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Ausbildung Gold- und Silber­schmied/in

Ausbildung: Aus Gold und Steinen werden Unikate

Symbolbild: Ausbildung Goldschmied/in

Kannst du dir vorstellen, einen Ehering oder einen silbernen Leuchter selbst zu fertigen? In der Ausbildung zum/zur Gold- und Silber­schmied/in lernst du genau das. Früher gab es dafür zwei Berufe: Goldschmied/in und Silber­schmied/in. Du formst Edelmetalle, fasst Edelsteine und gestaltest Oberflächen. Du fertigst Schmuck oder Gerät aus Silber nach eigenen Entwürfen, nach Vorlagen oder nach Kunden­wünschen. Dafür brauchst du eine ruhige Hand, Geduld und einen Sinn für Schönheit. Hier erfährst du, was du im Beruf machst, wie die Ausbildung abläuft und welche Wege dir danach offenstehen.

Neu seit 2025: Die Berufe Goldschmied/in und Silber­schmied/in sind zum Beruf Gold- und Silber­schmied/in zusammen­gefasst. Du wählst eine von zwei Fachrich­tungen: Goldschmieden oder Silber­schmieden. Die bisherigen Fachrich­tungen Juwelen, Ketten und Schmuck gehen in der Fachrichtung Goldschmieden auf.

Edelme­tall­prüfer/in und Vorpolierer/in waren früher eigene Ausbil­dungs­berufe. Seit August 2025 gehören ihre Inhalte zur Ausbildung Gold- und Silber­schmied/in.

Auf einen Blick

Gold- und Silber­schmied/in auf einen Blick

Dauer3,5 Jahre
1. Jahr1.304 €
Schulabschlusskeine Vorgabe

Mit welchem Abschluss starten andere? So verteilten sich zuletzt die neuen Azubis im Vorläu­ferberuf Goldschmied/in:

ESA / HauptschuleMSA / RealschuleAbitur / Fachabitur
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hieß der Beruf früher?

Du hörst im Betrieb noch einen älteren Namen? Gemeint ist meist dieser Beruf. 2025 wurden mehrere Berufe neu geordnet. Aus 3 Berufen wurde einer.

  1. 1992 bis 2025Goldschmied/in Fach­rich­tung Juwelen
  2. 1992 bis 2025Goldschmied/in Fach­rich­tung Ketten
  3. 1992 bis 2025Goldschmied/in Fach­rich­tung Schmuck
  4. seit 2025Gold- und Sil­ber­schmied/in

Im Alltag sagt man auch: Goldschmied/in, Silber­schmied/in

Berufsnamen seit Gründung der Bundes­re­publik 1949.

Was macht ein/e Gold- und Silber­schmied/in?

Du arbeitest filigran am Werktisch, mit Hitze, Werkzeugen und wertvollen Materialien. Du bist Gestalter/in und Handwerker/in zugleich. Das sind deine wichtigsten Aufgaben:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Entwerfen: Du fertigst Skizzen, Entwurfs- und Fertigungszeichnungen an, auch am Computer mit CAD und als 3D-Konstruktion.
  • Metall formen: Du schmilzt und gießt Metalle. Du feilst, bohrst, biegst, schmiedest, treibst und ziehst Werkstücke in Form und verbindest sie durch Löten, Nieten, Schweißen oder Kleben.
  • Edelsteine fassen: Du wählst die passende Fassung und setzt Edelsteine sicher ein.
  • Oberflächen gestalten: Du schleifst, polierst, mattierst oder ziselierst Oberflächen.
  • Schmuck fertigen: In der Fachrichtung Goldschmieden stellst du vor allem Ringe, Armbänder, Ketten und Ohrschmuck her. Du biegst Drähte zu Kettengliedern, fügst Einzelteile zusammen und bringst Verschlüsse an.
  • Gerät aus Silber fertigen: In der Fachrichtung Silberschmieden stellst du zum Beispiel Leuchter, Besteck, Gefäße und liturgisches Gerät her. Du montierst Deckel, Verschlüsse, Scharniere und Bewegungsmechaniken und emaillierst Oberflächen.
  • Reparieren und umarbeiten: Neben Neuanfertigungen reparierst du Schmuck und Silberobjekte oder arbeitest sie um.
  • In der Industrie fertigen: Dort stellst du Modelle her, richtest Maschinen ein, zum Beispiel für den Schmuckguss, und überwachst die Fertigung.
goldring

Wo arbeitest du als Gold- und Silber­schmied/in?

