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Ausbildung Gießereimechaniker/in
Ausbildung: Aus glühendem Metall wird ein Bauteil
Willst du sehen, wie aus flüssigem Metall ein präzises Bauteil wird? Dann ist die Ausbildung zum/zur Gießereimechaniker/in vielleicht genau dein Ding. Du stellst Gussteile aus Metallen wie Eisen, Stahl, Aluminium oder Messing her. Daraus entstehen Grundbausteine für Maschinen, Fahrzeuge und viele andere Produkte. Du arbeitest mit Öfen, Formen und schweren Maschinen. Dafür brauchst du technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und eine sorgfältige Arbeitsweise. Hier erfährst du, was du als Gießereimechaniker/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Auf einen Blick
Gießereimechaniker/in auf einen Blick
Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis:
Der Beruf im Wandel der Zeit
Wie hieß der Beruf früher?
Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. 1986 wurden mehrere Berufe neu geordnet. Aus 2 Berufen wurde einer.
- bis 1986Hüttenfacharbeiter/
in - bis 1986Schmied/
in (Industrie) - seit 1986Gießereimechaniker/
in
Im Alltag sagt man auch: Gießer/in
Berufsnamen seit Gründung der Bundesrepublik 1949.
Was macht ein/e Gießereimechaniker/in?
Dein Alltag ist geprägt von hohen Temperaturen, schweren Maschinen und flüssigem Metall. Du bist Formenbauer/in, Schmelzer/in, Maschinenführer/in und Qualitätsprüfer/in in einer Person. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
Welche Aufgaben hast du im Arbeitsalltag?
- Modelle und Formen herstellen: Du baust Modelle aus Holz, Metall oder Kunststoff als Vorlage. Danach fertigst du Gussformen aus Sand, Metall oder Keramik und Kerne für Hohlräume. Hier kommt es auf Genauigkeit an.
- Metall schmelzen: Du schmilzt Metalle in großen Öfen. Du überwachst Temperaturen von oft über 1.000 Grad Celsius und mischst Legierungen nach Rezeptur.
- Abgießen: Mit deinem Team füllst du das glühende Metall in die Formen. Du arbeitest vorsichtig und gleichmäßig, damit keine Luft eingeschlossen wird.
- Abkühlen und Ausleeren: Das Metall erstarrt langsam in der Form. Danach holst du die Gussteile heraus und entfernst das Formmaterial.
- Nachbearbeiten: Du entgratest, reinigst, schleifst und strahlst die Rohteile. Oft werden sie zusätzlich wärmebehandelt.
- Qualitätskontrolle: Du prüfst Maße, Oberfläche und mögliche Risse. Dafür nutzt du Messgeräte und manchmal Ultraschall.
- Wartung: Du pflegst Öfen, Maschinen, Anlagen und Werkzeuge.
Wo arbeitest du als Gießereimechaniker/in?
Du arbeitest in Gießereien oder in der Guss- und Metallindustrie. Dein Arbeitsplatz sind große Hallen, oft nahe an den Öfen. Du bist Teil eines Teams, das aus Rohstoffen funktionierende Bauteile macht.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Gießereimechaniker/in ab?
Wie lange dauert die Ausbildung?
Was lernst du in Betrieb und Berufsschule?
Die Ausbildung ist dual und dauert in der Regel 3,5 Jahre. Im Betrieb, meist einer Gießerei oder einem Metallunternehmen, lernst du an Schmelzöfen, Formanlagen und Bearbeitungsmaschinen. In der Berufsschule geht es um Werkstoffkunde, Gießverfahren, Verfahrenstechnik, Maschinen- und Anlagentechnik, technische Mathematik, Zeichnungen, Qualitätssicherung und Arbeitssicherheit.
Das lernst du unter anderem:
- Werkstoffkunde: Wie verhalten sich Eisen, Stahl, Aluminium und Kupferlegierungen beim Schmelzen und Erstarren?
- Gießverfahren: Sandguss, Kokillenguss, Druckguss und Feinguss.
- Modell- und Formenbau: Du stellst Modelle, Formen und Kerne her und bereitest Formsand auf.
- Schmelztechnik: Du bedienst Schmelzöfen, kontrollierst Temperaturen und gibst Legierungsbestandteile zu.
- Maschinen und Anlagen: Du setzt Gießereianlagen ein und wartest sie.
- Qualitätssicherung: Du erkennst Fehler an Gussteilen und leitest Maßnahmen ein.
- Zeichnungen und Arbeitsplanung: Du liest technische Zeichnungen, planst Abläufe und erstellst Stücklisten.
- Arbeitssicherheit und Umweltschutz: Du gehst sicher mit Hitze, flüssigem Metall, schweren Lasten und Gasen um und entsorgst Rückstände richtig.
Welche Voraussetzungen brauchst du als Gießereimechaniker/in?
Was solltest du mitbringen?
