Industriekeramiker/in für Verfahrenstechnik
Experten für keramische Verfahrenstechnik

Du bist technikbegeistert, hast ein ausgeprägtes Verständnis für chemische und physikalische Prozesse und bist fasziniert davon, wie aus natürlichen Rohstoffen hochmoderne keramische Produkte entstehen? Wenn du dazu noch analytisch denkst, prozessorientiert und ein/e echte/r Experte/in für Material und Produktion bist, dann könnte der Beruf als Industriekeramiker/in für Verfahrenstechnik genau das Richtige für dich sein! Als dieser Profi bist du der/die Spezialist/in für die Herstellung von keramischen Massen und die Steuerung der Produktionsprozesse. Du sorgst dafür, dass Fliesen, Geschirr, Isolatoren oder sogar Katalysatoren die perfekte Zusammensetzung und Qualität erhalten.
Was lernst du als Industriekeramiker/in in Verfahrenstechnik?
Als Industriekeramiker/in für Verfahrenstechnik ist dein Alltag geprägt vom Umgang mit Rohstoffen, komplexen Maschinen und der Überwachung von Produktionsabläufen. Du bist gleichermaßen Chemiker/in (im Kleinen), Verfahrenstechniker/in, Qualitätsprüfer/in und Maschinenführer/in. Deine Tätigkeiten sind vielfältig und erfordern sowohl technisches Verständnis als auch ein hohes Maß an Genauigkeit und Verantwortungsbewusstsein:
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Rohstoffprüfung und -aufbereitung: Du nimmst Rohstoffe wie Tone, Kaoline, Feldspäte oder Quarzsand entgegen, prüfst deren Qualität und Zusammensetzung. Du bereitest sie auf, z.B. durch Mahlen, Sieben, Mischen oder Aufschlämmen, um die optimale Basis für die keramische Masse zu schaffen.
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Massenherstellung und Rezepturentwicklung: Du stellst keramische Massen nach vorgegebenen Rezepturen her oder entwickelst neue Zusammensetzungen, um spezifische Materialeigenschaften (z.B. Festigkeit, Porosität, Farbe) zu erzielen. Dabei steuerst du Misch- und Aufbereitungsanlagen.
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Steuerung von Produktionsanlagen: Du überwachst und steuerst die komplexen Maschinen und Anlagen, die für die Formgebung (z.B. Pressen, Gießanlagen, Extruder), Trocknung, Glasierung und das Brennen der keramischen Produkte zuständig sind. Du optimierst die Parameter für einen effizienten Prozess.
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Qualitätskontrolle und Prozessoptimierung: Du nimmst Proben in verschiedenen Produktionsphasen, prüfst die Masse und die fertigen Produkte auf ihre Eigenschaften (z.B. Dichte, Festigkeit, Wasseraufnahme, Brennverhalten). Bei Abweichungen analysierst du die Ursachen und passt die Verfahren an.
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Instandhaltung und Wartung: Du überwachst den Zustand der Maschinen und Anlagen, führst kleinere Wartungsarbeiten durch und unterstützt bei Reparaturen, um Ausfälle zu vermeiden.
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Umweltschutz und Sicherheit: Du achtest streng auf die Einhaltung von Umweltschutzvorschriften und Sicherheitsstandards, insbesondere im Umgang mit Rohstoffen, Maschinen und Öfen.
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Dokumentation: Du protokollierst Prozessdaten, Messergebnisse und Produktionsabläufe und erstellst Berichte.
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Zusammenarbeit: Du arbeitest eng mit Kolleg/innen aus dem Labor, dem Formenbau und der Fertigung zusammen, um die Produktqualität und Effizienz zu gewährleisten.

Warum Industriekeramiker/in für Verfahrenstechnik werden?
Dein Arbeitsplatz ist vorwiegend in Produktionshallen und Laboren von Unternehmen der keramischen Industrie – sei es in der Fliesenproduktion, bei Sanitärkeramik, Geschirrherstellern oder in der technischen Keramik. Du bist der/diejenige, der/die dafür sorgt, dass aus einfachen Erden hochwertige Keramik entsteht.
