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Ausbildung Eisenbahner/in in der Zugver­kehrs­steuerung

Ausbildung: Du stellst die Weichen

Symbolbild: Ausbildung Eisenbahner/in Betriebsdienst Fachrichtung Fahrweg

Wer sorgt eigentlich dafür, dass zwei Züge nie auf demselben Gleis landen? Das bist du, wenn du die Ausbildung zum/zur Eisenbahner/in in der Zugver­kehrs­steuerung machst. Früher hieß der Beruf Eisenbahner/in im Betriebs­dienst, Fachrichtung Fahrweg. Seit 2022 ist daraus ein eigener Ausbil­dungsberuf geworden. Du arbeitest im Stellwerk oder in der Betriebs­zentrale. Du stellst Weichen und Signale, legst Fahrwege fest und regelst, in welchem Abstand die Züge fahren. Läuft etwas schief, greifst du ein. Dafür brauchst du Überblick, Konzen­tration und klare Worte. Hier erfährst du, was du im Beruf machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Neu seit 2022: Der bisherige Beruf Eisenbahner/in im Betriebs­dienst mit seinen zwei Fachrich­tungen wurde in zwei eigene Berufe aufgeteilt. Aus der Fachrichtung Fahrweg wurde der/die Eisenbahner/in in der Zugver­kehrs­steuerung. Daneben gibt es den/die Eisenbahner/in im Betriebs­dienst Lokführer/in und Transport.

Was macht ein/e Eisenbahner/in in der Zugver­kehrs­steuerung?

Du steuerst den Zugverkehr auf deinem Abschnitt und sorgst dafür, dass alle Fahrten sicher ablaufen. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

  • Weichen und Signale stellen: Du gibst Zügen freie Fahrt oder lässt sie halten. Mit den Weichen lenkst du sie auf das richtige Gleis.
  • Fahrwege festlegen: Du legst fest, wie ein Zug fährt, zum Beispiel bei der Einfahrt in einen Bahnhof. Du regelst die Zugfolge und die Abstände zwischen den Zügen.
  • Zugmeldungen bearbeiten: Du wendest Zugmeldeverfahren an und bedienst Zugmeldeanlagen.
  • Bahnübergänge sichern: Du sicherst und überwachst Bahnübergänge.
  • Kommunizieren: Du stehst ständig in Kontakt mit Lok- und Triebwagenführer/innen und mit der Betriebszentrale, zum Beispiel über Zugfunk.
  • Bei Störungen eingreifen: Bei Störungen oder gefährlichen Ereignissen handelst du schnell. Du sperrst zum Beispiel Gleise oder veranlasst Nothalte.
  • Rangierbetrieb steuern: Im Rangierbetrieb steuerst du, wie die Züge zusammengestellt werden.
schienen

Wo arbeitest du als Eisenbahner/in in der Zugver­kehrs­steuerung?

Du arbeitest meist in Stellwerken und Betriebs­zen­tralen. Ab und zu bist du auch im Freien unterwegs, etwa zur Strecken­kon­trolle. Deine Arbeitgeber sind Schienen­netz­be­treiber im Personen- und Güterverkehr oder Unternehmen, die Zugsiche­rungs­systeme betreiben. Du arbeitest im Schicht­dienst.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Eisenbahner/in in der Zugver­kehrs­steuerung ab?

Die Ausbildung dauert 3 Jahre und ist dual. Du lernst im Ausbil­dungs­betrieb, in der Regel einem Eisenbahn­un­ter­nehmen, und in der Berufs­schule. Im Betrieb bist du in Stellwerken, Leitzen­tralen und draußen an den Gleisen. Die Berufs­schule besuchst du an 1 oder 2 Tagen pro Woche oder im Blockun­terricht. Dort geht es zum Beispiel darum, Zugfahrten im Regelbetrieb zu leiten und Zug- und Rangier­be­we­gungen bei Störungen an signal­tech­nischen Anlagen zu steuern.