- einen guten Hauptschulabschluss oder einen mittleren Schulabschluss
- technisches Verständnis und handwerkliches Geschick
- gutes räumliches Vorstellungsvermögen
- eine sorgfältige, genaue und verantwortungsbewusste Arbeitsweise
- körperliche Fitness, denn du arbeitest in Hitze und hebst Lasten
- Teamfähigkeit und Konzentration
- Interesse an Metallen und Maschinen
- Robustheit gegenüber Hitze, Lärm und Staub
Was verdienst du in der Ausbildung?
Wie viel verdienst du in jedem Ausbildungsjahr?
| Ausbildungsjahr | Vergütung pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich. |
| 1. Ausbildungsjahr | 1.101 € bis 1.196 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.156 € bis 1.261 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.239 € bis 1.352 € |
| 4. Ausbildungsjahr | 1.345 € bis 1.440 € |
Passt die Ausbildung zum/zur Gießereimechaniker/in zu dir?
Technik und Metall reizen dich? Dann solltest du dir diesen Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:
- Moderne Technik: Du arbeitest mit modernen Maschinen und Anlagen.
- Genaues Handwerk: Mit Sorgfalt und einem Auge für Details stellst du hochwertige Werkstücke her.
- Starkes Team: Ihr arbeitet eng zusammen und verlasst euch aufeinander.
- Sichtbares Ergebnis: Aus flüssigem Metall wird ein Bauteil, das du in der Hand hältst.
Vom Hobby zum Beruf
Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Gießereimechaniker/in?
Was du als Gießereimechaniker/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer im Kunstunterricht Gipsformen gießt, Kerzen gießt oder mit Sand detailreiche Burgen baut, zeigt Betrieben ein Gespür für Formen und räumliches Denken. Wer dazu bei jedem Wetter trainiert oder in der Jugendfeuerwehr mitmacht, beweist Robustheit und Teamgeist. Das zählt in der Halle nah an heißen Öfen. Wenn dich Glocken und Kunstguss reizen, schau dir Metall- und Glockengießer/in an. Für Metallherstellung in großen Anlagen passt Verfahrenstechnologe/in Metall.
Aus diesem Berufsprofil abgeleitet
Passt gut, wenn du gern …
- im Kunstunterricht Formen aus Gips gießt Räumliches Denken
- Kerzen oder Seifen in Formen gießt Sorgfalt
- Modelle aus Holz oder Pappe baust Geschick
- Ringen, Rudern oder Fußball im Verein trainierst Belastbarkeit
- in der Jugendfeuerwehr fest dabei bist Teamgeist
Im Kästchen: Das lesen Ausbildungsbetriebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind
Wo findest du Ausbildungsbetriebe in deiner Nähe?
1 von 4 · Wie häufig?
rund 160
Betriebe bilden aus
Platz 104 von 340 Berufen.
2 von 4 · Plan B im selben Betrieb
Jeder 2. Betrieb
bildet auch Industriemechaniker/in aus.
Fast jeder 2. bildet auch Industriekaufmann/frau aus.
3 von 4 · Wo?
- Nordrhein-Westfalen50
- Baden-Württemberg30
- Bayern30
Die meisten Betriebe: Landkreis Mittelsachsen, Kreis Mettmann, Kreis Olpe
4 von 4 · Um die Ecke
Wer bildet bei dir aus?
Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?
Gussteile stecken in Autos, Maschinen, Windkraftanlagen und Haushaltsgeräten. Die Branche entwickelt ständig neue Technik für noch genauere Teile. Mit technischem Verständnis und Lust auf Weiterbildung hast du gute Chancen. Hier kannst du arbeiten:
- in Gießereien für Eisen, Stahl und Nichteisenmetalle
- im Maschinen- und Anlagenbau mit eigener Gießerei
- in der Automobilindustrie und bei Zulieferern
- in der Produktion von Bauteilen für erneuerbare Energien
- selten auch selbstständig, meist im Spezialguss oder in der Reparatur
Welche Weiterbildungen gibt es?
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Industriemeister/in Gießerei oder Metall: für Führungsaufgaben in der Produktion und die Ausbildung von Nachwuchs
- Techniker/in: Fachrichtung Gießereitechnik, Werkstofftechnik oder Maschinentechnik, für Entwicklung, Planung und Qualitätssicherung
- Qualitätsbeauftragte/r oder Werkstoffprüfer/in: mit Zusatzqualifikationen
- Spezialisierung: auf bestimmte Gießverfahren, Metalle oder Anlagen
- Ausbilder/in: Du gibst dein Wissen an den Nachwuchs weiter.
- Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Gießereitechnik, Werkstoffwissenschaften, Maschinenbau oder Produktionstechnik studieren.
Fazit: Schlüsselrolle in der Metallverarbeitung
Als Gießereimechaniker/in verbindest du Handwerk, Technik und Genauigkeit. Du schaffst die Grundlage für viele Produkte, die wir täglich nutzen. Die Ausbildung dauert in der Regel 3,5 Jahre und ist dual. Danach kannst du dich spezialisieren, Meister/in oder Techniker/in werden oder studieren.
Bereit für die Hitze? Finde auf dein-ausbildungsplatz.de einen Ausbildungsbetrieb in deiner Nähe.
Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Industrie.
Dieses Berufsprofil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Elterngespräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.
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