Industriekeramiker/in für Verfahrenstechnik: Das ist die Ausbildung
Die Ausbildung zum/zur Industriekeramiker/in für Verfahrenstechnik ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf und dauert in der Regel 3 Jahre. Du lernst im Ausbildungsbetrieb, der meist ein keramischer Produktionsbetrieb ist, die praktischen Fertigkeiten direkt an den Aufbereitungs- und Fertigungsanlagen sowie im Labor. In der Berufsschule erwirbst du die notwendigen theoretischen Grundlagen über Werkstoffkunde (insbesondere Keramikrohstoffe und -massen), Verfahrenstechnik, Steuerungstechnik, Qualitätssicherung, Mathematik, Chemie und Physik.
Inhalte deiner Ausbildung sind unter anderem:
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Werkstoffkunde: Du erwirbst detailliertes Wissen über die Eigenschaften und den fachgerechten Umgang mit keramischen Rohstoffen (Tone, Kaoline, Silikate), Gläsern und Glasuren.
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Verfahrenstechnik: Du beschäftigst dich intensiv mit den Prozessen der Rohstoffaufbereitung (z.B. Mahlen, Mischen, Granulieren), der Massenherstellung, Formgebung (z.B. Pressen, Gießen), Trocknung und des Brennens.
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Qualitätssicherung und -kontrolle: Du lernst verschiedene Prüfmethoden für Rohstoffe, Massen und Fertigprodukte (z.B. Siebanalysen, Dichtemessungen, Festigkeitsprüfungen, Brennversuche).
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Steuerungs- und Regelungstechnik: Du erhältst Einblicke in die Funktionsweise von Mess-, Steuer- und Regelungssystemen in industriellen Anlagen.
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Physikalische und chemische Grundlagen: Du machst dich mit den grundlegenden physikalischen (z.B. Wärmeübertragung) und chemischen (z.B. chemische Reaktionen beim Brennen) Prinzipien vertraut, die für die Keramikherstellung relevant sind.
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Maschinen- und Anlagentechnik: Du lernst den Aufbau und die Funktion der Maschinen in der keramischen Produktion kennen.
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Arbeitsplanung und -organisation: Du lernst, Produktionsabläufe zu planen und zu überwachen.
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Arbeitssicherheit und Umweltschutz: Du erhältst umfassende Kenntnisse über Sicherheitsvorschriften beim Umgang mit Rohstoffen und Maschinen sowie über Energieeffizienz und Abfallmanagement.
Was du mitbringen solltest:
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Einen guten Hauptschulabschluss oder einen mittleren Schulabschluss
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Technisches Verständnis und Interesse an Produktionsprozessen
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Analytisches Denkvermögen und Problemlösungskompetenz
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Sorgfältige und präzise Arbeitsweise
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Interesse an Chemie, Physik und Mathematik
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Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit
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Bereitschaft zur Arbeit in Produktionsumgebungen (ggf. Schichtarbeit)
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Gutes Sehvermögen (für Qualitätskontrollen)
Deine Karriere als Industriekeramiker/in in Verfahrenstechnik:
Die keramische Industrie ist eine traditionsreiche und gleichzeitig hochinnovative Branche, die von der Produktion alltäglicher Gebrauchsgegenstände bis zu High-Tech-Materialien reicht. Industriekeramiker/innen für Verfahrenstechnik sind das Herzstück dieser Produktion, indem sie die Qualität der Massen und die Effizienz der Prozesse sicherstellen. Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften mit einem Verständnis für Material und Prozess ist daher stabil und zukunftssicher. Deine Jobchancen sind gut und vielfältig:
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In Unternehmen der Fliesen-, Sanitär- und Dachziegelindustrie
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Bei Herstellern von Gebrauchs- und Zierkeramik (z.B. Geschirr)
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In Betrieben der technischen Keramik (z.B. Isolatoren, Katalysatorträger, Dental- oder Medizinkeramik)
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In der Feuerfest-Industrie
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In Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen der Keramikbranche
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Bei Zulieferern der keramischen Industrie (z.B. für Rohstoffe oder Maschinen)
Deine Weiterbildungsmöglichkeiten sind vielfältig und eröffnen dir neue Karrierewege:
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Industriemeister/in (Fachrichtung Keramik): Dies ist der klassische und wichtigste Schritt für deine Karriere. Diese Weiterbildung qualifiziert dich für leitende Positionen in der Produktion, im Labor oder in der Qualitätssicherung, zur Ausbildung von Lehrlingen und zur Übernahme von Betriebsverantwortung.
