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Ausbildung Textil- und Modeschneider/in

Ausbildung: Kleidung nach Maß, mit Stil

Symbolbild: Ausbildung Modeschneider/in

Schere, Nadel und Nähmaschine: Check. Willst du wissen, wie aus einem Entwurf eine ganze Kollektion wird? Dann schau dir die Ausbildung zum/zur Textil- und Modeschneider/in an. Früher hieß der Beruf Modeschneider/in. Seit 2015 gilt die neue Ausbil­dungs­ordnung unter dem neuen Namen. Du fertigst Prototypen und Modelle für Bekleidung und andere Textilwaren. Du entwickelst Schnitte, nähst, prüfst Qualität und bereitest die Serien­fer­tigung vor. Hier erfährst du, was du im Beruf machst, wie die Ausbildung abläuft, was du mitbringen solltest und welche Wege dir danach offenstehen.

Auf einen Blick

Textil- und Modeschneider/in auf einen Blick

Dauer3 Jahre
Ausbildungdual, Mode, Textil & Leder
1. Jahr1.116 € bis 1.178 €
Schulabschlusskeine Vorgabe

Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis:

ESA / HauptschuleMSA / RealschuleAbitur / Fachabitur
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. Der Name hat sich mehrmals geändert. Seit 2015 heißt er so wie heute.

  1. ab 1949 bis 1971Schneider/in
  2. 1971 bis 1997Beklei­dungs­schnei­der/in
  3. 1997 bis 2015Mode­schnei­der/in
  4. seit 2015Textil- und Mode­schnei­der/in

In der DDR hieß der Beruf: Fachar­beiter/in für Lederkleidung, Fachar­beiter/in für Textil­technik (Konfek­tionär/in), Fachar­beiter/in für Textil­technik (Konfek­tio­nierung textiler Flächen)

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949. Die DDR-Berufe gingen mit der Wieder­ver­ei­nigung 1990 in den heutigen Ausbil­dungs­berufen auf.

Was macht ein/e Textil- und Modeschneider/in?

Du arbeitest in der Bekleidungs- und Textil­in­dustrie. Dort sorgst du dafür, dass aus einem Modell ein Produkt wird, das in Serie gehen kann. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Prototypen fertigen: Nach Skizzen und Modellbeschreibungen nähst du Prototypen und Musterteile für Kollektionen.
  • Prototypen optimieren: Du prüfst, ob sich ein Modell gut fertigen lässt, und verbesserst es für die Serie.
  • Schnitte entwickeln: Aus Modellschnitten machst du Produktionsschnitte. Du erstellst Schnittbilder und passt Schnitte an das Material an.
  • Nähen und verbinden: Du fertigst Schließ-, Versäuberungs- und Ziernähte. Manche Materialien verschweißt oder verklebst du.
  • Serienfertigung vorbereiten: Du erstellst Stücklisten, Materialbedarfslisten und Fertigungsunterlagen und richtest Maschinen ein.
  • Qualität prüfen: Du prüfst Materialien und Nähte und dokumentierst die Ergebnisse.
  • Logistik: Du lagerst die fertigen Erzeugnisse fachgerecht und bereitest sie für den Versand vor.
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Warum ist der Beruf so besonders?

Als Textil- und Modeschneider/in bist du die Verbindung zwischen Entwurf und Produktion. Du hältst die ersten Stücke einer neuen Kollektion in der Hand und sorgst dafür, dass sie später in Serie genauso gut sitzen. Du arbeitest mit der Hand, an der Nähmaschine und am Computer.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Textil- und Modeschneider/in ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Ausbildung ist dual und dauert 3 Jahre. Du lernst in einem Betrieb der Bekleidungs- oder Textil­in­dustrie und in der Berufs­schule. Die Berufs­schule besuchst du an 1 oder 2 Tagen pro Woche oder im Blockun­terricht. Für einige Bundes­länder gibt es gemeinsame Fachklassen, zum Beispiel in Hamburg und in Plauen. Hast du schon eine Ausbildung als Textil- und Modenäher/in, Änderungs­schneider/in oder Polster- und Dekora­ti­onsnäher/in, kann sie angerechnet werden.

