausbildung ist landesrechtlich geregelt in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Der Abschluss heißt je nach Land unterschiedlich. In Bayern heißt er zum Beispiel Agrartechnische/r Assistent/in, in Niedersachsen Agrarwirtschaftlich-technische/r Assistent/in.
Mögliche Schwerpunkte und Fachrichtungen, je nach Bundesland:
- Agrikulturchemie und Umweltanalytik
- Biotechnologie
- Lebensmittel-Pflanze-Umwelt
- Pflanzenbau bzw. Pflanzenproduktion
- Pflanzenschutz
- Tierhaltung
Das lernst du unter anderem:
- Arbeitsabläufe planen: Aufgaben in Stall, Feld, Labor und Gewächshaus planen, durchführen und auswerten
- Probenahme und Analytik: Proben nehmen, aufbereiten und qualitativ und quantitativ analysieren
- Laborverfahren: spektroskopische, chromatografische und elektrophoretische Verfahren
- Mikro- und Molekularbiologie: mikrobiologische und molekularbiologische Arbeitstechniken, Präparate herstellen und untersuchen
- Zucht: biotechnologische und gentechnische Zuchtverfahren, Pflanzen und Tiere bonitieren und auswählen
- Pflanzen und Tiere: Pflanzenschäden erkennen, Verhalten von Nutztieren beobachten, Maschinen und Geräte handhaben
- Versuche: Versuche an Nutzpflanzen und Nutztieren planen, auswerten und biometrisch berechnen
- Dokumentation und IT: Ergebnisse dokumentieren, darstellen und kommunizieren
- Sicherheit: Arbeitssicherheit, Arbeitshygiene, Umwelt- und Tierschutz
Dazu kommen allgemeinbildende Fächer wie Deutsch und Wirtschafts- und Sozialkunde. Je nach Schule kannst du zusätzlich die Fachhochschulreife erwerben.
Was du mitbringen solltest
- in der Regel einen mittleren Bildungsabschluss. Je nach Bundesland gibt es weitere Voraussetzungen, etwa ein ärztliches Attest in Bayern und Brandenburg oder einen Vertrag mit einem Praxisbetrieb in Niedersachsen.
- gute Leistungen in Mathematik, Biologie, Chemie und Physik
- Sorgfalt, zum Beispiel beim exakten Ansetzen von Nährlösungen
- Verantwortungsbewusstsein
- Beobachtungsgenauigkeit und Aufmerksamkeit
- Durchhaltevermögen, denn Versuchsreihen dauern oft lange
Deine Karriere nach der Ausbildung
Landwirtschaft, Forschung und Lebensmittelsicherheit brauchen genaue Analysen. Genau hier setzt du an. Hier kannst du arbeiten:
- an Forschungsinstituten
- bei Landwirtschaftskammern
- bei Veterinärämtern und Ämtern für Lebensmittelsicherheit
- in der chemischen Industrie
- bei Erzeugervereinigungen
- in Pflanzen- und Saatzuchtbetrieben
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Anpassungsweiterbildung: Du hältst dein Wissen aktuell, mit Themen von Landwirtschaft bis naturwissenschaftliches Labor.
- Pflanzentechnologiemeister/in: Mit dieser Aufstiegsweiterbildung kommst du beruflich voran und kannst Führungsaufgaben übernehmen.
- Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du studieren, zum Beispiel Agrarbiologie. Die Fachhochschulreife kannst du je nach Schule schon während der Ausbildung erwerben.
Auf einen Blick
Agrarwirtschaftlich-technische/r Assistent/in auf einen Blick
Quellen: BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit · BA, Anlage Sprachniveaus · abgerufen am 1. Oktober 2026
Agrarwirtschaftlich-technische/r Assistent/in in Zahlen
1 von 3 · Wie häufig?
4
Betriebe bilden aus
Platz 287 von 340 Berufen.
2 von 3 · Wo?
- Bayern1
- Brandenburg1
- Niedersachsen1
Die meisten Betriebe: Landkreis Peine, Landkreis Straubing-Bogen, Landkreis Uckermark
3 von 3 · Um die Ecke
Wer bildet bei dir aus?
Daten: dein-ausbildungsplatz.de, Ausschnitt der eingetragenen Ausbildungsbetriebe, Zahlen gerundet. Stand: 2. Oktober 2026.
Passt die Ausbildung zu dir?
Du verbindest gern Natur und Labor? Dann schau dir diese Punkte an:
- Naturwissenschaft mit Praxisbezug: Du untersuchst Proben aus Feld, Stall und Gewächshaus.
- Genauigkeit: Deine Ergebnisse müssen stimmen. Du arbeitest sorgfältig und konzentriert.
- Ausdauer: Versuchsreihen dauern oft lange. Du bleibst dran.
- Verantwortung: Du überwachst zum Beispiel die mikrobiologische Qualität von Nahrungs- und Futtermitteln.
- Perspektive: Du kannst dich weiterbilden, Meister/in werden oder studieren.
Ausbildungsvergütung
Die Ausbildung ist schulisch und wird nicht vergütet. An öffentlichen Schulen ist sie in der Regel kostenfrei. Gegebenenfalls fallen Aufnahme- und Prüfungsgebühren an. Private Schulen erheben meist Lehrgangsgebühren.
Dazu können Kosten für Lernmittel, Fahrten zur Schule und eine auswärtige Unterbringung kommen. Unter Umständen bekommst du Ausbildungsförderung nach dem BAföG.
Fazit: Wissenschaft für Feld und Teller
Als Agrarwirtschaftlich-technische/r Assistent/in verbindest du naturwissenschaftliche Neugier mit praktischer Arbeit in Labor, Feld und Gewächshaus. Du trägst Verantwortung für Qualität und Sicherheit in der Landwirtschaft. Früher hieß der Beruf Landwirtschaftlich-technische/r Assistent/in. Die Ausbildung ist schulisch und dauert 2 Jahre. Danach kannst du dich weiterbilden, Pflanzentechnologiemeister/in werden oder studieren.
Neugierig geworden? Informiere dich bei Berufsfachschulen und Berufskollegs in deiner Region über die Ausbildung zum/zur Agrarwirtschaftlich-technischen Assistent/in und die Bewerbung.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Landwirtschaft.
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