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Ausbildung Fachpraktiker/in

Ausbildung: Mit viel Praxis zum Berufs­ab­schluss

Symbolbild: Ausbildung Fachpraktiker/in

Du lernst am besten, wenn du etwas mit den Händen auspro­bieren kannst? Dann lohnt sich ein Blick auf die Ausbil­dungen zum/zur Fachpraktiker/in. Es gibt sie in vielen Bereichen: auf dem Bau, in der Metall­werkstatt, in der Kfz-Werkstatt, im Büro, im Garten oder im Pferdestall. Die Ausbildung ist für junge Menschen mit Behinderung gedacht, die mit mehr Praxis, kleineren Schritten und guter Begleitung sicher zum Berufs­ab­schluss kommen. Sie orientiert sich immer an einem bekannten Ausbil­dungsberuf. Hier erfährst du, welche Fachpraktiker-Berufe es gibt, wie die Ausbildung abläuft, wer sie machen kann und wie du später in den Vollberuf wechseln kannst. Auch Eltern und Lehrkräfte finden hier einen Überblick.

Auf einen Blick

Fachpraktiker/in auf einen Blick

Dauer2 bis 3,5 Jahre
Ausbildungdual nach Kammerregelung, im Betrieb oder in einer Reha-Einrichtung
Schulabschlusskeine Vorgabe
Deutsch: empfohlen B2. Damit kommst du gut durch Berufsschule und Prüfung.

Der Beruf im Wandel der Zeit

Wie hießen die Fachpraktiker-Berufe früher?

Ausbil­dungen für Menschen mit Behinderung gibt es schon lange. Früher hatten sie oft Namen mit „Werker“, „Helfer“ oder „Praktiker“. Ein paar Beispiele aus Kammer­re­ge­lungen:

  • 1972Beikoch/Beiköchin (heute Fachpraktiker/in Küche)
  • 1973Büropraktiker/in (heute Fachpraktiker/in für Büromanagement)
  • 1974Werkzeugmaschinenwerker/in (heute Fachpraktiker/in für Zerspanungsmechanik)
  • 1975Metallfachwerker/in (heute Fachpraktiker/in für Metallbau)
  • seit 2009Fachpraktiker/in: einheitliche Bezeichnung nach der Rahmenregelung des BIBB

Im Alltag sagt man auch: Werker/in, Fachwerker/in, Helfer/in, zum Beispiel Garten­bau­fach­werker/in, Hochbau­fach­werker/in, Elektro­werker/in oder Autofach­werker/in

Beispiele aus Kammer­re­ge­lungen. Die Namen können je nach Kammer abweichen.

Was macht ein/e Fachpraktiker/in?

Als Fachpraktiker/in arbeitest du im selben Bereich wie die Fachkräfte des passenden Vollberufs. Du übernimmst vor allem die praktischen Aufgaben und wirst darin richtig sicher. Was du genau tust, hängt von deinem Beruf ab. Das haben alle Fachpraktiker-Berufe gemeinsam:

Welche Aufgaben hast du im Arbeits­alltag?

  • Anpacken: Du arbeitest mit Werkzeug, Maschinen, Material, Pflanzen, Tieren oder am Computer. Du siehst am Ende des Tages, was du geschafft hast.
  • Nach Plan arbeiten: Du liest Arbeitsaufträge, Zeichnungen oder Checklisten und setzt sie Schritt für Schritt um.
  • Sorgfältig prüfen: Du misst, kontrollierst und schaust genau hin, ob alles stimmt.
  • Sicher arbeiten: Du hältst Regeln zu Arbeitsschutz, Hygiene und Umweltschutz ein.
  • Im Team mitarbeiten: Du arbeitest eng mit Kolleg/innen und Fachkräften zusammen und übernimmst feste Aufgaben.
  • Ordnung halten: Du pflegst Werkzeuge und Geräte und hältst deinen Arbeitsplatz sauber.

Welche Fachpraktiker-Berufe gibt es?

Die Namen unterscheiden sich je nach Kammer etwas. Hier die gängigen Bezeich­nungen, in Klammern ältere oder regionale Namen, mit Link zum passenden Vollberuf:

Daneben gibt es weitere Fachpraktiker-Berufe, zum Beispiel für Metallbau, Industrie­me­chanik, Holzver­ar­beitung, Lagerlo­gistik, Verkauf, Maler und Lackierer oder Floristik.

Auszubildender misst in der Metallwerkstatt ein Werkstück mit dem Messschieber nach

Wo arbeitest du als Fachpraktiker/in?

Das hängt von deinem Beruf ab. Du arbeitest zum Beispiel in Werkstätten und Werkhallen, auf Baustellen, in Autowerk­stätten, in Büros, in Gärtnereien, in Reitställen, in Fleischereien oder in großen Gebäuden. Meist bist du Teil eines festen Teams. Du arbeitest in Betrieben der freien Wirtschaft, in Handwerks­be­trieben oder in öffent­lichen Einrich­tungen. Viele beginnen ihre Ausbildung in einem Berufs­bil­dungswerk und wechseln danach in einen Betrieb.

