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Ausbildung Industriekeramiker/in Modelltechnik
Ausbildung: Die Form hinter jedem Keramikprodukt
Hast du schon mal überlegt, wie ein Waschbecken oder eine Tasse ihre Form bekommt? Dann ist die Ausbildung zum/zur Industriekeramiker/in in Modelltechnik vielleicht genau dein Ding. Du stellst Modelle und Formen her. Sie sind die Grundlage für die industrielle Fertigung von Keramik. Mit deiner Arbeit bekommen Geschirr, Sanitärkeramik, technische Bauteile und Isolatoren ihre Form. Du brauchst handwerkliches Geschick, ein Gespür für Formen und viel Genauigkeit. Hier erfährst du, was du als Industriekeramiker/in in Modelltechnik machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Früher hieß dieser Beruf Kerammodelleur/in.
Auf einen Blick
Industriekeramiker/in Modelltechnik auf einen Blick
Der Beruf im Wandel der Zeit
Wie hieß der Beruf früher?
Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. 2005 wurden mehrere Berufe neu geordnet. Aus 2 Berufen wurde einer.
- 1988 bis 2005Kerammodelleinrichter/
in - 1988 bis 2005Kerammodelleur/
in - seit 2005Industriekeramiker/
in in Modelltechnik
In der DDR hieß der Beruf: Porzellangestalter/in (Schwerpunkte Modelleur/in, Scheibenmodelleur/in, Formengießer/in)
Berufsnamen seit Gründung der Bundesrepublik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wiedervereinigung 1990 in den heutigen Ausbildungsberufen auf.
Was macht ein/e Industriekeramiker/in in Modelltechnik?
Du bist Gestalter/in, Techniker/in, CAD-Profi und Materialkenner/in in einer Person. Du arbeitest mit Gips, Kunststoffen und digitalen Fertigungstechniken. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
Welche Aufgaben hast du im Arbeitsalltag?
- Modelle und Formen herstellen: Du fertigst Urmodelle und Gussformen aus Gips, Kunstharz und anderen Materialien. Sie sind die Vorlage für die Serienproduktion. Du nutzt klassische Modellbautechniken und moderne Maschinen.
- Technische Zeichnungen: Du liest Pläne und 3D-Modelle von Designer/innen und Ingenieur/innen und setzt sie exakt um. Manchmal zeichnest du auch selbst.
- CAD und CAM: Du entwirfst Modelle am Computer und steuerst Fräsmaschinen oder 3D-Drucker. So entstehen auch komplexe Formen sehr genau.
- Material auswählen und bearbeiten: Du wählst passende Gipsarten, Harze oder Schäume aus und bearbeitest sie mit Werkzeugen und Maschinen.
- Oberflächen und Qualität: Du glättest, polierst und versiegelst deine Modelle. Du prüfst Maße und Qualität genau. Jeder kleine Fehler würde sich auf Tausende Produkte übertragen.
- Formen für verschiedene Verfahren: Du baust Formen für den Guss von Sanitärkeramik, das Pressen von Fliesen oder das Drehen von Geschirr.
- Werkzeuge pflegen: Du hältst deine Werkzeuge und Maschinen in Schuss.
- Zusammenarbeit: Du stimmst dich mit Produktentwicklung, Design und Fertigung ab. So lassen sich deine Modelle gut produzieren.
Wo arbeitest du als Industriekeramiker/in in Modelltechnik?
Du arbeitest vor allem in Modellbauwerkstätten von Unternehmen der keramischen Industrie. Auch Forschung und Entwicklung oder Zulieferbetriebe für den Formenbau sind möglich. Mit deiner Arbeit schaffst du die Grundlage für schöne und funktionale Keramikprodukte.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Industriekeramiker/in in Modelltechnik ab?
Wie lange dauert die Ausbildung?
Was lernst du in Betrieb und Berufsschule?
Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Du lernst im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Dein Betrieb ist meist ein keramischer Produktionsbetrieb. Dort lernst du direkt in der Modellwerkstatt. In der Berufsschule geht es um Werkstoffkunde, vor allem Gips und Keramik, um Formgebungsverfahren, technisches Zeichnen, CAD/CAM und Fertigungsprozesse.
Das lernst du unter anderem:
- Werkstoffkunde: Du kennst die Eigenschaften von Gips, Kunststoffen, Keramikrohstoffen und Hilfsstoffen und gehst richtig mit ihnen um.
- Technisches Zeichnen und CAD: Du liest und erstellst technische Zeichnungen und arbeitest mit CAD-Programmen.
- Modellbautechniken: Du stellst Urmodelle, Mutterformen und Arbeitsformen her. Du drehst, fräst, schleifst und polierst.
- Formgebungsverfahren: Du lernst Gießen, Pressen und Drehen kennen und weißt, was die Formen dafür können müssen.
- Maschinenkunde: Du bedienst Drehbänke, konventionelle und CNC-Fräsmaschinen und 3D-Drucker.
- Qualitätssicherung: Du arbeitest mit Messtechnik und Toleranzen und sorgst für genaue Maße.
- Arbeitsplanung: Du planst Abläufe, ermittelst den Materialbedarf und koordinierst Projekte.
- Arbeitssicherheit und Umweltschutz: Du kennst die Sicherheitsregeln und entsorgst Materialien umweltgerecht.
Welche Voraussetzungen brauchst du als Industriekeramiker/in in Modelltechnik?
