Der Web-Check vor der Bewerbung
Vor dem Abschicken, den Auftritt checken.
Das solltest du vor dem Abschicken beachten
Du stehst kurz davor deine Bewerbung abzuschicken, um dir endlich deinen Traumausbildungsplatz zu sichern, doch ein letzter Check fehlt noch: Deine Internetpräsenz. Damit du dir peinliche Nachfragen ersparst und nicht aus Versehen die Chancen auf deine Ausbildung zerschießt, solltest du unbedingt prüfen, was über dich im Internet steht. Denn Google, TikTok, Facebook, Instagram, Snapchat und Co. speichern alle deiner digitalen Schritte, auch die, von denen du nicht willst, dass ein Arbeitgeber sie sehen kann. Also vor dem Abschicken, erst den Auftritt checken.
Nutze verschiedene Suchmaschinen
Das Leichteste ist, wenn du deinen eigenen Namen einmal in die Suchmaschine eingibst und schaust, was dir angezeigt wird: Ein einfacher Web-Check. Denn genau das werden auch die Personaler/innen machen, wenn sie deine Bewerbung vor sich haben. Schaue dir dabei nicht nur die Ergebnisse auf der ersten Seite an, sondern klick dich ruhig ein paar Seiten weiter. Wenn du das getan hast, dann schau unter den Reitern „Bilder“, „Videos“ und „Kurze Videos“ nach, was zu deinem Namen zu finden ist. Falls zum Beispiel TikTok- oder YouTube-Videos, die du heutzutage nicht mehr zeigen wollen würdest, zu sehen sind, dann solltest du diese Plattformen auf privat stellen oder die Videos schnellstmöglich löschen.
Was tun, wenn du etwas zu deinem Namen findest?
Das hängt davon ab, was man findet. Beiträge zum Sieg deines Sportvereins oder Auszeichnungen und einfache Erwähnungen von dir bei „harmlosen“ Veranstaltungen sind absolut kein Problem. Im Gegenteil! Wenn du solche Erwähnungen hast, dann kannst du sie auch stolz präsentieren. Wenn man zu deinem Namen allerdings Partyvideos, LipSyncs, Pranks oder andere Videos findest, die du nicht einmal deinen Eltern zeigen würdest, dann bemühe dich darum, dass diese Einträge gelöscht werden. Stelle deine Plattformen auf „privat“, sodass Fremde nicht sehen können, was du gepostet hast.
Für die Löschung von Beiträgen bei Google kannst du einen „Antrag auf Entfernen von Suchergebnissen nach europäischem Datenschutzrecht“ stellen. Dabei ist aber wichtig zu wissen, dass Google nicht den eigentlichen Eintrag löscht, sondern nur die Suchergebnisse in Bezug auf deine personenbezogenen Daten abändert. Wenn man anschließend nach deinem Namen sucht, findet man ihn in den entsprechenden Einträgen also nicht mehr. Auf den Seiten selbst ist dein Name aber weiterhin vorhanden. Dasselbe gilt auch für Bing und Yahoo, also auch hier einmal deinen Namen gegenchecken.
Dein Name ist immer noch auf Seiten zu finden
Wenn du willst, dass einzelne Seiten deinen Namen nicht mehr listen, dann musst du dich direkt an sie wenden. Den zuständigen Seitenbetreiber findest du auf der Impressumsseite. Formuliere eine freundliche E-Mail, in der du um die Löschung bittest und von deinem Recht auf Privatsphäre sowie auf dein Recht auf Vergessen bestehst, falls man sich zunächst weigert. In der Regel bekommst du zügig eine Antwort, wenn die entsprechenden Inhalte gelöscht wurden. Für den Fall, dass niemand deiner Bitte nachkommt, dann sprich mit deinen Eltern darüber, inwiefern es möglich ist einen rechtlichen Beistand, also einen Anwalt oder eine Anwältin, zu nutzen. Diese können dir weiterhelfen.
Schütze deine Privatsphäre auf Social Media
Als erstes solltest du dein Profil auf privat stellen, wenn du nicht möchtest, dass man etwas zu deinem Namen findet. Denn Personaler machen sind klug und schauen direkt einmal, was du so in deiner Freizeit machst. Einige haben sogar extra Accounts, mit denen sie dir folgen, nur um zu sehen, was du so machst, also pass auf, was du postest. Suche anschließend deinen eigenen Namen und schau nach, wo du überall verlinkt wirst und wurdest. Bitte ggf. darum, dass die jeweiligen Personen Erwähnungen zu dir löschen.
Instagram, TikTok, reddit und Snap gehören für viele junge Menschen einfach zum Alltag. Man macht sich keine großen Gedanken darüber, was gepostet wird und wie es bei Leuten ankommen könnte, die nichts mit diesen Plattformen zu tun haben.
Überlege dir immer, ob du persönliche Gedanken, all deine Aktivitäten und deine privaten Bilder zeigen und teilen willst. Du solltest nicht einfach all deine Informationen veröffentlichen, nur um ein paar schnelle Klicks zu ernten.
Wenn du auf sicherstellen willst, dass nur die richtigen Personen deine Beiträge sehen, dann stelle es in den Privatsphäre-Einstellungen so ein, dass nur deine Freunde sehen können, was du machst.
Du willst dich präsentieren? Dann von deiner besten Seite
Natürlich kannst du all diese Plattformen nutzen. Du kannst sie auch aktiv bespielen und zeigen, was du kannst. Wenn du beispielsweise ein Hobby hast, das du gerne dokumentieren willst, dann mach das. Besonders, wenn du dieses Hobby auch irgendwie für deinen Beruf nutzen kannst, dann ist das ein besonders guter Beitrag. Sagen wir du schneiderst dir eigene Klamotten oder programmierst kleine Maschinen, dann dokumentiere dies gezielt, damit Personaler gleich sehen können, was du kannst.
Sortiere unpassende oder eventuell peinliche Beiträge aus und lösche Kommentare, die du heute so nicht mehr abgeben würdest. Falls du dir unsicher bist, ob etwas in Ordnung ist oder eher nicht, dann lösche lieber einmal zu viel als zu wenig und stelle dein Profil auf privat.
Fazit: Nutze das Internet, aber mach's richtig
Das Internet bietet dir viele Möglichkeiten, um dich der Welt zu präsentieren. Was du bedenken musst, ist, dass eventuell auch Leute zusehen, von denen du nicht willst, dass sie deinen Content sehen. Also sorge dafür, dass du dich nicht angreifbar machst und stets ein sauberes Profil vorweisen kannst. Mach einen Web-Check. Ein letzter Satz: Das Internet vergisst nicht und das ist leider die Wahrheit.
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