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Ausbildung Orgelbauer/in
Ausbildung: Handwerk, das man hört
Du liebst Musik und hast ein Faible fürs Handwerk? Dann könnte die Ausbildung zum/zur Orgelbauer/in zu dir passen. Früher hieß der Beruf Orgel- und Harmoniumbauer/in. Seit 2019 trägt er den kürzeren Namen, weil Harmonien kaum noch gebaut werden. Du baust Orgeln oder Orgelpfeifen, die in Kirchen und Konzerthäusern erklingen. Du arbeitest mit Holz, Metall und anderen Werkstoffen. Du intonierst und stimmst die Instrumente und sorgst so für den richtigen Klang. Auch Reinigung, Wartung, Reparatur und Restaurierung gehören dazu. Hier erfährst du, was du als Orgelbauer/in machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.
Neu seit 2019: Die Ausbildung wurde modernisiert. Digitale Herstellungsprozesse und moderne elektrische und elektronische Orgelsysteme gehören jetzt dazu. Die beiden Fachrichtungen Orgelbau und Pfeifenbau bleiben bestehen.
Auf einen Blick
Orgelbauer/in auf einen Blick
Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis:
Der Beruf im Wandel der Zeit
Wie hieß der Beruf früher?
Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. Der Name hat sich mehrmals geändert. Seit 2019 heißt er so wie heute.
- ab 1949 bis 1965Orgelbauer/
in - ab 1949 bis 1965Harmoniumbauer/
in - 1965 bis 2019Orgel- und Harmoniumbauer/
in - seit 2019Orgelbauer/
in
Berufsnamen seit Gründung der Bundesrepublik 1949.
Was macht ein/e Orgelbauer/in?
Du baust Orgeln nach den Wünschen deiner Kund/innen und passt sie an den Ort an, an dem sie stehen sollen. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:
Welche Aufgaben hast du im Arbeitsalltag?
- Planen: Je nach Akustik, Architektur und Klima am Aufstellungsort bestimmst du Größe und Art des Instruments und wählst die Materialien aus.
- Bauteile fertigen: Du sägst, feilst, bohrst und hobelst, teils mit Kreissäge oder CNC-Maschine, oft in feiner Handarbeit.
- Pfeifen herstellen: In der Fachrichtung Pfeifenbau schmilzt du zum Beispiel Blei und Zinn, gießt Metallplatten, rollst daraus Pfeifenkörper und lötest die Nähte.
- Oberflächen gestalten: Du glättest Oberflächen, behandelst sie mit Holz- oder Korrosionsschutzmitteln und gestaltest sie bei Bedarf farbig.
- Aufbauen und intonieren: Nach dem Probeaufbau und der Vorintonation in der Werkstatt montierst du das Instrument vor Ort und gibst ihm den endgültigen Klang.
- Pflegen und restaurieren: Ein großer Teil deiner Arbeit ist Reinigung, Wartung, Reparatur und Restaurierung von Orgeln, Orgelpfeifen und Harmonien.
Warum ist der Beruf so wichtig?
Orgelbau ist ein historisches und musikalisches Kunsthandwerk und eine echte Nische. Viele Orgeln stehen seit Generationen in Kirchen und Konzerthäusern. Damit sie weiter klingen, brauchen sie Menschen, die sie reinigen, warten und restaurieren. Wenn du sorgfältig arbeitest, erklingen deine Instrumente noch lange nach dir.
Wie läuft die Ausbildung zum/zur Orgelbauer/in ab?
Wie lange dauert die Ausbildung?
Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre und ist dual. Du lernst in einem Orgelbaubetrieb aus Handwerk oder Industrie und in der Berufsschule. Der Unterricht findet im Blockunterricht statt, für alle Bundesländer gemeinsam in Ludwigsburg. Gearbeitet wird in der Werkstatt, aber auch in Kirchen und Museen.
Die zwei Fachrichtungen:
- Orgelbau: ganze Orgeln mit Windladen, Bälgen, Spieltisch, Gehäuse, Traktur und Elektronik
- Pfeifenbau: Orgelpfeifen aus Metall, von der Legierung über das Gießen der Platten bis zum Intonieren
Was lernst du in Betrieb und Berufsschule?
Das lernst du unter anderem:
- Zeichnen: Fertigungs- und Entwurfszeichnungen, Schnitte und Schaltpläne, auch am Computer
- Werkstoffe: Holz, Metall und Kunststoff von Hand und mit Maschinen bearbeiten
- Windversorgung: welche Anlagen es gibt und wie im Orgelbau Windladen entstehen
- Pfeifen: wie Holzarten und Metalllegierungen den Klang beeinflussen und wie du Pfeifen baust
- Elektrik und Elektronik: im Orgelbau Bauteile installieren, Schaltkreise verlegen und Funktionen prüfen
- Intonieren und stimmen: Orgeln in der Werkstatt vormontieren, prüfen und Pfeifen intonieren
- Wartung und Reparatur: Orgeln und Harmonien reinigen, warten und reparieren
- Kundenberatung: Wünsche ermitteln und Kund/innen beraten
In der Berufsschule kommen Deutsch sowie Wirtschafts- und Sozialkunde dazu.
