2026 Jetzt für die Ausbildung bewerben
Von der Mühe kommt der Erfolg
Praktikums- und Ausbildungsplatzsuche – Nutze das Frühjahr
Die Halbjahreszeugnisse wurden bereits verteilt, jetzt geht es für dich vielleicht in die letzte Runde der Schullaufbahn. Wenn du im Sommer mit einer Ausbildung durchstarten willst, dann beginnt für dich bald die Zeit der Bewerbung, denn die Vergabe der Halbjahreszeugnisse ist für viele Betriebe der Startschuss, um die Bewerbungsportale zu öffnen.
Aber keine Panik: Du musst nicht zwingend ein 1,0-Kandidat sein, um deine Ausbildung starten zu können. Worauf es jetzt wirklich ankommt und wie du aus der Masse herausstichst, erfährst du hier.
Die Basics, bevor es um die Bewerbung geht:
Bevor du die erste Bewerbung verschickst, solltest du zwei Dinge erledigen, die viele nicht auf dem Schirm haben:
Willst du deine Bewerbung wirklich von dieser Mail-Adresse verschicken? 420_skater_boy_@web.de war in der 7. Klasse cool und witzig, aber bei der Personalchefin wirkt das Ganze eher semi-professionell. Daher solltest du dir eine seriöse Mail-Adresse zulegen. Halte es dabei einfach und gehe nach diesem Schema vor: vorname.nachname@provider.de
Hast du deinen digitalen Fußabdruck im Blick? Google am besten deinen eigenen Namen und schaue dir an, welche Ergebnisse auftauchen, denn genau das machen die Recruiter auch. Sie checken nicht nur Google, sondern auch dein Social-Media-Profil. Wenn du nicht weißt, ob das, was angezeigt wird, das gut oder schlecht ist, frag dich einfach, ob du wollen würdest, dass deine Eltern diese Suchergebnisse finden. Wenn das erste Suchergebnis ein Partyvideo ist, stell dein Profil besser auf privat.
Achte darauf, dass alle Ansprechpartner korrekt benannt werden. Denk daran deine Handynummer anzugeben und checke nach dem Versenden regelmäßig deinen Spam-Ordner. Es kann sein, dass die ersehnte Zusage einfach im Spam untergegangen ist.
Was in der Bewerbung wirklich zählt (und was nicht)
Betriebe suchen keine perfekten Roboter, sondern motivierte Azubis. Und da diese vielerorts Mangelware sind, kannst du recht leicht aus der Masse herausstechen, wenn du dir ein wenig Mühe gibst.
Wichtig sind:
Deine Motivation: Warum dieser Beruf? Und warum genau diese Firma? "Ich brauche halt einen Job" ist immer die falsche Antwort, da Geld ein Grundbedürfnis ist, aber kein überzeugendes Argument für einen bestimmten Betrieb oder eine Ausbildung. Ein Motivationsschreiben ist zwar nicht immer notwendig, kann aber dennoch deine Chancen auf eine umkämpfte Stelle verbessern. Falls du dich dafür interessierst, lies hier weiter (Mit der Bewerbung positiv auffallen).
Kenne das Unternehmen: Zeige, dass du dich mit dem Betrieb beschäftigt hast und schaffe dir die folgenden Kerninformationen drauf, mit ihnen kannst du im Gespräch immer punkten:
- Wie heißt das Unternehmen? (korrekte Firmierung)
- Ist es klein, mittelständisch oder groß? (wichtig, um einschätzen zu können, ob es starre Strukturen gibt oder flache Hierarchien)
- Wer sind die wichtigsten Ansprechpartner? (Chefs/CEO, Ausbilder, Personaler)
- Was ist die Firmenphilosophie (falls es eine gibt)?
- Wie sieht die Firmengeschichte aus? (Ein grober Überblick reicht)
- Was stellt es her und oder welche Leistungen bietet es an? (Du solltest wissen, was du künftig produzierst oder anbietest)
- Welche Ausbildungen und Berufe werden von dem Betrieb angeboten? (Du solltest zumindest die Stellenbeschreibung zu deiner Wunschausbildung kennen)
- Was könnte grob dein Aufgabenfeld sein, wenn du ausgelernt hast? (Kennst du bereits ein paar Fachwörter, Materialien, Werkzeuge oder Programme, mit denen du arbeiten wirst?)
