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Hard- oder Soft-Skills - Was ist wichtiger für deine Bewerbung?

Soziale vs. fachliche Kompetenzen?

der erste Schritt auf deinem Karrierepfad
der erste Schritt auf deinem Karrierepfad

Fachlich überzeugen oder menschlich
punkten? Was klappt besser?

Du hast einen Betrieb gefunden, bei dem du deine Ausbildung starten willst, stehst nun aber vor einer anderen Frage: Wie kannst du eine Bewerbung schreiben, die richtig überzeugt? Die Frage ist, was wird mehr überzeugen, deine Hard- oder deine Soft-Skills? Wir wollen dir dabei helfen dir richtige Entscheidung für dich zu finden.

Was sind Hard-Skills

Unter Hard-Skills versteht man in der Regel klassische Fachkom­pe­tenzen, also alles, was du lernen, messen und durch Zeugnisse belegen kannst. Zum Beispiel deine Noten, Abschlüsse, Software-Kenntnisse oder Fremdsprachen, die du sprichst.

Programmieren ist z. B. ein Hard-Skill

Was sind Soft-Skills

Unter Soft-Skills versteht man hingegen die eigene Sozial­kom­petenz und Persön­lich­keits­merkmale. Es geht um deine persön­lichen Eigenschaften, also darum wie du arbeitest und mit anderen umgehst. Deine Soft-Skills drücken sich beispielsweise durch deine Teamfä­higkeit, Zuverläs­sigkeit, Empathie und Kritik­fä­higkeit aus.

Mit Menschen umgehen können, das ist ein Soft-Skill

Was für Skills hast du?

Nun weißt du, wie diese Skills unterschieden werden und kannst für dich festhalten, wo du deine Stärken und deine Schwächen siehst. Vielleicht bist du jemand, der eher für sich bleibt, gut mit Zahlen kann und weiß, wie man mit Technik und feinen Werkzeugen umgehen muss. Oder du bist die Person, die sehr gut für andere sprechen und planen kann, jemand, der Konflikte schlichtet und dafür sorgt, dass die ganze Gruppe an einem Strang zieht. Du und deine Mitmenschen können dich dahingehend am besten einordnen. Gehe zunächst in dich und mach dir eine Liste deiner Stärken. Frage dann andere Menschen, die dich kennen, ob sie dir eine Einschätzung geben können. So findest du schnell und zuverlässig heraus, was du besonders gut kannst.

Was spricht für Hard-Skills?

Vertrau­ens­beweis

In vielen Fällen werden Noten und Abschlüsse dafür genutzt, um sich von deinem Können zu überzeugen. Gerade in großen Unternehmen ist es wichtig gute Noten und Abschlüsse zu haben, da man zunächst einmal aus der Masse an Bewerbern heraus­stechen muss. Viele Bewerber/innen, die schlechte Noten haben, werden direkt abgelehnt, da man davon ausgeht, dass sie nicht für die Arbeit geeignet sind.

 

Prüfbare Kompetenz

Wenn du bestimmte Zertifikate vorweisen kannst, der zum Beispiel belegt, dass du einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert hast und im Notfall Menschen retten kannst, dann ist das etwas sehr Wertvolles. Das Unternehmen muss nämlich nicht extra nach jemandem suchen, den es fortbilden lässt. Das Unternehmen kann sich durch das Zertifikat auf die Qualität deiner Leistung verlassen, immerhin wurdest du ja geprüft und hast bestanden.

 

Türöffner

Bestimmte Berufe bekommt man beispielsweise nur, wenn man gewisse Kompetenzen vorweisen kann. Das mag auf dich und deine Ausbildung wahrscheinlich nicht zutreffen. Dennoch kann es für dich von Vorteil sein, wenn du bereits vor Antritt deiner Informatik-Ausbildung bereits einen Program­mierkurs absolviert hast. Oder wenn du zur Feuerwehr willst und bereits einen Ketten­sä­gen­schein hast oder in der Freiwilligen Jugend­feu­erwehr warst. Generell solltest du alle Zertifikate und Abschlüsse sammeln, damit du sie bei Bedarf vorweisen kannst.

 

Objektivität

Hard-Skills können gut als Maß genutzt werden, um über eine Zu- oder Absage zu entscheiden. Das hilft Betrieben bei der Entscheidung, kann dir aber auch mehr Sicherheit geben. Denn wenn du gewisse Fachkenntnisse besitzt, dann kann dir das niemand streitig machen. Wenn du einen Job oder eine Ausbildung nicht bekommst, kann es sehr gut daran liegen, dass dir diese Fachkom­pe­tenzen fehlen – darauf kannst du aufbauen und die entspre­chenden Zertifikate nachträglich erwerben.

Was spricht für Soft-Skills?

Ein starkes Team

Menschen mit starken (und echten) Soft-Skills sind gute Teamplayer. Sie können sich einsetzen, gegenseitig unterstützen und sind in vielen Fällen der Kleber, der ein Unternehmen zusammenhält. Ihre Stärke ist das Lesen von Stimmungen sowie die Kommuni­kation und der Umgang mit ihnen. Das ist nicht nur im Umgang mit Kolleg/innen wichtig, sondern auch mit den Kund/innen.

