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Ausbildung Orgelbauer/in

Ausbildung: Handwerk, das man hört

Symbolbild: Ausbildung Orgel- und Harmoniumbauer/in

Du liebst Musik und hast ein Faible fürs Handwerk? Dann könnte die Ausbildung zum/zur Orgelbauer/in zu dir passen. Früher hieß der Beruf Orgel- und Harmoni­umbauer/in. Seit 2019 trägt er den kürzeren Namen, weil Harmonien kaum noch gebaut werden. Du baust Orgeln oder Orgelpfeifen, die in Kirchen und Konzert­häusern erklingen. Du arbeitest mit Holz, Metall und anderen Werkstoffen. Du intonierst und stimmst die Instrumente und sorgst so für den richtigen Klang. Auch Reinigung, Wartung, Reparatur und Restau­rierung gehören dazu. Hier erfährst du, was du als Orgelbauer/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Neu seit 2019: Die Ausbildung wurde modernisiert. Digitale Herstel­lungs­prozesse und moderne elektrische und elektro­nische Orgelsysteme gehören jetzt dazu. Die beiden Fachrich­tungen Orgelbau und Pfeifenbau bleiben bestehen.

Was macht ein/e Orgelbauer/in?

Du baust Orgeln nach den Wünschen deiner Kund/innen und passt sie an den Ort an, an dem sie stehen sollen. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

  • Planen: Je nach Akustik, Architektur und Klima am Aufstellungsort bestimmst du Größe und Art des Instruments und wählst die Materialien aus.
  • Bauteile fertigen: Du sägst, feilst, bohrst und hobelst, teils mit Kreissäge oder CNC-Maschine, oft in feiner Handarbeit.
  • Pfeifen herstellen: In der Fachrichtung Pfeifenbau schmilzt du zum Beispiel Blei und Zinn, gießt Metallplatten, rollst daraus Pfeifenkörper und lötest die Nähte.
  • Oberflächen gestalten: Du glättest Oberflächen, behandelst sie mit Holz- oder Korrosionsschutzmitteln und gestaltest sie bei Bedarf farbig.
  • Aufbauen und intonieren: Nach dem Probeaufbau und der Vorintonation in der Werkstatt montierst du das Instrument vor Ort und gibst ihm den endgültigen Klang.
  • Pflegen und restaurieren: Ein großer Teil deiner Arbeit ist Reinigung, Wartung, Reparatur und Restaurierung von Orgeln, Orgelpfeifen und Harmonien.
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Warum ist der Beruf so wichtig?

Orgelbau ist ein historisches und musika­lisches Kunsthandwerk und eine echte Nische. Viele Orgeln stehen seit Genera­tionen in Kirchen und Konzert­häusern. Damit sie weiter klingen, brauchen sie Menschen, die sie reinigen, warten und restau­rieren. Wenn du sorgfältig arbeitest, erklingen deine Instrumente noch lange nach dir.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Orgelbauer/in ab?

Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre und ist dual. Du lernst in einem Orgelbau­betrieb aus Handwerk oder Industrie und in der Berufs­schule. Der Unterricht findet im Blockun­terricht statt, für alle Bundes­länder gemeinsam in Ludwigsburg. Gearbeitet wird in der Werkstatt, aber auch in Kirchen und Museen.

Die zwei Fachrich­tungen:

  • Orgelbau: ganze Orgeln mit Windladen, Bälgen, Spieltisch, Gehäuse, Traktur und Elektronik
  • Pfeifenbau: Orgelpfeifen aus Metall, von der Legierung über das Gießen der Platten bis zum Intonieren

Das lernst du unter anderem:

  • Zeichnen: Fertigungs- und Entwurfszeichnungen, Schnitte und Schaltpläne, auch am Computer
  • Werkstoffe: Holz, Metall und Kunststoff von Hand und mit Maschinen bearbeiten
  • Windversorgung: welche Anlagen es gibt und wie im Orgelbau Windladen entstehen
  • Pfeifen: wie Holzarten und Metalllegierungen den Klang beeinflussen und wie du Pfeifen baust
  • Elektrik und Elektronik: im Orgelbau Bauteile installieren, Schaltkreise verlegen und Funktionen prüfen
  • Intonieren und stimmen: Orgeln in der Werkstatt vormontieren, prüfen und Pfeifen intonieren
  • Wartung und Reparatur: Orgeln und Harmonien reinigen, warten und reparieren
  • Kundenberatung: Wünsche ermitteln und Kund/innen beraten

In der Berufs­schule kommen Deutsch sowie Wirtschafts- und Sozialkunde dazu.