So gelingt das Anschreiben:
Recht- 👏 schreib- 👏 fehler 👏 vermeiden!
Wenn du den Namen deines Ansprechpartners vergeigst, kann das schon das Aus bedeuten. Achte darauf, dass dir dein Schreibprogramm möglichst keine roten und blauen Linien anzeigen. Lass unbedingt jemanden drüberlesen! Und wenn du niemanden hast, dann lass wenigstens die KI drüber gucken und lass dir in Sachen Zeichensetzung helfen. Du glaubst gar nicht, wie schlecht deine Chancen stehen, wenn deine erste Nachricht voller Fehler ist. Daher solltest du bitte bitte bitte darauf achten, dass du ein ordentliches Anschreiben verfasst.
Bei allen Punkten können dir eine einfache Google-Suche und KI-Chats behilflich sein. Wichtig ist, dass du das Wissen nicht nur in deine Bewerbung einbaust, sondern für ein mögliches Bewerbungsgespräch auswendig lernst, damit du damit vor Ort punkten kannst.
Eine simple Struktur:
In deinem Anschreiben bewirbst du dich um die Stelle und erklärst, warum du eine Ausbildung machen willst. Wie du das erstellst, sagen wir dir hier (Mit der Bewerbung positiv auffallen).
Erstelle einen einfachen tabellarischen Lebenslauf, der auf einen Blick zeigt, wer du bist und was du bisher gemacht hast (Schule, Praktika, Hobbys). Vorlagen findest du sofort, wenn du nach „Lebenslauf“ suchst. Halte es schlicht, füge nichts ein, was du nicht gemacht hast.
Denk unbedingt an ein gutes Bewerbungsfoto. Mache ein professionelles Foto. Ja das kostet Geld, aber dafür bekommst du ein anständiges Bild, anstelle eines Snapshots auf deinem Handy.
Verzichte auf Unnötiges:
Eine teure Bewerbungsmappe braucht es nicht: Die meisten Unternehmen sind digital unterwegs und bevorzugen ein einfaches PDF per Mail oder über ihr Portal. Spar dir das Geld für die Plastikhüllen und stecke die Arbeit lieber in ein gutes Anschreiben.
Vergiss die Lückenfüller-Hobbys: "Lesen, Treffen mit Freunden, Filme gucken" sagt nicht viel über dich aus. Schreib lieber "Kapitän der Fußballmannschaft" (zeigt Führungswillen), „Ich spiele Instrument XY“ (zeigt, dass du kreativ bist) "Schrauben an meinem Fahrrad" (zeigt technisches Geschick), „ehrenamtlich tätig in…“ (zeigt Engagement) oder „Arbeite eigenständig an Programmierprojekten“ (zeigt, dass du dich bereits fachlich auskennst).
Das Praktikum und die Schnuppertage
Nun hast du dir ein Praktikum gesichert oder einen Schnuppertag in Aussicht. Dann nutze die folgenden Tipps, damit du das Meiste aus den beiden Chancen rausholst.
Mache einen Vibe-Check: Was für einen Eindruck macht der Betrieb auf dich? Wie gehen die Kollegen mit dir und untereinander um? Wie wirst du in deine Aufgaben eingewiesen? Welches Gefühl hast du, wenn du dir den Betrieb und die Menschen, die dort arbeiten ansiehst? Stelle dir während deiner gesamten Zeit in der Firma solche Fragen, um für dich zu beantworten, ob dies der richtige Beruf und der richtige für dich ist. Sei nicht zu vorschnell mit deinem Urteil, aber auch nicht zu nachlässig. Wenn es kritische Punkte gibt, die dir ein schlechtes Gefühl geben, dann sprich darüber und frage nach. Denn in einem Betrieb, in dem sich nur angeschwiegen oder gar angeschrien wird, ist kein Ort, an dem du deine Ausbildung absolvieren willst.
