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Ausbildung Industrie­ke­ramiker/in Modell­technik

Ausbildung: Die Form hinter jedem Keramik­produkt

Symbolbild: Ausbildung Industriekeramiker/in Modelltechnik

Hast du schon mal überlegt, wie ein Waschbecken oder eine Tasse ihre Form bekommt? Dann ist die Ausbildung zum/zur Industrie­ke­ramiker/in in Modell­technik vielleicht genau dein Ding. Du stellst Modelle und Formen her. Sie sind die Grundlage für die industrielle Fertigung von Keramik. Mit deiner Arbeit bekommen Geschirr, Sanitär­keramik, technische Bauteile und Isolatoren ihre Form. Du brauchst handwerk­liches Geschick, ein Gespür für Formen und viel Genauigkeit. Hier erfährst du, was du als Industrie­ke­ramiker/in in Modell­technik machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Früher hieß dieser Beruf Kerammo­delleur/in.

Auf einen Blick

Industrie­ke­ramiker/in Modell­technik auf einen Blick

Dauer3 Jahre
Ausbildungdual, Industrie
1. Jahr1.200 €
Schulabschlusskeine Vorgabe
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. 2005 wurden mehrere Berufe neu geordnet. Aus 2 Berufen wurde einer.

  1. 1988 bis 2005Keram­mo­del­lein­rich­ter/in
  2. 1988 bis 2005Keram­mo­del­leur/in
  3. seit 2005Indus­trie­ke­ra­mi­ker/in in Modell­tech­nik

In der DDR hieß der Beruf: Porzel­lan­ge­stalter/in (Schwer­punkte Modelleur/in, Scheiben­mo­delleur/in, Formen­gießer/in)

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wieder­ver­ei­nigung 1990 in den heutigen Ausbil­dungs­berufen auf.

Was macht ein/e Industrie­ke­ramiker/in in Modell­technik?

Du bist Gestalter/in, Techniker/in, CAD-Profi und Materi­al­kenner/in in einer Person. Du arbeitest mit Gips, Kunststoffen und digitalen Fertigungs­techniken. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Modelle und Formen herstellen: Du fertigst Urmodelle und Gussformen aus Gips, Kunstharz und anderen Materialien. Sie sind die Vorlage für die Serienproduktion. Du nutzt klassische Modellbautechniken und moderne Maschinen.
  • Technische Zeichnungen: Du liest Pläne und 3D-Modelle von Designer/innen und Ingenieur/innen und setzt sie exakt um. Manchmal zeichnest du auch selbst.
  • CAD und CAM: Du entwirfst Modelle am Computer und steuerst Fräsmaschinen oder 3D-Drucker. So entstehen auch komplexe Formen sehr genau.
  • Material auswählen und bearbeiten: Du wählst passende Gipsarten, Harze oder Schäume aus und bearbeitest sie mit Werkzeugen und Maschinen.
  • Oberflächen und Qualität: Du glättest, polierst und versiegelst deine Modelle. Du prüfst Maße und Qualität genau. Jeder kleine Fehler würde sich auf Tausende Produkte übertragen.
  • Formen für verschiedene Verfahren: Du baust Formen für den Guss von Sanitärkeramik, das Pressen von Fliesen oder das Drehen von Geschirr.
  • Werkzeuge pflegen: Du hältst deine Werkzeuge und Maschinen in Schuss.
  • Zusammenarbeit: Du stimmst dich mit Produktentwicklung, Design und Fertigung ab. So lassen sich deine Modelle gut produzieren.
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Wo arbeitest du als Industrie­ke­ramiker/in in Modell­technik?

Du arbeitest vor allem in Modell­bau­werk­stätten von Unternehmen der keramischen Industrie. Auch Forschung und Entwicklung oder Zuliefer­be­triebe für den Formenbau sind möglich. Mit deiner Arbeit schaffst du die Grundlage für schöne und funktionale Keramik­produkte.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Industrie­ke­ramiker/in in Modell­technik ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Du lernst im Ausbil­dungs­betrieb und in der Berufs­schule. Dein Betrieb ist meist ein keramischer Produk­ti­ons­betrieb. Dort lernst du direkt in der Modell­werkstatt. In der Berufs­schule geht es um Werkstoffkunde, vor allem Gips und Keramik, um Formge­bungs­ver­fahren, technisches Zeichnen, CAD/CAM und Fertigungs­prozesse.

Das lernst du unter anderem:

  • Werkstoffkunde: Du kennst die Eigenschaften von Gips, Kunststoffen, Keramikrohstoffen und Hilfsstoffen und gehst richtig mit ihnen um.
  • Technisches Zeichnen und CAD: Du liest und erstellst technische Zeichnungen und arbeitest mit CAD-Programmen.
  • Modellbautechniken: Du stellst Urmodelle, Mutterformen und Arbeitsformen her. Du drehst, fräst, schleifst und polierst.
  • Formgebungsverfahren: Du lernst Gießen, Pressen und Drehen kennen und weißt, was die Formen dafür können müssen.
  • Maschinenkunde: Du bedienst Drehbänke, konventionelle und CNC-Fräsmaschinen und 3D-Drucker.
  • Qualitätssicherung: Du arbeitest mit Messtechnik und Toleranzen und sorgst für genaue Maße.
  • Arbeitsplanung: Du planst Abläufe, ermittelst den Materialbedarf und koordinierst Projekte.
  • Arbeitssicherheit und Umweltschutz: Du kennst die Sicherheitsregeln und entsorgst Materialien umweltgerecht.