Deine Schwer­punkte:

  • Prototypen und Serienfertigung: Maschinen vorbereiten, Modelle prüfen und Prototypen sowie Einzel- und Serienteile fertigen
  • Arbeitsvorbereitung und Qualitätsprüfung: Modellbeschreibungen, Maßtabellen und Fertigungsunterlagen erstellen und Prüfverfahren anwenden
  • Schnitttechnik: Schnittdaten für die Produktion aufbereiten, Schnitte anpassen und Schnittbilder erstellen

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Das lernst du unter anderem:

  • Schnitte: Schnittteile zuordnen und Schnitte für Kleinteile erstellen
  • Zuschnitt: Fehler beim Legen, Schneiden und Stanzen erkennen und beheben
  • Nähen: Schließ-, Versäuberungs- und Ziernähte anfertigen und Nahtverbindungen prüfen
  • Bügeln und Finish: Nähte, Abnäher und Einlagen formbügeln und Fertigteile finishen
  • Materialprüfung: Prüfungen durchführen und Ergebnisse dokumentieren
  • Fertigstellen: Teile nach funktionalen und wirtschaftlichen Kriterien zusammenfügen

In der Berufs­schule kommen Deutsch sowie Wirtschafts- und Sozialkunde dazu.

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Textil- und Modeschneider/in?

Was solltest du mitbringen?

  • Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Zuletzt starteten die meisten Azubis mit mittlerem Abschluss oder Abitur.
  • Geschick und eine gute Auge-Hand-Koordination
  • Sorgfalt, zum Beispiel bei Prototypen und Musterteilen
  • handwerkliches Geschick und technisches Verständnis
  • Organisationstalent für die Planung der Serienfertigung
  • gute Kenntnisse in Mathematik, Werken/Textiles Gestalten und Englisch

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 1.116 € bis 1.178 €
2. Ausbildungsjahr 1.174 € bis 1.240 €
3. Ausbildungsjahr 1.225 € bis 1.357 €

Passt die Ausbildung zum/zur Textil- und Modeschneider/in zu dir?

Mode und Textilien begeistern dich und du arbeitest gern genau? Dann schau dir diesen Beruf genauer an. Das spricht für die Ausbildung:

  • Neue Kollektionen: Du arbeitest an Modellen, bevor sie in den Handel kommen.
  • Abwechslung: Du nähst, entwickelst Schnitte, prüfst Qualität und planst die Fertigung.
  • Technik: Du arbeitest mit Nähmaschinen, programmgesteuerten Anlagen und am Computer.
  • Praktisches Können: Was du lernst, hilft dir auch bei deiner eigenen Kleidung.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Textil- und Modeschneider/in?

Was du als Textil- und Modeschneider/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer im Textil­un­terricht ein Shirt nach Schnitt näht, für die Theater-AG viele gleiche Kostüme plant oder Hoodies für die ganze Klasse organisiert, zeigt Betrieben Geschick und Organi­sa­ti­ons­talent. Wer in einer Tanzgruppe trainiert und neue Nähtechniken aus englischen Tutorials lernt, beweist Teamgeist und Lernlust. Wenn du einzelne Stücke nach Maß fertigen willst, schau dir Maßschneider/in an. Für eigene Entwürfe und Kollek­tionen passt Modede­signer/in.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • im Textilunterricht Kleidung nach Schnitt nähst Geschick
  • für die Theater-AG viele gleiche Kostüme planst Organisation
  • Klassenshirts oder Hoodies für alle organisierst Verantwortung
  • Nähtechniken aus englischen Tutorials lernst Lernbereitschaft
  • in einer Tanzgruppe mittrainierst Teamgeist

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Mit deiner Ausbildung bist du in der Textil- und Beklei­dungs­branche gefragt. Hier kannst du arbeiten:

  • in Betrieben der Bekleidungsindustrie
  • in Betrieben der Textilindustrie
  • bei Herstellern von Heimtextilien, zum Beispiel Bett- und Tischwaren

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Zusatzqualifikation: Schon in der Ausbildung kannst du zum Beispiel Europaassistent/in werden.
  • Anpassungsweiterbildung: Du bleibst auf dem neuesten Stand, von der Bekleidungsherstellung bis zu CAD.
  • Industriemeister/in Textilwirtschaft: für Führungsaufgaben
  • Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Textil- und Bekleidungstechnik studieren.
  • Selbstständigkeit: zum Beispiel mit einer eigenen Schneiderei

Fazit: Mode zum Leben erwecken

Als Textil- und Modeschneider/in machst du aus Entwürfen Prototypen und bereitest sie für die Serien­fer­tigung vor. Früher hieß der Beruf Modeschneider/in. Die Ausbildung dauert 3 Jahre und ist dual. Danach kannst du Industrie­meister/in werden, studieren oder dich selbst­ständig machen.

Lust auf Mode in Serie? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Mode, Textil und Leder.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Textil- und Modeschneider/in als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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