Nach dem Praktikum bist du klüger, auf die eine oder andere Art und Weise. Nun kannst du für dich sagen, ob dir die Arbeit gefallen hat, ob die Branche zu dir passt oder ob es etwas ganz anderes werden soll. Du brauchst keine Angst zu haben, dass du dich falsch entscheidest. Selbst wenn du dich für eine Ausbildung entscheidest und diese beginnst, heißt das nicht, dass du diesen Beruf dein Leben lang ausüben musst. Ebenso wenig musst du für immer in demselben Betrieb bleiben. Du kannst dich immer umentscheiden, weiter- oder fortbilden oder einen Quereinstieg machen. Mit den richtigen Voraussetzungen kannst du auch studieren gehen (Ohne Abi studieren).
Das kommt richtig gut an
Wenn du positiv auffallen willst, dann mache das Folgende:
Zeige Eigeninitiative: Hast du dir selbst Photoshop beigebracht, hast bereits Vertriebserfahrungen aus dem Schulverkauf oder hast ein Hochbeet auf dem Balkon gezimmert? Solche "Nebenprojekte" zeigen, dass du Dinge anpackst und was du bereits kannst. Ein großer Pluspunkt.
Rufe an, anstatt nur zu mailen: Wenn in der Anzeige eine Telefonnummer steht, ruf an und stell eine kluge Frage – Falls du nicht weißt, was du fragen sollst, dann erkundige dich nach dem Bewerbungsablauf und für welchen Zeitraum persönliche Gespräche angesetzt sind. Dann ist dein Name schon mal im Kopf der Personalabteilungen abgespeichert.
Frage nach einer Kennlernmöglichkeit: Wenn du den Betrieb kennenlernen willst, sei es im Rahmen eines Praktikums, auf einer Messe oder an einem Schnuppertag, dann zeigt das den Personalern, dass du interessiert bist. Sie werden garantiert ja sagen und dich irgendwohin einladen. Das ist deine Chance, um persönlich zu punkten.
Schau vorbei: Du kannst deine Bewerbung persönlich abgeben. So kannst du gleich ein paar Leute kennenlernen und vielleicht direkt eine kleine Führung durch den Betrieb bekommen. Du bleibst auf jeden Fall im Gedächtnis.
Hake nach: Nachdem du deine Bewerbung abgegeben hast, heißt es den Ball flach halten. Warte erst einmal ab, bis du eine Antwort bekommst. Nach 2 Wochen ohne Rückmeldung kannst du dich aber durchaus einmal freundlich erkundigen, wie der Stand bei deiner Ausbildung ist.
Nutze das Kennenlernen!
Du willst nicht die Katze im Sack kaufen? Absolut verständlich. Das wollen die meisten Betriebe auch nicht. Daher bieten sich Praktika, Messebesuch oder ein Schnuppertag auch so gut an. Nutze diese Gelegenheiten unbedingt, da es keine bessere Möglichkeit gibt, um herauszufinden, ob die Ausbildung und der Betrieb wirklich zu dir passen.
So sprichst du es im Anschreiben an:
„Um einen authentischen Eindruck von den Abläufen in Ihrem Betrieb zu gewinnen und meine Eignung unter Beweis zu stellen, stehe ich Ihnen gerne für einen Schnuppertag oder ein kurzes Praktikum zur Verfügung.“
Natürlich kannst du auch einfach anrufen und fragen, ob es eine solche Kennlernmöglichkeit gibt und wann du diese nutzen kannst – anrufen ist immer die bessere Option und sollte vor der Bewerbung passieren.
Fazit: Gib dir Mühe und zeig, was du kannst
Die Ausbildungsplatzsuche ist keine Einbahnstraße. Der Betrieb sucht jemanden, der reinpasst, und du suchst einen Ort, an dem du die nächsten drei Jahre lernen willst. Sei ehrlich zu dir und dem Betrieb, achte auf Formalien und ein gutes Bewerbungsschreiben und zeige Interesse an der Ausbildung, dann klappt es auch mit dem Vertrag. Viel Erfolg!
Brandneu
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