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Industrie­ke­ramiker/in in Modell­technik?

Was solltest du mitbringen?

  • einen guten Hauptschulabschluss oder einen mittleren Schulabschluss
  • handwerkliches Geschick und Feinmotorik
  • räumliches Vorstellungsvermögen und Formgefühl
  • eine sorgfältige und genaue Arbeitsweise
  • Kreativität und technisches Verständnis
  • Interesse an Mathematik, Physik und Technik
  • Teamfähigkeit und Lernbereitschaft
  • Geduld und Ausdauer

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 1.200 €
2. Ausbildungsjahr 1.250 €
3. Ausbildungsjahr 1.350 €

Passt die Ausbildung zum/zur Industrie­ke­ramiker/in in Modell­technik zu dir?

Du arbeitest gern mit den Händen und interes­sierst dich für Technik? Dann solltest du dir diesen Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:

  • Handwerk trifft Technik: Du verbindest Geschick mit technischem Know-how und baust Formen und Modelle aus Gips, Kunststoff oder Metall.
  • Abwechslung: Du zeichnest, fertigst Modelle mit verschiedenen Techniken, prüfst und sicherst die Qualität.
  • Viele Arbeitgeber: Keramikindustrie, Ziegeleien und Unternehmen der Baustoffindustrie brauchen dein Können.
  • Produktentwicklung: Du bist von Anfang an dabei, wenn neue Keramikprodukte entstehen.

Bei der Arbeit trägst du Berufs­kleidung, zum Beispiel einen Kittel und Sicher­heits­schuhe.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Industrie­ke­ramiker/in Modell­technik?

Was du als Industrie­ke­ramiker/in Modell­technik jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer mit Gips Formen gießt, aus Ton Gefäße modelliert oder für den 3D-Drucker eigene Objekte entwirft, zeigt Betrieben Formgefühl und Feinmotorik. Wer seine Modelle geduldig schleift, bis alles glatt ist, beweist dazu Sorgfalt, und eine Mannschafts­sportart wie Basketball zeigt Teamgeist. Wenn dich Prototypen aus vielen Materialien reizen, schau dir Technische/r Modellbauer/in an. Für Keramik aus eigener Hand passt Keramiker/in.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • mit Gips Abdrücke oder Formen gießt Geschick
  • aus Ton Figuren oder Gefäße modellierst Formgefühl
  • für den 3D-Drucker eigene Objekte entwirfst Räumliches Denken
  • deine Modelle geduldig schleifst und glättest Sorgfalt
  • Basketball oder Fußball im Verein spielst Teamgeist

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Wo findest du Ausbil­dungs­be­triebe in deiner Nähe?

  • 1 von 3 · Wie häufig?

    2

    Betriebe bilden aus

    Platz 315 von 340 Berufen.

  • 2 von 3 · Wo?

    • Nordrhein-Westfalen1
    • Thüringen1

    Die meisten Betriebe: Rhein-Sieg-Kreis, Saale-Holzland-Kreis

  • 3 von 3 · Um die Ecke

    Wer bildet bei dir aus?

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Die keramische Industrie reicht von Geschirr und Zierkeramik bis zu hochtech­nischen Anwendungen. Überall braucht sie Formen und Modelle. Als Industrie­ke­ramiker/in in Modell­technik schaffst du die Grundlage für neue Produkte. Hier kannst du arbeiten:

  • in der Sanitärkeramik-Industrie
  • bei Herstellern von Gebrauchs- und Zierkeramik wie Geschirr und Vasen
  • in Betrieben der technischen Keramik, zum Beispiel für Isolatoren und Katalysatorträger
  • in der Fliesen- und Baukeramikindustrie
  • in Modell- und Formenbaubetrieben
  • in Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen der Keramikbranche

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Industriemeister/in Fachrichtung Keramik: Das ist der klassische Schritt. Du übernimmst Leitungsaufgaben in Produktion oder Modellbau und bildest Azubis aus.
  • Techniker/in: An einer Fachschule vertiefst du dein Wissen in Werkstofftechnik mit Schwerpunkt Keramik oder in Maschinentechnik. Danach planst, konstruierst oder forschst du.
  • Spezialisierung: zum Beispiel auf bestimmte Modellbaumaterialien, CAD/CAM, Rapid Prototyping mit 3D-Druck oder auf Dental- und Medizinkeramik
  • Ausbilder/in: Du gibst dein Wissen an den Nachwuchs weiter.
  • Restaurator/in mit Schwerpunkt Keramik: wenn du historische Keramik erhalten willst
  • Studium: Mit Abitur, Fachabitur oder Meister- oder Technikerabschluss kannst du zum Beispiel Werkstoffwissenschaften, Industriedesign, Produktdesign oder Maschinenbau studieren.

Fazit: Präzise Formen für Keramik

Als Industrie­ke­ramiker/in in Modell­technik verbindest du Handwerk, Technik und ein Gespür für Formen. Deine Modelle sind die Vorlage für Tausende Produkte. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du Industrie­meister/in oder Techniker/in werden oder dich spezia­li­sieren.

Lust bekommen? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Industrie.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Industriekeramiker/in Modelltechnik als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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