Welche Voraussetzungen brauchst du als Orgelbauer/in?
Was solltest du mitbringen?
- Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Zuletzt hatten die meisten Azubis Abitur oder Fachabitur.
- Sorgfalt und handwerkliches Geschick
- ein gutes Gehör zum Prüfen, Stimmen und Intonieren
- Sinn für Ästhetik
- Flexibilität, Teamfähigkeit und Ausdauer bei der Arbeit vor Ort
- Freude am Kontakt mit Kund/innen
- Interesse an Werken/Technik, Physik, Mathematik und Musik
Was verdienst du in der Ausbildung?
Wie viel verdienst du in jedem Ausbildungsjahr?
| Ausbildungsjahr | Vergütung pro Monat (brutto) |
|---|---|
| Hinweis | Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich. |
| 1. Ausbildungsjahr | 724 € bis 970 € |
| 2. Ausbildungsjahr | 854 € bis 1.070 € |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.000 € bis 1.170 € |
| 4. Ausbildungsjahr | 1.270 € |
Passt die Ausbildung zum/zur Orgelbauer/in zu dir?
Du bist handwerklich begabt und begeisterst dich für Musik? Dann spricht einiges für diese Ausbildung:
- Zwei Leidenschaften: Du verbindest Handwerk und Musik in einem Beruf.
- Tradition bewahren: Du hilfst, alte Instrumente zu erhalten.
- Abwechslung: Du arbeitest in der Werkstatt, in Kirchen und in Konzerthäusern.
- Seltener Beruf: Mit deiner Ausbildung hast du immer ein spannendes Gesprächsthema.
Vom Hobby zum Beruf
Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Orgelbauer/in?
Was du als Orgelbauer/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer Klavier oder Orgel spielt, sein Instrument selbst stimmt und im Werkraum Holz sägt und hobelt, verbindet schon Gehör und Handwerk. Betriebe lesen daraus Sorgfalt und Ausdauer. Wer dazu im Posaunenchor oder in der Schulband spielt, zeigt Teamgeist. Wenn dich Tasteninstrumente für Wohnzimmer und Bühne reizen, schau dir Klavier- und Cembalobauer/in an. Für Flöten und Klarinetten passt Holzblasinstrumentenmacher/in.
Aus diesem Berufsprofil abgeleitet
Passt gut, wenn du gern …
- Klavier oder Orgel spielst Musikalität
- dein Instrument selbst stimmst und pflegst Gutes Gehör
- im Werkraum Holz sägst, feilst und hobelst Geschick
- im Posaunenchor oder in der Schulband spielst Teamgeist
- alte Kirchen und Bauwerke genau anschaust Formgefühl
Im Kästchen: Das lesen Ausbildungsbetriebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind
Wo findest du Ausbildungsbetriebe in deiner Nähe?
1 von 3 · Wie häufig?
1
Betrieb bildet aus
Platz 333 von 340 Berufen.
2 von 3 · Wo?
- Baden-Württemberg1
Die meisten Betriebe: Neckar-Odenwald-Kreis
3 von 3 · Um die Ecke
Wer bildet bei dir aus?
Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?
Nach der Ausbildung arbeitest du vor allem im Musikinstrumentenbau:
- in handwerklichen Orgelbaubetrieben
- in industriellen Orgelbaubetrieben
- in Pfeifenbaubetrieben
Welche Weiterbildungen gibt es?
So kannst du dich weiterentwickeln:
- Zusatzqualifikation: Schon in der Ausbildung kannst du zum Beispiel Betriebsassistent/in im Handwerk oder Europaassistent/in werden.
- Anpassungsweiterbildung: Du bleibst auf dem neuesten Stand, von der Holz- und Metallverarbeitung bis zur Musik.
- Orgel- und Harmoniumbauermeister/in: Mit der Meisterprüfung kommst du in Führungspositionen.
- Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Musikinstrumentenbau studieren.
- Selbstständigkeit: mit einem eigenen Orgel- oder Pfeifenbaubetrieb oder einer Werkstatt für Restaurierung
Fazit: Handwerk für große Klänge
Als Orgelbauer/in baust, restaurierst und pflegst du Orgeln und Orgelpfeifen. Du verbindest handwerkliches Geschick mit musikalischem Gehör. Früher hieß der Beruf Orgel- und Harmoniumbauer/in. Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre, ist dual und hat zwei Fachrichtungen: Orgelbau und Pfeifenbau.
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Mehr Ausbildungsberufe aus diesem Bereich findest du unter Kunsthandwerk, Schmuck und Instrumente.
Dieses Berufsprofil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Elterngespräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.
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