Wie läuft die Ausbildung zum/zur Fachpraktiker/in ab?

Wie lange dauert die Ausbildung?

Was lernst du in Betrieb und Berufs­schule?

Die Ausbildung ist dual und dauert je nach Beruf 2 bis 3,5 Jahre. Grundlage ist § 66 Berufs­bil­dungs­gesetz (BBiG), im Handwerk § 42r Handwerks­ordnung (HwO). Danach erlassen die zuständigen Kammern eigene Ausbil­dungs­re­ge­lungen. Sie richten sich nach der Rahmen­re­gelung des Hauptaus­schusses beim Bundes­in­stitut für Berufs­bildung (BIBB). Diese wurde 2009 beschlossen und 2010 überar­beitet. Für viele Bereiche gibt es dazu bundesweite Muster­re­ge­lungen. Am Ende legst du eine Abschluss­prüfung vor der Kammer ab.

Du lernst an zwei Orten: im Ausbil­dungs­betrieb und in der Berufs­schule. Alternativ machst du die Ausbildung in einer Einrichtung der beruflichen Rehabi­li­tation, zum Beispiel in einem Berufs­bil­dungswerk. Dann bist du laut Rahmen­re­gelung mindestens 8 Wochen (bei 2 Jahren Ausbildung) oder 12 Wochen (bei längerer Ausbildung) in einem Betrieb. Deine Ausbilder/innen haben eine Zusatz­qua­li­fi­kation von 320 Stunden für die Begleitung von Menschen mit Behinderung. Sie schreiben einen persön­lichen Förderplan für dich und passen ihn laufend an.

Das lernst du unter anderem:

  • Berufspraxis: die wichtigsten praktischen Tätigkeiten aus dem passenden Vollberuf
  • Werkzeuge und Geräte: sicherer Umgang mit Maschinen, Werkzeug oder Software
  • Arbeitsaufträge: Aufgaben verstehen, planen und Schritt für Schritt erledigen
  • Qualität: Ergebnisse prüfen und Fehler erkennen
  • Arbeitssicherheit und Umweltschutz: Regeln kennen und anwenden
  • Betrieb und Recht: Aufbau des Betriebs, Rechte und Pflichten in der Ausbildung, Wirtschafts- und Sozialkunde

Welche Voraus­set­zungen brauchst du als Fachpraktiker/in?

Was solltest du mitbringen?

Ein bestimmter Schulab­schluss ist nicht vorgeschrieben. Die Ausbildung ist für Menschen mit Behinderung gedacht, für die eine Ausbildung im Vollberuf wegen Art und Schwere der Behinderung nicht in Betracht kommt. Ob das bei dir so ist, klärt die Agentur für Arbeit. Dazu gibt es eine Eignungs­un­ter­suchung. Sprich am besten früh mit der Reha-Beratung der Agentur für Arbeit. Deine Schule kann dabei helfen. Der Antrag bei der Kammer kommt von dir oder deinen Eltern. Dazu brauchst du einen Ausbil­dungsplatz.

  • Freude an praktischer Arbeit
  • Interesse am Berufsfeld, zum Beispiel Technik, Büro, Natur oder Tiere
  • Lust, Neues zu lernen und dranzubleiben
  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit
  • Teamfähigkeit
  • je nach Beruf körperliche Fitness

Was verdienst du in der Ausbildung?

Gibt es eine Ausbil­dungs­ver­gütung?

Lernst du in einem Betrieb, bekommst du eine Ausbil­dungs­ver­gütung. Laut § 17 BBiG muss sie angemessen sein und jedes Jahr steigen. Die Höhe hängt vom Beruf, vom Betrieb und vom Tarif ab. Lernst du in einer Einrichtung der beruflichen Rehabi­li­tation, zum Beispiel einem Berufs­bil­dungswerk, bekommst du Leistungen vom Rehabi­li­ta­ti­ons­träger. Frag am besten bei deinem Ausbil­dungs­betrieb oder bei der Reha-Beratung der Agentur für Arbeit nach.

Passt die Ausbildung zum/zur Fachpraktiker/in zu dir?

Du lernst gern durch Auspro­bieren und möchtest einen echten Berufs­ab­schluss? Das spricht für die Ausbildung:

  • Viel Praxis: Du lernst vor allem durch Tun, mit Zeit für Übung.
  • Gute Begleitung: Ausbilder/innen mit Zusatzqualifikation und ein Förderplan unterstützen dich.
  • Große Auswahl: Es gibt Fachpraktiker-Berufe in vielen Branchen.
  • Offene Wege: Du kannst später in den Vollberuf wechseln.