Was solltest du mitbringen?
- einen guten Hauptschulabschluss oder einen mittleren Schulabschluss
- handwerkliches Geschick und Feinmotorik
- räumliches Vorstellungsvermögen und Formgefühl
- eine sorgfältige und genaue Arbeitsweise
- Kreativität und technisches Verständnis
- Interesse an Mathematik, Physik und Technik
- Teamfähigkeit und Lernbereitschaft
- Geduld und Ausdauer
Was verdienst du in der Ausbildung?
Wie viel verdienst du in jedem Ausbildungsjahr?
| Ausbildungsjahr | Vergütung pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich. |
| 1. Ausbildungsjahr | 1.200 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.250 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.350 € |
Passt die Ausbildung zum/zur Industriekeramiker/in in Modelltechnik zu dir?
Du arbeitest gern mit den Händen und interessierst dich für Technik? Dann solltest du dir diesen Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:
- Handwerk trifft Technik: Du verbindest Geschick mit technischem Know-how und baust Formen und Modelle aus Gips, Kunststoff oder Metall.
- Abwechslung: Du zeichnest, fertigst Modelle mit verschiedenen Techniken, prüfst und sicherst die Qualität.
- Viele Arbeitgeber: Keramikindustrie, Ziegeleien und Unternehmen der Baustoffindustrie brauchen dein Können.
- Produktentwicklung: Du bist von Anfang an dabei, wenn neue Keramikprodukte entstehen.
Bei der Arbeit trägst du Berufskleidung, zum Beispiel einen Kittel und Sicherheitsschuhe.
Vom Hobby zum Beruf
Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Industriekeramiker/in Modelltechnik?
Was du als Industriekeramiker/in Modelltechnik jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer mit Gips Formen gießt, aus Ton Gefäße modelliert oder für den 3D-Drucker eigene Objekte entwirft, zeigt Betrieben Formgefühl und Feinmotorik. Wer seine Modelle geduldig schleift, bis alles glatt ist, beweist dazu Sorgfalt, und eine Mannschaftssportart wie Basketball zeigt Teamgeist. Wenn dich Prototypen aus vielen Materialien reizen, schau dir Technische/r Modellbauer/in an. Für Keramik aus eigener Hand passt Keramiker/in.
Aus diesem Berufsprofil abgeleitet
Passt gut, wenn du gern …
- mit Gips Abdrücke oder Formen gießt Geschick
- aus Ton Figuren oder Gefäße modellierst Formgefühl
- für den 3D-Drucker eigene Objekte entwirfst Räumliches Denken
- deine Modelle geduldig schleifst und glättest Sorgfalt
- Basketball oder Fußball im Verein spielst Teamgeist
Im Kästchen: Das lesen Ausbildungsbetriebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind
Wo findest du Ausbildungsbetriebe in deiner Nähe?
1 von 3 · Wie häufig?
2
Betriebe bilden aus
Platz 315 von 340 Berufen.
2 von 3 · Wo?
- Nordrhein-Westfalen1
- Thüringen1
Die meisten Betriebe: Rhein-Sieg-Kreis, Saale-Holzland-Kreis
3 von 3 · Um die Ecke
Wer bildet bei dir aus?
Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?
Die keramische Industrie reicht von Geschirr und Zierkeramik bis zu hochtechnischen Anwendungen. Überall braucht sie Formen und Modelle. Als Industriekeramiker/in in Modelltechnik schaffst du die Grundlage für neue Produkte. Hier kannst du arbeiten:
- in der Sanitärkeramik-Industrie
- bei Herstellern von Gebrauchs- und Zierkeramik wie Geschirr und Vasen
- in Betrieben der technischen Keramik, zum Beispiel für Isolatoren und Katalysatorträger
- in der Fliesen- und Baukeramikindustrie
- in Modell- und Formenbaubetrieben
- in Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen der Keramikbranche
Welche Weiterbildungen gibt es?
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Industriemeister/in Fachrichtung Keramik: Das ist der klassische Schritt. Du übernimmst Leitungsaufgaben in Produktion oder Modellbau und bildest Azubis aus.
- Techniker/in: An einer Fachschule vertiefst du dein Wissen in Werkstofftechnik mit Schwerpunkt Keramik oder in Maschinentechnik. Danach planst, konstruierst oder forschst du.
- Spezialisierung: zum Beispiel auf bestimmte Modellbaumaterialien, CAD/CAM, Rapid Prototyping mit 3D-Druck oder auf Dental- und Medizinkeramik
- Ausbilder/in: Du gibst dein Wissen an den Nachwuchs weiter.
- Restaurator/in mit Schwerpunkt Keramik: wenn du historische Keramik erhalten willst
- Studium: Mit Abitur, Fachabitur oder Meister- oder Technikerabschluss kannst du zum Beispiel Werkstoffwissenschaften, Industriedesign, Produktdesign oder Maschinenbau studieren.
Fazit: Präzise Formen für Keramik
Als Industriekeramiker/in in Modelltechnik verbindest du Handwerk, Technik und ein Gespür für Formen. Deine Modelle sind die Vorlage für Tausende Produkte. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du Industriemeister/in oder Techniker/in werden oder dich spezialisieren.
Lust bekommen? Finde auf dein-ausbildungsplatz.de einen Ausbildungsbetrieb in deiner Nähe.
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