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Wie man einen Urlaubs­antrag stellt

Was Sie wissen müssen, damit der Urlaub nicht ins Wasser fällt!

Symbolbild: Wie man einen Urlaubsantrag stellt

Der Urlaubs­antrag: Das sollte man wissen

Angesichts der Arbeits­be­lastung wird ein Urlaub oft notwendig. Um jedoch ohne Sorgen verreisen zu können, muss man einen Urlaubs­antrag stellen, der vom Arbeitgeber genehmigt werden sollte. Ohne eine solche Genehmigung Urlaub zu nehmen, wird nicht gutgeheißen und könnte sogar zur Kündigung führen. Doch keine Panik, das Verfassen eines Urlaubs­antrags ist ein einfacher Prozess. Hier erfahren Sie, wie Sie einen Urlaubs­antrag korrekt einreichen und erhalten nützliche Informa­tionen zu diesem Vorgang.

Was ist ein Urlaubs­antrag?

Arbeit­nehmer sind laut Bundes­ur­laubs­gesetz berechtigt, bezahlten Erholungs­urlaub zu beanspruchen. Um diesen in Anspruch nehmen zu können, ist jedoch die Stellung eines Antrags erforderlich. Üblicherweise wird dieser Antrag von den Vorgesetzten genehmigt, die auch die zuständige Stelle für die Einreichung sind. In einigen Fällen kann jedoch auch die Personal­ab­teilung verant­wortlich sein. Viele Unternehmen haben den Prozess der Urlaubs­an­trag­stellung standar­disiert und nutzen spezielle Formulare. Diese sind in der Regel auszufüllen und einzureichen. Sollte kein standar­di­sierter Prozess vorhanden sein, ist es ratsam, im Arbeits­vertrag nach entspre­chenden Bestim­mungen zu suchen und einen indivi­duellen Urlaubs­antrag zu stellen.

Das Fehlen eines Formulars bedeutet nicht, dass kein Antrag erforderlich ist. Urlaub ohne genehmigten Antrag zu nehmen, kann ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen, einschließlich Abmahnungen bis hin zur Kündigung.

Wie stellt man einen Urlaubs­antrag?

Es existieren keine standar­di­sierten Regeln oder gesetz­lichen Anforde­rungen für die Struktur eines Urlaubs­antrags. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Urlaub formfrei zu beantragen, wobei Sie die schriftliche Form per E-Mail oder auf Papier verwenden sollten. Ihr Antrag sollte folgende Angaben beinhalten:

  • Ihr vollständiger Name
  • Ihre Personalnummer, sofern vorhanden
  • Der Start- und Endtermin Ihres Urlaubs
  • Die Anzahl der Urlaubstage, die Sie in Anspruch nehmen möchten
  • Ihre eigenhändige Unterschrift
  • Die Bestätigung und Unterschrift Ihres Vorgesetzten

Auch wenn Sie Ihren Urlaub mündlich beantragen können, ist es ratsam, auf eine schriftliche Bestätigung zu bestehen, um für eventuelle spätere Differenzen abgesichert zu sein.

Welche Fristen gelten für den Urlaubs­antrag?

Um sicher­zu­stellen, dass Ihr Urlaubs­antrag fristgerecht genehmigt wird, ist es ratsam, diesen nicht erst kurz vor knapp einzureichen. Planen Sie voraus und geben Sie Ihren Antrag rechtzeitig ab, sodass Ihr Vorgesetzter genügend Zeit zur Prüfung hat. Eine angemessene Vorlaufzeit ermöglicht es dem Unternehmen zudem, für die Dauer Ihrer Abwesenheit eine Vertretung zu organi­sieren. In dringenden Fällen, wie beispielsweise einem familiären Notfall, ist es selbst­ver­ständlich möglich, kurzfristig Urlaub zu beantragen, jedoch besteht die Möglichkeit, dass dieser Antrag nicht bewilligt wird.

Als allgemeine Regel gilt, dass Sie, insbesondere bei der Planung eines längeren Urlaubs, eine Vorlaufzeit von vier bis acht Wochen für Ihren Arbeitgeber einplanen sollten. Einige Unternehmen legen auch spezifische Zeiträume fest, in denen Mitarbeiter ihren bevorzugten Urlaub anmelden können.

Wie lange dauert die Genehmigung?

Es existiert leider keine gesetzliche Regelung, die einen Zeitrahmen vorschreibt, in dem Ihr Arbeitgeber Ihnen mitteilen muss, ob Ihr Urlaubs­antrag genehmigt ist. Üblicherweise wird eine Entscheidung jedoch innerhalb einer Woche getroffen, manchmal kann es etwas länger dauern. Für eine schnellere Entscheidung könnte ein persön­liches Gespräch hilfreich sein. Denken Sie daran, sich die Zusage schriftlich bestätigen zu lassen.