Für Eltern und Lehrkräfte: Ein Praktikum im Wunsch­bereich zeigt oft am besten, ob der Beruf passt.

Vom Hobby zum Beruf

Welche Hobbys passen zur Ausbildung als Fachpraktiker/in?

Was du als Fachpraktiker/in machst, kennst du vielleicht schon aus deiner Freizeit. Wer zu Hause am Fahrrad schraubt, im Garten hilft oder beim Umzug von Freund/innen mit anpackt, zeigt Betrieben Geschick und Ausdauer. Wer im Verein mitmacht oder im Stall die Pferde versorgt, beweist Teamgeist und Zuverläs­sigkeit. Wenn du gern kochst, schau dir Fachpraktiker/in Küche an. Wenn du gern für andere da bist, passt vielleicht Fachpraktiker/in Service in sozialen Einrich­tungen.

Aus diesem Berufs­profil abgeleitet

Passt gut, wenn du gern …

  • am Fahrrad oder Moped schraubst Geschick
  • im Verein oder in der Schul-AG mitmachst Teamgeist
  • regelmäßig Tiere versorgst Zuverlässigkeit
  • im Garten Beete anlegst und pflegst Ausdauer
  • Nachbar/innen oder Freund/innen beim Umzug hilfst Hilfsbereitschaft

Im Kästchen: Das lesen Ausbil­dungs­be­triebe daraus, wenn das Hobby in deiner Bewerbung steht. Warum Hobbys in der Bewerbung wichtig sind

Wo findest du Ausbil­dungs­be­triebe in deiner Nähe?

  • Passt der Beruf?

    Unsicher, ob dieser Beruf zu dir passt?

    Tipp deine Noten und Hobbys ein. Ecki zeigt dir passende Berufe und die Betriebe um die Ecke.

Welche Karriere ist nach der Ausbildung möglich?

Mit dem Abschluss als Fachpraktiker/in hast du einen Berufs­ab­schluss vor der Kammer in der Tasche. Fachpraktiker/innen werden in vielen Branchen gebraucht. Hier kannst du arbeiten:

  • in Handwerksbetrieben, zum Beispiel auf dem Bau, in Kfz- und Zweiradwerkstätten oder Fleischereien
  • in Industriebetrieben der Metall- und Elektrotechnik
  • in Büros und Servicecentern
  • in Gärtnereien, im Garten- und Landschaftsbau und in Reitställen
  • bei Gebäudedienstleistern, Hausverwaltungen und Umzugsfirmen
  • in Hauswirtschaft und sozialen Einrichtungen

Welche Weiter­bil­dungen gibt es?

So kannst du dich weiter­ent­wickeln:

  • Wechsel in den Vollberuf: Laut Rahmenregelung wird der Übergang in den passenden Vollberuf laufend geprüft. Die Zeit als Fachpraktiker/in wird in angemessenem Umfang angerechnet, bei Fachpraktiker/in für Industriemechanik zum Beispiel bis zu 2 Jahre.
  • Anschlussausbildung: Nach dem Abschluss kannst du eine Ausbildung im Vollberuf anschließen, oft mit verkürzter Dauer. Das entscheidet die Kammer im Einzelfall.
  • Zusatzqualifikationen: zum Beispiel Lehrgänge für CNC-Maschinen, Stapler oder Software
  • Spezialisierung: Du wirst Profi für bestimmte Aufgaben in deinem Betrieb.

Fazit: Mit Praxis zum Abschluss

Als Fachpraktiker/in lernst du einen Beruf mit viel Praxis und guter Begleitung. Es gibt Fachpraktiker-Berufe vom Bau über die Werkstatt und das Büro bis zum Pferdestall. Die Ausbildung ist dual und dauert je nach Beruf 2 bis 3,5 Jahre. Der Weg in den Vollberuf bleibt offen.

Lust, loszulegen? Finde auf dein-ausbil­dungsplatz.de einen Ausbil­dungs­betrieb in deiner Nähe.

Mehr Ausbil­dungs­berufe findest du in der Übersicht aller Berufs­profile.

Autor Heiko Wohlgemuth
Heiko Wohlgemuth
Gründer von karrieremag.de

„Kein Ausbil­dungsplatz in Deutschland soll unbesetzt bleiben.“

Stand: 22.10.2026
Quellen: dein-ausbil­dungsplatz.de · BERUFENET der Bundes­agentur für Arbeit · Bundes­in­stitut für Berufs­bildung (BIBB), Rahmen­re­gelung und Hauptaus­schuss­emp­feh­lungen · Berufs­bil­dungs­gesetz und Handwerks­ordnung (gesetze-im-internet.de)

Vorschau: Berufsprofil Fachpraktiker/in als PDF

Dieses Berufs­profil als PDFKostenlos, 4 bis 5 Seiten. Zum Ausdrucken für Unterricht und Eltern­ge­spräch, mit QR-Codes zu Betrieben in deiner Nähe.

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