 

Führungs­kom­pe­tenzen

Genau diese Kommuni­ka­ti­onsgabe ist es, was Menschen mit Soft-Skills zu Leadern und dem „Star der Show“ (Letzteres muss nicht immer etwas Gutes sein) machen kann. Zwar brauchen Sie auch immer die notwendigen Hard-Skills, doch die besten Führungs­kräfte stechen durch Soft-Skills heraus. Doch auch du wirst in deiner Karriere feststellen, dass es viele Führungs­kräfte gibt, die scheinbar sehr wenig Soft-Skills besitzen…

 

Resilienz

Gerade in einem Bewerbungs­prozess oder in stressigen Phasen ist Resilienz (also die innere Widerstandskraft) wichtig. Sie hilft dir besser mit Kritik und Absagen umzugehen und in hitzigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Kannst du gut in Krisen­zeiten agieren und bleibst du standhaft, dann hast du wahrscheinlich eine höhere Resilienz als andere.

 

Schwer zu erlernen

Soft-Skills sind in der Regel schwer zu erlernen. Ob du ein guter Mensch bist, der andere gut behandelt, das bekommt man in der Regel durch eine gute Erziehung und ein liebevolles Umfeld mit, Genetik spielt sicherlich auch eine Rolle. Richtige Social-Skills kann man nicht in einem Wochen­end­seminar erwerben, man muss sie leben. Wenn du also eine „People Person“ bist, die gute Sozial-Skills hat, hast du einen großen Wert in der Tasche.

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Welche Skills kommen in dem Betrieb gut an?

Das hängt immer vom Betrieb und der jeweiligen Position ab, auf die du dich bewirbst. Wenn du in einen grundlegend sozialen Beruf einsteigst, dann sind Soft-Skills unerlässlich. Du musst mit Menschen umgehen können, sonst wird das nichts. Wenn du hingegen einen sehr technischen Beruf ausüben willst, dann brauchst du auch die entspre­chenden Kompetenzen, also Hard-Skills. Als Polizei­beamte/r brauchst du zum Beispiel hervor­ragende Soft-Skills, um die Gefahr einer Situation genau einschätzen zu können und um dann deeska­lierend zu reagieren. Als Industrie­me­chaniker/in für Modell­technik kommt es wahrscheinlich mehr auf dein Geschick und deine Präzision an. Du wirst es aber in allen Berufen sowohl mit fachlichen Aufgaben als auch mit Menschen zu tun haben. Du brauchst also immer Soft- und Hard-Skills.

Worauf solltest du nun Wert legen?

Ein guter Grundsatz für dein Leben: „Stärke deine Stärken“ Wenn du gut in einer Sache bist, dann versuche diese eine Sache so für dich zu nutzen, dass du damit möglichst viel Erfolg hast. Natürlich ist es immer sinnvoll, wenn du sowohl starke Hard-Skills als auch Soft-Skills hast, doch realis­ti­scherweise haben wir alle Stärken und Schwächen. Wichtig ist, dass du zum einen weißt, was du mitbringt und zum anderen in Erfahrung bringst, welche Fähigkeiten notwendig für die Ausbildung oder den Job sind (KI kann dir bei der Recherche helfen). Wenn sich daraus ein Match ergibt oder du absehen kannst, dass du dir noch notwendige Aspekte aneignen kannst, dann bewirb dich und stelle genau die geforderten Skills in den Vordergrund. Zunächst geht es aber darum ein Termin für ein Bewerbungs­ge­spräch zu bekommen. Dafür sind fachliche Kompetenzen oft entscheidend. Erst, wenn es zu einem richtigen Gespräch zwischen dir und einer anderen Person kommt, kannst du mit deinen sozialen Kompetenzen punkten. Du brauchst also beide Fähigkeiten und musst wissen, wann du welche einsetzen musst, um richtig zu punkten.

Das sind Red Flags

Noch ein Tipp:

Wenn du die Möglichkeit hast, gibt deine Bewerbung in ausgedruckter Form persönlich ab. So kannst du dir vor Ort selbst ein Bild vom Betrieb machen und bekommst einen ersten Eindruck für die Menschen im Betrieb. Zudem haben sie die Möglichkeit dich kennen­zu­lernen. In einem ersten Gespräch kannst du direkt punkten und dir einen Vorsprung gegenüber deiner Konkurrenz verschaffen. So kannst du deine Chancen auf eine Zusage wesentlich steigern. Und vor allem kannst du dir einen Eindruck davon verschaffen, auf welche Skills das Unternehmen und die Mitarbei­tenden besonderen Wert legen.

Fazit:

Da du in der Regel direkt aus der Schule kommst, kannst du in der Regel auf nicht allzu viele Hard-Skills verweisen. Falls du welche hast, präsentiere sie unbedingt. Doch in der heutigen Arbeitswelt sind soziale Skills sehr gefragt, manchmal sogar wichtiger als Zeugnisse. Du musst als Mensch zum Unternehmen und zum Team passen. Deswegen solltest du also mit deinen Soft-Skills überzeugen. Zeig dich im Anschreiben von deiner mensch­lichen Seite und überzeuge deine Ansprech­partner in einem direkten Gespräch. Richtige Hard-Skills kommen erst mit der Zeit, dann kannst du auch damit glänzen.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Veröffentlicht: 15.12.2025

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