Was du mitbringen solltest

  • Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Zuletzt hatten die meisten Azubis Abitur oder Fachabitur.
  • Sorgfalt und handwerkliches Geschick
  • ein gutes Gehör zum Prüfen, Stimmen und Intonieren
  • Sinn für Ästhetik
  • Flexibilität, Teamfähigkeit und Ausdauer bei der Arbeit vor Ort
  • Freude am Kontakt mit Kund/innen
  • Interesse an Werken/Technik, Physik, Mathematik und Musik

Deine Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung arbeitest du vor allem im Musikin­stru­men­tenbau:

  • in handwerklichen Orgelbaubetrieben
  • in industriellen Orgelbaubetrieben
  • in Pfeifenbaubetrieben

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Zusatzqualifikation: Schon in der Ausbildung kannst du zum Beispiel Betriebsassistent/in im Handwerk oder Europaassistent/in werden.
  • Anpassungsweiterbildung: Du bleibst auf dem neuesten Stand, von der Holz- und Metallverarbeitung bis zur Musik.
  • Orgel- und Harmoniumbauermeister/in: Mit der Meisterprüfung kommst du in Führungspositionen.
  • Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Musikinstrumentenbau studieren.
  • Selbstständigkeit: mit einem eigenen Orgel- oder Pfeifenbaubetrieb oder einer Werkstatt für Restaurierung

Auf einen Blick

Orgelbauer/in auf einen Blick

Dauer3,5 Jahre
1. Jahr724 € bis 970 €
Schulabschlusskeine Vorgabe

Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis:

ESA / HauptschuleMSA / RealschuleAbitur / Fachabitur
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Quellen: BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · BA, Anlage Sprach­niveaus · abgerufen am 1. Oktober 2026

Orgelbauer/in in Zahlen

  • 1 von 3 · Wie häufig?

    1

    Betrieb bildet aus

    Platz 333 von 340 Berufen.

  • 2 von 3 · Wo?

    • Baden-Württemberg1

    Die meisten Betriebe: Neckar-Odenwald-Kreis

  • 3 von 3 · Um die Ecke

    Wer bildet bei dir aus?

Daten: dein-ausbil­dungsplatz.de, Ausschnitt der eingetragenen Ausbil­dungs­be­triebe, Zahlen gerundet. Stand: 2. Oktober 2026.

Passt die Ausbildung zu dir?

Du bist handwerklich begabt und begeisterst dich für Musik? Dann spricht einiges für diese Ausbildung:

  • Zwei Leidenschaften: Du verbindest Handwerk und Musik in einem Beruf.
  • Tradition bewahren: Du hilfst, alte Instrumente zu erhalten.
  • Abwechslung: Du arbeitest in der Werkstatt, in Kirchen und in Konzerthäusern.
  • Seltener Beruf: Mit deiner Ausbildung hast du immer ein spannendes Gesprächsthema.

Ausbil­dungs­ver­gütung als Orgelbauer/in

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 724 € bis 970 €
2. Ausbildungsjahr 854 € bis 1.070 €
3. Ausbildungsjahr 1.000 € bis 1.170 €
4. Ausbildungsjahr 1.270 €

Fazit: Handwerk für große Klänge

Als Orgelbauer/in baust, restau­rierst und pflegst du Orgeln und Orgelpfeifen. Du verbindest handwerk­liches Geschick mit musika­lischem Gehör. Früher hieß der Beruf Orgel- und Harmoni­umbauer/in. Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre, ist dual und hat zwei Fachrich­tungen: Orgelbau und Pfeifenbau.

Musik und Handwerk vereint? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Kunsthandwerk, Schmuck und Instrumente.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 01.10.2026 · Ausbil­dungs­ver­gütung: aktualisiert nach BERUFENET
Quellen: BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

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