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Techniker/in für Werkstofftechnik (Schwerpunkt Keramik) oder Chemietechnik: Eine Weiterbildung an einer Fachschule, die deine technischen und chemischen Kenntnisse vertieft und dich für planerische, verfahrenstechnische oder auch forschende Aufgaben qualifiziert.
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Spezialisierung: Du kannst dich auf bestimmte Rohstoffe, Veredelungsverfahren (z.B. Sinterprozesse, Glasuren), spezielle Produkttypen oder auf die Automatisierung keramischer Prozesse (Industrie 4.0) spezialisieren.
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Ausbilder/in: Wenn du dein Wissen und deine Erfahrung gerne an den Nachwuchs weitergeben möchtest, kannst du dich zum/zur Ausbilder/in qualifizieren.
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Studium: Mit der Hochschulzugangsberechtigung (z.B. mit Abitur, Fachabitur oder Meistertitel/Techniker) kannst du Studiengänge wie Werkstoffwissenschaften (insbesondere Keramik und Glas), Verfahrenstechnik, Chemietechnik, Materialwissenschaften oder Produktionstechnik in Betracht ziehen. Dies ermöglicht dir den Zugang zu höheren Managementpositionen, in die Forschung und Entwicklung, die Prozessoptimierung oder das Qualitätsmanagement.
Darum Industriekeramiker/in für Verfahrenstechnik werden!
Vier Gründe für eine Ausbildung zum/zur Industriekeramiker/in für Verfahrenstechnik:
1. Interesse an Technik und Naturwissenschaften: Als Industriekeramiker/in für Verfahrenstechnik kombinierst du dein technisches Verständnis mit naturwissenschaftlichen Kenntnissen. Du stellst keramische Massen und Glasuren her, bedienst Maschinen und Anlagen und überwachst den Produktionsprozess.
2. Abwechslungsreiche und verantwortungsvolle Tätigkeit: In deiner Ausbildung lernst du verschiedene Aufgabenbereiche kennen, z. B. die Aufbereitung von Rohstoffen, die Herstellung von keramischen Massen und Glasuren, die Formgebung von Keramikprodukten, das Brennen von Keramik und die Qualitätskontrolle. Du arbeitest eigenverantwortlich und sorgst dafür, dass die Produkte den hohen Anforderungen der Keramikindustrie entsprechen.
3. Gute Zukunftsaussichten: Die Nachfrage nach qualifizierten Industriekeramikern/innen für Verfahrenstechnik ist hoch. Du hast daher gute Chancen auf einen sicheren Arbeitsplatz in der Keramikindustrie, in Ziegeleien oder in Unternehmen der Baustoffindustrie.
4. Mitgestaltung der Produktionsprozesse: Als Industriekeramiker/in für Verfahrenstechnik bist du an der Optimierung der Produktionsprozesse beteiligt. Du trägst zur Qualität und Effizienz der Keramikproduktion bei und stellst sicher, dass die Produkte unter Einhaltung von Umweltstandards hergestellt werden.
Zusätzliche Punkte:
- Spezielle Berufsbekleidung: Als Industriekeramiker/in für Verfahrenstechnik trägst du in der Regel eine angemessene Berufsbekleidung, z. B. einen Kittel und Sicherheitsschuhe.
- Gute Bezahlung: Industriekeramiker/innen für Verfahrenstechnik verdienen im Durchschnitt ein gutes Gehalt.
- Weiterbildungsmöglichkeiten: Nach deiner Ausbildung kannst du dich z. B. zum/zur Industriemeister/in der Fachrichtung Keramik, zum/zur Techniker/in für Keramik oder zum/zur Fachwirt/in für Qualitäts- und Umweltschutz weiterbilden.
Vergütung: Industriekeramiker/in für Verfahrenstechnik
Jahr | Vergütung |
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1. Ausbildungsjahr | 650 EUR |
2. Ausbildungsjahr | 670 EUR |
3. Ausbildungsjahr | 750 EUR |
Fazit: Wegbereiter/innen der modernen Keramikproduktion
Wenn du eine Tätigkeit suchst, die deine Faszination für Werkstoffe mit technischem Verständnis, analytischem Denken und der Leidenschaft für die Gestaltung von Produktionsprozessen verbindet, dann bietet dir der Beruf als Industriekeramiker/in für Verfahrenstechnik eine spannende und überaus "grundlegende" Zukunft!
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