Du arbeitest in handwerk­lichen Gold- oder Silber­schmie­de­werk­stätten, in Juwelier­ge­schäften, in Restau­rie­rungs­werk­stätten oder in der Industrie, die Schmuck oder Silberwaren herstellt. Auch Schmuck­de­si­gn­ateliers sowie Pfand- und Auktions­häuser sind möglich. Meist stehst du in der Werkstatt, in der Industrie auch in Produk­ti­ons­hallen und im Juwelier­ge­schäft im Verkaufsraum.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Gold- und Silber­schmied/in ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Die Ausbildung ist dual und dauert 3,5 Jahre. Du lernst in einem Ausbil­dungs­betrieb in Handwerk oder Industrie und in der Berufs­schule. Die Berufs­schule besuchst du an 1 oder 2 Tagen pro Woche oder im Blockun­terricht. Für einige Bundes­länder gibt es gemeinsame Fachklassen, zum Beispiel in Hamburg und in Arnstadt. Kann dein Betrieb nicht alle Inhalte vermitteln, lernst du Teile in einer überbe­trieb­lichen Ausbil­dungs­stätte.

Die zwei Fachrich­tungen:

  • Goldschmieden: Ansteck-, Arm-, Hals-, Ketten-, Ohr- und Ringschmuck, Juwelenfassungen und Ketten
  • Silberschmieden: Gerät und Objekte aus Silber, Besteck, liturgisches Gerät und Emailarbeiten

Das lernst du unter anderem:

  • Zeichnen und Entwerfen: Skizzen, Entwurfs- und Fertigungszeichnungen, auch rechnergestützt
  • CAD und 3D: 2D- und 3D-Konstruktionen erstellen, Daten an Maschinen übergeben und Modelle und Rohlinge fertigen
  • Metallbearbeitung: Schmelzen, Gießen, Schmieden, Treiben, Ziehen, Löten, Nieten und Schweißen
  • Edelsteine fassen: welche Fassung zu welchem Stein passt und wie du Steine fasst
  • Oberflächen: Verfahren zum Schutz und zur Gestaltung von Oberflächen
  • Reparatur: Schmuck und Gerät aufarbeiten und reparieren
  • Werkzeuge und Maschinen: auswählen, bedienen, pflegen und warten

In der Berufs­schule kommen Deutsch sowie Wirtschafts- und Sozialkunde dazu. Auch Umwelt­schutz, Arbeits­si­cherheit und die digita­li­sierte Arbeitswelt sind Thema.

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Gold- und Silber­schmied/in?

Was solltest du mitbringen?

  • Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Im Vorläuferberuf Goldschmied/in hatten zuletzt die meisten Azubis Abitur oder einen mittleren Abschluss.
  • Geschick und eine gute Auge-Hand-Koordination
  • Sorgfalt, zum Beispiel beim Feinschleifen und Polieren
  • einen genauen Blick, etwa für Einschlüsse in Edelsteinen oder Unebenheiten in Oberflächen
  • zeichnerisches Talent
  • Kreativität und Sinn für Ästhetik
  • Interesse an Werken/Technik, Chemie, Deutsch und Kunst

Was verdienst du in der Ausbildung?

Wie viel verdienst du in jedem Ausbil­dungsjahr?

Ausbildungsjahr Vergütung pro Monat (brutto)
Hinweis Je nach Bundesland, Branche und Tarif unterschiedlich.
1. Ausbildungsjahr 1.304 €
2. Ausbildungsjahr 1.378 €
3. Ausbildungsjahr 1.489 €
4. Ausbildungsjahr 1.563 €

Passt die Ausbildung zum/zur Gold- und Silber­schmied/in zu dir?