Wenn Sie sich um eine Vertretung während Ihres Urlaubs kümmern, könnte dies den Genehmi­gungs­prozess beschleunigen. Idealerweise sollten Sie sich mit Ihren Kollegen abstimmen und Ihren Urlaub entsprechend planen, damit die Arbeits­be­lastung im Team gleichmäßig verteilt bleibt.

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Kann Urlaub verweigert werden?

Gemäß § 7 Abs. 1 BUrlG darf ein Arbeitgeber einen Urlaubs­antrag ablehnen, sofern "dringende betriebliche Belange" dies erfordern. Zu solchen Belangen gehören unter anderem ein hoher Krankenstand, ein hohes Arbeits­auf­kommen, bevorstehende Fristen oder festgelegte Betriebs­ferien. In Ausnah­me­fällen ist es dem Arbeitgeber möglich, eine sogenannte Urlaubs­sperre zu verhängen, wodurch vorüber­gehend kein Urlaub gewährt wird. Sollten bereits andere Mitarbeiter für den gleichen Zeitraum Urlaub beantragt haben und kein Vertreter für Sie zur Verfügung stehen, ist es dem Arbeitgeber gestattet, Ihren Antrag zu verweigern. Familien mit schulpflichtigen Kindern genießen oft eine bevorzugte Stellung und erhalten in der Regel ihren Urlaubs­wunsch zuerst.

Was tun, wenn der Urlaubs­antrag ignoriert wird?

Das Fehlen einer Rückmeldung bedeutet nicht zwangs­läufig, dass Ihr Antrag bewilligt wurde, selbst wenn Sie alle formalen Anforde­rungen erfüllt haben. Eine explizite Genehmigung des Arbeit­gebers ist stets erforderlich, um Missver­ständnisse zu vermeiden. Es ist ratsam, nachzu­fragen und eine klare Bestätigung einzuholen, bevor Sie Urlaub antreten, um eine mögliche Abmahnung zu verhindern.

Was können Sie tun, wenn Ihr Urlaubs­antrag abgelehnt wurde?

Wenn Ihr gültiger Urlaubs­antrag vom Arbeitgeber ohne Angabe eines stichhaltigen Grundes abgelehnt wurde, haben Sie die Möglichkeit, sich an das Arbeits­gericht zu wenden und Ihre Ansprüche geltend zu machen. Sollten Sie eine Reise kurzfristig geplant haben und nun keinen Urlaub bekommen, besteht unter Umständen die Option, mittels einer einstweiligen Verfügung das Recht auf Urlaub durchzu­setzen, voraus­gesetzt das Gericht unterstützt Ihr Anliegen. Allerdings ist Vorsicht geboten: Der Einsatz solcher rechtlichen Mittel kann das Arbeits­ver­hältnis belasten. Konflikte dieser Art können das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeit­nehmer nachhaltig stören.

Wann darf mein Chef meinen Urlaub widerrufen?

Normalerweise ist es nicht zulässig, einen einmal genehmigten Urlaubs­antrag zurück­zu­ziehen. Eine Ausnahme besteht, wenn die Abwesenheit des Mitarbeiters eine ernsthafte Gefahr für das Unternehmen darstellen würde. In einem solchen Fall sind Arbeitgeber möglicherweise verpflichtet, die Kosten für eine vorzeitige Rückkehr oder sogar eine Stornierung der Reise zu tragen. Daher können Sie in der Regel davon ausgehen, dass Ihr Urlaub nicht durch einen unerwarteten Anruf aus dem Büro gefährdet wird.

Einen Urlaubs­antrag zurück­nehmen, geht das?

Falls Sie noch keine Genehmigung für Ihren eingereichten Urlaubs­antrag erhalten haben, besteht die Möglichkeit, diesen zurück­zu­ziehen. Sollten sich die Bedingungen am Urlaubsort aufgrund einer verzögerten Antwort ändern, beispielsweise wenn alle Flüge oder Hotels ausgebucht sind, ist es ebenfalls gestattet, den Antrag zurück­zu­nehmen. Ist der Urlaubs­antrag jedoch von beiden Parteien formell korrekt genehmigt worden und es trat keine der genannten Verzöge­rungen auf, wird der Antrag für beide Seiten verbindlich. Eine Änderung Ihres Urlaubs­antrags ist dann nur noch mit Zustimmung Ihres Arbeit­gebers möglich.

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Neuer Job, wann gibt es Urlaub?