Das lernst du unter anderem:

  • Fahrzeuge und Anlagen: welche Fahrzeuge, Bahn- und Gleisanlagen und Serviceeinrichtungen es gibt und wofür sie da sind
  • Signale und Fahrstraßen: Signalsysteme unterscheiden, im Raumabstand fahren lassen und Fahrstraßen sichern
  • Stellwerkstechnik: welche Stellwerke es gibt, was sie leisten und wie du sie bedienst
  • Zugbeeinflussung: wie du Zugbeeinflussungsanlagen an Fahrzeugen und Strecken bedienst
  • Fahrdienst leiten: im Regelbetrieb, bei Abweichungen und bei Störungen oder gefährlichen Ereignissen
  • Fahrwege einstellen: für Rangier- und Zugfahrten, passend zur Technik des Stellwerks
  • Planung: bei der Trassenplanung mitwirken und den Informationsfluss sicherstellen

Teile der Ausbildung kannst du auch im Ausland machen, zum Beispiel mit der Zusatz­qua­li­fi­kation Europa­as­sistent/in.

Was du mitbringen solltest

  • Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die meisten Azubis starten mit mittlerem Abschluss oder Abitur, einige auch mit Hauptschulabschluss.
  • gute Kenntnisse in Deutsch, Mathematik und Werken/Technik
  • Aufmerksamkeit und Konzentration, zum Beispiel beim Einstellen und Sichern von Fahrwegen
  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein
  • schnelle Entscheidungen, wenn es gefährlich wird
  • klare Kommunikation, zum Beispiel über Zugfunk
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit

Deine Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung arbeitest du bei Schienen­netz­be­treibern im Personen- und Güterverkehr oder in Unternehmen, die Zugsiche­rungs­systeme betreiben.

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Zusatzqualifikation: Schon während der Ausbildung kannst du zum Beispiel Europaassistent/in werden.
  • Anpassungsweiterbildung: Du hältst dein Wissen aktuell, etwa in Schienenverkehr oder Unfallverhütung.
  • Meister/in für Bahnverkehr: Mit dieser Aufstiegsweiterbildung kannst du Führungsaufgaben übernehmen.
  • Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Verkehrsingenieurwesen studieren.

Auf einen Blick

Eisenbahner/in in der Zugver­kehrs­steuerung auf einen Blick

Dauer3 Jahre
Ausbildungdual
1. Jahr1.325 €
Schulabschlusskeine Vorgabe

Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis:

ESA / HauptschuleMSA / RealschuleAbitur / Fachabitur
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Quellen: BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · BA, Anlage Sprach­niveaus · abgerufen am 1. Oktober 2026

Passt die Ausbildung zu dir?

Du behältst gern den Überblick und bleibst auch unter Druck ruhig? Dann könnte dieser Beruf zu dir passen. Das spricht für die Ausbildung:

  • Überblick: Du leitest den Fahrdienst und hast Strecken, Weichen und Signale im Blick.
  • Sicherheit: Du sorgst dafür, dass Fahrwege gesichert sind und Bahnübergänge funktionieren.
  • Verantwortung: Deine Entscheidungen schützen Fahrgäste, Zugpersonal und Güter.
  • Technik: Du arbeitest mit Stellwerks-, Signal- und Zugsicherungstechnik.
  • Teamarbeit: Du bist ständig im Austausch mit Triebfahrzeugführer/innen und der Betriebszentrale.

Ausbil­dungs­ver­gütung als Eisenbahner/in in der Zugver­kehrs­steuerung

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 1.325 €
2. Ausbildungsjahr 1.394 €
3. Ausbildungsjahr 1.463 €

Fazit: Sicherheit auf jedem Strecken­ab­schnitt

Als Eisenbahner/in in der Zugver­kehrs­steuerung verbindest du Technik, Konzen­tration und Verant­wortung. Du sorgst dafür, dass Züge sicher fahren. Früher hieß der Beruf Eisenbahner/in im Betriebs­dienst, Fachrichtung Fahrweg. Die Ausbildung dauert 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du dich weiter­bilden, zum Beispiel zum/zur Meister/in für Bahnverkehr, oder studieren.

Lust auf das Stellwerk? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Transport, Lager, Logistik.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 01.10.2026 · Ausbil­dungs­ver­gütung: aktualisiert nach BERUFENET
Quellen: BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · WSI Tarifarchiv, Stand Juli 2026

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