Du hast Ideen im Kopf und Geschick in den Fingern? Dann solltest du dir diesen Beruf genauer anschauen. Das spricht für die Ausbildung:

  • Kreativität: Du entwirfst Schmuck und Gerät aus Edelmetall.
  • Präzision: Mit Sorgfalt und Blick fürs Detail entstehen hochwertige Stücke.
  • Verantwortung: Du arbeitest mit wertvollen Materialien und stehst für deine Qualität ein.
  • Vielfalt: Mit zwei Fachrichtungen wählst du, ob dein Schwerpunkt bei Schmuck oder bei Silbergerät liegt.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Gold- und Silber­schmied/in?

Was du als Gold- und Silber­schmied/in jeden Tag machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer Ketten und Ringe aus Draht biegt, Schmuck­entwürfe zeichnet oder alte Stücke vom Flohmarkt aufarbeitet, zeigt Werkstätten Kreativität und eine ruhige Hand. Wer dazu in der Kunst-AG oder Werk-AG eigene Projekte durchzieht, beweist Geduld. Ein Nebenjob zeigt außerdem, dass du mit wertvollen Dingen und Kund/innen verant­wor­tungsvoll umgehst. Wenn dich das Fassen von Edelsteinen reizt, schau dir Edelstein­fasser/in an. Für feine Linien und Schriften passt Graveur/in.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • Ringe oder Anhänger aus Draht biegst Geschick
  • Schmuckideen in ein Skizzenbuch zeichnest Kreativität
  • Flohmarktfunde reinigst und wieder schön machst Sorgfalt
  • in der Werk-AG eigene Stücke baust Geduld
  • im Nebenjob mit Kund/innen und Kasse arbeitest Verantwortung

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Wo findest du Ausbil­dungs­be­triebe in deiner Nähe?

  • 1 von 3 · Wie häufig?

    7

    Betriebe bilden aus

    Platz 273 von 340 Berufen.

  • 2 von 3 · Wo?

    • Baden-Württemberg4
    • Hamburg1
    • Niedersachsen1

    Die meisten Betriebe: Pforzheim, Landkreis Vechta, Heilbronn

  • 3 von 3 · Passt der Beruf?

    Unsicher, ob dieser Beruf zu dir passt?

    Tipp deine Noten und Hobbys ein. Ecki zeigt dir passende Berufe und die Betriebe um die Ecke.

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Gold- und Silber­schmieden ist ein traditi­ons­reiches Handwerk. Mit deiner Ausbildung hast du verschiedene Möglich­keiten. Hier kannst du arbeiten:

  • in Goldschmiede- oder Silberschmiedewerkstätten
  • in Juweliergeschäften
  • in der Industrie, die Schmuck oder Silberwaren herstellt
  • in Restaurierungswerkstätten
  • in Schmuckdesignateliers
  • in Pfand- und Auktionshäusern

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Zusatzqualifikation: Schon in der Ausbildung kannst du zum Beispiel Europaassistent/in werden. In der Fachrichtung Goldschmieden gibt es außerdem Betriebsassistent/in im Handwerk.
  • Anpassungsweiterbildung: Du bleibst auf dem neuesten Stand, von der Metallbearbeitung bis zur Produktgestaltung.
  • Gold- und Silberschmiedemeister/in: Mit der Meisterprüfung kommst du in Führungspositionen.
  • Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du zum Beispiel Schmuckdesign studieren.
  • Selbstständigkeit: Du eröffnest eine eigene Gold- oder Silberschmiede oder ein Juweliergeschäft mit Werkstatt.

Fazit: Handwerkskunst für zeitlose Eleganz

Als Gold- und Silber­schmied/in verbindest du Handwerk, Gestaltung und Genauigkeit. Du schaffst Schmuck und Gerät, das bleibt. Früher hieß der Beruf Goldschmied/in oder Silber­schmied/in. Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre, ist dual und hat zwei Fachrich­tungen. Danach kannst du Meister/in werden, studieren oder dich selbst­ständig machen.

Goldene Hände? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe aus diesem Bereich findest du unter Kunsthandwerk, Schmuck und Instrumente.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 12.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Tarifin­for­ma­tionen von Bund und Ländern (u. a. BMAS, WSI-Tarifarchiv)

Vorschau: Berufsprofil Gold- und Silberschmied/in als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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