Erst nach sechs Monaten erhalten Sie den vollen Urlaubs­an­spruch. Bis es so weit ist, steht Ihnen nur ein anteiliger Anspruch auf Urlaub zu. Pro Monat im Betrieb steht Ihnen 1/12 Ihres Verein­barten Urlaubes zu. Bei einer 5-Tage-Woche liegt der gesetzliche Urlaubs­an­spruch bei 20 Werktagen im Jahr.

Sind Sie also beispielsweise seit fünf Monaten im Betrieb, erhalten Sie Anspruch auf 5/12 Ihres Jahres­ur­laubes. Dabei können Sie wie folgt rechnen: 20 (Jahres­ur­laubstage) : 12 (Monate pro Jahr) = 1,66 Urlaubstage pro Monat. Nun multipli­zieren Sie diese Zahl mit Ihrer Betriebs­zu­ge­hö­rigkeit in Monaten. Bei fünf Monaten im Betrieb entspricht das 8,3 Tagen.

Arbeitstage pro Woche Urlaubstage pro Jahr
6 24
5 20
4 16
3 12
2 8
1 4

Krank im Urlaub, was tun?

Wenn Sie eine ärztliche Beschei­nigung vorlegen, können Sie diese Ihrem Arbeitgeber übermitteln, um Ihre Urlaubstage zurück­er­stattet zu bekommen. Obwohl eine Erkrankung Ihren Urlaub beeinträchtigen kann, führt sie nicht zum Verlust Ihrer Urlaubstage. Es ist wichtig, dass Sie sich sofort nach Erhalt des ärztlichen Attests bei Ihrem Arbeitgeber melden. Eine nachträgliche Benach­rich­tigung Ihrer Firma, dass Sie erkrankt waren, ist für die Rückerstattung der Urlaubstage nicht ausreichend.

Verfällt Resturlaub, wenn Sie ihn nicht nutzen?

Der gesetzliche Urlaubs­an­spruch sollte grundsätzlich im laufenden Kalenderjahr wahrge­nommen werden. Es wird erwartet, dass der Jahres­urlaub bis zum Jahresende in Anspruch genommen wird. Sollte dies aufgrund von Krankheit oder einer betrieb­lichen Urlaubs­sperre nicht möglich sein, ist es gestattet, den verblei­benden Urlaub ins nächste Jahr zu übertragen. Dieser muss jedoch bis spätestens 31. März des Folgejahres genommen werden, ansonsten verfällt er.

Beachten Sie: Eine Auszahlung des Resturlaubs ist nicht vorgesehen, da der Urlaub der Erholung dienen soll. Durch dieses Verbot wird die Gesundheit der Arbeit­nehmer:innen vor Überar­beitung geschützt.

Eine Ausnahme besteht, wenn eine Kündigung ansteht und der Resturlaub nicht mehr genommen werden kann. In diesem Fall ist der Arbeitgeber verpflichtet, den Resturlaub gemäß § 7 Absatz 4 des Bundes­ur­laubs­ge­setzes (BUrlG) finanziell zu entschädigen.

Restur­laubs­an­spruch bei Jobwechsel?

Wenn Sie den Arbeitgeber wechseln und noch Resturlaub haben, können Sie sich entweder für den Abbau des Resturlaubs entscheiden, eine Auszahlung beantragen oder den Resturlaub auf den neuen Arbeitgeber übertragen lassen. Sobald Sie eine dieser Optionen gewählt haben, ist es nicht möglich, eine weitere in Anspruch zu nehmen. Wenn Sie also eine Auszahlung des Resturlaubs vornehmen, können Sie diesen nicht beim neuen Arbeitgeber geltend machen.

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Gute Reise!

Es freut uns, dass wir Licht ins Dunkel bezüglich Urlaub und Urlaubs­an­trägen bringen konnten. Vergessen Sie nicht, Ihren Urlaubs­antrag fristgerecht zu stellen, damit Ihrem wohlver­dienten Erholungs­urlaub nichts mehr im Wege steht. Eine wunderbare Reise wünschen wir Ihnen!

Fazit: Erst beantragen, dann verreisen

Urlaub gibt es erst, wenn Ihr Arbeitgeber den Urlaubs­antrag genehmigt. Stellen Sie den Antrag am besten schriftlich, per E-Mail oder auf Papier. Hinein gehören Name, Zeitraum, Anzahl der Urlaubstage und Unterschrift. Für längere Urlaube planen Sie vier bis acht Wochen Vorlauf ein. Ablehnen darf der Arbeitgeber bei dringenden betrieb­lichen Belangen. Lassen Sie sich die Zusage schriftlich bestätigen. Dann darf der Koffer gepackt werden.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Veröffentlicht: 25.01.2024

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